Das Gebetsbuch Jesu Christi

„Der Psalter ist das Gebetsbuch Jesu Christi im eigentlichen Sinne. Er hat den Psalter gebetet, nun ist Er Sein Gebet für alle Zeiten geworden. Wird es jetzt begreiflich, wie der Psalter zugleich Gebet zu Gott und doch Gottes eigenes Wort sein kann, eben weil der betende Christus uns hier begegnet? Jesus Christus betet den Psalter in seiner gemeinde. Seine Gemeinde betet auch, ja, Einzelne betet, aber er betet eben … im Namen Jesu Christi. … Weil Christus das Psalmengebet des Einzelnen und der Gemeinde vor dem himmlischen Thron mitbetet, vielmehr weil die Betenden hier in das Gebet Jesus Christi miteinfallen, darum dringt ihr Gebet zu Gottes Ohren. Christus ist ihr Fürbitter geworden.“ Dietrich Bonhoeffer, Gemeinsames Leben.

Gott Kennt Mich

„Worauf es also hauptsächlich ankommt, ist letzen Endes nicht die Tatsache, dass ich Gott kenne, sondern die größere und grundlegendere Tatsache, dass Er mich kennt. Ich stehe in den Linien seiner Handfläche und bin nie aus seinem Sinn verschwunden. All meine Kenntnis von ihm ist abhängig von seinem beständigen Willen, mich zu kennen. Ich kenne ihn, weil Er zuerst mich erkannt hat und fortfährt, mich zu kennen. Er kennt mich wie ein Freund, der mich liebt. Es gibt keinen Augenblick, in dem seine Augen nicht auf mir ruhen oder in dem seine Aufmerksamkeit von mir abgelenkt wäre, und daher keine Sekunde in der seine Sorge um mich schwankend würde.
Dieses Wissen hat große Bedeutung. In ihm liegt unglaubliches Wohlbefinden – ein Wohlbefinden wohlgemerkt, das vorantreibt, nicht schwächt – zu wissen, dass Gott ständig Kenntnis von mir nimmt und in Liebe über mich zu meinem Besten wacht. Es ist enorm erleichternd, zu wissen, dass seine Liebe zu mir absolut realistisch ist, dass ihm jederzeit auch das Schlimmste von mir bekannt ist, so dass nichts nachträglich zutage treten kann, was ihn über mich eines Schlechteren belehren und seine Entscheidung für mich rückgängig machen könnte.
Es kann für uns bestimmt ein guter Anlass zur Demut sein, zu bedenken, dass Er all die Sachen über uns weiß, die nicht ganz in Ordnung sind, und die unsere Mitmenschen (Gott sei Dank) nicht wissen. Und dabei sieht Er mehr Verderbtheit in mir, als ich selbst wahrnehmen kann – dabei würde das, was ich sehe, ja eigentlich schon reichen.
Gleichfalls müsste es einen großen Antrieb für uns darstellen, wenn wir uns überlegen, dass Gott aus irgendeinem unerfindlichen Grund uns zu Freunden wünscht, dass Er Verlangen hat, mein Freund zu sein, und aus diesem Grund seinen Sohn für mich in den Tod schickte.“
J I Packer, Gott Erkennen.

Gotteserkenntnis und Menschlichkeit

„Wo Gott erkannt wird, wird auch Menschlichkeit gepflegt; wo aber die Menschen sich gegenseitig unterdrücken und betrügen, da kann man daraus schließen, dasss die Gottesfurcht erloschen ist.“ (Johannes Calvins Auslegung des Propheten Jeremia, zu Jer 22,16, S. 332)

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Buchbesprechung: Von Gott berufen – aber zu was?

Ein Thema, das jeden unbedingt angeht

In diesem Andachtsbuch geht es um ein Thema, das jeden Menschen „unbedingt angeht“. Warum bin ich da? Was ist meine Aufgabe? „An irgendeinem Punkt in unserem Leben wird ein jeder von uns mit der Frage konfrontiert: Wie finde ich den zentralen Sinn meines Lebens und wie kann ich ihn erfüllen?“ (9) „Dieses Buch ist für alle diejenigen unter uns geschrieben, die sich danach sehnen, den Sinn und das Ziel ihres Lebens zu finden und zu erfüllen.“ (12) Es gab selten ein Buch, das mich in letzter Zeit so bewegt hat wie dieses. Ich las es in zwei Anläufen. Anfangs dachte ich: Klar, wenn Os Guinness, Sprössling aus dem berühmten Bier-Imperium von Guinness, promoviert an der Oxford University, ein solches Buch aus dem bequemen finanziellen und zeitlichem Polster heraus schreiben konnte, wen wundert’s? Ich lag falsch. Hier liegt ein Bericht vor, der nicht nur Substanz hat, sondern von der tiefgreifenden Erfahrung des Autors und vieler Zeugen der Vergangenheit lebt. „‘Können Sie sich vorstellen, am Grunde eines tiefen Brunnens zu leben, mit einem Mühlstein um den Hals? So empfand ich mein Aufwachsen.‘ Niemals werde ich das Pathos vergessen, mit dem mir dies von dem Erben einer der reichsten Familien der Welt gesagt wurde. Die meisten Menschen können sich nur schwer die Sogen eines ‚armen reichen Kindes‘ vorstellen. Sie wären nur zu erfreut, nur ein einziges Mal von einem solchen Reichtum verführt zu werden. Aber nicht nur Menschen, die reich an Geld sind, spüren diese Last; auch Menschen die reich an Talenten sind.“ (149) Ob Guinness dabei auch an sich selbst dachte? Beide Lasten, die des Geldes und der Begabung, so scheint es mir, hat der Autor kennengelernt. Er selber lebt bis heute in seiner Berufung „(als Apologet) der Welt das Evangelium zu erklären, und (als Analytiker) die Welt der Kirche verständlich zu machen“ (95). Weiterlesen

Der Anspruch auf die Wahrheit

„Der Anspruch auf die Wahrheit ist selbst schon politisch unkorrekt, weil man ihm unterstellt, die Gleichberechtigung des anderen nicht anzuerkennen. Damit wird aber auch die Toleranz bedeutungslos, denn sie muss einen Grund haben, der nur in der Achtung der Würde des anderen bestehen kann. Dazu gehört, ihm die Wahrheitsfähigkeit zuzusprechen. Nichteinmischung im Meinungsstreit ist keine Toleranz – Gleichgültigkeit vor der Meinung des anderen bedeutet, ihn nicht ernst zu nehmen.“ (pro)

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Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern.

Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Aber nichts kann so gegenwärtig sein wie ein altes Buch, gerade wenn es nicht um jeden Preis aktuell sein will. Gerade das nicht Zeitgemäße kann zur kritischen Einrede werden. Biblische Worte kommen von weit her. Statt krampfhaft ihre Aktualität zu propagieren, wäre gerade das stark zu machen. Weil viele Worte der Bibel nicht zeitgemäß sind, sagen sie uns, was wir uns nicht selbst sagen können und was nicht auf der Tagesordnung steht. Wir sind von gestern. Deshalb sollten wir nicht schon von morgen sein wollen, sondern uns sagen lassen, was vorgestern und vorvorgestern war. Dabei wird sich noch etwas zeigen: Es geht nicht nur darum, Antworten auf die Fragen, sondern heute mehr noch Fragen auf die Antworten zu finden. Manchmal zeigen die ganz alten Fragen die Kurzschlüssigkeit vieler in Kirche und Gesellschaft so modern und zukunftsorientiert sich aufplusternder Antworten – z.B. die ganz alten Fragen der Bibel. Jürgen Ebach: Schrift-Stücke. Biblische Miniaturen

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Buchrezension: Preisgabe der Vernunftvon Francis Schaeffer

Fran­cis Schaef­fer. Preis­gabe der Ver­nunft: Kurze Ana­lyse der Ursprünge und Ten­den­zen des moder­nen Den­kens.  Brock­haus Ver­lag: Genf/Wuppertal, 1985. 96 Sei­ten.
Das Büch­lein bil­det Teil I der berühm­ten „Tri­lo­gie“ Schaef­fer (Ori­gi­nal: Escape From Rea­son, 1968). Zusam­men mit „Gott ist keine Illu­sion“ sowie „und er schweigt nicht“ beschäf­tigt sich Schaef­fer grund­le­gend mit dem intel­lek­tu­el­len und kul­tu­rel­len Klima der zwei­ten Hälfte des 20. Jahr­hun­derts. In Preis­gabe der Ver­nunftent­wi­ckelt er ins­be­son­dere die Sche­mata von „Natur und Gnade“ und der „Linie der Ver­zweif­lung“.

Der Zwie­spalt des moder­nen Men­schen: Etap­pen der geis­tes­ge­schicht­li­chen Entwicklung
Im Schnell­durch­gang durch­schrei­tet Schaef­fer die abend­län­di­sche Geistesgeschichte.
Tho­mas v. Aquin (1225 – 1274) teilte die Welt in Gnade (das Höhere) und Natur (das Nie­dere) ein. Letzt­lich ver­dan­ken wir die­sem der Renais­sance zu Grunde lie­gen­den Welt­bild ein ange­mes­se­nes Ver­ständ­nis der Natur. Ande­rer­seits lehrte von Aquin, dass der mensch­li­che Wille vom Sün­den­fall betrof­fen war, der Intel­lekt jedoch nicht. Dar­aus ent­wi­ckelte sich die natür­li­che Theo­lo­gie, die ohne Bezug­nahme auf die Hei­lige Schrift aus­kam. (Die inhalt­li­che Halt­bar­keit die­ser Gedan­ken­gänge sind sehr umstrit­ten. Ron Kubsch geht im Schaeffer-Sammelband
„Wahr­heit und Liebe“ näher auf die Kri­tik ein.)
Leo­nardo da Vinci (1452 – 1519) unter­schied zwi­schen Gnade (Allgemeinbegriffe/Universalien) und Natur (Einzeldinge/Besonderes). Auto­no­mes, ratio­na­les Den­ken führte zu einer star­ken Beto­nung der Mathe­ma­tik. Die Pro­ble­ma­tik in einer Frage zusam­men­ge­fasst: Wo ist die Ein­heit, wenn man der Ver­schie­den­heitfreien Raum gibt?
Die Renais­sance trennt die ideale Liebe (lyri­sche Dich­ter, geis­tige Liebe) von der sinn­li­chen Liebe (Roman­schrift­stel­ler, komi­sche Dich­ter). Der Mensch wird frei um den Preis der Unmoral.
Im 18. Jahr­hun­dert wird durch den Ein­fluss wich­ti­ger Den­ker wie Imma­nuel Kant (1724 – 1804) und Jean-Jacques Rous­seau (1712 – 1778) der Gedanke an Gnade völ­lig fal­len­ge­las­sen. Sie wird durch Frei­heit ersetzt. Nach­dem der Lebens­be­reich der Natur völ­lig auto­nom gewor­den war, wurde das Vakuum durch der Deter­mi­nis­mus gefüllt. Der Mensch wurde in diese (Welt-)Maschinerie ein­be­zo­gen.  Die Frei­heit des Indi­vi­du­ums hin­ge­gen (der obere Bereich), das kei­ner Erlö­sung mehr bedurfte, war abso­lut. Das erzeugte eine mäch­tige Spannung.
Das Gesetz der Naturk­au­sa­li­tät in einem geschlos­se­nen Sys­tem setzt sich in der Wis­sen­schaft durch. Ledig­lich Ein­zel­dinge kön­nen erkannt wer­den.  Des­halb lan­dete man bei der Mescha­nik. Dabei wird die Frei­heit völ­lig preis­ge­ge­ben. Die Frage nach dem Sinn des Lebens wird nicht mehr gestellt. Auf dem Gebiet der Moral bedeu­tete dies, dass die Vor­stel­lung von Gut und Böse letzt­lich nur noch ein Werk­zeug der Mani­pu­la­tion durch die mensch­li­che Gesell­schaft in einer mecha­ni­sier­ten Welt dar­stellte (Mar­quis de Sade, 1740 – 1814).
Die seit der Antike gül­tige Erkennt­nis­theo­rie setzte bei der Ratio an. Der Mensch ging völ­lig und aus­schliess­lich von sich selbst aus. Auf seine Ver­nunft war Ver­lass, des­halb war ein ein­heit­li­ches Erkennt­nis­feld gege­ben. Durch G. F. Hegel (1770 – 1831) änder­ten sich sowohl die Erkennt­nis­theo­rie wie auch die Metho­lo­gie. Die Ratio­na­li­tät an sich wurde preis­ge­ge­ben. Wahr­heit ist nicht mehr unbe­dingte Wahr­heit. Kier­ke­gaard (1813 – 1855) ver­än­derte die bei­den Sphä­ren von Frei­heit und Natur in Glaube und Ver­nunft. Die­ses neue duale Den­ken – Schaef­fer nennt es die Linie der Ver­zweif­lung – hat sich über die Phi­lo­so­phie in der Male­rei, Musik und schliess­lich in der Theo­lo­gie niedergeschlagen.
Was bleibt übrig? Der Mensch ent­behrt dem Sinn sei­nes Daseins. Das führt zu einer pes­si­mis­ti­schen Grund­hal­tung. Auf­grund aller Ver­stan­des­er­kennt­nis ist der Mensch bedeu­tungs­los. Der zur Ent­ste­hungs­zeit die­ses Buch sehr aktu­elle Exis­ten­zia­lis­mus hatte seine welt­li­chen Ver­tre­ter (Sartre – Selbst­ver­wirk­li­chung, Jas­pers – Grenz­si­tua­tion, Hei­deg­ger – Angst) sowie seine reli­giö­sen Expo­nen­ten (Barth – Ver­stand ist kein Anhalts­punkt zur Veri­fi­ka­tion, reli­giöse Wahr­heit ist von der his­to­ri­schen abgetrennt).
In der zeit­ge­nös­si­schen Theo­lo­gie zeigte sich die­ser Sprung: Til­lich sprach von Gott jen­seits von Gott. Klar defi­nierte Begriffe aus Natur­wis­sen­schaft und Geschichte erga­ben sich im ratio­na­len Bereich. Im nicht-rationalen Bereich hin­ge­gen konnte es sich nur um Worte han­deln, wel­che Asso­zia­tio­nen aus­lö­sen. Jesuswar dem­nach die Illu­sion einer ech­ten Mit­tei­lung, wel­che eine kräf­tige Reak­tion her­vor­rief. Gott erschien als das phi­lo­so­phi­sche Andere, als das unend­li­che, per­sön­li­che Alles. Reli­giöse Fra­gen waren defi­ni­tiv in den Bereich des Nicht­dis­ku­tier­ba­ren ver­scho­ben worden.
Schaef­fer ord­nete das aktu­el­les Sym­tom des Dro­gen­kon­sums nicht als Wirk­lich­keits­flucht oder Ner­ven­kit­zel ein, son­dern sah es als Folge der Hoff­nungs­lo­sig­keit des Men­schen. Der Mensch suchte eine Ant­wort in erst­ran­gi­gen Erleb­nis­sen, im „High“. Der ratio­nale Mensch endete so als Mys­ti­ker. Neu an die­ser Art von Mys­tik war die Auf­fas­sung, dass es belang­los ein, ein Gegen­über zu haben. Es komme allein auf den Glau­ben. Die neuen Pro­phe­ten des Seins (d. h. des obe­ren Bereichs) waren die Dich­ter, Maler und Musi­ker. Sie waren die­je­ni­gen, wel­che in die gros­sen Fra­gen noch zu stel­len ver­stan­den. Bezeich­nend war aller­dings ihr feh­len­des mora­li­sches Urteil. Ihre Aus­drucks­for­men ver­stan­den sie als blosse Wahrnehmungen.

Die gesamt­heit­li­che Sicht der Bibel – Got­tes Offen­ba­rung in Raum und Zeit
Wie lau­tete Schaef­fers Ant­wort auf die Linie der Verzweiflung?
Er setzte bei der Ant­wort der Refor­ma­tion auf das Pro­blem der Ein­heit von Natur und Gnade an. Die Refor­ma­to­ren ver­nein­ten die Auto­no­mie im Bereich letz­ter Auto­ri­tät. Die Bibel war Quelle end­gül­ti­ger und umfas­sen­der Erkennt­nis. Sie bot kein erschöp­fen­des Wis­sen, jedoch wahre und ganz­heit­li­che Erkenntnis.

Ein zen­tra­ler Teil die­ser Erkennt­nis war die Anthro­po­lo­gie. Schaef­fer stellte her­aus, dass wir unsere Mit­men­schen nicht als Men­schen behan­deln könn­ten, ehe wir ihren Ursprung wirk­lich kenn­ten. Der Mensch ist nach Got­tes Bild geschaf­fen und darum etwas Wun­der­ba­res. Adam war ein unpro­gram­mier­ter, ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ter Mensch in einer gestalt­ba­ren Geschichte. (Im Gegen­satz dazu neigt der moderne Mensch zum Gedan­ken, er sei ein Nichts.)
Zwei­tens gibt die Bibel zuver­läs­sige Infor­ma­tion über den Schöp­fer des Uni­ver­sums. Sie spricht von ihm als dem per­sön­li­chen und unend­li­chen Gott. Im Hin­blick auf Got­tes Unend­lich­keit ist der Mensch so getrennt wie eine Maschine. Seine Per­sön­lich­keit ist jedoch dar­auf ange­legt, um mit die­sem Gott in per­sön­li­cher Ver­bin­dung zu ste­hen. Der Mensch ist zwar ver­lo­ren, jedoch ent­schei­dungs­fä­hig. Er ist in der Lage, Geschichte zu beein­flus­sen, ein­schliess­li­che sei­ner eige­nen Ewig­keit und der­je­ni­gen sei­ner Mitmenschen.
Die dritte Ein­sicht: Die­ser ver­nünf­tige Gott hat ein ver­nünf­ti­ges Uni­ver­sum aus­ser­halb von sich selbst geschaf­fen. Das bie­tet die Gewiss­heit objek­ti­ver Exis­tenz, von Ursa­che und Wir­kung. Weil das Welt­all einen wahr­haft per­sön­li­chen Anfang hat, ste­hen Liebe und Kom­mu­ni­ka­tion nicht im Gegen­satz zu dem, was im Wesen bereits vor­han­den ist.
Wie ist eine Umkehr des moder­nen Men­schen mög­lich? Der Mensch muss, wenn er zurück­fin­den will, zwar sei­nen Ratio­na­lis­mus auf­ge­ben. Doch fin­det er dann, auf der Basis des logisch Dis­ku­tier­ba­ren, die Mög­lich­keit, seine Ratio­na­li­tät wie­der zu gewin­nen. Chris­tus ist in bei­den Lebens­be­rei­chen – Natur und Gnade – Herr, darum Herr des gan­zen intel­lek­tu­el­len Lebens. Das Sys­tem der Bibel erläu­tert, warum der ein­zelne tun darf, was alle tun müs­sen, näm­lich bei sich selbst begin­nen. Gott hat dem gefal­le­nen Men­schen inhalts­rei­ches Wis­sen gege­ben, das er so drin­gend benötigt.

Fazit
Auch wenn man über den Bei­trag ein­zel­ner Den­ker — ins­be­son­dere Tho­mas von Aquin und Sören Kier­ke­gaard — geteil­ter Mei­nung sein kann, bil­den diese Gedan­ken wert­volle Anhalts­punkte. Die Tren­nung zwi­schen dem „obe­ren“ und dem „unte­ren“ Bereich kann auf einem Bier­de­ckel skiz­ziert wer­den. Die christ­li­che Welt­an­schau­ung mit den drei Fix­punk­ten persönlich-unendlicher Gott, Mensch und Uni­ver­sum stellt für mich ein ergie­bi­ges Meta­mo­dell dar.
Han­niel Stre­bel, www.hanniel.ch

Buchrezension: Preisgabe der Vernunft