„Die Sprache Kanaans“- IST SIE EIN HINDERNIS FÜR MODERNE ZUHÖRER?

Wahrscheinlich ist Ihnen diese Formulierung auch schon begegnet. Meistens wird sie etwas spöttisch und abwertend für einen Sprachschatz gebraucht, der mit biblischen und christlichen Begriffen durchzogen ist. „Die Sprache Kanaans“, so wird gesagt, „sei ein großes Hindernis um dem Glauben fernstehende Menschen zu Christus zu führen.“ Manche sind regelrecht bemüht, jeden Anflug von „Kanaanäisch“ in ihrer Verkündigung zu vermeiden. Andere beschleicht ein bedrückendes Gefühl, wenn abwertend und etwas ironisch über das „Kanaanäisch“ geredet und geurteilt wird. Was ist nun davon zu halten? Haben die Kritiker der „Sprache Kanaans“ recht oder ist Gefahr in Verzug, dass biblische Inhalte verwischt werden? Eine verständliche Sprache ist wichtig Ohne Zweifel ist es wichtig, eine Sprache zu sprechen, welche die Menschen heute verstehen. Dabei muss sauber differenziert werden zwischen biblischen Begriffen und einer antiquierten Sprache. So haben Wörter wie z.B: „sintemal“, „fürbass““ oder „weiland“ nichts mit biblischen Begriffen zu tun und können durch „weil/da“, „weiter/weitergehen“ sowie „früher“ problemlos ersetzt werden, ohne dem biblischen Text Abbruch zu tun. Ebenso ist eine süßlich säuselnde oder pomadige Predigt nicht mit einer vollmächtigen Verkündigung zu verwechseln. Sicher sollte auch kein wahlloses „Feuerwerk“ von christlichen Begriffen abgebrannt werden, ohne sich über deren eigentliche Bedeutung und inhaltliche Füllung im Klaren zu sein. Aber bei der abschätzigen Beurteilung der „Sprache Kanaans“ geht es oft um mehr. Eine alarmierende Bibelstelle Immer wieder hat mich ein bedrückendes Gefühl beschlichen, wenn Personen, meistens aus einem gutgemeinten missionarischen Eifer heraus, sich abfällig oder sogar sehr spöttisch über die „Sprache Kanaans“ äußerten. Dabei wurde oft allzuschnell die Grenze zwischen einem altmodischen Deutsch und biblischen Sachverhalten verwischt. Als ich dann in der Bibel tatsächlich auf die Sprache Kanaans stieß, begannen alle „Alarmlichter“ zu blinken. In Jesaja 19, 18 steht: „An jenem Tag werden fünf Städte im Land Ägyptens sein, die die Sprache Kanaans reden und dem HERRN schwören werden.“ Hier geht es um Gottes zukünftige Segenszeit mit Israel im Tausendjährigen Reich. Das Reden der „Sprache Kanaans“ ist somit im biblischen Zusammenhang nichts Abwertendes, sondern ein Zeichen für Gottes erneuerndes Handeln an Ägypten! Wie aber kann es sein, dass ein biblischer Sachverhalt, der Gottes rettendes Handeln zum Ausdruck bringt, zunehmend als eine abfällige oder spöttische Redewendung gebraucht wird? Wenn dies auch oft aus Unwissenheit geschieht wird doch damit deutlich, dass der abwertende Gebrauch der „Sprache Kanaans“ nicht dem Heiligen Geist und der biblischen Wahrheit entspringen kann. Neue Begriffe – neue Inhalte? Leider bleiben bei Kritikern der „Sprache Kanaans“ im Bemühen um ein verständlicheres Deutsch oft biblische Wahrheiten auf der Strecke. So werden bei dem Feldzug gegen das „Kanaanäisch“ biblische Begriffe wie z. B. Lamm Gottes, Blut und Kreuz Christi, Gnade, Heiligkeit Gottes, Gericht, Sünde, Hölle, Verdammnis etc. aus der Verkündigung verbannt. Damit werden aber nicht nur Begriffe, sondern biblische Inhalte über Bord geworfen. So ist es ein grosser Unterschied, ob ich in einer Verkündigung das biblische Sündenverständnis erkläre oder lediglich von „Fehler machen“ rede. Bedeutende biblische Begriffe können wir nicht einfach auswechseln, ohne inhaltliche Einbußen hinzunehmen. Stattdessen sollte es uns ein Anliegen sein, z.B. das Lamm Gottes, das Kreuz Christi, die Heiligkeit Gottes, Sünde usw. ganz neu unseren Mitmenschen zu erklären. Könnte es vielleicht auch sein, dass eine lau gewordene Christenheit viele biblische Begriffe leichtfertig wegwirft, weil sie selbst nichts mehr damit anzufangen weiß? In diesem Zusammenhang stimmt es bedenklich, dass Bibelübertragungen wie „Hoffnung für alle“ oder die „Gute Nachricht“ innerhalb der Gemeinde Jesu mehr und mehr Verbreitung finden. Sicher können solche Übertragungen nach genauer Prüfung auch eine Verständnishilfe im heutigen Deutsch bieten. Aber um persönlich tiefer in Gottes Wort hineinzuwachsen, benötigt man eine gründliche und gute Übersetzung des biblischen Grundtextes1 und nicht etwa eine menschliche Interpretation (Bibelübertragung) oder sogar stellenweise eine handfeste Verfälschung des biblischen Sachverhaltes (wie z.B. in der Guten Nachricht). Prägung oder Preisgabe? Die Bekämpfer des „Kanaanäisch“ führen oft als Vorbild Martin Luther an, der für seine Bibelübersetzung dem Volk „aufs Maul geschaut hat“. Zweifellos war Luther von dem gottgewirkten Anliegen getrieben, eine für das Volk verständliche Bibel zu übersetzen. Aber etwas sehr Wichtiges wird dabei übersehen: Luther hechelte mit seiner allgemeinverständlichen Übersetzung nicht etwa dem Zeitgeist hinterher, sondern prägte und formte durch das Wort Gottes die deutsche Sprache, indem er die Bibel übersetzte! Das ist der grundlegende Unterschied zur postmodernen angepassten Verkündigung, in der zunehmend eine Preisgabe der biblischen Begriffe und Inhalte festzustellen ist. Durchdringung oder Verdrängung George Whitefield wurde von Gott in eine Generation gerufen, die vom völligen moralischen Zerfall und einer gesellschaftlichen Verrohung gekennzeichnet war. Gott gab ihm mit einer lebendigen und bildlichen Verkündigung den Zugang zu allen Bevölkerungsschichten. Die Durchschlagskraft seiner Botschaft machte ihn zu einem der grössten Verkündiger in der Kirchengeschichte. Whitefields Wirken wurde dadurch gekennzeichnet, dass seine Verkündigung immer mehr von Gottes Wort durchdrungen war. Benedikt Peters lässt in seiner Biographie über George Whitefield einen Zeitzeugen zu Wort kommen: „Er bedient sich ausgiebig der Sprache des Neuen Testaments. Dazu besitzt er eine bewundernswerte Gabe, die Schrift zu erklären.“ 2 Vorlesen und auslegen In Neh 8, 8 wird uns über die „Erweckung“ der Israeliten folgendes berichtet: „Und sie lasen aus dem Buch, aus dem Gesetz Gottes, abschnittsweise vor, und gaben den Sinn an, so dass man das Vorgelesene verstehen konnte.“ So und nicht anders wurde dem Volk, welches inzwischen „anders geprägt“ war, der Zugang zur göttlichen Offenbarung wiedergegeben. Wir brauchen biblisch durchdrungene Verkündigung Könnte es sein, dass es dem Widersacher Gottes gelungen ist, mit der spöttischen Abwertung der „Sprache Kanaans“, trotz begrüßenswerter missionarischer Motive, ein „Trojanisches Pferd“ in die Gemeinden einzuschleusen? Entspricht es dem Wirken des Heiligen Geistes, wenn sich eine Verkündigung mehr an der Sprache einer gottlosen und ehebrecherischen Gesellschaft orientiert, als an der Bibel? Was wir dringend brauchen ist kei- ne „knackige“ und „fetzige“ Verkündigung, die mehr dem Verlangen nach „Entertainment“ und „Stammtischkumpelei“ entspricht, wie der Ehrfurcht vor Gott und seinem irrtumslosen, ewig gültigen Wort. Wir brauchen heute mehr denn je Menschen, deren Leben und Denken zutiefst von der Heiligen Schrift geprägt und verändert ist. Deren Glaube nicht auf theologisch-intellektuellen Theorien, sondern auf der Erkenntnis biblischer Wahrheiten gründet. Menschen, die mit einem Herz voller Liebe bereit sind, anderen die biblischen Wahrheiten zu bezeugen und zu erklären. Wir brauchen eine Verkündigung, die ganz neu von Gottes Wort durchdrungen ist.?
1Der Verfasser möchte in diesem Zusammenhang die revidierte Schlachter- Übersetzung der Genfer Bibelgesell- schaft sehr empfehlen.
2 Peters, Benedikt: Georg Whitefield Seite 144, CLV, Bielefeld 1997
https://www.fest-und-treu.de/index.php?id=2&a=1972

Der Baum

In Theologistan lebte ein Baum. Viele Jahre blühte er prächtig und brachte Frucht. Immer wieder spendete er Menschen Schatten, die auf der Flucht waren. Er machte ihnen Mut und sie lernten von seiner Standfestigkeit für ihr eigenes Leben. Sie sahen: Der Baum ist nicht einfach nur irgendwie gewachsen, wie es ihm gerade passte. Er hat sich am Licht ausgerichtet, er wurde durch Stürme stark.

Mit der Zeit kamen immer weniger Menschen. Bald wurde ein Zaun um den Baum gemacht, weil nur die ausgebildeten Gärtner von Theologistan den Baum von Nahem sehen und pflegen durften. Gärtnern durfte nur lernen, wer alle Pflanzen gut kannte, und so wurde unser Baum immer einsamer. Alle sprachen von ihm, jeder berief sich gern auf ihn, doch immer aus dem sicheren Abstand von jenseits des Zaunes.

Plötzlich fehlte auf einer Seite der Zaun. Nun gab es zwei Parteien in Theologistan, die Hinterzäuner und die Vorderzäuner. Die Hinterzäuner hielten weiterhin Abstand und blieben hinter dem Zaun. Die Vorderzäuner näherten sich von der anderen Seite, wo sich kein Zaun mehr befand. Die Vorderzäuner fanden es wichtig, dass jeder Mensch freien Zugang zum Baum haben soll.

Eines Tages kam ein Vorderzäuner auf die Idee, den Baum nicht nur anzuschauen, er wollte auch wissen, woraus der Baum besteht. Er brachte ein Messer mit und hatte eine Schrift verfasst „Abhandlung von freier Untersuchung des Baumes“. Er forderte, dass der Baum ganz genau seziert und untersucht werden muss. Mit der Zeit gibt es immer mehr Universitäten, die davon leben konnten. Die Hinterzäuner fühlten sich bestätigt und fanden, sie hätten recht damit, dass sie niemanden zu nahe an den Baum heranlassen würden.

Ein Professor der Baumologie wollte die Jahresringe des Baumes untersuchen. Er schnitt ein Stück vom Stamm des Baumes auf und je mehr er sich in die Jahresringe vertiefte, je mehr er die frühe Zeit des Baumes betrachtete, desto mehr sah er Unterschiede zu seiner Zeit und sprach von einem unüberbrückbaren garstigen Graben zwischen der Frühzeit des Baumes und seiner Zeit.

Ein anderer Baumologe wollte über das Leben des Baumsamens schreiben. Er brachte eine ganze Forschungsrichtung hervor, die sich damit beschäftigten, was man über den Baumsamen herausfinden kann, wenn man alle Veränderungen, die sich in den Jahresringen niederschlugen, entfernt. Nach hundert Jahren Baumsamenforschung kam man zum Schluss, dass jeder Forscher am Ende immer genau das herausfinden wird, was er zu Beginn schon voraussetzte.

Wieder ein anderer Baumforscher wollte die Methoden der Forschung wissenschaftlicher gestalten. Er fand, dass man alles am Baum in Frage stellen müsse, und dann dürfe nur das übrigbleiben, was wissenschaftlichen Erklärungen entspricht: Nur das, was sich durch das Prinzip von Ursache und Wirkung erklären lässt, und nur das, was auch in der jetzigen Zeit festgestellt werden kann, darf als wahr betrachtet werden.

Schon lange gab es Bestrebungen, den Baum als Pflanze zu betrachten, die von vielen Generationen von Gärtnern immer wieder manipuliert, verfälscht und mit Fehlern behaftet worden war. Viele Erklärungsmodelle für alle möglichen Verästelungen waren publiziert worden. Und irgendwann fanden auch die Hinterzäuner, dass sie nicht mehr um den Gebrauch dieser zahllosen Methoden herum kämen.

Erst spät bemerkten die Theologistaner, dass der Baum immer weniger Blätter und Frucht trug. Nur wenige kamen auf die Idee, dass dies am ständigen Zerlegen des Baumes liegen könnte. Es gab viele Versuche, dem Baum zu helfen. Einige dachten, es gehe dem Baum so schlecht, weil es noch so viel zu tun gab, um die Ungerechtigkeit in der Welt zu beseitigen. Manche nehmen die Frucht des Baumes und pflanzen sie anderswo wieder in den Boden. Daraus wachsen schnell weitere Pflanzen, die ihrerseits Frucht tragen. Doch auch dort sammeln sich bald wieder Gelehrte, die auch diese Bäume sezieren wollen. Sie sind der Meinung, dass es zu viel Streit um die Baumologie gebe. Man müsse den Gegensatz zwischen den Sezierern und den Nichtsezierern aufheben, indem man immer nur ein wenig aufs Mal seziert. Wie diese Geschichte weiter geht, wird sich noch zeigen. Manches davon liegt nun auch in unser aller Händen. 

https://blog.jonaserne.net/category/bibelkritik/

Friedrich Dürrenmatt zum 101. Geburtstag.

Friedrich Dürrenmatt wird am 5.Januar 1921 in Konolfingen, Kanton Bern, geboren. Sein Vater, Reinhold Dürrenmatt, ist der protestantische Pfarrer des Dorfes. Sein Großvater, Ulrich Dürrenmatt, ist Berner Nationalrat, Redakteur einer Zeitung und Verfasser satirischer Gedichte. 1924 wird seine Schwester Vroni geboren. Von 1933 an besucht Dürrenmatt zwei Jahre lang die Sekundarschule im Nachbardorf Großhöchstetten. 1935 zieht die Familie nach Bern, vermutlich aus finanziellen Gründen. Dort besucht er 2 ½ Jahre ein freies Gymnasium, danach das Humboldtianum, wo er 1941 die Maturitätsprüfung ablegt. Er ist kein besonders guter Schüler. Von 1941 bis 1946 studiert er Philosophie und Literatur in Bern und Zürich. Er studiert vor allem Kant, Platon und Kierkegaard. Schon während des Studiums entstehen erste schriftstellerische Versuche, „Der Sohn“, „Die Wurst“, „Weihnacht“ und „Der Folterknecht“. Sie werden 1980 unter dem Titel “Untergang und neues Leben“ veröffentlicht. „Der Alte“ ist 1945 seine erste Publikation in der Berner Tageszeitung „Der Bund“. 1946 heiratet er die Schauspielerin Lotti Geißler. 1947 ziehen sie nach Bern, wo im gleichen Jahr sein Sohn Peter geboren wird. Zwei Jahre später wird seine Tochter Barbara geboren.
In seinen Werken griff er immer wieder christlichen Werte sowie biblische Motive auf. Zum Glauben selbst entwickelte er im Laufe seines Lebens ein ambivalentes Verhältnis.
Wie die F.A.Z. aktuell berichtet, habe ihn seine Mutter ‚mit ihrem siegesgewissen Gottesglauben‘ abgeschreckt.
Ulrich Weber, der zum hundertsten Geburtstag von Dürrenmatt seine eine mehr als 700-seitige Biographie veröffentlicht hat, gab gegenüber dem NDR ein Interview über Dürrenmatt. Dabei nahm er auch Bezug auf dessen Glauben. Auf die Frage, ob der Schweizer Schriftsteller ein gläubiger Mensch gewesen sei und ob daher auch sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn komme, erklärte Ulrich Weber:

„Das ist eine wichtige Frage, weil er gläubig war und zugleich eigentlich alles andere.“

So habe er schon als Kind „gegen die Glaubenswelt seiner Eltern rebelliert“. Während seines Studiums in den 40er Jahren habe sich Dürrenmatt „immer mehr vom protestantischen Glauben distanziert“. Zu seinem Lebensende hin habe er sich gar als Atheisten bezeichnet. Diesbezüglich betonte Ulrich Weber:

„Aber was geblieben ist, waren die inneren Werte des Christentums, die ihn immer begleitet haben, und auch die Motive, die er immer wieder aus der Bibel aufgriff.“

In seiner Jugend ließ Friedrich Dürrenmatt in einem Brief an seine Mutter, den er ihr im Alter von 21 Jahren zu ihrem 56. Geburtstag im Jahr 1942 schrieb, eine Sehnsucht nach Geborgenheit und Urvertrauen durchblicken.

Wie die Tagespost berichtete, schrieb Dürrenmatt darin folgende Zeilen:
„Du hättest einen tausendmal besseren Sohn verdient, als ich es bin. Ich gäbe alles drum, wenn ich die Wunden heilen könnte, die ich Dir geschlagen. Aber vielleicht ist dies unmöglich. Warum sind wir beide doch so verschieden, Du und ich, sind wir doch Mutter und Sohn! Warum kann ich nicht an einen Gott glauben wie Du! Es ist mir manchmal, als wären alle meine Gefühle erfroren, und wenn ich fühle, gibt es keinen Namen dafür. Ich möchte meinen Kopf in Deinen Schoß legen und schlafen.“

Letztlich stand wohl sein von frühester Jugend angelegter Drang nach absoluter Unabhängigkeit dem Glauben an Gott entgegen.
Quellen: domradio.de, faz.net, ndr.de, ref.ch, die-tagespost.de https://promisglauben.de/biograph-ueber-friedrich-duerrenmatt-er-war-glaeubig-und-zugleich-eigentlich-alles-andere


Impfen als Religion

Jetzt geht sie los die Zeit des gegenseitigen Beschuldigens. Irgendeinen Schuldigen muss es ja geben für die vierte Welle. Und sicher scheint nur eines: Schuld haben die anderen!
Impfen oder nicht impfen hat religiöse Züge angenommen. Jetzt fällt es beiden Seiten schwer, vom Glauben abzulassen. Natürlich ist Impfen sinnvoll, denn es schützt den einzelnen vor schwerer Erkrankung. Zumindest für ein paar Monate. Dann lässt die Wirkung nach. Die Impfung schützt aber nicht zu 100% vor Infektion mit dem Corona-Virus. Auch Geimpfte können sich anstecken und könne ansteckend sein. Nicht so sehr wie Ungeimpfte, aber wenn es um Fragen des Glaubens geht fallen solche Details gerne unter den Altar.
Ungeimpft heißt aber ungeschützt. Auch das gehört zur Wahrheit. Ungeimpft heißt: ich werde erkranken. Wie schwer? Das kann keiner wissen. Dem Virus entfliehen kann keiner. Ungeimpfte können sich nicht aus der Verantwortung stehlen und sagen: Ich habe mit der Situation auf den Intensivstationen nichts zu tun. Ungeimpfte können auch nicht fordern, dass Maßnahmen fallen, dass das Leben für Kinder und Jugendliche erleichtert wird, aber für sich selbst sagen: Das Entscheidende tue ich dafür nicht.
Und wer jemals noch mal das Wort „Eigenverantwortung“ in den Mund nehmen sollte, dem empfehle ich die Bilder aus den Karnevalshochburgen in Mainz und Köln von letzter Woche. Auch 2G heißt ja nicht, dass die Pandemie vorbei ist. Auch Geimpfte und Genese tragen zum Infektionsgeschehen bei.
Also zu sagen: Die Ungeimpften sind Schuld und wir Geimpften sind das auserwählte Volk, das von den Höhnern persönlich durchs Pandemiemeer in die Freiheit geführt wird, das ist mir a)zu religiös und b)zu weit entfernt von der Realität.
Und jetzt? Schuldzuweisungen helfen uns jedenfalls nicht weiter.
Neulich las ich einen Text von jemandem, der schrieb, dass er sich jetzt endlich auch in Deutschland eine Triage wünscht. Eine völlige Überlastung der Intensivstationen. Bilder wie aus Bergamo. Tod. Massengräber. Damit es endlich alle kapieren.
Ich wünsche mir Einsicht, Rücksicht und ein gesundes Leben für alle. Aber ich war halt schon immer ein wenig naiv. (C.S) FB161121

ICF, Hillsong und Co.

Dieser Artikel soll dir einen kleinen Einblick in die neuen Gemeinden der evangelikalen Gemeindelandschaft geben. Exemplarisch werden dabei die ICF- und Hillsong-Bewegung thematisiert.

ICF, Hillsong und Co.

Ob auf der Fahrt in den Urlaub nach Dänemark oder zur nächsten Besprechung – häufig läuft bei mir im Auto nicht das Radio, sondern ein Predigtpodcast. Auch Predigten von Tobias Teichen oder Stefan Hänsch sind dabei. Sie schaffen es mit ihrer lebendigen Art zu predigen, biblische Botschaften lebensnah zu kommunizieren.

Doch manchmal passiert es, dass ich während einer Predigt innerlich zusammenzucke: „Das hat er doch jetzt nicht etwa gesagt? Hat er? Hat er nicht?“, schießt es mir durch den Kopf. Ich spule zurück und höre mir die Stelle nochmal an. Obwohl ich von ihren Predigten profitiere, kann ich nicht allen Ansichten zustimmen.

Aus meiner Sicht haben etablierte Gemeinden wachsende Berührungspunkte mit neuen Freikirchen. Besonders junge Geschwister werden durch ihre Podcasts, Musik und Bücher geprägt. Gerade bei einem Ortswechsel kommen moderne Freikirchen für sie in Betracht – da ist es gut, wenn sie Orientierung bekommen.

Dieser Artikel soll dir einen kleinen Einblick in die neuen Gemeinden der evangelikalen Gemeindelandschaft geben. Exemplarisch werden dabei die ICF- und Hillsong-Bewegung thematisiert.

Überblick

HillsongICF
Gemeinden in DeutschlandKonstanz, DüsseldorfAugsburg , Balingen, Berlin (2), Bielefeld, Freiburg, Heilbronn, Karlsruhe, Kraichgau, München (2), Nürnberg, Paderborn, Schorndorf, Reutlingen, Rhein-Neckar, Singen, Stuttgart
Prägende PersonenBrian Houston, Freimut HaverkampLeo Bigger, Tobias Teichen, Stefan Hänsch
Mission Statement / Vision„To reach and influence the world by building a large Christ-centered, Bible-based church, changing mindsets and empowering people to lead and impact in every sphere of life.“Wir träumen von einer Kirche, die am Puls der Zeit steht.Hier finden Menschen eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus.In dieser Kirche erleben Menschen echte Liebe und Gemeinschaft.Begabungen werden entdeckt und gefördert.Die Kirche, von der wir träumen, ist leidenschaftlich, wächst ständig und hat positive Auswirkungen auf unsere Gesellschaft.
Websiteswww.hillsong.com
www.hillsong.com/germany/
www.icf.church
www.icf-muenchen.de
www.icf-berlin.de

Einfluss

Platz 5 der Podcasts-Charts in der Kategorie „Christentum“ hält die „Hillsong Church Germany“ – dicht gefolgt vom vom Audiopodcast der „ICF München“ auf Platz 7. [Stand: 03.06.2015] Die Predigten auf dem YouTube-Kanal von „ICF München“ haben mehrere tausend Aufrufe. Die Predigten dieser Gemeinden werden weit über ihre Gemeindegrenzen hinaus konsumiert und haben so Einfluss auf viele Menschen.

Auch die Musik aus den Gemeinden findet weite Verbreitung. Hier ist insbesondere die Musik der verschiedenen internationalen Hillsong-Gemeinden zu nennen, die natürlich auch ihre Theologie transportieren.

Die Verbreitung der Gemeinden nimmt weiter zu. ICF z.B. möchte an allen zentralen Orten in Deutschland Gemeinden gründen.

Kennzeichen

Moderne Freikirchen zeichnen sich durch attraktive Gottesdienste, lebensnahe Predigten von guten Kommunikatoren, lebendige Gemeinschaft in Kleingruppen und durch eine klare Vision aus. Diese Gemeinden wollen am Puls der Zeit leben und verständlich für Menschen sein, die keinen Bezug zum christlichen Glauben haben. Dabei verbinden sie den Anspruch von Bibeltreue mit dem Wunsch nach Innovation und Professionalität.

Trotz ihres Anspruches „am Puls der Zeit“ zu sein, legen sie Wert auf biblische Werte. So vertreten sie beispielsweise die Ansichten, dass Sex in die Ehe gehört, dass Homosexualität Sünde ist oder dass 10% des Einkommens gespendet werden sollten. Bei diesen Ansichten berufen sie sich auf die wörtliche Auslegung der Bibel.

Im folgenden habe ich einige Kennzeichen formuliert und Herausforderungen für bestehende Gemeinden formuliert.

BeobachtungHerausforderung
Attraktive GottesdiensteDie Gottesdienste sind verständlich für Menschen ohne christlichen Hintergrund – aber auch für bewusste Christen. Die Form entspricht dem Lebensgefühl der heutigen Zeit.Wie können Gottesdienste verständlich und attraktiv gestaltet werden?
Lebensnahe PredigtenSehr praxisorientierte Verkündigung mit vielen Beispielen, eigenen Erfahrungen und konkreten Anwendungen, was ich als Zuhörer tun kann. Echt herausfordernd.Wie kann die zeitlose Botschaft der Bibel in unsere Zeit transportiert werden?
Lebendige GemeinschaftNeben den Gottesdiensten spielen Kleingruppen eine große Rolle, in denen Gemeinschaft gelebt wird. Die Teilnahme an diesen Gruppen wird aktiv gefördert.Wie wird das persönliche Miteinander in eurer Gemeinde gestaltet?
Klare VisionDie Gemeinden haben sehr klare Vorstellungen davon, wohin sie wollen und stellen sich gemeinsam hinter diese Vision.Welche Vision hat eure Gemeinde?
Vermittlung biblischer WerteGerade im Bereich der Sexualität gelingt es, biblische Positionen verständlich zu vermitteln.Welche Werte müssen heute vermittelt werden? Auf welcher Art kann dies gewinnend kommuniziert werden?

Kritische Anfragen

Trotz ihres Bibelverständnisses haben sie in einigen Bereichen andere Positionen als die, die ich in der Bibel erkenne. Einige davon habe ich im Folgenden als kritische Anfrage formuliert. Zu jeder kritischen Anfragen habe ich eine Herausforderung formuliert, die sich aus meiner Sicht in diesem Bereich für Gemeinden stellen.

Kritische AnfrageHerausforderung
Predigten und Gemeindeleitung von FrauenNach meinem Bibelverständnis ist sowohl der Lehr- als auch der Leitungsauftrag für die Gesamtgemeinde Männern vorbehalten.Wie kann das Verhältnis von Mann und Frau biblisch und verständlich vermittelt und gelebt werden?
Umgang mit dem Heiligen GeistIn etlichen Predigten, Gebeten und Liedern wird der Heilige Geist direkt angesprochen, was in der Bibel nicht zu beobachten ist.Wie kann die Bedeutung des Heiligen Geistes und seine Aktivität vermittelt werden?
Umgang mit GeldIn den Predigten wird sehr häufig von der finanziellen Unterstützung gesprochen. Natürlich ist es schwer zu beschreiben, ob dies zu häufig ist.Der Finanzbedarf der Gemeinden scheint durch die Anzahl der angestellten Mitarbeiter sowie der Kosten für Räume, Technik und Events relativ hoch zu sein.Wie kann die finanzielle Unterstützung der Gemeinde gut und ausreichend thematisiert werden?
Einfluss der PastorenDie Pastoren scheinen in den Gemeinden einen sehr hohen Einfluss zu haben – sie sind auf jeden Fall in der Außenwahrnehmung sehr präsent. Wie passt das zum Modell gemeinsamer Gemeindeleitung, das in der Bibel beschrieben wird?Wie kann gemeinsame Gemeindeleitung im Sinne biblischer Ältestenschaft gelebt werden?
Wachstumsphilosophie„Wachstum“ ist ein zentrales Thema der Vision. Als Gebetsanliegen und Arbeitsmotivation ist dies sicherlich nicht falsch. Aber für mich besteht schon ein Unterschied darin, ob jemand sagt: „Gott will, dass alle Menschen errettet werden“ oder „Wir wollen eine Kirche, die ständig wächst“.Wie gelingt eine ausgewogene Balance zwischen dem Wunsch nach Wachstum und dem Bewusstsein der Abhängigkeit von Gott?
Inszenierung und ÄsthetisierungUm ansprechende Gottesdienste zu feiern, wird viel Wert gelegt auf eine gute Inszenierung und Ästhetik. Auch das ist sicherlich nicht falsch. Fraglich ist jedoch, wie man verantwortungsbewusst mit dem manipulativen Potential umgeht, dass gerade in der professionellen Nutzung der technischen Möglichkeiten liegt. Auch hier kann ich kein Urteil fällen – nur eine Wahrnehmung spiegeln.Wie sieht eine gewinnende und verantwortungsvolle Inszenierung und Ästhetik aus?
ZielgruppengemeindeDie Gemeinden orientieren sich primär an einem jungen, städtischen Publikum. Eine generationenübergreifende Gemeindekultur gibt es nur eingeschränkt. Viele junge Christen aus den umliegenden Gemeinden wechseln – diese Gemeinden werden geschwächt.Wie kann generationenübergreifende Gemeinde gelebt werden?

Herausforderungen

Moderne Freikirchen suchen Wege, wie Gemeinde verständlich für diese Generation gelebt werden kann. Die Frage, die sich hier für etablierte Gemeinden stellt, lautet, inwieweit sie selber diesem Anspruch gerecht werden und was sie von den neuen Gemeinden lernen können.

Konkret sollten sich Gemeinden mit den folgenden Fragen auseinandersetzen:

  • Wie kann Gemeinde sowohl nah an der Bibel als auch nah am Menschen gelebt werden?
  • Wie können Predigten so gestaltet werden, dass die biblische Botschaft verständlich kommuniziert wird?
  • Wie können Formen gefunden werden, die zu den Menschen in unserer Zeit und dem Umfeld unserer Gemeinde passen?
  • Wie bereiten wir Geschwister darauf vor, sich an einem neuen Wohnort eine neue geistliche Heimat zu suchen?

Schlussbemerkung

Meine Berührungspunkte mit diesen Gemeinden liegen vor allem darin, dass ich ihre Podcasts relativ regelmäßig höre, einige Bücher lese und versuche, mich im Netz auf dem Laufenden zu halten. Außerdem habe ich mich beim Schreiben dieses Artikels mit einigen Freunden unterhalten. Manche von ihnen lassen sich durch ICF & Co. inspirieren. Andere haben eher negative Erfahrungen gemacht und distanzieren sich von diesen Gemeinden. Das ist meine (eingeschränkte) Bewertungsgrundlage.

Ich bin mir bewusst, dass ich mich mit diesem Artikel angreifbar mache. Einigen Lesern werde ich zu kritisch sein, anderen viel zu behutsam. Trotzdem habe ich mich an die Aufgabe gewagt und ich wünsche mir, dass sich der geneigte Leser mit diesen Gemeinden beschäftigt und sich eine eigene Meinung bildet, denn sie haben einen großen Einfluss.

Oliver Last ist Leiter von cj-lernen.de und Jugendreferent der Christlichen Jugendpflege e.V.

https://www.steps-leaders.de/beitrag/icf-hillsong-und-co

GemEINSchaft … L(i)eben

Ich war eine Stunde mit meinem Vater auf seiner Bankfiliale, da er etwas Geld überweisen musste. Ich konnte nicht widerstehen stellt ihm einen Frage:

′′Dad, warum aktivieren wir nicht ein Internet-Banking?′′ 

′′Warum sollte ich das tun?′′ 

Ich fragte ihn zurück:

′′Na dann musst du ja keine Stunde hier verbringen, um Dinge wie eine Überweisung machen. Sie können heute sogar online deine Einkäufe erledigen. Alles ist so  einfach geworden! ′′ 

Ich war so aufgeregt, ihn in die Welt von Net-Banking zu locken.

Er fragte zurück: ′′Wenn ich das mache, muss ich nicht aus dem Haus?”

′′Ja, ja sagte ich, selbst Lebensmittel können jetzt vor deine Tür geliefert werden und Amazon&Co. liefert dir alles ins Haus!

Seine Antwort hat mich platt gemacht.

Er sagte: ′′Seit ich heute diese Bank betrat, habe ich mich nebenbei mit  vier meiner Freunde getroffen, dann habe ich eine Weile mit dem Personal geplaudert, die mich mittlerweile sehr gut kennen.

Weißt du, ich bin allein, darum ist das die Art Bank, die ich brauche.

Ich mache mich hübsch und gehe zu meiner Bank. Ich habe genug Zeit. Es ist einfach die soziale Berührung, nach der ich mich sehne.

Vor zwei Jahren war ich krank. Der Ladenbesitzer von dem ich das Obst kaufe, kam zu mir und saß an meinem Bett und weinte mit mir.

Als deine Mutter vor ein paar Tagen bei ihrem morgendlichen Spaziergang hingefallen ist, hat unser lokaler Lebensmittelhändler  sie gesehen und er hat sofort sein Auto geholt, um sie nach Hause zu bringen. Ich weiß wo und wie ich lebe.

Würde ich diesen sozialen und menschlichen Umgang haben, wenn ich alles würde online machen würde?

Warum sollte ich mir alles liefern lassen wird und warum sollte ich alles mit dem unpersönlichen Computer machen?

Ich mag es, wenn ich die Personen kenne, mit denen ich zu tun habe.

Nur der Umgang  mit Menschen schafft Verbindungen und Beziehungen.

Das kann Amazon nicht.

Technologie hat kein echtes Leben.

Verbringe Zeit mit Menschen, nicht mit Geräten.
Autor unbekannt.

Die Mennoniten und die Ingenieurskunst

Nach den ersten dürren Jahrzehnten in der neuen Heimat ging es für die mennonitischen Kolonien wirtschaftlich gesehen aufwärts. Das zeigt sich u.a. an den entstehenden Gutshäusern, der Intensivierung der Bildung und auch am technischen Fortschritt. Die im Buch von Heidebrecht[1] veröffentlichte Passage aus dem Mennonite Historian ist eine nette Geschichte, die den in der Überschrift genannten Aspekt illustriert.

Das erste Flugzeug in Russland wurde höchstwahrscheinlich von drei mennonitischen Studenten erdacht, gebaut, und kurz geflogen. Der treffende Name der Maschine, HUP, war scheinbar von den Anfangsbuchstaben der Familiennamen von Kornelius Hildebrandt, Peter Unrau und Heinrich Plenert zusammengestellt… Ein Segelflugzeug hoch zu kriegen war schon auf der ebenen russischen Steppe eine Leistung, fast so groß wie der Bau selbst. Auf Kufen im Gras musste ein starker Hengst das Flugzeug in Bewegung bringen, und eine besonders flotte Stute schleppte es dann im Galopp weiter. Im rechten Augenblick mussten die Pferde losgemacht werden. Atemberaubend schwebte das Flugzeug dann durch die Luft bis die Geschwindigkeit nachließ und der Pilot landen musste. Manche mennonitische Bauern billigten diese Anstrengungen nicht recht, da ja Gott den Menschen ohne Flügel geschaffen hatte… 1907, damals im Alter zwischen siebzehn und zwanzig, fühlten die drei sich erfahren genug, HUP II. mit eigenem Motor zu bauen. Den 4-Zylinder Motor planten und bauten sie in Chortiza selber. Der Rumpf und die Flügel wurden in Alexandrowsk hergestellt. Nur der Propeller wurde von Deutschland importiert. Dieser kostete soviel [sic], dass die Helden sich keine Räder leisten konnten, und wieder auf Kufen und Pferdekraft angewiesen waren. Plenert war der Versuchsflieger. Hildebrandts Bruder Peter drehte den Propeller, um den Motor anzulassen. Mit brüllendem Ungeheuer hinterher galoppierten die Pferde um so [sic] schneller, das Flugzeug erhob sich und der HUP II. flog mit eigener Kraft.

Heidebrecht, Hermann (2016). S.41.

Im Anschluss an den Artikel fügt Heidebrecht ergänzend hinzu, dass der Flug nur von kurzer Dauer war, da der Propeller (Made in Germany) brach und die Maschine zum Absturz brachte. Alle drei Erfinder gingen daraufhin zum Studium ins Ausland. Wohin wohl? – Nach Deutschland. 

[1] Heidebrecht, Hermann (2016)

https://christusallein.com/2018/12/16/die-mennoniten-und-die-ingenieurskunst/#_ftnref1

Christi Stimme Hören

„[…] Christus ist der Inhalt der Unterweisung („ihr aber habt Christus … kennengelernt“), und auch selbst der Lehrer („ihr habt doch von ihm gehört“). Es ist Schade, dass [einige Bibelübersetzungen] den Ausdruck mit „ihr habt von ihm gehört“ übersetzen, denn es gibt hier keine Präposition. Paulus nimmt an, dass [die Epheser] durch die Stimme ihrer christlichen Lehrer eigentlich die Stimme Christi gehört haben.
Somit kann man sagen, dass wenn gesunde, biblische, moralische Unterweisung gegeben wird, Christus über Christus lehrt.“ John Stott, Die Botschaft des Epheserbriefs, s. 186

Napoleons 200. Todestag

Besonderheiten, die vom Kaiser der Franzosen bleiben werden:
1. Sein Grabstein ohne Inschrift auf St. Helena.
2. Sein Lieblingscognac Courvoisier. Einige Fässer nahm er mit ins Exil.
3. Die von ihm initiierte Erfindung der Konserve durch Nicolas Appert nach dem Vorbild der luftdichten Champagnerflasche.
4. Der Mailänder Triumphbogen Arco della Pace. Im Mailänder Dom ließ sich Napoleon zum König von Italien krönen.
5. Die ehemalige Kaiserfamilie Bonaparte. Familienoberhaupt ist Jean-Christophe Bonaparte, seine Frau ist seit 2019 Olympia Gräfin von und zu Arco-Zinneberg.
6. Das Bürgerliche Gesetzbuch.
7. Die Abschaffung der Leibeigenschaft meiner Vorfahren.
8. Sein Lieblingsessen „Huhn Marengo“: 1 Huhn in großen Stücken ca. 1,5 kg30 g Butter1 EL OlivenölSalzPfeffer aus der MühleMuskatnuss1 EL Mehl100 ml Weißweinca. 200 ml Hühnerbrühe1 Bund Petersilie2-3 passierte TomatenZitronensaft frisch gepresst
9. Der Stein von Rosetta. Entdeckt auf dem Feldzug in Ägypten 1799. Mit ihm wurden später die Hieroglyphen entschlüsselt.
10. Der Empire-Stil. Schöne schlicht-funktionale Möbel 120 Jahre vor BAUHAUS.

Ein Fahrplan fürs Leben

Fahrpläne sind eine tolle Sache. Sie sagen einem zuverlässig, wann der nächste Bus, Zug oder Straßenbahn fährt, wohin sie fährt und wann diese Gefährte ungefähr das Ziel erreichen werden. Ohne Fahrpläne wäre man ziemlich aufgeschmissen. Man müsste sich auf gut Glück an einen Bahnsteig stellen, ohne zu wissen wann der nächste Zug kommt. Und wenn er dann nach 2,5 Stunden endlich einfährt, weiß man ja noch nicht, wo genau er denn eigentlich hinfährt. Das erfährt man dann erst im Zug – und dann ist es bekanntlich schon wieder zu spät zum aussteigen. Also, Fahrpläne sind wirklich eine klasse Sache Allerdings haben Fahrpläne auch so ihre Tücken. Ich war vor längerer Zeit mit dem Zug unterwegs zu einem Freund und bin auf irgendeinem Dorfbahnhof gestrandet. Da es schon recht spät war, hatte ich Befürchtungen von dort noch weg zu kommen. Ein Blick auf den Fahrplan jedoch beruhigte mich: 23.02 Uhr fuhr der letzte Zug weiter, alles bestens. 23.02 – kein Zug kam. 23.05 immer noch nichts. Um 23.15 war ich schon verzweifelt und um 23.30 war ich mir sicher, dass da kein Zug mehr kommen würde. Nach einem kleinen Fußmarsch ins nächste Dorf habe ich dann dort mitten in der Nacht jemanden aus dem Haus geklingelt um telefonieren zu können und mich dann von den Eltern meines Freundes abholen lassen – mann, war das peinlich. Wie sich später rausstellte war der Plan an diesem Bahnhof über 7 Jahre alt – und hoffnungslos überholt. Der besagte Zug war schon lange gestrichen worden. Manche Fahrpläne sind vielleicht topaktuell – aber so unverständlich und unübersichtlich aufgemacht, dass es meinen bescheidenen Intellekt schlicht überfordert sie zu verstehen, Manche Liniennetzpläne der Stadt Essen sind so. Ich habe mich dann ganz auf die Führung meiner Schwester verlassen müssen, ohne sie wäre ich wahrscheinlich heute noch orientierungslos in Essen. Auch hier bringt der Fahrplan nicht das, was er eigentlich sollte. Und zu guter letzt sind da ja auch noch die Fahrpläne, die wunderschön anzuschauen sind, aktuell, gut verständlich – nur leider nicht vorhanden oder so zerstört, dass man sie nicht lesen kann. Da steht man dann ziemlich im Regen! Auch die Bibel ist ein Fahrplan. Ein Fahrplan zu Gott. Wie er sich das mit den Menschen vorgestellt hat, die Geschichte Gottes mit seinem Volk. Die Bibel ist unser Fahrplan zu einem gelingenden Leben, zu einem seligen Sterben und zu einer heilen Beziehung zu Gott. Da steht alles drin: Preise, Abfahrtzeiten, Allgemeine Geschäftsbedingungen, Verhaltensregeln während der Fahrt, Zielbahnhof und sogar allgemeine touristische Hinweise über den Zielort. Und glücklicherweise enthält dieser Fahrplan Gottes die oben genannten Tücken nicht: Er ist brandaktuell, druckfrisch, hochverständlich und immer verfügbar! Und auch für seine Gemeinde hat Gott gesorgt, dass sie einen Fahrplan bekommt, er einen reibungslosen Ablauf des Verkehrs im Leib Christi gewährleisten soll.