Hiob

Am Ende der Geschichte ist Hiob wohlhabender als am Anfang und gesellschaftlich völlig rehabilitiert. Es gibt dasselbe, was auch Jesus seinen Anhängern für die Zeit nach aller irdischen Mühsal versprechen wird: eine riesige Party.
Das ist ein Happy End, aber unter dramaturgischen Gesichtspunkten kein rundes. Hiob ist glücklicher als zuvor, aber nicht schlauer. Gott erklärt ihm nicht, warum er duchs Tal der Tränen musste. Hiob erfährt nichts vom Satan und nichts von dem Experiment, bei dem er das Versuchskaninchen war.
Die Antwort, die Gott Hiob gibt, ist keine Lösung, sondern eine Erlösung.
So wie Gottes Antwort auf die Frage nach der Ursache für das Leid in der Welt keine theoretische Einordnung sein wird. Die Antwort Gottes wird ein Mann sein, der am Kreuz hängt. Markus Spieker in ‚Jesus. Eine Weltgeschichte.‘

Der Scopes-Prozess

1926 fand der berühmte Scopes-Prozess in Tennessee gegen John T. Scopes statt, weil er Evolution unterrichtet hatte. Doch nur wenige erinnern sich daran, dass sein verwendetes Lehrbuch (Civic Biology von George Hunter) nicht nur Evolution lehrte, sondern sich auch dafür aussprach, solche Schichten von Menschen zu sterilisieren oder gar zu töten, die den Genpool schwächen würden, indem sie „Krankheit, Unmoral und Verbrechen über das ganze Land ausbreiten“.14 Das war üblich für damalige Lehrbücher.
Keller, Timothy. Glauben wozu?: Religion im Zeitalter der Skepsis (German Edition) . Brunnen Verlag Gießen. Kindle-Version.

Göttlicher Segen führt nicht unbedingt zu einem sorgenfreieren Leben

Jakob lernt, dass der . Von einigen seiner Söhne, aus denen die Stämme Israels hervorgehen, wird er schwer enttäuscht. Als Jakob im Herbst seines Lebens zur Audienz beim ägyptischen Pharao eingeladen wird, referiert er keine Litanei göttlicher Segnungen, die er empfangen hat. Nüchtern und demütig sagt er: «Kurz und schlimm war mein Leben. » Jedenfalls kein Rosengarten und kein Ponyhof. Markus Spieker (Jesus. Eine Weltgeschichte.) 

Der Anspruch auf die Wahrheit ist selbst schon politisch unkorrekt

Der Anspruch auf die Wahrheit ist selbst schon politisch unkorrekt, weil man ihm unterstellt, die Gleichberechtigung des anderen nicht anzuerkennen. Damit wird aber auch die Toleranz bedeutungslos, denn sie muss einen Grund haben, der nur in der Achtung der Würde des anderen bestehen kann. Dazu gehört, ihm die Wahrheitsfähigkeit zuzusprechen. Nichteinmischung im Meinungsstreit ist keine Toleranz – Gleichgültigkeit vor der Meinung des anderen bedeutet, ihn nicht ernst zu nehmen. Robert Spaemann  
Quelle: In einem Interview des Hamburger Magazins „Spiegel“

Muss man an die Jungfraugeburt glauben, um Christ zu sein?

′′ Muss man an die Jungfraugeburt glauben, um Christ zu sein? Das ist keine schwierige Frage zu beantworten. Es ist denkbar, dass jemand zu Christus kommt und Christus als Erlöser vertraut, ohne zu erfahren, dass die Bibel lehrt, dass Jesus aus einer Jungfrau geboren wurde. Ein neuer Gläubiger ist sich noch nicht der vollen Struktur der christlichen Wahrheit bewusst. Die eigentliche Frage ist: Kann ein Christ, der sich der Bibel bewusst ist, die Jungfraugeburt ablehnen? Die Antwort muss nein sein.“Albert Mohler (FB)

Die Natur als Schattengötze

Ja, heute trägt die Erde viele wüste Geister, die sich nicht scheuen, den ganzen Samen der Gottheit, der in die menschliche Natur gestreut worden ist, zur Vertilgung des Namens Gottes zu benutzen. […] Durch große Lob­preisungen der Natur unterdrücken sie dann, soviel sie vermögen, den Namen Gottes. […] Es ist nichts anderes, als daß man sich einen Schattengötzen macht, um nur ja den wahren Gott, den wir fürchten und dem wir dienen sollen, möglichst gründlich loszuwerden. Johannes Calvin (Institutio, I,5,4–I,5,5)

Der Mensch im Angesicht Gottes

Wenn man Psalm 8 betet, bekennt man mit dem ersten Satz, dass Gott der im Himmel thronende König und zugleich der Schöpfer der Welt ist.
JHWH, unser Herrscher, wie gewaltig/majestätisch ist Dein Name auf der ganzen Erde, der Du gibst Deine Hoheit über die Himmel. Psalm 8,2
Die Titulierung „unser Herrscher“ (אֲדֹנֵ֗ינוּ, gesprochen: adonenu) verdeutlicht, dass die Betenden als Knechte und Mägde vollends abhängig sind von Gott, ihrem Herren. Die Betenden stehen im Dienst Gottes. Er besitzt königliche Macht über die gesamte Welt. Mit dem biblischen Konzept „Name“ (שֵׁם, gesprochen: schem) ist hier der Ruf Gottes gemeint: Der Name ist die Zusammenfassung dessen, was von Gott bekannt ist – sozusagen sein „image“. Nur er besitzt die spezifisch göttliche Mächtigkeit, die seine vom Anbeginn der Zeit ausgeübte Königsherrschaft auszeichnet. Es ist eine allumfassende Macht. Dr. Till Magnus Steiner

Ein sehr kleines Bild von Gott

Wir sind moderne Menschen, und der moderne Mensch — der doch so sehr von seinen eigenen Fähigkeiten überzeugt ist — hat für gewöhnlich ein sehr kleines Bild von Gott. Wenn der normale Kirchgänger das Wort Gott gebraucht, denkt er meist nicht an die göttliche Majestät — von den übrigen Menschen ganz zu schweigen.
J I Packer

Das Wort hat es allein Bewirkt

„Ich habe allein Gottes Wort getrieben, gepredigt und geschrieben, sonst habe ich nichts getan. Das hat, wenn ich geschlafen habe, wenn ich Wittenbergisch Bier mit meinem Philipp und Amsdorff getrunken habe, so viel getan, daß das Papsttum so schwach geworden ist, daß ihm noch nie ein Fürst noch Kaiser so viel Abbruch getan hat. Ich hab nichts getan. Das Wort hat es alles gewirkt und ausgerichtet.“
Martin Luther, Acht Sermone, gepredigt zu Wittenberg, in der Fastenzeit 1522, 69.

Wieso Glaube Ich?

Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann; sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten; gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden beruft, sammelt, erleuchtet, heiligt und bei Jesus Christus erhält im rechten, einigen Glauben; in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt und am Jüngsten Tage mich und alle Toten auferwecken wird und mir samt allen Gläubigen in Christus ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr.
 (M. Luther, Erklärung zum 3. Glaubensartikel im Kleinen Katechismus)