Über die Kultur der Angst und die rechte Gottesfucht

Da die Gesellschaft Gott als das eigentliche Objekt gesunder Furcht verloren hat, wird unsere Kultur zwangsläufig immer neurotischer, immer ängstlicher vor dem Unbekannten – ja, immer ängstlicher vor allem und jedem. Ohne die Fürsorge eines gütigen und väterlichen Gottes bewegen wir uns angesichts der veränderten Moral und Realität wie auf unsicherem Treibsand. Weil wir Gott aus unserer Kultur verdrängt haben, nahmen andere Sorgen – von der eigenen Gesundheit bis zur Gesundheit des Planeten – in unseren Köpfen eine göttliche Vorrangstellung ein. Gute Dinge sind zu grausamen und erbarmungslosen Götzen geworden – und so fühlen wir uns hilfsbedürftig und zerbrechlich. Die Gesellschaft hat ihren sicheren Anker verloren und wird dafür mit freischwebenden Ängsten überflutet. Gottesfurcht – Eine überraschend gute Nachricht Michael Reeves Seite 16

Überzeugung

Michael Faraday (1791-1867), der vielleicht bedeutendste Experimentalphysiker überhaupt, war ein Mann mit zutiefst christlicher Überzeugung. Als er im Sterben lag, besuchte ihn ein Freund und fragte ihn: »Sir Michael, über welche Spekulationen denken Sie gerade nach?«
Im Angesicht der Ewigkeit empfand Faraday dieselbe Sicherheit, die dem Apostel Paulus Jahrhunderte zuvor Kraft gegeben hatte.
Lennox, John. Wozu Glaube, wenn es Wissenschaft gibt? (Institut für Glaube und Wissenschaft) (German Edition) (S.21). SCM R.Brockhaus. Kindle-Version.

Glaube ist Privatsache

Ich glaube, dass der Satz „Glaube ist Privatsache“ oft missverstanden wird. Ja, Glaube ist immer eine ganz persönliche Sache jedes Einzelnen. Privat heißt allerdings: abgeschieden, getrennt. Glaube ist deshalb für mich keine Privatsache. Das Gespräch über den Glauben hat seinen Platz auch in der Öffentlichkeit. Dabei bleibt natürlich jedem selbst überlassen, an was oder wen man glaubt. Johannes Michalik,

Was Christum treibt, ist apostolisch

„Darin stimmen alle rechtschaffenen Bücher überein, dass sie allesamt Christus predigen und treiben. Auch ist das der rechte Prüfstein, alle Bücher zu tadeln, wenn man sieht, ob sie Christum treiben oder nicht. Sintemal alle Schrift Christum zeiget und S. Paulus nichts denn Christum wissen will. Was Christum nicht lehret, das ist nicht apostolisch, wenns gleich S. Petrus oder Paulus leret. Widerum, was Christum prediget, das wäre apostolisch, wenns gleich Judas, Hannas,. Pilatus oder Herodes lehrt.“
Martin Luther in der „Vorrede auf die Epistel S Jacobi und Juede“ (1546) in WA, DB VII 385 hier sprachlich geglättet, zitiert nach Clemens Hägele Was Christum treibet in: „ichthys“ 30. Jahrgang Heft 2 (2014) S. 115-121, hier S. 116

Der Teufel ist der Vater aller Traurigkeit

„Ich halte gänzlich dafür, dass nach der Theologie keine Kunst ist, die mit der Musica kann verglichen werden. Denn sie allein tut nach der Theologie das, was sonst die Theologie allein tut: Sie schafft nämlich einen fröhlichen Mut zum klaren Beweis, dass der Teufel – der der Vater aller Traurigkeit ist – vor der Stimme der Musik fast ebenso flieht wie vor dem Wort der Theologie. Daher haben die Propheten keine Kunst so gebraucht wie die Musik, da sie ihre Theologie nicht in Geometrie, Arithmetik, auch nicht in Astronomie, sondern in die Musik gefasst haben, auf dass sie Theologie und Musik beieinander hätten und die Wahrheit in Psalmen und Lobgesängen verkündigten“ Martin Luther

Keine Angst vor dem Tod

Kurz vor seinem Tod schrieb Melanchthon auf ein kleines Blatt, warum er den Tod nicht fürchte: „Du wirst von der Sünde erlöst, von den Sorgen befreit und von der Wut der Theologen … Du kommst zum Licht, du wirst Gott schauen und seinen Sohn, du wirst die wunderbaren Geheimnisse erkennen, die du in diesem Leben nicht begreifen konntest: warum wir so geschaffen sind und nicht anders und worin die Vereinigung der beiden Naturen in Christus besteht.“ Melanchthon

NICHT NUR FERIENGÄSTE DER EWIGKEIT

„Wir müssen heute Gott und das Wesen seiner Heiligen Liebe von Neuem erkennen. Unser Wissen um seine Größe und Herrlichkeit nutzt sich manchmal bis zum Verschwinden ab in unserem ständigen Reiben an dieser modernen Welt. Doch diese Sicht, die Erkenntnis Gottes stärkt den Rücken der Christen und macht ihr Herz heiß. Wenn Gott der Mittelpunkt unseres Denkens und Gottesfürchtigkeit in unseren Herzen ist und wir das Wesen seiner Heiligen Liebe klar vor Augen haben, gewinnt unser Leben an Gewicht. Dann sind wir nicht mehr nur Feriengäste der Ewigkeit, sondern ihre Bewohner, ihre Bürger. Und dann wird die Kirche mehr als eine bloße Institution wie jede andere sein, sondern ein Außenposten der Ewigkeit in dieser verwundeten Welt.“ David F. Wells

Wenn Gott zu unns Spricht

„Das größte Geheimnis des geistlichen Wachstums liegt in der persönlichen, demütigen, gläubigen und gehorchenden Antwort auf das Wort Gottes. Wenn Gott durch sein Wort zu uns spricht, – seine Warnungen überführen uns von unserer Sünde,  – seine Verheißungen bringen uns Gewissheit der Vergebung – seine Befehle leiten uns zu einem neuen Lebenswandel.  Wir leben und wachsen durch sein Wort.“ John Stott, in Tim Chester: John Stott on the Christian Life, s.65

Den Römerbrief verstehen

»Wer den Römerbrief versteht, der versteht die Struktur nicht nur des paulinischen Denkens, sondern des Evangeliums und damit des christlichen Glaubens – eine Struktur, deren Fundament Gott und deren Zentrum Jesus Christus ist, dessen Tod und Auferstehung das seit Adam bestehende Sündenproblem der Menschheit gelöst und Heil bewirkt hat für alle, die an Jesus Christus glauben, für Juden wie für Griechen, für jüdische Fromme wie für heidnische Polytheisten.«
(Eckhard J. Schnabel in »Der Brief des Paulus an die Römer – Kap. 1-5«, HTA, © 2015 SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten, S. 13)