Mensch und Natur

Marx ist der Auffassung dass, das Christentum hat Mensch und Natur entzweit. Sein eigenes Bild des wahren Menschen rückt hingegen nahe an eine Formel der Verschmelzung von Mensch und Natur heran, die aus einer romantischen Identitätsphilosophie stammt. Die christliche Auffassung lehrt aber weder die Fremdheit noch Einebnung des Unterschiedes von Mensch und Natur. Sie ist gekennzeichnet durch die Dualität von Sonderstellung und Zuwendung, Distanz und Fürsorge. Klaus Bockmühl Umweltschutz, Lebenserhaltung. Vom Umgang mit Gottes Schöpfung. Seite 24

Die Kirche in unserer Generation benötigt Reformation, Erweckung und eine Konstruktive Revolution.

„Die Kirche in unserer Generation benötigt Reformation, Erweckung und eine Konstruktive Revolution.
Man hält manchmal „Reformation“ und „Erweckung“ für Gegensätze, aber das stimmt nicht. Beide Worten liegt die Bedeutung der „Wiederherstellung“ zugrunde.
Eine Reformation will die reine Lehre, eine Erweckung das echte geistliche Leben der Christen wiederherstellen. Die Reformation spricht von der Rückkehr zu den Lehren der Schrift; die Erweckung spricht davon, daß das Leben in die ihm gemäße Verbindung mit dem Heiligen Geist gebraucht wird.
Die fruchtbaren Epochen der Kirchengeschichte haben da begonnen, wo diese beiden „Wiederherstellungen“ gleichzeitig wirksam wurden: wo die Kirche zur reinen Lehre zurückkehrte und das Leben der Christen in dieser Kirche mit der Kraft des Heiligen Geistes erfüllt wurde. Wahre Erweckung ist nicht möglich, solange keine Reformation erfolgt ist; und eine Reformation ist ohne Erweckung unvollständig.
Eine solches Zusammentreffen von Reformation und Erweckung wäre in unseren Tagen revolutionär – revolutionär in unserem persönlichen Leben als Christen, revolutionär nicht nur in der liberalen Kirche, sondern auch konstruktiv- revolutionär in der Kirche evangelikaler Prägung.“ Francis A. Schaeffer Tod in der Stadt (Seite 7-8)

Die Grundregel Christlicher Sexualethik

Die Grundregel der christlichen Sexualethik ist eine denkbar einfache. Sie lautet: »Ihr gehört nicht euch selbst. Machet Gott Ehre mit eurem Leibe!« Sie findet sich als Zusammenfassung dessen, was der Apostel Paulus über die christliche Sexualethik zu sagen hat, in 1. Kor 6,19 und 20. Der Apostel wendet da speziell auf das Leben des Leibes an, was überhaupt Grundregel jeder ethischen Entscheidung im christlichen Sinne ist, nämlich den Satz: »Jesus Christus ist für uns gestorben, damit wir nicht mehr für uns selbst, sondern für Ihn leben« (2. Kor 5,15). Klaus Bockmühl Leben nach dem Willen Gottes, BWA, Bd. II/3, S. 35

Im Zentrum des christlichen Glaubens steht Evangelium, steht die gute Botschaft: »Es ist vollbracht.«

Jesus steht im Mittelpunkt des Evangeliums vom Reich. Denn er bringt das Reich, er verwirklicht die Herrschaft Gottes. Mit ihm tritt die sehnlich erwartete allgemeine Tendenzwende ein: »Christus hat dem Tod die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium« (2. Tim 1,10). Jesus eröffnet den Menschen neu den Zugang zu Gott und versöhnt sie mit ihm. Er ist der Mittler, er »erlöst die, die durch Furcht des Todes im ganzen Leben Knechte sein mußten« (Hebr 2,15). Er bewirkt, daß wir »Kinder Gottes heißen sollen, und wir sind es« (1. Joh 3,1). Er heilt die Verwundeten, er entreißt die Menschen dem Schicksal der Vergeblichkeit und Sinnlosigkeit. Das Werk Christi, Christus »mitsamt all seinen Wohltaten« (Calvin) ist der Inhalt der guten Botschaft. Wenn wir doch nur wieder anfingen, Jesus und sein Werk zu verkündigen, statt alles mögliche andere! Dies muß heute, in einer Zeit der Moralisierung, der Ethisierung des Christentums, wieder betont werden: Im Zentrum des christlichen Glaubens steht Evangelium, steht die gute Botschaft: »Es ist vollbracht.« Das Evangelium ist nicht in erster Linie eine neue Pflichtenlehre. Gewiß, es hat eine Aufgabe für den erlösten Menschen, einen Auftrag, der dazu mithilft, seinem Leben Würde und guten Sinn zu geben, die Mitarbeit am Werk Gottes selbst, die Bewässerung der Wüste in Natur und Menschenwelt, die Erhaltung des gefährdeten und die Heilung des verletzten Lebens. Aber dieser Auftrag, mit Gott zu arbeiten, ist nur zu verstehen auf der Basis der Versöhnung, der Freundschaft mit Gott, ja der Kindschaft Gottes. Ohne die Gottesfreundschaft, ohne »Schritte zur Mitte«, ohne die Voraussetzung des Evangeliums als Evangelium fehlte es uns an der Kraft zu lieben.(Bockmühl-Werk-Ausgabe, Bd 2, S. 125–126)

Erziehung ist Charaktererziehung

Erziehung, die diesen Namen verdient, ist wesentlich Charaktererziehung. Denn der echte Erzieher hat nicht bloss einzelne Funktionen seines Zöglings im Auge, wie der, der ihm lediglich bestimmte Kenntnisse oder Fertigkeiten beizubringen beabsichtigt, sondern es ist ihm jedes Mal um den ganzen Menschen zu tun, und zwar um den ganzen Menschen sowohl seiner gegenwärtigen Tätigkeit nach, in der er vor dir lebt, als auch seiner Möglichkeit nach, als was aus ihm werden kann.
Martin Buber. Über Charaktererziehung. In: Martin Buber. Dialogisches Leben. Gregor Müller Verlag: Zürich 1947. S. 293.

Die Tiefste Diversität

„Die Wiedergeburt löscht unsere Individualität, Persönlichkeit oder unseren Charakter nicht aus. Sondern sie heiligt sie, und stellt sie im Dienst für Gott. Die Gemeinschaft der Gläubigen ist die neue Menschheit, die in sich selbst ein breites Spektrum an Vielfalt und Unterschiede trägt, und die tiefste Diversität in ihrer Einheit auslebt.“ Herman Bavinck, Reformed Dogmatics Band IV, s. 640.
Wahre Diversität findet sich in der Hingabe an Jesus Christus, der sein Ebenbild in seiner gläubigen Kirche wiederherstellt. Alles andere ist nur eine billige Kopie, ein zum Scheitern verurteilter Versuch das ohne Gott zu schaffen, was nur Gott schafft.
http://mehrerekanonen.blogspot.com/2019/09/die-tiefste-diversitat.html