Vertrieb von CLV-Buch „Dan Browns Sakrileg” vorläufig gestoppt

06.04.2006 / Lübbe-Verlag: Einstweilige Verfügung gegen christlichen Verlag
Vertrieb von CLV-Buch „Dan Browns Sakrileg” vorläufig gestoppt
K ö l n / B i e l e f e l d (idea) – Im Streit um den Bestseller „Sakrileg” hat das Landgericht Köln eine einstweilige Verfügung gegen den Verlag Christliche Literatur-Verbreitung (CLV) in Bielefeld erlassen. Der Autor des Romans, Dan Brown, behauptet, daß Jesus Christus mit Maria Magdalena verheiratet war und ein Kind hatte. Zahlreiche Christen halten diese Aussagen für Gotteslästerung. In dem von CLV herausgegebenen Buch „Dan Browns Sakrileg. Daten, Fakten und Hintergründe” zeigen die Autoren Hank Hanegraaff und Paul L. Maier Browns antichristliche Haltung und weisen nach, warum „Sakrileg” aus Irrtümern, Fehldeutungen, Täuschungen, Verdrehungen und – wie sie sagen – „glatten Lügen” bestehe. Der Umschlag des CLV-Buchs enthält Elemente, die für das Buch „Sakrileg” typisch sind. Dagegen hatte die Verlagsgruppe Lübbe, die die deutsche Übersetzung des Originaltitels „The Da Vinci Code” unter dem Namen „Sakrileg” herausgibt, bereits während der Leipziger Buchmesse Mitte März protestiert. Dort wurden mehrere tausend Bücher an Besucher verteilt. Aufgrund angedrohter rechtlicher Schritte überklebten CLV-Mitarbeiter den Umschlag ihres Buchs mit einem neutral gestalteten Titel. Rechtsanwälte des Lübbe-Verlags bezeichneten das CLV-Buch als „Schmähschrift auf den Bestseller Sakrileg” und als „haltlose Kritik an dem Bestseller”. Sie schlossen auch nicht aus, gerichtlich gegen den Inhalt vorzugehen. Daraufhin wurde das CLV-Buch mit dem Aufkleber „kritische Auseinandersetzung mit dem Mega-Bestseller” versehen. Auch damit gab sich der Lübbe-Verlag nicht zufrieden und erwirkte die einstweilige Verfügung, die auch die Verwendung eines durch Überkleben veränderten Umschlags untersagt. Bei Zuwiderhandlung muß der CLV ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro zahlen. CLV hat gegen die Verfügung Widerspruch eingelegt. Bis zur Klärung der Rechtslage werde das Buch mit dem kritisierten Umschlag nicht mehr vertrieben, sagte Vorstandsmitglied Winfried Weiler (Bielefeld) gegenüber idea. Auch die Buchhandlungen seien aufgefordert worden, das Buch aus dem Verkehr zu ziehen. Die Mitte April erscheinende zweite Auflage werde einen veränderten Umschlag haben. Am Inhalt mache man jedoch keine Abstriche, so Weiler.
Copyright Evangelische Nachrichtenagentur IDEA
http://www.sakrileg-betrug.de/ticker/clv-verfuegung.php

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Wahrheit

Es gibt Menschen, denen ist die Wahrheit so kostbar, dass sie nur sehr sparsam von ihr Gebrauch machen
unbekannt

Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke, nackte Wahrheit. Die glaubt niemand.
Max Frisch

Man darf die Mehrheit nicht mit der Wahrheit verwechseln.Jean Cocteau

Die Lüge ist wie ein Schneeball: Je länger man ihn wälzt, desto größer wird er.
Martin Luther

Wer immer die Wahrheit sagt, kann sich ein schlechtes Gedächtnis leisten.

Theodor Heuss

Albert Camus Ist das Leben sinnlos?

Ist das Leben sinnlos?
Bericht über den französischen Philosoph und Schriftsteller Albert Camus:
1960 erhielt der französische Philosoph und Schriftsteller Albert Camus den Literaturnobelpreis. Camus bewegte die Frage, wie ein Mensch leben kann, wenn er weder an Gott, noch an die Macht der Vernunft glaubt. In seinem Essay »Der Mythos von Sisyphos« entwickelt er die These, dass das Leben absurd sei und es keinen Sinn für den Menschen in dieser Welt gibt. Wenn der Mensch jedoch gegen die Absurdität revoltiert, dann kann er seiner Existenz Sinn abtrotzen. Weiterlesen

Im Mittelalter glaubte man, dass die Erde eine Scheibe sei – oder doch nicht?

Interview: Zu flach gedacht

Im Mittelalter glaubte man, dass die Erde eine Scheibe sei – oder doch nicht? Ein Bonner Professor weist das platte Weltbild als lange verbreiteten Mythos aus

Nur der Einfachheit halber wurde im Mittelalter die gesamte bekannte Welt auf eine Kartenseite projiziert, wie hier auf der mappa mundi aus dem Jahr 1448GEO: Herr Professor Simek, wie kommen Sie dazu, die Lehrmeinung anzuzweifeln, dass für die Menschen im Mittelalter die Erde flach gewesen sei?

Rudolf Simek: Als ich meine Habilitationsschrift über „Altnordische Kosmographie“ schrieb, ging auch ich von dieser gängigen Überzeugung aus. Nur: Bei allem Bemühen fand ich keine einzige Quelle, nach der die Erde nicht als kugelrund galt. Das hieß: Entweder waren die zuweilen als rückständig verschrieenen Skandinavier der restlichen Welt weit voraus, oder etwas war faul an unserer Schulweisheit. Ich habe meine Studien dann ausgeweitet und festgestellt: Bis auf einige obskure mittelalterliche Autoren, die von Wissenschaftlern des 17. Jahrhunderts bewusst verunglimpft wurden, um das „unaufgeklärte“ Mittelalter als borniert darzustellen, hat nie jemand ernsthaft daran gezweifelt, dass die Erde ein Ball ist.

GEO: Und weshalb hängen wir dann noch immer der Schulmeinung an?

Simek: Weil sich offenbar niemand die Mühe gemacht hat, die Originalquellen zu überprüfen. Seit etwa zehn Jahren gibt es aber aus mehreren Fachbereichen eine Reihe von Büchern, deren Verfasser zu demselben Schluss gekommen sind wie ich.

GEO: Aber es gibt doch zahlreiche Karten aus dem Mittelalter, welche die Welt als Scheibe darstellen?

Simek: Eben nicht. Dann können Sie genauso gut annehmen, dass wir uns die Welt als Scheibe vorstellen, nur weil wir heute Nord- und Südhalbkugel auf planem Papier drucken. Auf den meisten Originalkarten des Mittelalters steht explizit dabei, dass man sich das Ganze als Kugel vorstellen müsse. Der einzige Unterschied ist, dass man damals die gesamte Kugel auf einen einzigen Kreis projiziert hat, während wir die beiden Hemisphären jeweils auf separate Kreise abtragen.

GEO: Woher wussten die Menschen damals von der Kugelgestalt?

Simek: Schon vor rund 2000 Jahren hat der römische Historiker Plinius einen empirischen Grund genannt: Wenn man am Strand steht, sieht man, wie ein Schiff langsam verschwindet, indem es scheinbar nach vorne abtaucht – ohne dass dies wirklich geschieht. Dieses Argument nimmt das einflussreiche Buch Liber de Sphaera des Engländers Johannes de Sacrobosco (John of Holywood) wieder auf, das aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammt. Außerdem galt die Kugel schon seit Aristoteles als „ideale Gestalt“, weswegen etwa im achten Jahrhundert der Mönch Beda in seinem Buch De natura rerum darauf hinweist, dass die Erde nicht nur rund (rotunda) sei, sondern wie ein Ball (pila).

http://www.geo.de/GEO/kultur/geschichte/20.html
http://www.stmichael-online.de/scheibe.htm