Heute vor 300 Jahren wurde Jacob Christian Schäffer geboren, der Erfinder der Waschmaschine.

Jacob Christian Schäffer, am 31. Mai 1718 als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren, studierte in Halle Theologie. 1760 machte ihn die Universität Wittenberg zum Magister und Doktor der Philosophie. 1763 erhielt er ein theologisches Doktordiplom in Tübingen. Unzählige wissenschaftliche Akademien in ganz Europa machten ihn zu ihrem Mitglied.

Die eigentliche Lebensleistung liegt jedoch jenseits von Philosophie und Theologie: Schäffer beschäftigte sich mit Elektrizität, Farbenlehre und Optik und konstruierte entsprechende Instrumente und technische Geräte, mit dem Ziel, diese „wirtschaftsnützlich zu gebrauchen“ (immer diese Prädestinationsvorstellung; Weber, Max – ick hör dir trapsen!). 1767 erschien Schäffers Schrift „Die bequeme und höchstvortheilhafte Waschmaschine. Wie solche in den damit gemachten Versuchen bewährt gefunden“.

Jacob Christian Schäffer hatte „bewährt gefunden“, was heute in kaum einem deutschen Haushalt fehlt: die Waschmaschine. Sein Modell arbeitete mit gegeneinander verschiebbaren Zapfen, so genannten „Rührflügeln“ – eine Funktionsweise, die bis Mitte der 19. Jahrhunderts Standard war. Eine Nachbildung seiner Waschmaschine steht heute im Miele-Museum in Gütersloh.
Wer sagt, Philosophen und Theologen seien zu nichts zu gebrauchen?
Josef Bordat
https://jobosblog.wordpress.com/2018/05/31/bequem-und-hoechstvortheilhaft/

 

Unser Vater im Himmel! Geheiligt werde dein Name

„Wir bitten also im Vaterunser Gott darum, uns davor zu bewahren, seinem Namen, nach dem wir genannt sind, Unehre zu machen, und uns die Kraft zu geben, selber gut und heilig zu werden. (…) Es ist die Bitte, dass der Glaube an Gott sich in der ganzen Welt verbreiten möge, dass die Christus durch ihre Christusähnlichkeit ihres Lebens Gott Ehre machen mögen und dass immer mehr Menschen Gott ehren und seinen Namen anrufen mögen.“ (122)

 Dein Reich komme

„Wir bitten Gott darum, so vollständig über uns zu herrschen, dass wir ihm von ganzem Herzen und mit Freuden gehorchen wollen.“ (123)

 Dein Wille geschehe

„Gib uns Gnade, dass wir allerlei Krankheit, Armut, Schmach, Leiden und Widerwärtigkeit willig tragen und erkennen, dass dasselbe dein göttlicher Wille sei: unsern Willen zu kreuzigen. (nach Luther) … Nur dann, wenn wir Gott als unserem Vater vertrauen, können wir ihn um die Kraft bitten, unsere Nöte geduldig zu ertragen.“ (124)

Unser tägliches Brot gibt uns heute

„Wir sagen Gott, was wir brauchen, und erwarten, dass er es uns gibt, aber wir tun dies als Menschen, die in ihm zur Ruhe und zum Vertrauen gefunden und ein anderes Herz bekommen haben.“ (126)

 Und vergibt uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern

„Wenn das regelmäßige Bekennen unserer Schuld vor Gott uns nicht mehr Zuversicht und Freude in unserem Leben gibt, dann haben wir die Erlösung durch Gnade und damit den Kern des christlichen Glaubens (noch) nicht verstanden. Jesus knüpft ein enges Band zwischen unserer Beziehung zu Gott und unserer Beziehung zu unseren Mitmenschen. Wer nicht seine eigene Sünde erkannt und Gott ohne Wenn und Aber um Vergebung gebeten hat, der ist unfähig, den Menschen, die ihm etwas Böses getan haben, zu vergeben und ihr Betes zu suchen.“ (127f)

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen

In Versuchung geraten heißt, „vor der Möglichkeit der Sünde stehen und mit dem Gedanken spielen, ihr nachzugeben.“ (128)

„Sowohl Wohlstand als auch Leid können uns zur Versuchung werden. Beide können uns, jeweils auf ihre Art, das Gottvertrauen wegnehmen und uns nur noch um uns selber und unsere Begierden drehen lassen.“ (129)

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit

„Nach unseren Nöten, Problemen und Grenzen kehren wir wieder zurück zu der Wahrheit, dass Gott allein genügt und im Regiment sitzt. Dass nichts und niemand unserem himmlischen Vater sein Reich, seine Macht und seine Herrlichkeit wegnehmen kann, gibt uns die unverbrüchliche und sichere Ruhe unseres Glaubens.“ (130)

 „Das Vaterunser muss all unseren Gebeten seinen Stempel aufdrücken und sie durch und durch prägen, und wie könnte man das besser erreichen als durch Luthers Übung, zwei Mal täglich das Vaterunser mit eigenen Worten nachzubeten, um anschließend zum freien Lob- und Bittgebet überzugehen?“ (130)

Timothy Keller, Beten: Dem heiligen Gott nahekommen, Gießen: Brunnen, 2016.

„Ich hoffe, das war okay“ Michael Currys Predigt bei der Hochzeit von Prinz Harry und Herzogin Meghan begeisterte Gäste und Zuschauer.

Es war wahrscheinlich die Predigt vor der weltweit größten Hörerschaft, die man sich so vorstellen kann. Über Nacht wurde Bischof Curry ähnlich berühmt wie das royale Brautpaar und auf sozialen Netzen bis hin zu großen Medien wie Bild und Tagesschau wurde seine Predigt als Sensation gepriesen. Christen und Nichtchristen loben sie in höchsten Tönen (auch in meinem Freundeskreis), doch ich möchte hier kurz schildern, warum ich etwas zweigeteilt bin. Dabei liegt es mir völlig fern, das Haar in der Suppe zu finden. Denn zunächst kann man sich einfach nur von Herzen freuen, wenn es einem Prediger auf einer so großen Bühne gelingt, begeisternd, berührend und glaubwürdig über die Liebe Gottes zu predigen. Wenn ein Weltpublikum überhaupt einmal eine mitreißende Predigt hört! Und noch dazu, wenn es darin so sehr um das zentrale Grundanliegen Jesu geht, die Liebe. Ich selbst hätte mir auf dieser Kanzel wahrscheinlich in die Hose gemacht und ich zolle Bischof Curry höchsten Respekt für seine Leidenschaft und auch für seine spürbare Liebe. Es geht mir jedoch darum, ein wenig unsere geistliche und theologische Fähigkeit zur Differenzierung zu schärfen. Und da fällt mir auf, dass diese überaus berührende Predigt zwar tatsächlich eindeutig über die Botschaft der Liebe spricht und auch darüber, dass Jesus aus Liebe zu uns ans Kreuz gegangen ist (beides schon viel mehr als in den meisten großkirchlichen Predigten hierzulande zu erwarten wäre!), doch dass ein Aspekt irgendwie doch auffällig fehlt. Der Gedankengang der Predigt lautet: die Liebe hat Kraft, Jesus kam und starb um eine Bewegung der Liebe loszutreten, die Liebe hat die Kraft, die ganze Welt in ein Paradies zu verwandeln. So richtig all das ist, so wichtig ist auch der Hinweis, warum die Menschen den lieben Jesus überhaupt ans Kreuz geschlagen haben. Und warum Menschen auch 2000 Jahre später immer noch nicht im Paradies leben. Es gibt eben nicht nur die Kraft der Liebe, sondern es gibt auch jene Kräfte im Herzen des Menschen, die lieber nicht lieben wollen. Oder nicht wirklich, nicht wahrhaftig, nicht selbstlos. Und wenn es noch so nett klingt: nein, wenn Menschen einander lieben, ist das noch nicht automatisch etwas Göttliches, denn auch menschliche Liebe ist gebrochen, kann zutiefst fehlgeleitet und von allen möglichen anderen Motiven durchsetzt sein. Jene Kräfte – die die Bibel „Sünde“ nennt – sind eben nicht nur kleine Macken, sondern prägen unser Inneres auf so verhängnisvolle Weise, dass wir uns aus eigener Kraft daraus eben nicht befreien können. Denn wenn wir es könnten, sähe die Welt anders aus. An genau dieser Stelle wundert es mich nicht, dass Currys Predigt auch im Kreise nicht Gläubiger viel Beifall geerntet hat. Ja, „All You Need is Love“, das wussten auch schon die Beatles. Und die Power of Love besingt jeder zweite Popsong seit „Frakie goes to Hollywood“. Das freilich kostet den menschlichen Stolz viel weniger als das, was das Evangelium eigentlich besagt. Dass wir ohne Jesus tot sind in unserer Sünde. Aus eigener Kraft unfähig, die Welt oder uns selbst gesund zu lieben. Curry hat hier nichts gegenteiliges gesagt. Doch es geht hier auch um Nuancen. Dass Jesus uns ein Vorbild gegeben hat und die Welt eine neue wird, wenn wir anfangen zu lieben – das ist zwar wahr, doch erstaunlich nah an der Lehre eines Mönches, der im Jahr 385 getauft worden war und danach in Rom zu predigen begann. Sein Name: Pelagius. Seine später als „Pelagianismus“ bezeichnete Lehre wurde 417 von Papst Innozenz I. mit folgenden Worten verurteilt: „Das ist das fürchterliche und verborgene Gift eures Irrtums, dass ihr vorgebt, die Gnade Christi bestehe in seinem Beispiel, aber nicht in der Gabe seiner Person; und dass ihr sagt, die Menschen würden gerecht durch die Nachahmung seines Beispiels, nicht aber durch die Gabe des Heiligen Geistes.“ Unterstelle ich Bischof Curry diese Lehrmeinung? Nein. Doch so sehr ich mich an anderer Stellen über diese Predigt freue, so sehr erkenne ich auch, wie viele Christen genau das glauben: Jesus hat uns ein Beispiel gegeben und wenn wir alle den Frieden und die Liebe leben, dann wird die Welt ein besserer Ort. Das ist eine gefährliche Teilwahrheit, um nicht zu sagen überhaupt keine Wahrheit. Und so hätte ich mir gewünscht, dass in der königlichen Predigt auch ein Wort gefallen wäre von unserer Unfähigkeit zu lieben, dem Scheitern so vieler Beziehungen trotz aller anfänglicher Liebe, der Gebrochenheit menschlicher Liebe (denn nicht alles was nach Liebe aussieht, ist auch wahrhaftige Liebe…), der Tatsache, dass wir einen Erlöser brauchen und dass das unfassbare Geheimnis des Evangeliums darin besteht, dass Jesus uns liebte, als wir ihn noch nicht lieben konnten. Und dass in ihm all unseren Versuchen ein perfekter Mensch zu sein zu sterben, in der Kapitulation des Glaubens etwas Neues beginnt, das die Bibel „Neue Geburt“ nennt. Dass das Kreuz an uns etwas ändert und nicht nur ein Beispiel ist. Dass aus der Beziehung zu diesem Jesus und der Erfüllung mit seinem Geist ein ganz neues Leben in uns beginnt nach ganz neuen Gesetzen, den Gesetzen seines Reiches. Doch dass der Anfang all dessen echte Umkehr, Buße und Bekehrung sei… Ohne dieses Element fand ich die Predigt immer noch imposant, doch eben theologisch nicht wirklich solide. Bei aller Freude, dass das Wort von der Liebe und der Versöhnung so prominent verkündigt wurde, brennt in mir die Sehnsucht, dass wir lernen, das Evangelium unterscheiden zu lernen von preisreduzierten Varianten.
Noch eine Ergänzung zu meinem Post heute morgen:
1. Ich FEIERE die Tatsache, dass so viele Menschen darüber gehört haben, dass das Christentum wesentlich mit Liebe zu tun hat. Andere predigen im Namen Gottes das Töten. Also: 100 Punkte an dieser Stelle.
2. Ich finde gigantisch (!!!), wie frei, lebendig und mitreißend Curry predigt. Es ist genial, dass dadurch so viele Kirchendistanzierte einmal Predigt auf ganz erfrischende Weise erleben.
3. Selbstverständlich verwendet Gott diese Predigt zum Guten. Er wird definitiv dadurch Menschen für ihn interessieren, viele werden sich auf den Weg machen, und das ist wunderbar. Wenn Gott keine unvollkommenen Predigten benutzen würde, dann sähen wir alle alt aus.
4. In der Schrift werden wir dennoch an vielen Stellen aufgefordert, zu prüfen. Wo immer das Wort Gottes öffentlich verkündigt wird (ja, auch in einer Trauung!), ist es unsere Aufgabe, zu unterscheiden. Das hat nichts mit Richten, Sich-Überheben oder Kritiksucht zu tun. Sondern mit dem mündigen Mitdenken eines Christenmenschen.
5. Wir leben in einer Zeit, in der es immer öfter als lieblos empfunden wird, wenn man mit jemandem nicht übereinstimmt. In diesen Trend dürfen wir Christen keinesfalls einstimmen. Es ist nicht lieblos, zu widersprechen. Nur so geschieht Dialog, nur so geschieht Erkenntnis. Es erschreckt mich zu sehen, für wie viele Christen es scheinbar geradezu anmaßend und unverschämt ist, wenn man den Argumentationsgang einer Predigt kritisch hinterfragt.
6. Ich bitte jeden ausdrücklich, meine eigenen öffentlichen Aussagen kritischer Prüfung zu unterziehen und sich gerne dazu auch öffentlich zu äußern. Nur so reifen wir alle.
7. Die Botschaft, dass die Liebe göttlich sei und die Liebe allein die Welt rettet: diese Botschaft ist zwar wahr, doch weder ist sie schon christlich, noch ist sie das Evangelium. Auch weite Teile des Hinduismus lehren in etwa das. Und ich behaupte, dass die große Begeisterung, die Currys Predigt ausgelöst hat, auch der Tatsache geschuldet ist, dass sie in diesem Sinne dem humanistischen Mainstream entspricht. Dass die Liebe der Weg ist… na, wer glaubt das denn nicht? Und dass Jesus dafür gestorben ist, OK das ist sicherlich für viele neu. Doch die Pointe des Evangeliums ist eine andere.
8. Und das ist eben kein Haar in der Suppe, sondern eher eine Suppe ganz ohne das Wasser. Denn dass wir Menschen eben der Nicht-Liebe verfallen sind und deshalb aus eigener Kraft trotz aller Versuche zu lieben uns immer wieder ins Böse verstricken und dass allein das Kreuz Jesu uns aus diesem Verhängnis erlöst: das ist eben keine Nebensache. Tatsächlich kam in Currys Predigt die Aussage kurz vor, dass Jesus gestorben sei uns zu erretten. Im Gesamtflow der Predigt wirkte es aber eher in der Richtung, dass Jesus das getan habe, um uns ein Beispiel von „sacrificial love“ zu geben. Und das ist zwar wahr, aber bedeutend zu wenig.
9. Und ja, ich gestehe, dass es hier um Nuancen geht. Wie gesagt bin ich dankbar, dass die Predigt überhaupt so mutig und frisch war. Das ist gut! Doch ich denke wir dürfen alle auch in inhaltlicher Präzision wachsen, und weil ich mir mehr Klarheit bezüglich des Evanegliums im Leib Christi wünsche, habe ich diesen Artikel geschrieben.
https://www.facebook.com/johannes.hartl.100

Homosexuelle Einseitigkeit

Wer bei Google nach Kritik an LGTB- Beziehungen (Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender) sucht, wird kaum fündig. Ebenso geht es bei der Recherche nach Gewalt in LGTB- oder homosexuellen Beziehungen. Die entsprechenden Suchergebnisse beschäftigen sich ausschließlich mit Kritik an und Gewalt gegen LGTB. Hier gibt es eine erschreckende Einseitigkeit. Bei jedem einzelnen der relevanten Suchergebnisse geht es lediglich darum, dass LGTB noch nicht genug anerkannt sei und, dass es immer noch Menschen gäbe, die diese sexuellen Konzepte ablehnten.

Wer bei Google nach den Stichworten „LGTB“ und „Gewalt“ sucht, dem werden folgende Alternativen oder Spezifizierungen angeboten: „Gewalt gegen Homosexuelle“, „Angriffe auf Homosexuelle“; „Homophobie in Deutschland“, „Übergriffe auf Schwule“ usw. Keine einziger Vorschlag kommt für Gewalt, die von Homosexuellen oder LGTB- Anhängern ausgeht. Hier gibt es ganz offensichtlich eine ideologische Engführung. LGTB- Orientierte haben ein Interesse daran, sich in der Gesellschaft weiterhin lediglich als Opfer darzustellen, nie aber als Täter. Unbestreitbar gibt es nach wie vor eine gewisse Schwulenfeindschaft, die weder den einzelnen Menschen sehen will, noch nachvollziehbare Gründe für die eigene Sichtweise anführt. Gleichzeitig aber gibt es eine massive reale und mediale Gewalt und Diskriminierung von LGTB- Vertretern gegen alle Andersdenkenden. An deutschen Universitäten, bei Behörden oder in den Medien werden solche ideologischen Vereinfachungen nicht nur geduldet, sondern noch gefördert. LGTB- Anhängern wird überall eine Plattform geboten. Kritik an der LGTB- Weltdeutung hingegen wird immer als „Hetze“ oder als generell illegitim diffamiert. Hier braucht es ein Umdenken. Keiner soll den jeweils Andersdenkenden beschimpfen oder lächerlich machen.
Christen sind herausgefordert, ihre Position deutlich zu machen, auch wenn sie deshalb diskriminiert und gemobbt werden. Bei ihren Äußerungen sollen sie aber auch sachlich und nachvollziehbar argumentieren. Es muss deutlich sein, dass ausgelebte Homosexualität oder Transsexualität aus biblischer Sicht ganz eindeutig falsch ist. Gleichzeitig darf nicht verschwiegen werden, dass sexuelles Fehlverhalten aus christlicher Sicht nicht das schlimmste aller Vergehen ist. Einige Sünden sind viel weiter verbreitet z.B. der hemmungslose Materialismus, Eigensucht, Lieblosigkeit, Neid oder Geiz. Gleichzeitig muss aber darauf aufmerksam gemacht werden, dass LGTB- Anhänger nicht automatisch die besseren Menschen sind. Auch von diesen Menschen wird Gewalt und Diskriminierung ausgeübt, vor allem gegen Andersdenkende. Und weil LGTB momentan in der medialen Welt als fortschrittliches Ideal gefeiert wird, gerät auch jede gerechtfertigte Kritik an ihnen viel zu schnell unter Generalverdacht. Michael Kotsch

Studien zeigen: In den USA wird der Bevölkerungsanteil Homosexueller weit überschätzt. Trägt die Medienberichterstattung um prominente Homosexuelle wie Apple-Chef Tim Cook zu dieser Fehleinschätzung bei?
pro-medienmagazin.de

Pfingsten kennen wir alle. Denn wir haben schul- und arbeitsfrei. Aber nur die Hälfte der deutschen Bürger weiß, was „hinter“ Pfingsten steht.

Wirklich ein Armutszeugnis. Weißt Du, warum es Pfingsten gibt?
Jeder zweite Deutsche weiß nicht, was an Pfingsten gefeiert wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage. 16% glauben, dass an Pfingsten Jesus auferstanden sei, 10% setzen das Fest mit Maria Himmelfahrt gleich und 3% ordnen Pfingsten die Kreuzigung Jesu zu. 23% gaben sich in der Emnid-Umfrage völlig ahnungslos.
Nur 48% wussten, dass den Jüngern laut dem Neuen Testament an diesem Tag der Heilige Geist gesandt wurde. Sie konnten in mehreren Sprachen sprechen und erkannten den Missionsauftrag Jesu Christi, das Evangelium zu verbreiten. Und warum ist dieses Ereignis für uns Christen so wesentlich? Weil sich ab diesem Zeitpunkt die große Segnung für Christen erfüllt: dass eine göttliche Person auf der Erde ist – Gott, der Heilige Geist – während der Mensch Jesus Christus verherrlicht zur Rechten Gottes im Himmel thront. So sind wir mit dem Himmel verbunden und durch den Heiligen Geist hier auf der Erde gesegnet. Wir unterschätzen die Wichtigkeit des Segens, der mit dieser göttlichen Person verbunden ist. Sie ist nicht nur eine Kraft, sie ist eine Person. Gott, der Heilige Geist. Er wohnt seit Pfingsten ganz persönlich in jedem Gläubigen (1. Korintherbrief, Kapitel 6, Vers 19) und in der Versammlung (Gemeinde, Kirche) Gottes insgesamt (1. Korintherbrief, Kapitel 3, Vers 16).
Der Geist Gottes ist es, der uns das Wort Gottes verständlich macht (Johannesevangelium, Kapitel 16, Vers 13). Ohne Ihn würden wir überhaupt nichts verstehen! Er ist es, der uns die Person des Herrn Jesus vorstellt und wertvoll macht (Johannesevangelium, Kapitel 16, Vers 14).
Es ist der Geist Gottes, der uns Heilsgewissheit gibt (2. Korintherbrief, Kapitel 1, Vers 22). Nur durch den Geist Gottes haben wir ein Verständnis von den Dingen, die Gott uns geschenkt hat. Und nur durch Ihn sind wir in der Lage, vor bösen Menschen, bösen Lehren und dem Teufel bewahrt zu werden (1. Johannes, Kapitel 2, Verse 20 und 27).
Durch den Heiligen Geist sind wir sicher, dass wir das ewige Leben – dessen vollen Genuss – im Himmel haben werden (2. Korintherbrief, Kapitel 5, Vers 5). (Bibelpraxis.de)

„Mein Wille geschehe …“

Jeder Mensch sieht die Welt aus seiner ganz eigenen Perspektive. Natürlich geht das auch nicht wirklich anders. Keiner kann sich ganz in einen anderen Menschen oder gar in ein Tier bzw. eine Pflanze hineinversetzen. Keiner weiß wirklich wie es ist, schwanger zu sein, alt zu werden oder einen Herzinfarkt zu bekommen, eher er es nicht selbst erlebt hat. Es ist wichtig sich dieser Distanz immer wieder bewusst zu werden, wenn man über Menschen in anderen Lebenszusammenhängen nachdenkt oder über sie urteilt.
Es ist auch unmöglich, sich wirklich in das Denken und Empfinden eines anderen Menschen hineinzuversetzen. Allerdings gibt es Personen, die probieren zumindest ihr Gegenüber zu verstehen. Andere entwickeln sich zu unverbesserlichen Egozentrikern, die immer nur ihren Vorteil oder ihre Probleme im Blick haben. Im Extremfall hat man irgendwann einen Soziopathen vor sich, der gar nicht mehr in der Lage ist, sich auch nur teilweise in Andere hineinzuversetzen. Solche Leute können anderen ohne jegliche Gewissensbisse Schmerzen zufügen oder ihr Gegenüber schamlos betrügen.
Ihre egozentrierte Denk- und Lebensweise wenden viele Menschen auch auf Gott an. Glaube, Gemeinde und Bibel beziehen sie dann lediglich auf ihr eigenes Leben. „Die Gemeinde muss mir etwas bringen!“, „Die Bibel muss mir in meinen persönlichen Fragen weiterhelfen!“, „Der Glaube an Gott muss mir konkrete Vorteile bieten!“ Gott wird als eine Art Dienstleister begriffen, der gute Gefühle, Schutz vor Krankheit und Schmerzen, sowie Erfolg in eigenen Lebensplänen garantieren soll. Sündenvergebung und ewiges Leben werden gerne als Zugabe genommen, auch wenn diese Ereignisse für die meisten viel zu weit in der Zukunft zu liegen scheinen. Der Glaube soll die eigenen Minderwertigkeitsgefühle wegnehmen, einen tollen Partner vermitteln, Selbstbewusstsein aufbauen, trösten, aufbauen, belustigen, unterhalten usw. usw. Die Gemeinde wird als beste betrachtet, die am wenigsten persönliche Veränderung erwartet und deren Gottesdienst am coolsten scheint; insbesondere wegen entsprechender Musik, Bühnenshow und unterhaltsamer Ansprache. Die Bibel wird nur noch herangezogen, wenn sie einem zuspricht, wie schön, gut, mitfühlend, begabt, erfolgreich usw. ich bin. Jeder ist dann ganz toll und von Gott geliebt, ganz gleich was er tut oder sagt, meint man.
Diesen weit verbreiteten Trugschluss nennt man die „anthropologische Wende“. Im Mittelpunkt des Glaubens steht nicht mehr Gott, sondern der einzelne Mensch. Die zentrale Geschichte ist die eigene, und Gott wird darin höchstens eingebaut, wenn es eben passt. Der Gott, der sich in der Bibel offenbart ist aber kein Statist im Spielfilm des eigenen Lebens. Er ist die zentrale Person des ganzen Universums. Um ihn hat sich in der Realität schon immer alles gedreht. Er ist auch dann doch unendlich wichtig, wenn sich längst kein Mensch mehr an mich erinnert.
Obwohl ein selbstverliebter und genussorientierter Zeitgeist mir jeden Tag vermittelt, wie sichtig mein Wille, meine Entscheidung oder mein Wohlergehen ist; die Realität sieht anders aus. Jedem Menschen tut es gut, diese Wirklichkeit zu akzeptieren und sich von Gott etwas sagen zu lassen. Letztlich ist eben nur ein Leben, das die Wahrheit Gottes akzeptiert, wirklich sinnvoll. Wer sich einen eigenen, immer nur segnenden und jasagenden Gott entwirft, geht an der Realität vorbei und wird gewöhnlich im Leben eines Besseren belehrt; weil Gott sich eben nicht als privater Wunscherfüller missbrauchen lässt.
Im Vaterunser heißt es: „Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden!“ (Mt 6, 10) Viele Christen beten stattdessen insgeheim: „Mein Wille geschehe!“ Danach sollen sich die anderen Menschen richten und die eigenen Bedürfnisse erfüllen. Auch von Gott wird erwartet, dass er sich nach meinen Wünschen richtet. Dabei sollte sich das Gebet des Christen aber eher an dem von Jesus orientieren, der in Todesangst Gott bittet, ihm diese Qualen zu ersparen, dann aber anfügt: „Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!“ (Mt 26, 39)

Fast am Ende kam der Anfang

Ich mach‘ Schluss! – So dachte ich mit 16 Jahren. Ich mach‘ Schluss, aber wie? Schusswaffen besaßen meine Eltern nicht, Schlaftabletten auch nicht. Pulsadern aufschneiden ging auch nicht. Außer, dass das sehr schmerzhaft ist, dauert das Verbluten auch zu lange. Ich könnte möglicherweise gerettet werden, was ich auf keinen Fall wollte. Also wie sollte ich mein Leben beenden? Monatelang kreisten meine Gedanken um dieses Thema. Aber der Entschluss stand für mich fest: Ich wollte nicht mehr leben. Schon viele Jahre vorher hatte ich mich in mich selbst zurückgezogen. Kontakte hatte ich auf das Notwendigste begrenzt. Ich funktionierte irgendwie. Außerdem boten mir meine Bücher eine Rückzugsmöglichkeit, die keiner infrage stellte. So las ich (fast) alles, was ich in die Hände bekam.

Ich besaß auch seit Jahren eine eigene grüne Gideonbibel. Woher ich sie habe, weiß ich nicht mehr. Gideons hatte ich als Schüler nie kennengelernt. Mein drei Jahre älterer Bruder wollte einige Zeit vor meinen Selbstmordgedanken diese Bibel unbedingt haben und tauschte sie gegen eine blaue, im Format etwas größere Bibel ein. Da mir dieses Buch nichts bedeutete, willigte ich in den Tauschhandel natürlich ein.

Nun, mit 16 Jahren und meinen Suizid-Gedanken stand diese Bibel immer noch ungelesen in meinem Bücherregal. Bis dahin. Irgendwann hatte ich keine Bücher mehr, die ich noch lesen konnte, außer dieser Bibel. Also nahm ich sie und fing an zu lesen. Wenn man im Neuen Testament mit Matthäus 1 beginnt, können diese „Zeugungsgeschichten“ schon etwas abschreckend sein. Einige Namen kannte ich aus dem Religions- oder Konfirmandenunterricht: Mose, David, Abraham. Trotzdem las ich weiter, das ganze Neue Testament, über die Psalme bis zu Sprüche 31. Es war kein bestimmter Vers, der mich ansprach. Es war tatsächlich das ganze Buch, der ganze Inhalt, sein Thema. Also las ich es nochmals. Im zweiten Durchgang unterstrich ich mir Verse, die ich nicht nur verstand, sondern die mir auch etwas sagten. Verse, die einem das ewige Leben versprechen. Verse, die einen vor dem Gericht Gottes warnen. Verse, die mir zeigten, was für ein Mensch ich wirklich bin: ein Sünder, der es tatsächlich nicht verdiente zu leben. Aber das war nicht alles: Ich las auch Verse, die zeigten, dass Jesus gerade für mich gestorben und auferstanden ist.

Ich las diese Bibel ein drittes Mal durch – ebenfalls von ganz vorne bis ganz hinten, das dritte Mal innerhalb eines Jahres. Mit diesem Gott wollte ich weiterleben, diesem Jesus wollte ich ganz gehören. Also kniete ich mit 17 Jahren eines Abends vor meinem Bett nieder, erzählte Gott all das aus meinem Leben, was ER eigentlich schon wusste, und bat Jesus Christus darum, Herr über mein Leben zu sein. Seitdem, das ist jetzt über 30 Jahre her, gehört mein Leben IHM. Selbstmordgedanken waren und sind kein Thema mehr. Mein Leben gehört nicht mir, sondern IHM.

Die Bibel ist für mich kein altes Buch. Ich weiß, was Leute meinen, die sagen: Die Bibel ist ein Brief Gottes an uns. Trotzdem ist sie für mich kein Brief Gottes, der vor langer Zeit einmal aufgeschrieben wurde. Sie ist für mich das aktuelle Reden Gottes in mein Leben

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