Das große Lob des Wortes Gottes Psalm 119

Der 119. Psalm ist der längste Psalm und das umfangreichste Kapitel der Bibel.
1. Die poetischen Form
Psalm 119 ist ein Akrostichon. Dieser Ausdruck wird für eine literarische Technik verwendet, bei welcher der Verfasser den ersten Buchstaben oder das erste Wort einer Reihe von poetischen Einheiten so gestaltet ist, dass es eine Botschaft zum Ausdruck bringt. Diese „Einheit“ kann eine Zeile sein oder die erste von zwei Zeilen oder die erste von drei Zeilen oder auch die erste Zeile einer Strophe oder eines Abschnitts. In Psalm 119 wird ein alphabetisches Akrostichon in seiner vollendetsten Form dargeboten. Alle 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets sind jeweils mit einer Strophe zu 8 Versen vertreten. Alle 8 Verse einer Strophe beginnen mit dem gleichen Buchstaben. In neueren Bibelübersetzungen wird am Anfang jeder Strophe der hebräische Buchstabe als Zwischenüberschrift angegeben. Die 8 Verse der ersten Strophe beginnen z.B. mit Alef, die der zweiten Strophe mit Bet usw. Im der hebräischen Bibel beginnt jede Zeile mit dem hervorgehobenen Buchstaben. Bei Übersetzungen lässt sich das leider meistens nicht so wiedergeben. Da sind die Verse oft auf zwei Zeilen verteilt, wobei die zweite Zeile zusammen mit der ersten einen Parallelismus bildet. Oft ist es einfach eine Fortsetzung oder Erläuterung des Gedankens der ersten Verszeile. Die zweite Zeile beginnt dann natürlich nicht noch einmal mit dem hervorgehobenen Buchstaben. Der Hauptzweck eines solchen alphabetischen Akrostichons ist es, Vollkommenheit auszudrücken. Im Psalm 119 geht es darum sorgfältig jeden Aspekt des Wortes Gottes zu beleuchten, sozusagen von A bis Z. Leider ist es nicht möglich, in Übersetzungen die überaus kunstvolle Form des Originals zu vermitteln. Weiterlesen

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Wer Gott nur braucht, der kennt ihn nicht – Von Ferkeln, Kühen, Toleranz und Nützlichkeit

„Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht“ Das ist die „Moral“ eines Kinderbuches, das als „atheistische Kinderbibel“ in Kreisen des missionarischen Atheismus Kultstatus genießt und vom Verfasser schon mal selbst in aller Bescheidenheit als „weltweit einzigartig“ bezeichnet wird: „Wo bitte geht’s zu Gott, fragte das kleine Ferkel“  (http://www.schmidt-salomon.de/ferkel.htm – die Behauptung der Einzigartigkeit findet sich dort unter dem FAQ-Link).
Man könnte eine Menge dazu sagen, manche haben das auch schon getan. Dass der Jude dort natürlich mal wieder eine Hakennase hat, dass die Vertreter der Religionen Judentum, Christentum und Islam ständig geifernde Sprüche absondern und hässliche Fratzengesichter haben ist nur das eine und lässt mich fragen, wie die genannte Seite eigentlich ausgerechnet zu der Behauptung kommt, das Buch sei „liebevoll (sic!) illustriert“? Atheisten tragen gerne die Behauptung vor sich her, sie würden zur Toleranz erziehen und unterstellen religiösen Eltern gerne das Gegenteil. Diese Behauptung wird durch dieses Buch bestimmt nicht untermauert …
Am wichtigsten finde ich aber die Auseinandersetzung mit dem genannten letzten Satz des Buches: „Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht“  Ich habe Atheisten erlebt, die darob in Verzückung geraten, wenn sie diese Worte zitieren, weil sie sie so furchtbar genial finden. Dabei sind sie völlig nichtssagend. In der Zeit, in der die Menschen keine Autos kannten, brauchte auch keiner eines. Tiere, die keine Beine haben – wie Fische zum Beispiel, brauchen auch keine. Jedes Lebewesen kann nur etwas nur brauchen, also benötigen und / oder benutzen (oder auf die Idee kommen, es zu brauchen), wenn es das, was es evtl. brauchen könnte auch gibt und wenn es davon weiß, es also kennt. „Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht“ ist also eine nahezu tautologische Banalität. Das ist das eine.
Das andere ist allerdings eine sich daran anschließende Kritik, die sich nicht nur Atheisten, sondern auch viele fromme Christen gefallen lassen müssen: Dass nämlich oft Nützlichkeit und Wahrheit verwechselt oder in einen Topf geworden werden. Meister Eckhart sagt völlig zu Recht:
„Etliche Leute wollen Gott mit Augen schauen, so, wie sie eine Kuh betrachten, und wollen Gott genauso minnen, wie sie eine Kuh liebhaben. Die Kuh, die minnest du um die Milch und um den Käs’, um deinen eigenen Nutz. So tun alle jene Leute, die Gott minnen um auswendigen Reichtums oder um einwendigen Trostes willen. Solche Leute minnen Gott nicht auf rechte Weise, sondern sie minnen ihren eigenen Nutzen. Und wahrlich, solches Minnen wird dir zum Hindernis auf dem Weg zur allernächsten Wahrheit.“ (zit. nach: http://www.evlka.de/extern/rinteln/choralschola/zu_Meister_Eckhart.htm)
Wir können den Schlusssatz des Ferkelbuches also umformulieren und ihn – in Anlehnung an Eckarts Kuh-Diktum – sowohl Christen wie Atheisten ins Stammbuch schreiben: „Wer Gott nur braucht, der kennt ihn nicht“
http://kraftwort.wordpress.com/2011/05/21/wer-gott-nur-braucht-der-kennt-ihn-nicht-von-ferkeln-kuhen-toleranz-und-nutzlichkeit/

1. Petrus 2,13 Seid untertan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem König als dem Obersten

Im Bereich der Ehe und Familie kann ein Christ davon ausgehen, daß sein Partner und die anderen Glieder der Familie in der Regel seinen Glauben und seine Wertvorstellungen teilen. In Gesellschaft und Staat ist dies aber nicht selbstverständlich. Von Anfang haben sich Christen in Gesellschaften und Staaten vorgefunden, die den christlichen Glauben und seine ethischen Werte nicht in allem teilten. Im Gegensatz zum Islam strebt der christliche Glaube nicht die Aufrichtung eines Staatswesens an, in dem eine ausdrückliche christliche Verfassung oder Gesetzgebung aufgerichtet wird, die für alle verbindlich ist. Grundsätzlich erkennt ein Christ die staatliche Autorität als einen Ordnungs- und Schutzfaktor an, die das äußere Unrecht in der Welt verhindern und notfalls strafen soll. Auch wenn Nichtchristen die Staatsgeschäfte führen, haben sie ihre Bevollmächtigung letztendlich von Gott erhalten. Wenn die Staatsmacht eindeutig gegen Gottes Willen und Gebot verstößt, muß der Christ Gottes Weisungen folgen und Widerspruch leisten. Ein gewaltsamen Widerstand gegen ein Unrechtsregime kennt das Neue Testament aber nicht. Einem Christen ist es grundsätzlich nicht verwehrt, aktiv politische Verantwortung als Beamter, Soldat oder ähnliches zu übernehmen. Allerdings sollte ihm klar sein, daß er – mehr als in anderen Berufen – in schwere Gewissenskonflikte geraten kann. Christen werden nicht auf eine bestimmte Staatsform festgelegt. Gut ist es aber, wenn die Regierung Recht und Gerechtigkeit achtet und das Werk Gottes nicht hindert. Die Gemeinde als solche hat kein direktes politisches Mandat. Sie ermutigt aber ihre Glieder verantwortlich zu handeln. Der Petrusbrief möchte uns Christen motivieren, Vorbild eines guten Lebens zu sein. Dazu gehört auch, dass wir die, die über uns regieren, grundsätzlich anerkennen. „Ehrt den König!“ – so sagt unser Abschnitt. Eingeschlossen in diesen Appell ist jede menschliche Regierung. Heute ist das z.B.: Bürgermeister und Gemeinderat, Landtag, Bundesrat, Bundestag, Bundesregierung, aber auch Organe wie Finanzamt, Polizei, Gerichte und andere Behörden. Der Petrusbrief fordert Ehrerbietung nicht deshalb, weil die Regierenden immer gute Arbeit machen. Das tun sie nämlich nicht unbedingt. Immer wieder hören wir von unglaublichen Skandalen. Sondern er fordert Ehrerbietung, weil jede Regierung mit ihren Behörden einen gottgewollten Auftrag hat: dem Unrecht wehren, Frieden bewahren, Gerechtigkeit durchsetzen und Sicherheit fördern. Dankbarkeit und Fürbitte für alle, die sich dieser Aufgabe stellen, muss an erster Stelle kommen. Erst an zweiter Stelle dann freilich auch konstruktive Kritik.
Petrus mahnt seine Leser, der Obrigkeit zu gehorchen und aller menschlichen Ordnung untertan zu sein. Das griechische Wort ktisis („Gründung“), von dem sich Ordnung ableitet, findet sich im Neuen Testament immer in Verbindung mit Gottes schöpferischem Handeln (vgl. Röm 1,20.25; 8,39; 2Kor 5,17; Gal 6,15; Kol 1,15.23; 2Petr 3,4). (Die zweite lexikalische Bedeutung, die ktisis im Allgemeinen zugedacht wird, ist „Akt des Erschaffens“ oder „Schöpfung“.) Gott hat alle Grundlagen der menschlichen Gesellschaft erschaffen – Arbeit, Familie und Regierung. Petrus sagte nicht, dass die Gesellschaft einen menschlichen Ursprung hat, sondern benannte vielmehr ihre Funktion und ihren Handlungsbereich, die sich auf den Menschen beziehen. Die Absicht des Apostels war es somit, Unterordnung unter alle menschliche Ordnung zu befehlen, weil jede von ihnen von Gott bestimmt wurde. Gläubige ordnen sich staatlichen Autoritäten, Arbeitgebern (2,18; Eph 6,5; Kol 3,22) und in der Familie unter (Eph 5,21 – 6,2).
Es ist bemerkenswert, daß es nicht heißt: Unterwerft euch „jedem Menschen“. Wir sollen die Menschen nicht losgelöst von Gott sehen, sondern wissen: jeder Mensch ist Geschöpf, hat seinen Platz und Stand vom Schöpfer angewiesen bekommen. Damit hat jedes menschliches Geschöpf eine vom Schöpfer verliehene Würde erhalten. Indem wir jeden Menschen als Geschöpf achten, respektieren wir den Schöpfer. Um des Herrn willen ordnen wir uns jedem menschlichen Geschöpf unter. So fordert dieser Vers Unterordnung um des Herrn willen und bewahrt dadurch vor falscher Unterordnung, vor bedingungslosem und verantwortungslosem Gehorsam. „um des Herrn willen“ Das sind nicht bloß äußerlich aufgeklebte Formeln. Sie sollen vielmehr andeuten, daß das Leben der Christen auch in den konkreten Ordnungen und Bezügen der Welt dem Herrn Jesus Christus unterstellt ist.
Dietrich Bonhoeffer sagt in diesem Zusammenhang „Es ist einfach in dieser Welt so eingerichtet, daß die grundsätzliche Achtung der letzten Gesetze und Rechte des Lebens zugleich der Selbsterhaltung am dienlichsten ist.“ (Aus „Widerstand und Ergebung“ unter der Überschrift „Immanente Gerechtigkeit“).
Uwe Holmer 1.Petrusbrief
http://www.weltanschauung-selk.homepage.t-online.de/downloads/03Biethik.pdf
http://www.glauben-und-fragen.de/_data/_modules/Kurzandacht/T2_23_n_Trinitatis.php

Der Teufel Gottes

„Gleichwohl behaupte ich, dass die Dämonenvorstellungen des Neuen Testaments barer Aberglaube sind; die Kirche sollte schleunigst das ihre tun, ihn auszurotten.“ Rudolf Bultmann, deutscher Theologe, fällte 1948 ein vernichtendes Urteil über den Teufel- und Dämonenglauben in der Kirche.
Viele kluge Menschen folgen ihm und kommen zum Schluss, dass man den Teufel nicht mehr ernst nehmen darf. Das Böse ist für sie nicht auf einen persönlichen Teufel zurückzuführen, sondern auf unsere gesellschaftlichen Strukturen und soziale Realität. Das Böse ist lediglich Ausdruck einer ungerechten Politik und Gesellschaft. Weiterlesen

Wer hat die Evangelien geschrieben?

Die historische Glaubwürdigkeit der neutestamentlichen Geschichtsbücher aus wissenschaftlicher Sicht
Was lässt sich wissenschaftlich zur historischen Zuverlässigkeit der neutestamentlichen Evangelien sagen? Bevor wir uns an die Beantwortung dieser Frage machen können, müssen wir uns kurz darüber verständigen, was wir unter Wissenschaft verstehen wollen. Und ob Theologen überhaupt wissenschaftliche Aussagen machen können.
Was ist Wissenschaft? Dieser Frage hat sich kürzlich der gelernte Physiker und Kabarettist Vince Ebert gewidmet, nicht ohne ein leichtes Augenzwinkern: „Wissenschaft ist eine Methode zur Überprüfung von Vermutungen. Wenn ich z.B. vermute: ‚Im Kühlschrank könnte noch ein Bier sein…’ und ich gucke nach, dann betreibe ich im Prinzip schon eine Vorform von Wissenschaft. Das ist der große Unterschied zur Theologie. In der Theologie werden nämlich Vermutungen in der Regel nicht überprüft. Wenn ich also nur behaupte, im Kühlschrank ist Bier’, bin ich Theologe, wenn ich nachgucke, bin ich Wissenschaftler. Wenn ich nachgucke, nix finde und trotzdem sage, ‚Es ist Bier drin!’, dann bin ich Esoteriker.“ Obwohl ich Theologe bin, möchte ich die Frage nach der historischen Glaubwürdigkeit der Bibel weder esoterisch noch unwissenschaftlich beantworten, sondern nachschauen, das heißt, genau überprüfen, welche historische Evidenz es gibt und was sich daraus ableiten lässt. Weiterlesen

„Mama, wo bist Du?“

Hunderte von Kindern haben ihre Eltern am 11. März aufgrund des Erdbeben und der Tsunami im Nordosten Japans verloren. Viele dieser Waisen schauen täglich aufs Meer hinaus und warten scheinbar darauf, dass sie wieder mit ihren Eltern zusammen kommen können. Manche von ihnen, lächeln mehr als üblich, als ob sie versuchen wollen die Einsamkeit zu vertreiben.
Manami ist ein Mädchen unter vielen, deren Eltern am 11. März starben oder vermisst sind. Sie war im Kindergarten, als das Erdbeben passierte. Ihre Mutter holte sie sofort ab und brachte sie nach Hause. Dieses war auf einer Anhöhe gebaut, direkt neben einer Grundschule, die als Platz ausgewiesen war zu dem Leute bei Tsunamiwarnungen fliehen können. Aber die Tsunami mit über 30 Metern Höhe überflutete mit einer Schlammlawine sogar diesen „sicheren“ Ort. Manamis Eltern und ihre 2jährige Schwester wurden von der Welle mitgerissen. Nur Manami überlebte. Ihr Kindergartenrucksack hatte sich in einem Fischernetz verfangen, was ihre Rettung war. Aber erst eine Woche später fand sie ihre Großmutter in einer Notunterkunft. Sie war erschrocken, wie sehr ihre Enkeltochter gelitten hatte. „Sie schaute schweigend traurig vor sich hin. Ich dachte, sie hatte vergessen, wie man sprechen kann.“
Zehn Tage nach der Flut, sagte Manami plötzlich, dass sie einen Brief an ihre Mami schreiben will. Sie öffnete ein Heft, suchte sich einen Buntstift aus und fing an in Hiragana, das sie erst kürzlich gelernt hatte, zu schreiben.
Über eine Stunde hinweg schrieb sie den folgenden Brief:

Liebe Mami,
Ich hoffe, Du lebst.
Geht es Dir gut?


Kurz darauf schlief sie ein.

Die vierjährige Manami hat nach einer Weile wieder angefangen zu lächeln, aber sie möchte nicht in die Nähe ihres zerstörten Elternhauses gehen. Manchmal huscht ein Schatten des Schmerzes über ihr Gesicht. Ihre Großmutter möchte die Kleine zu sich nach Hause nehmen, aber diese weigert sich. „Ich warte hier, bis mich meine Mama abholt!“, sagt sie. „Wird Papa bald anrufen?“, fragt sie, während sie das eingeschaltete Handy ihres Vaters fest in ihren Händen hält.

(Quelle: Yomiuri News, http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110331005873.htm)
http://messer-family.blogspot.com/2011/04/mama-wo-bist-du.html

Gibt es eine christliche Kunst?

Bibel, Kunst und christliche Kultur 1 Gott als Künstler
„Einerseits hat das Christentum die Kunst großgezogen, wie vielleicht kein anderes philosophisches oder religiöses System“4 », andererseits ist das Christentum zumindest Teilen der Kunst auch immer mit großem Mißtrauen begegnet 5′. Wie ist diese Spannung zu erklären. Gibt es eine christliche Kunst, die das Christentum begrüßt und eine nicht-christliche oder unchristliche Kunst, die es verwirft? Läßt sich von der Bibel Alten und Neuen Testaments, also der heiligen Schrift des Christentums, Kunst begründen oder verwerfen? Weiterlesen