Coronavirus und das Bewusstsein, dass wir sterben müssen

Als Europäer sollten wir das neue Coronavirus zum Anlass nehmen, einmal nicht auf eine schnelle, billige Lösung zu hoffen. Der Westen ist keine Ausnahme mehr, Impfstoffe kommen zu spät, Ärzte sind keine Götter, und Wahrscheinlichkeiten können das Schicksal des Einzelnen nicht garantieren.
Wir sollten das neue Virus zum Anlass nehmen, uns darüber bewusst zu werden, dass wir sterben werden. Mit oder ohne Coronavirus. Alles, was wir hier haben, wird der Tod uns entreißen.
Lasst uns einmal nicht den billigen Ausweg nehmen. Lasst uns einmal nicht darauf hoffen, dass das schon irgendwie an uns vorbei geht. Lasst uns einmal das volle Gewicht dessen, dass wir sterben müssen, auf unser Gemüt schnallen. Ohne Ablenkungsstrategie.
Wir bereiten uns in unserem Leben auf alles mögliche vor. Nur auf den Tod wollen wir uns nicht so recht gefasst machen. Doch wo anfangen? Bei der Erkenntnis, dass wir Staub sind (Gen 2,7). Und wohin gehen? Zu der Erkenntnis, dass Gott uns auch im Sterben nicht allein lassen wird. Mario Tafferner
Martin Luthers Sermon von der Vorbereitung auf das Sterben ist ein guter Anfang, das besser zu verstehen.
https://hanniel.ch/2020/02/28/standpunkt-coronavirus-und-das-bewusstsein-dass-wir-sterben-muessen/

Verdeckte Förderung der Euthanasie. Wird Sterben Pflicht?

Das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts für kommerzielle Sterbehilfe ist ein fatales Signal (26.2.2020). Wie von den gewinnorientierten Sterbehilfeorganisationen gefordert, wurde das Verbot „gewerblicher“ Hilfe zur Selbsttötung gekippt. Sterbewillige bezahlen bis zu 5000 Euro für ein Giftcocktail mit dem sie sich dann das Leben nehmen können. Die Gewinnspannen für solche Sterbehelfer sind enorm. Und wie bei jedem Geschäftszweig besteht deren Interesse natürlich nicht darin, Menschen zum Weiterleben zu motivieren, sondern Kunden die eigene Dienstleistung, hier den Tod, attraktiv zu verkaufen.
In der öffentlichen Werbung für ihre Dienstleistung setzen die Sterbehilfeorganisationen vor allem auf das Argument „persönliche Selbstbestimmung“. Alle, die regelmäßig mit Kranken oder Suizidgefährdeten zu tun haben, wissen, dass Millionen Menschen während ihres Lebens Phasen haben, in denen sie sich das Leben nehmen wollen. Werden diese Personen medikamentös oder seelsorgerlich behandelt überwinden sie diese Krise zumeist. Häufig brauchen die Betroffenen keine schnelle Möglichkeit zur Selbsttötung, sondern eine neue Perspektive für den Rest ihres Lebens. Sterbehilfe liefert ihnen stattdessen eine fatale Bestätigung der negativen Selbstbeurteilung ihrer Lebenssituation.
In einer Welt, die Alten, Kranken und weniger Erfolgreichen beständig Minderwertigkeit suggeriert, leiden viele Menschen unter zeitweiligen Lebensüberdruss oder tiefer Verzweiflung. Hunderttausende wünschen sich nach einer gescheiterten Beziehung, dem Tod eines Kindes, dem Verlust eines Arbeitsplatzes, der Diagnose einer schweren Erkrankung usw. den eigenen Tod. Ändert sich die Situation oder die persönliche Perspektive, dann wollen die meisten Betroffenen durchaus weiterleben. Eine Gesellschaft, die Alten, Kranken und weniger Begabten beständig einen gewissen Grad von Minderwertigkeit vermittelt, fördert durch gewerbliche Sterbehilfe den vorschnellen Tod tausender Menschen, die sich in einer Krisenphase zum Selbstmord entscheiden.
Zur Manipulation der Bürger setzen die Befürworter der Sterbehilfe auch auf die emotionale Wirkung von dramatischen Einzelbeispielen. Stark unter Schmerzen leidende Personen mit aussichtsloser Diagnose werden dann angeführt. Die ebenfalls mit Hilfe von Sterbehilfeorganisationen getöteten Depressiven, Alten und Kranken, die sterben, obwohl sie noch Jahre relativ gut leben könnten, wenn man ihnen über die momentane Krise hinweghilft, werden dabei bereitwillig übergangen.
Hinter der sogenannten „Sterbehilfe“ steht letztlich immer die Euthanasie, die Entscheidung über lebenswertes und nicht mehr lebenswertes menschliches Leben. Diese Entscheidung wird aber deutlich stärker von gesellschaftlichen Trends als von wirklicher, persönlicher Überzeugung beeinflusst. Wie schon bei der Durchsetzung der Abtreibung agieren die Euthanasie- Befürworter nach der ziemlich effektiven Salamitaktik: In kleinen Schritten wird die Gesellschaft an die Tötung „minderwertiger“ Menschen gewöhnt. Alte und Kranke sollen zukünftig einsehen, dass es besser ist zu sterben, als ihre Mitmenschen zu belasten. Behinderte Ungeborene werden schon heute legal von ihren Eltern getötet, ehe sie überhaupt eine Chance zum Leben erhalten. Gewerbliche Sterbehilfe ist menschenverachtend und ein Stritt hin zur Euthanasie, die über den Zeitgeist bestimmt, wer ein lebenswertes Leben führt und wer nicht.
Für Christen ist jedes Leben ein Geschenk Gottes. Allein der Schöpfer hat die Kompetenz über Leben und Sterben zu entscheiden. FB Michael Kotsch
Sterben ist die einzige Pflicht, um die wir nicht herumkommen, doch ich wünschen Christen sich, dass der Herr dazu ruft – und sonst niemand! Ali Februar 27, 2020 Blog

Ethik als Kompetenztraining

Die christlichen Gemeinden stehen vor vielen ethischen Herausforderungen, auch in Fragen von Geschlechtlichkeit und Familie. Wie kann es gelingen, die Aufgaben, die der gesellschaftliche Realismus und das eigene verführerische Herz vorgeben, mit der biblischen Botschaft und einem treuen Glauben zu verbinden?
Veronika Schmidt, Sexualberaterin und Autorin des bei SCM Brockhaus erschienenen Buches Liebeslust – unverschämt und echt genießen, kennt die Antwort (zitiert aus einem Interview mit dem Medienmagazin pro, 2/2016, S. 36).
Der einzige Weg ist es, von Regeln und Gesetzen wegzukommen. Es muss mehr über Verantwortung und Eigenverantwortung des Einzelnen gesprochen werden. Es sollte nicht mehr darum gehen, ob man Sex vor der Ehe haben darf oder nicht, und ob man homosexuell sein darf oder nicht. Stattdessen sollte vermittelt werden, wie Paarbeziehungen aus christlicher Sicht gelingen können und was es braucht, damit Sexualität in einer Beziehung etwas Befriedigendes über Jahre hinweg werden kann.
Da ist sie also, die Ethik ohne Norm und ohne Wertschätzung Gottes, mitten in der evangelikalen Szene. Worauf kommt es an? Auf eine über zahlreiche Jahre erfüllte Sexualität in einer Beziehung! Etliche, wohl überwiegend jene, die der Kultur des Relativismus viel Raum und Glauben schenken, werden sich darüber freuen. Das dürfen sie auch, sollten sie meinen, damit auf dem rechten Weg zu sein. Die Beteuerung allerdings, so eine Einstellung sei christlich, ist blanker Unsinn. Schlimmer. So eine vermeintliche „Verantwortungssethik“ ist lieblos. Sie setzt all jene herab, die – wie beispielsweise Jesus oder Paulus – daran festhielten (und halten), dass das Gesetz heilig, gerecht und gut ist, wenn es in seinem Sinn angewandt wird (vgl. Röm 7,12; 1Tim 1,8). Sie verdammt die Menschen dazu, die Wahrheit im eigenen Herzen zu suchen. Das ist nichts anderes als der Ruf zur gottlosen Sicht auf das Leben. Wir wissen nämlich aus der Bibel und aus der Erfahrung, was es bedeutet, wenn wir unserem Herzen folgen. „Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung“ (Mt 15,19). Der Fromme, so sagt es uns schon Psalm 1, misstraut seinem eigenen Herzen, das doch „trügerisch ist, mehr als alles andere“ (Jer 17,9). Er liebt Gottes Gesetz und Weisung. Wer auf Gott vertraut, weiß darum, dass sein Herz die Wahrheit nicht in sich trägt, sondern sie seinem Herzen zugesprochen werden muss.
Allerdings sei etwas hinzugefügt. Ich stimme Frau Schmidt zu, wenn sie darauf hinweist, dass es nicht reicht, einfach auf irgendwelche Regeln zu verweisen. Damit geben sich tatsächlich viele Leute, die ja oft meinen, mündig zu sein, nicht mehr zufrieden. Das verstehe ich. Die Antwort kann allerdings nicht sein, das Gebot über Bord zu werfen, sondern muss vielmehr darauf abzielen, zu erklären, was Gott sich dabei gedacht hat, wenn er unserer Geschlechtlichkeit Grenzen setzt. Und, ganz wichtig: Vorbilder (nicht die perfekten) braucht es auch! Ron Kubsch https://theoblog.de/ethik-als-kompetenztraining/27533/

Durch das „Ja“ zum Selbstmord wird verleugnet, dass Gott lebt

Gott hat sich das Recht über das Ende des Lebens selbst Vorbehalten, weil nur er weiß, zu welchem Ziel er das Leben führen will. Er allein will es sein, der ein Leben rechtfertigt oder verwirft. Vor ihm wird Selbstrechtfertigung zur Sünde schlechthin und darum auch der Selbstmord. Es gibt keinen anderen zwingenden Grund, der den Selbstmord verwerflich macht als die Tatsache, daß es über dem Menschen einen Gott gibt. Diese Tatsache wird durch den Selbstmord geleugnet. (Ethik, Werke, Bd. 6, S. 194)

Sterbehilfe: Das Angebot schafft die Nachfrage

Das umstrittene Urteil des Bundesverfassungssgerichts zur Sterbehilfe wird kontrovers diskutiert. Zum Glück sind sich die Kirchen in Deutschland in der Ablehnung einer Öffnung der Sterbehilfe einig.
Natürlich gibt es die Härtefälle, die uns emotional berühren. Und verständlich ist auch der Wunsch, diesen Menschen einen Ausweg aus dem Leid zu ermöglichen.
Das Problem ist nur, dass jede Entscheidung, die man mit Blick auf Einzelfälle trifft, potentiell nicht bei diesen Einzelfällen stehen bleibt, sondern die Türen für weitere Entwicklungen öffnet, die man ursprünglich gar nicht im Blick hatte.
Gerade bei der Frage der Sterbehilfe kann man das aufgrund der Erfahrungen in anderen Ländern sehr gut beobachten.
Die Zeit druckt ein Interview mit dem niederländischen Ethiker Theo Boer. Er war ein Gutachter in einer Prüfungskommission, die über Anträge zur aktiven Sterbehilfe befand.
Seine Erfahrungen mit den Entwicklungen der aktiven Sterbehilfe sind eine deutliche Warnung davor, diesen Weg weiter zu beschreiten.
Frage: Sie begutachteten bereits vollzogene ärztliche Sterbehilfefälle. Was können solche Untersuchungen denn noch ausrichten?
Boer: Sie hörten vielleicht von dem Fall einer demenzkranken Frau, die bei der Vollziehung Widerstand geleistet hat. In ihren Kaffee hatte man zwar ein Beruhigungsmittel getan, weil man schon fürchtete, dass diese Patientin vielleicht die Spritze nicht akzeptiert. Bei dem Prozedere ist sie aufgewacht und hat sich gewehrt. Die Familienmitglieder hielten sie fest und der Arzt tötete sie unter Anwendung von Zwang. Solche Ereignisse würden nie ans Licht kommen, wenn man das Prüfungsverfahren vor dem Tötungsakt einleitet statt hinterher.
Frage: Soll denn eine juristische Instanz über den Tod befinden?
Boer: Meine Vorstellung war auch, was man reglementiert, hat man im Griff. Das hat sich nicht bewahrheitet. Vielmehr hat sich gezeigt: Wenn man eine umstrittene Praxis legalisiert, stellt man sie in einem Schaufenster aus als Warenangebot. Ich habe feststellen müssen, dass das Angebot zum Teil tatsächlich die Nachfrage weckt.
Karl Karzeleks
http://www.kapeka.eu/sterbehilfe-das-angebot-schafft-die-nachfrage/

Mit der „Verkaufsmasche“ kommen wir nicht weit

Als ich eines Nachmittags allein in der Cafeteria saß, weit weg von zu Hause, überwältigt und allein auf einem Campus von zwanzigtausend Studenten, kam ein älterer Student auf mich zu, lächelte und fragte, ob er sich zu mir setzen dürfe. Als er Platz nahm, war ich darauf vorbereitet, mit ihm eine hitzige Diskussion über Politik, Philosophie oder Wissenschaft zu führen. Da ich mich freute, Gesellschaft zu haben, bereitete ich mich mental auf alles Mögliche vor, was er mir an den Kopf werfen könnte.
Als er von seinem Teller Spaghetti aufblickte, war das erste, was er sagte: „Hast du Jesus Christus als deinen persönlichen Herrn und Retter angenommen?“
Ich war perplex und wusste nicht, wie ich antworten sollte. „Äh, ja, das habe ich in der Tat“, antwortete ich schließlich.
„Oh“, sagte er. „Ok, das ist gut“. Er sah etwas enttäuscht aus. Er hatte sich den falschen Tisch ausgesucht; er hatte gehofft, das Evangelium mit einem Nichtchristen besprechen zu können. Wir unterhielten uns höflich, während ich meinen Burger fertig aufaß. Er aß schnell und entschuldigte sich. Ich habe ihn seitdem niemals wiedergesehen.
Ich bin sicher, dass er Gott aufrichtig dienen wollte, indem er in dieser Cafeteria Zeugnis gab. Das Evangelium weiterzugeben ist gut, aber die Art und Weise, wie er nach meiner Errettung fragte, klang mehr wie eine Verkaufsmasche als wie eine ernste Frage. Das Mindeste, was mein Kommilitone hätte tun können, wäre gewesen, nach meinem Namen zu fragen und Interesse an mir als Person zu zeigen, bevor er mir eine Frage stellt, die durchaus berechtigt ist.
Viele Jahre lang dachte ich immer an diesen Tag zurück, wenn ich das Wort Evangelisation hörte. Der Begriff leitet sich von dem griechischen Wort evangel ab: gute Nachricht. Wie seltsam ist es darum, dass Evangelisation oft so aussieht, als ob man Jesus verkauft und hofft, dass man einen Nichtchristen überzeugen kann, Errettung „zu kaufen“.
Die Gute Nachricht muss nicht verkauft werden. Schlechte Nachrichten müssen verkauft werden, aber nicht gute. Als ich aufwuchs, wurde mir beigebracht, dass ich vor allem anderen das Geschäft abschließen musste, wenn ich evangelisiere. Ich lernte, dass ein Nichtchrist so schnell wie möglich das „Sündergebet“ sprechen oder im Gottesdienst nach vorn kommen müsse, egal was es kostet, denn morgen könnte er sterben. Das heißt, ich musste den Verkauf jetzt abschließen.
Als ich ernsthaft damit begann, die Evangelien zu lesen, bemerkte ich etwas Seltsames: Die Menschen drängten sich permanent um Jesus, obwohl er niemals ein Traktat verteilte. Er ging auf Leute zu und sagte: „Folge mir nach“, und im nächsten Moment gaben sie ihr Leben auf, um ihm überall hin zu folgen. Er war kein Handelsreisender.
Christen sind dazu aufgerufen, das Evangelium mit anderen zu teilen und auf die Kraft des Heiligen Geistes für sein Werk in ihrem Leben zu vertrauen, und gleichzeitig das Evangelium niemals als eine Verkaufsmasche zu behandeln. Manche Christen – besonderes neue, die begeistert von ihrem neuen Glauben sind – haben einen Eifer und eine Bereitschaft, das Evangelium zu teilen. Anderen fällt es schwerer und viele tun es überhaupt nicht. Ich vermute jedoch, dass die Zurückhaltung des durchschnittlichen Christen, seinen Glauben weiterzugeben, weniger mit Furchtsamkeit und Mangel an Mut zu tun hat. Viele Christen habe keine Hemmungen, zu erklären, warum sie einen besonderen Politiker oder eine Initiative unterstützen, sogar weniger populäre. Wieso also ist ihre Zunge gelähmt, wenn das Thema darauf kommt, warum sie an den Schöpfer des Universums glauben?
Ich vermute, dass es oft an unserem falschen Verständnis des Begriffs Glauben liegt. In unserer Zeit ist dieser Begriff fast ein Synonym geworden für ein irrationales – oder zumindest nicht-rationales – Festhalten an Glaubensüberzeugungen, für die wir keine Beweise haben. Statt zu behaupten, dass wir sowohl angeborenes als auch empirisches Wissen über Gott haben (was die Philosophen einen „gerechtfertigten wahren Glauben“ nennen), unterstellen wir, dass wir ein schwammiges Vertrauen hätten, dass irgendetwas da draußen ist – obwohl wir es nicht beweisen könnten. Wenn wir Christen solch ein schwaches Bild von Gott wiedergeben, ist es kein Wunder, dass Ungläubige nicht die Notwendigkeit verspüren, uns ernst zu nehmen.
Aber unser Glaube ist keine Ablehnung von Vernunft. Er ist nicht blind. Die gute Nachricht ist keine Einladung, eine irrationale Entscheidung zu treffen, sondern eine Geschichte über eine Person, die gelebt hat, gestorben ist und doch immer noch lebt. Wir geben nicht Nachrichten über eine Vorstellung eines Wesens wieder, der wahrer Gott und wahrer Mensch ist. Während Ungläubige vielleicht kein erfahrungsmäßiges Wissen von dieser Person haben mögen, sind sie doch im Ebenbild Gottes geschaffen und haben so eine gewisse Fähigkeit, ihn zu erkennen. Das ist die gemeinsame religiöse Grundlage, die wir mit ihnen teilen.
Unsere evangelistische Mission besteht deshalb einfach darin, mit anderen die gute Nachricht zu teilen, damit sie auch erkennen können, was wir erkannt haben. Bei meinem Erlebnis in der Cafeteria war es nicht die Frage des Studenten, die falsch war, sondern seine Herangehensweise. Er behandelte das Evangelium als eine Verkaufsmasche.
Gott kann Gebetskarten und Traktate gebrauchen, um verlorene Menschen zum Heil zu führen. Er kann junge Männer gebrauchen, die Seelen retten wollen, selbst wenn sie sich gar nicht für die Person interessieren, denen sie das Heil bringen wollen. Aber ich vermute, dass Jesus es vorziehen würde, wenn wir ihn als eine Person vorstellen, statt des Versuchs, ihn als eine Neuigkeit zu verkaufen. Ich denke, er würde wollen, dass wir erkennen, dass seine gute Nachricht nur weitergegeben und niemals verkauft werden braucht.
Joe Carter dient als Ältester in der Grace Hill Church in Herndon, Virginia (USA) und arbeitet als Redakteur bei der der Gospel Coalition.
Dieser Beitrag erschien zuerst bei Ligonier Ministries. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Mehr Ressourcen von Ligonier Ministries.
https://www.evangelium21.net/media/1222/mit-der-verkaufsmasche-kommen-wir-nicht-weit

Als ein Angeklagter vor Gericht seine Unschuld damit begründet, daß er so geboren sei und nicht anders können, daher nicht haftbar zu machen sei,

Der Mensch ist grundsätzlich mehr, als er von sich wissen kann. Unserer Freiheit sind wir uns bewußt, wenn wir Ansprüche an uns erkennen. Es liegt an uns, ob wir sie erfüllen oder ihnen ausweichen. Wir können im Ernst du nicht bestreiten, daß wir etwas entscheiden und damit über uns selbst entscheiden, und daß wir verantwortlich sind. Wer etwa versucht, das abzulehnen, kann konsequenterweise auch an andere Menschen keine Forderungen stellen. Als ein Angeklagter vor Gericht seine Unschuld damit begründet, daß er so geboren sei und nicht anders können, daher nicht haftbar zu machen sei, antwortete der gut gelaunte Richter: das sei eben so richtig wie die Auffassung vom Handeln des ihn strafenden Richters: nämlich auch dieser können nicht anders, da er nun einmal so sei und notwendig nach den gegebenen Gesetzen so handeln müsse. [Karl Jaspers. Was ist Philosophie?, Ein Lesebuch]