Die sechs Männer und der Elefant

Kevin DeYoung, Hauptredner der E21-Konferenz 2016 in Hamburg, kommentiert in seinem Buch Taking God at His Word (das als Gott beim Wort nehmen in diesem Jahr in deutscher Sprache erscheinen wird), die Geschichte von den sechs Männern und dem Elefanten folgendermaßen:

Du hast bestimmt schon einmal die Geschichte von den sechs Männern und dem Elefanten gehört. In der Geschichte stehen sechs Männer um einen Elefanten herum und berühren ihn beim Versuch, herauszufinden, was sie dort gerade fühlen. Ein Mann berührt den Bauch des Elefanten und denkt, es handele sich um eine Wand. Ein anderer ergreift sein Ohr und denkt, es sei ein Fächer. Ein anderer hält seinen Schweif für ein Seil. Und so geht es immer weiter, ohne dass einer der Männer darauf kommt, was sie tatsächlich befühlen. Was ist die Quintessenz dieser Geschichte? Was Gott betrifft, sind wir alle blind. Wir kennen einen Teil von ihm, aber wir wissen nicht wirklich, wer er ist. Niemand ist mehr im Recht als der andere. Stattdessen tappen wir alle im Dunkeln und meinen, wir wüssten mehr, als wir tatsächlich wissen.

Natürlich hat die Analogie zwei große Haken: Zum einen wird die Geschichte aus der Sichtweise von jemandem erzählt, der genau weiß, dass der Elefant ein Elefant ist. Damit die Geschichte überhaupt Sinn macht, muss der Erzähler eine präzise und klare Vorstellung von dem Elefanten haben. Der zweite Haken ist sogar noch fataler: Obwohl die Geschichte eine sehr gute Beschreibung der menschlichen Unfähigkeit, Gott mit unseren begrenzten Fähigkeiten zu kennen, ist, klammert sie die Frage aus, die unser Weltbild so erschüttert, nämlich: Was, wenn der Elefant spricht? Was, wenn er den blinden Männern sagt: „Diese wandähnliche Struktur ist meine Bauchseite. Bei dem Fächer handelt es sich in Wirklichkeit um mein Ohr. Und das ist kein Seil, das ist mein Schwanz.“ Würde man, vorausgesetzt, der Elefant hätte all dies gesagt, den sechs Männern dafür, dass sie seine Aussagen ignoriert haben, Demut bescheinigen?
http://www.evangelium21.net/blog/die-sechs-maenner-und-der-elefant

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Aufmerksamkeitskiller Smartphone

Smartphones lenken ab, führen sogar zu schlechteren Leistungen. Dennoch setzen Hochschulen vermehrt auf den Smartphone-Einsatz. Die taz berichtet von einem Professor, der zu drastischen Maßnahmen greift, falls in der Vorlesung so ein digitales Spielzeug zu viel Aufmerksamkeit bekommt:

„Die Generation Studierender, die heute an die Universitäten kommen, sind alle Digital Natives“, sagt Jaroch vom Deutschen Hochschulverband. Die meisten hätten Smartphones. Aber man müsse auch die im Blick haben, die keines besäßen. „Da muss man vorsichtig sein, dass man niemand abhängt.“ Experimentleiter Riedl hält für bedenklicher, dass sie ständig auf ihr Handy blicken müssen: „Sie können gar nicht mehr anders. Das ständige Onlinesein ist eine Sucht.“ Damit konfrontiert er seine Studentinnen und Studenten auch in der Vorlesung. Wer das Gerät nicht freiwillig wegpackt, müsse aufstehen und sagen: „Ich bin Klaus und ich bin süchtig.“ Die Nachricht verstehen die Studierenden sofort.

Ich sollte diesen Ansatz übernehmen!
Hier mehr: www.taz.de.

Aufmerksamkeitskiller Smartphone

Jesus – der alleinige Weg zu Gott?

Christen sind es gewohnt, Antworten auf Fragen zu geben, die keiner stellt. Das ist nicht unser Fehler! Nur weil niemand die Frage stellt, heißt das nicht, dass die Frage nicht wichtig wäre Mal ehrlich: Wollen die Leute überhaupt wissen, ob es einen Weg zu Gott gibt? „Wir haben vergessen, dass wir Gott vergessen haben“. Was zunächst im Blick auf die neuen Bundesländer so festgehalten wurde, gilt zunehmend auch für den Westen der Republik. Für die meisten Menschen ist Gott überhaupt kein Thema mehr. Die atheistische Erziehung und der Machbarkeitswahn der Wohlstandsgesellschaft haben Gott weitestgehend aus dem gesellschaftlichen Diskurs, der Gedankenwelt des Einzelnen und den Herzen der Menschen ausgegrenzt. Weiterlesen

Die Chancen der Flüchtlingskrise erkennen

Einige Sätze aus Center Church Deutsch lesen sich im Licht der gegenwärtigen Flüchtlingskrise wie aus prophetischer Feder geschrieben. Sie lassen erkennen, welche Chancen für das Evangelium sich in der gegenwärtigen Situation bergen. Die Zeilen gelten nicht nur im Blick auf globale Großstädte, sondern sie sind in der westlichen Welt mühelos auch auf städtisches Leben im weiteren Sinn zu beziehen. Keller schreibt:
“Millionen dieser Neuankömmlinge in den aufkeimenden Städten der Welt sind dem christlichen Glauben gegenüber offener, als sie es in ihrer ursprünglichen Umgebung waren. Viele von ihnen wurden aus ihrer familiären und traditionellen Umgebung herausgerissen und haben die engen Familienbande und Stammesverbindungen hinter sich gelassen, die ihnen bisher Halt gaben. Und die meisten Städte in den Entwicklungsländern haben so gut wie keine funktionierende staatliche Hilfe zu bieten. Diese Neuankömmlinge brauchen Unterstützung in den moralischen, wirtschaftlichen, emotionalen und geistlichen Herausforderungen des Stadtlebens. Das ist eine Chance für die Gemeinde, ihnen Unterstützung durch eine Gemeinschaft, eine neue geistliche Familie und die befreiende Botschaft vom Evangelium zu vermitteln.”
https://gottundleben.wordpress.com/2016/01/15/die-chancen-der-fluechtlingskrise-erkennen

David Bowie – der Außerirdische

Als ich vor einigen Tagen erfuhr, dass David Bowie im Kreis seiner engsten Angehörigen im Alter von nur 69 Jahren gestorben ist, überfiel mich große Traurigkeit. Ich habe Bowie nie verehrt und besitze keins seiner 28 Alben. Mein Verhältnis zu Bowie ist eher distanziert, vielleicht, weil einige Freunde, die ich an die Drogen verloren habe, seine Lieder auswendig sangen. Möglicherweise hat mich auch meine Frau beeinflusst. Wenn sie Musik von Bowie hört, sagt sie meist: „Ich kann das nicht hören; Bowie hat eine düstere Ausstrahlung.“
Bowie als Ikone der postmoderne Kunst
Gleichwohl meine ich, dass Bowie ein ungewöhnlich ernsthafter und talentierte Künstler war. Er ist nicht nur eine Ikone postmoderner Kultur, sondern gehört zu denjenigen, die diese Kultur durchdrungen und initiiert haben. Androgynes Auftreten, Verschmelzung von hoher Kunst und Kitsch, Hybridität von Musik und Theater, Stilpluralismus, all das ist bei ihm präsent. Bowie liebte zum Beginn seiner Karriere besonders das Spiel mit disparaten Identitäten. Das „Ich“ schien verflüchtigt. Ich sah einmal ein TV-Interview, da beantwortete Bowie die Aussage eines Journalisten: „Sie ändern ihre Pläne für die Zukunft. Sie werden keine neue Figur entwickeln, sich kein neues Image zulegen; was immer das bedeutet“, mit: „Ich lege mir vielleicht das Image eines Ichs zu. Ich erfinde gerade eine Art Ich.“ Besser ist die Lage vieler Menschen heute kaum zu beschreiben. Image-Design. Weiterlesen

‚Die Zöllner von gestern sind die Pharisäer von heute’

Die Zöllner von gestern sind die Pharisäer von heute! Heute ist es der Zöllner, der alles missachtet; der zu Gott sagt: „Gott, ich danke dir, dass ich nicht so bin wie diese Pharisäer: die Gläubigen, die Heuchler und die, die intolerant sind; jene, die sich um das Fasten sorgen, im Alltag aber schlimmer sind als wir.“ Es sieht so aus, als gäbe es da auch die, die paradoxerweise so beten: „Ich danke dir, Gott, dass ich ein Atheist bin!“ P. Raniero

Auf der Achterbahn der Seligpreisungen

Viele Menschen finden heute reine Wortbeiträge, Vorträge, politische Reden und auch Predigten langweilig. Ihnen reicht das Wort nicht mehr. Mindestens die Bebilderungsmaschine von Powerpoint muss noch dazu kommen, so als würden die Redner ihren eigenen Worten nicht mehr trauen. Dann projizieren sie die Zerstreuung lieber auf einen Bildschirm. Denn die Augen des Zuhörers lassen sich leicht ablenken. Weiterlesen