„Bei dem Herrn ist Rettung.“

Wir alle kennen übereifrige „Seelengewinner“, die rastlos um herjagen, ahnungslose Kandidaten am Schlips festhalten, mit ihnen ein Formular zur Seelenrettung durchgehen und sie so lange bedrängen, bis sie schließlich ein Bekenntnis ablegen, nur um diesen unangenehmen Menschen endlich loszuwerden. Der hakt dann wieder einen Bekehrten ab und sieht sich nach weiteren Häuptern um, die er später zählen kann. Ist das wirklich Evangelisation? Nein, das müssen wir wohl zugeben. Das ist eher eine Form religiöser Belästigung. Wie jeder Dienst, der nur mit der Energie des Fleisches betrieben wird, richtet er mehr Schaden an als er Gutes hervorbringt.
John Stott hat schon recht, wenn er schreibt: „Jesus Christus hat die Schlüssel. Er öffnet die Türen. Deshalb wollen wir nicht gewaltsam und auf eigene Faust durch die Türen einbrechen, die noch verschlossen sind. Wir müssen schon auf Ihn warten, dass Er Türen vor uns öffnet. Der Sache Christi wird immer wieder geschadet durch ein gefühlloses oder aufdringliches Zeugnis. Bestimmt ist es richtig, wenn man sich bemüht, die Freunde und Verwandten zu Hause und an der Arbeitsstelle für Christus zu gewinnen. Aber wir haben es dabei manchmal eiliger als Gott. Sei geduldig! Bete inständig und liebe viel und warte dann hoffnungsvoll auf die Gelegenheit für ein Zeugnis.“
Wir stimmen vielleicht in vielen Punkten nicht mit der Lehre von Dietrich Bonhoeffer überein, aber wir sollten uns die folgenden Worte von ihm doch zu Herzen nehmen: „Das Wort des Heils hat seine Grenzen. Ein Mensch hat weder die Macht noch das Recht, es anderen aufzuzwingen… Jeder Versuch, das Evangelium einem Menschen mit Gewalt überzustülpen, hinter den Leuten herzurennen, um sie zu bekehren und unsere ganze Findigkeit einzusetzen, um die Errettung anderer Menschen zustande zu bringen, ist sowohl nichtig als auch gefährlich… Wir werden dann nur der blinden Wut von verhärteten und verdunkelten Herzen begegnen, und das ist zwecklos und schädlich. Unser leichtfertiger Umgang mit dem Wort der billigen Gnade langweilt die Welt bis zum Ekel, so dass sie sich schließlich sogar gegen die wendet, die versuchen, ihr etwas aufzuzwingen, was sie nicht haben will.“ William MacDonald
https://www.evangeliums.net/predigten/bibel_predigt_zu_jona_2_10.html

Das trinitarische Gebet von John Stott

Guten Morgen, himmlischer Vater,

guten Morgen, Herr Jesus,

guten Morgen, Heiliger Geist.

Himmlischer Vater, ich bete dich an als den Schöpfer und Erhalter des Universums.

Herr Jesus, ich bete dich an als Erlöser und Herr der Welt.

Heiliger Geist, ich bete dich an, der du das Volk Gottes heiligst.

Ehre sei dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Himmlischer Vater, ich bete, dass ich diesen Tag in deiner Gegenwart leben und dir immer mehr gefallen möge.

Herr Jesus, ich bitte dich, dass ich heute mein Kreuz auf mich nehme und dir folge.

Heiliger Geist, ich bete, dass du mich heute mit dir erfüllst und deine Frucht in meinem Leben reifen lässt: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.

Heilige, segensreiche und glorreiche Dreieinigkeit, drei Personen in einem Gott, erbarme dich meiner.

Amen

JOHN STOTT’S TRINITARIAN PRAYER
Good morning heavenly Father, good morning Lord Jesus, good morning Holy Spirit. Heavenly Father, I worship you as the creator and sustainer of the universe. Lord Jesus, I worship you, Savior and Lord of the world. Holy Spirit, I worship you, sanctifier of the people of God. Glory to the Father, and to the Son and to the Holy Spirit. Heavenly Father, I pray that I may live this day in your presence and please you more and more. Lord Jesus, I pray that this day I may take up my cross and follow you. Holy Spirit, I pray that this day you will fill me with yourself and cause your fruit to ripen in my life: love, Joy, peace, patience, kindness, goodness, faithfulness, gentleness and self-control. Holy, blessed and glorious Trinity, three persons in one God, have mercy upon me. Amen
Quelle:
Veröffentlicht in der Kurzbiographie von Roger Steer: Basic Christian: The Inside Story of John Stott;


„Ich bete für dich.“ (I’m Praying for You)


„Ich bete für dich.“ Ein Satz, der uns schnell über die Lippen kommt, wenn uns geliebte Menschen von ihrem Leid erzählen. Beten wir dann auch wirklich? Wie sollen wir für sie beten?

Uns fehlen die Worte, wenn wir die Leiden und Nöte anderer in Gebete formulieren. Oft bitten wir einfach, dass Gott dieses Leid oder den Schmerz wegnimmt. Das ist nicht falsch. Doch die Bibel liefert uns ein breiteres Vokabular für Gebete, das uns an Gottes souveränes Handeln erinnert und zeigt, was er durch das Leid in unser aller Leben beabsichtigt. Davon ist Nancy Guthrie überzeugt und beschäftigt sich in ihrem Buch I’m Praying for You – 40 Days of Praying the Bible for Someone Who Is Suffering mit dem Thema: Gebet für uns nahestehende Menschen, die leiden.

Immer aktuell

Leid ist ein Thema, das uns Menschen immer beschäftigt; im eigenen Leben, aber auch im Leben der Menschen um uns herum. Seit dem Sündenfall ist es Teil unserer Existenz und doch ist es ein Thema, dem wir am liebsten ausweichen. Es ist unangenehm, sich über Hilfsbedürftigkeit, Not und Sorgen zu unterhalten. Es wird totgeschwiegen, oft zumindest. Warum? Ich glaube, weil es weh tut, vom Leid zu hören. Und, weil man sich selbst verletzlich macht, wenn man anderen davon erzählt.

Nancy scheut diese Thematik nicht und das finde ich sehr gut. Mit dem Buch setzt sie einen Impuls, sich der Notleidenden aktiv anzunehmen und für sie zu beten. Und zwar nicht irgendwie, sondern mit der Bibel in der Hand. Was könnten wir Besseres tun, als mit diesen Nöten zu dem mächtigen und liebenden Gott zu kommen?

Wie das Buch aufgebaut ist

Nancy behandelt das Thema anhand von vierzig Bibelstellen, die uns etwas über Gottes Absichten im Leid offenbaren. Die Schrift hilft uns dabei, Gebete zu formulieren, die Gott verherrlichen und an denen er Freude hat. Sie hilft uns, nach seinem Willen zu fragen und uns daran zu erinnern, was er versprochen hat. Sie hält uns auch davon ab, etwas von ihm zu erbitten, was er nicht versprochen hat. Die Schrift hilft dabei, Gebete zu beten, die Gott gerne erhört. Nancy ermutigt mit den Versen, sorgfältig zu überlegen, wie Gott ist, was er tatsächlich gesagt hat und dies anschließend in Gebete zu verwandeln.

Jedes der 40 Kapitel ist gleich aufgebaut: Die Überschrift fasst zusammen, wofür ich für meine Lieben bete. Es folgt die Bibelstelle (ein Vers oder ein ganzer Abschnitt). Im Anschluss ordnet Nancy die jeweilige Passage in den weiteren Kontext ein und erklärt ihn kurz. Außerdem finden sich Erfahrungen und Ermutigungen aus ihrem eigenen Leben. Mit passenden Fragen fordert sie den Leser heraus, die Bibelstelle genauer zu betrachten. Sie fasst die Absicht der Stelle zusammen, zeigt, wie Gott sich darin verherrlicht und ermutigt ganz persönlich, für die jeweiligen notleidenden Angehörigen zu beten. Es ist ein Buch, das uns dazu einlädt, dies konkret zu üben.

Alle Kapitel enthalten ein vorformuliertes Gebet passend zur Bibelstelle und dem Platzhalter, in den Namen von Freunden oder Angehörigen eingetragen werden können. Ein QR-Code am Ende jedes Gebets ermöglicht es, jener Person, für die du gerade betest, eine persönliche Nachricht zu senden. Dabei sagst du ihr nicht nur, dass du betest, sondern auch, wofür du gerade betest. Das ist genial.

Am Ende des Buches findet man noch einige Leerzeilen, auf denen man persönliche Notizen machen kann. Das kann uns helfen, das Bewegte und Gebetete auf Papier zu bringen.

Hier auszugsweise einige Kapitelüberschriften:

  • I’m praying for you to be healthy in body and strong in spirit (3Joh 1–4; dt. Ich bete für deine körperliche Gesundheit und Kraft im Geist)
  • I’m praying that you will not worry about your life (Lk 12,25.30–31; dt. Ich bete, dass du nicht sorgenvoll auf dein Leben schaust)
  • I’m praying that you will know God’s presence with you in the darkness (Ps 88,1–4; dt. Ich bete, dass du dir der Gegenwart Gottes in dunklen Zeiten sicher sein darfst)

Relevant und anwendbar

Die Autorin ermutigt den Leser, für Heilung, Erleichterung und Wiederherstellung zu beten. Doch sie bleibt nicht dabei stehen, weil die Bibel dort nicht stehen bleibt. Stattdessen ermutigt Nancy zu beten, dass die Herrlichkeit des Charakters Gottes durch die zerbrochenen Orte sichtbar werde – eine gute Möglichkeit für uns, wieder größer von Gottes souveränem Handeln zu denken und dabei Christus und sein vollbrachtes Werk auf Golgatha hochzuhalten.

Es ist kein Buch, das man in einem Rutsch von vorne bis hinten durchliest. Es ist vielmehr ein Übungsbuch. Man kehrt gezielt in die Kapitel des Buches zurück, erinnert sich an biblische Wahrheiten und betet für andere im Blick auf Gottes guten, souveränen Plan. Es ermutigt auch jene Personen, denen man  die Nachricht zukommen lässt, wie man für sie gebetet hat.

Ich selbst bekomme immer wieder eine kurze Nachricht eines Freundes, in der er uns mitteilt, wofür er gerade für uns betet – meistens auch mit einer Bibelstelle belegt. Jedes Mal, wenn ich sie lese, freue ich mich. Es ermutigt mich zu hören, dass gerade jemand für uns betet und auch, wofür er Gott dankt oder bittet.

Ich denke, das Buch hilft uns dabei, nicht nur in unserem Gebets-Vokabular zu wachsen oder präziser für Anliegen zu beten, sondern vor allem Gottes Absichten im Umgang mit Leid und Leidenden immer mehr zu erkennen.

Zwei Dinge, die ich für weniger gelungen halte: Zum einen wirkt das Cover mit seinen Farben, Mustern und dem Glitzer bewusst feminin. Männer fühlen sich da wohl weniger angesprochen. Das finde ich schade, weil es kein Buch ist, das speziell an Frauen gerichtet ist. Zum anderen ist die Idee mit den QR-Codes gut, jedoch die praktische Umsetzung weniger gelungen. Man wird auf eine Google-Suchseite geführt, die die Bibelstelle in eigenartiger Weise darstellt. Ob das ein Fehler oder nur wenig stilvoll umgesetzt ist, bleibt offen. Hilfreich finde ich dennoch die Erklärung zur Handhabung des QR-Codes auf den ersten Seiten des Buches. Interessant wäre zu wissen, wie viele Leute davon tatsächlich Gebrauch machen.

Alles in allem ist dies ein geniales Buch, das unser Gebetsleben bereichert. Es kann und will die Angst nehmen, „schwierige” Dinge zu sehen und vor Gott im Gebet zu bewegen. Sehr gelungen finde ich, dass Nancy das Thema Leid ganz bewusst gewählt hat und mit diesem Buch anhand der Bibel Gottes Herrlichkeit inmitten von Leid aufzeigt. Mein Herz hat diese Perspektive sehr nötig.

Buch

Nancy Guthrie, I’m Praying for You – 40 Days of Praying the Bible for Someone Who Is Suffering, 10publishing, 2021, 180 Seiten, ca. 18,85 Euro.

Anna Reindl ist verheiratet mit Alex. Sie ist Lehrerin und liebt es, Jung und Alt von der Gnade Gottes zu erzählen. Gemeinsam mit ihren drei Kindern leben sie in einem kleinen Dorf in Tirol, Österreich.
https://www.evangelium21.net/media/3278/im-praying-for-you

Wenn Gott zu unns Spricht

„Das größte Geheimnis des geistlichen Wachstums liegt in der persönlichen, demütigen, gläubigen und gehorchenden Antwort auf das Wort Gottes. Wenn Gott durch sein Wort zu uns spricht, – seine Warnungen überführen uns von unserer Sünde,  – seine Verheißungen bringen uns Gewissheit der Vergebung – seine Befehle leiten uns zu einem neuen Lebenswandel.  Wir leben und wachsen durch sein Wort.“ John Stott, in Tim Chester: John Stott on the Christian Life, s.65

Das Sonnenblumenöl der Endzeit

In den letzten Wochen gab es immer wieder Momente, in denen man kein Speiseöl in den Regalen gefunden hat. Manch ein Geschäft hat die Preise für Speiseöl entsprechend auch “angepasst”. In den Sozialen Netzwerken kursierten Bilder, die Sonnenblumenöl zeigten, dass für 5€ der Liter verkauft wurde.

In dieser Zeit erlebte ich schmerzlich mit, wie viele Christen diese Entwicklung mit einem Hinweis darüber quittierten, das die Bibel ja genau das als Zeichen der Letzen Zeit voraussagt. Mir drängt sich ein Reim auf:

In der Bibel steht geschrieben,

dass die Ölpreise gestiegen

Ich bin verwundert über solche Äußerungen, da hätte ich den Fans der “Wir leben in der absolut letzten Zeit”-Fraktion etwas mehr Kenntnis der Offenbarung zugetraut, die schließlich in 6.6. lehrt: “Und ich hörte etwas wie eine Stimme mitten unter den vier Wesen sagen: Ein Maß Weizen für einen Silbergroschen und drei Maß Gerste für einen Silbergroschen; aber dem Öl und Wein tu keinen Schaden!”

Aber etwas Ernsthafter: Wirklich alles, was die Presse berichtet, als Abbildung biblischer Prophetie zu sehen, halte ich in dreifacher Hinsicht für problematisch.

1 Schrift auf den Lippen, aber wenig davon im Herzen

Da wäre zunächst die Haltung zu Gott und seinem Wort: Zu Beginn der Invasion der Ukraine durch Russland wurde ich nahezu mit Abbildungen geflutet, die Mt. 24,6 (bzw. Mk. 13,7) enthielten: Dabei galt die Betonung aber nicht der Tatsache, dass nach Mt. 24,6 und Mk. 13,7 Kriege und Kriegsgeschrei nicht das Ende sind und gerade Matthäus schildert, was noch alles zusätzlich zum Krieg und Kriegsgeschrei folgen muss. Über Mt. 24,6 und ähnliche Stellen wurde aber so gesprochen, als wäre der Überfall Russland jetzt ” erlebte Erfüllung des Endzeitfahrplanes Gottes”.  Ich habe wirklich Mühe, wenn wir so leichtsinnig mit dem Erbe der Schrift umgehen, dass uns Gott hinterlassen hat. Wenn wir bei jedem Geschehen “Alarm” rufen, verlieren wir die Glaubwürdigkeit, wenn echte Gefahr vorherrschen wird. Ich empfehle den Artikel von Etgladium.de als Gegengift.

Um bei Mt. 24, zu bleiben:  In den Versen 6 bis 14 findet sich ja durchaus eine eindeutige Eskalationsbeschreibung: Krieg und Kriegsgeschrei (= noch nicht das Ende) – Hungersnöte und Erdbeben (=Anfang der Wehen) – Bedrängnis, Hass – Verfolgung – Weltweite Evangeliumsverkündigung (= dann wird das Ende kommen).

Es geht darum, dass dieses vermeintlich beständige Verweisen auf das Wort Gottes entgegen dem ersten Eindruck eben nicht vor Respekt vor Gottes Wort zeugt. Vor allem zeugt das eher von einer grenzenlosen Selbstüberschätzung (mehr dazu im zweiten Punkt). Überhaupt ist wenn, dann gerade diese Geringschätzung der Schrift ja das eigentliche Zeichen der letzten Zeit, dass man nicht mehr auf Gottes Wort achtet. Das erinnert mich an den Prediger, der immer wieder erinnerte, dass in der Letzten Zeit, die Leute sich die Prediger suchen, “nach dem ihre Ohren jucken”. Oder natürlich an 2. Tim. 3,1ff das uns lehrt, dass in der letzten Zeit die Menschen die Ausschweifung mehr lieben werden als Gott, und das bringt mich zur zweiten Perspektive

2. Das Persönliche Erleben als das Zentrum der Endzeitlichen Erfüllung

2. Tim. 3,1ff führt auch aus, dass die Endzeit von egoistischen Menschen geprägt sein wird. Diese “schlimmen Zeiten” werden von Menschen voll sein, die u.a. “viel von sich halten, geldgierig sein, prahlerisch, hochmütig, (…) undankbar, gottlos,  lieblos, unversöhnlich, schändlich, haltlos, zuchtlos” sind.

Es kann nicht richtig sein, dass wir als Christen darüber murren, dass das Öl nicht mehr 1,19EUR sondern 1,79EUR kostet, während in Nordkorea und anderen Ländern Christen für die Durchführung der Gottesdienste exekutiert werden. In so vielen Ländern befinden sich Christen in echten “Wehen der Endzeit” und wir verzweifeln an teuer werdendem Speiseöl? Dabei waren natürlich auch die Corona-Politik (Seuchen), das “Jahrhunderthochwasser” 2021, die Regierung von Trump, die Regierung von Obama, die Regierung von Schröder, die Expansion der EU und alles andere “Zeichen der letzten Zeit”. Als hätte die Bibel nicht klar davon gesprochen, dass das Zeichen der letzten Zeit die Ausgießung des Geistes auf der ganzen Welt ist! Das wissen Christen doch schon seit 2000 Jahren. Bereits Petrus sah das in seiner ersten Predigt, als er erklärte, dass sich im Pfingstwunder das erfüllt, was der Prophet Joel für die letzte Zeit voraussah (Apg. 2,14-21, wo Petrus auf Joel 3,1-5 zurückgreift). Das kostbare Öl der Ausgießung des Heiligen Geistes ist das wahre Öl der Endzeit!

Der ultimative Prophet der Endzeit war Jesus selbst und das Zentrum der Endzeit ist sein Volk, dass aus allen Nationen trotz allen Verfolgungen gesammelt wird. An diesem Feigenbaum Gottes, da sehen wir die Zeichen der letzten Zeit, die uns nicht egoistisch selbstsüchtig machen lassen, was ja nur von 2. Tim 3,1ff zeugen würde.

3. Ist die Warnung der Endzeit das Eintrittsticket eines Preppers?

Eine derart materialistische Sicht auf die Endzeit wird auch die Botschaft ändern, die wir für unseren Nächsten haben. Blicke ich auf Öl oder Sanktionen für Ungeimpfte, dann habe ich vor allem eine Botschaft für meinen Nächsten: Horde, Sammle, Sorge vor, werde zum Prepper, baue möglichst hohe Unabhängigkeit auf. Das widerspricht aber schlicht dem Zentrum der Wahrheiten, die die Bibel uns weitergibt, wenn sie uns Anweisungen für das Verhalten in der Endzeit gibt. Im Zentrum steht hier immer die Warnung, nicht verführt zu werden. Immer wieder die Erinnerung, aufzumerken und zu wachen, nicht von Christus wegzugleiten! Beständige Hinweise auf Irrlehrer finden sich hier ebenfalls. Obwohl praktische Hinweise nicht vollständig abwesend sind, ist es doch eher ein Ausdruck westlicher Dekadenz, wenn wir schon im knapp werdenden Sonnenblumenöl Anzeichen des Weltuntergangs sehen. Ich kann euch versichern, der Tag des Herrn wird viel furchtbarer (vgl. z.B. “Heulet, denn des HERRN Tag ist nahe; er kommt wie eine Verwüstung vom Allmächtigen.” Jes 13,6–9.).

Teures Sonnenblumenöl ist weit über dem, was die Zufriedenheitsschwelle eines Christen kennzeichnen sollte, da Paulus uns erinnert: “Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so wollen wir uns damit begnügen.” ( 1 Tim 6,8). Und was unser schweres westliches christliches Los angeht, wie sollte ich hier eine bessere Botschaft haben, als die die wir in 2. Tim. 3.12 finden: Und alle, die fromm leben wollen in Christus Jesus, müssen Verfolgung leiden.”

Schließlich ist ja ein Speiseölpreis von 2EUR/l eine Unverschämtheit. Eine Unverschämtheit gegenüber dem anbauenden Landwirt, dem verarbeitenden Ölhersteller und schließlich auch gegenüber dem Händler, die für ein paar Pennys ein reines Qualitätsprodukt abliefern. So lange sind die Zeiten nicht her, dass einige Gefäße Speiseöl ein Vermögen bedeuteten (Ich nehme Bezug auf das Wunder, als Elisa das Öl der Witwe mehrte, nachzulesen in 2. Könige 4,1-7). Das wiederum erinnert mich an einen potentiellen Selbstversorger, der “über teure Lebensmittelpreise” klagt, und doch gleichzeitig die selbstgemachten Nudeln für deutlich über ALDI-Preis feil bietet. Finde den Fehler, Bruder!

Fazit des Artikels: Jemand, der in jedem Ereignis der Tagespolitik ein Zeichen der letzten Zeit erkennt, steht in der Gefahr unter die Verführung der letzten Zeit zu geraten.

Der „liebe Gott“ ist tot

Ich hätte nicht gedacht, dass ich so einen Artikel nochmal in einer säkularen Tageszeitung lesen kann! Die ehemalige Pröpstin von Frankfurt, Gabriele Scherle, und Ihr Mann, Peter Scherle, früher Direktor des Theologischen Seminars Herborn, schreiben in der FAZ (27.4.22, S.11) unter der Überschrift „Um zu richten“: „Es gibt keine Hoffnung auf Erlösung, keine Hoffnung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde, ohne das göttliche Gericht.“ Sie kritisieren, „dass die christliche Frömmigkeit durch die Verkündigungspraxis an ein harmloses Evangelium gewöhnt wurde, dem die Vorstellung vom göttlichen Gericht ganz fremd geworden ist…. Das moderne Liedgut hat ein Übriges getan, Gott zu verharmlosen.“ „Zurück blieb der ‚liebe Gott‘, der uns nichts tut. Dieser liebe Gott hat mit der Härte des Lebens nichts zu tun. Gott kann dann nicht einmal mehr dafür angeklagt werden, dass er Verbrechen wie in Butscha duldet. Die Klage hat ihren Adressaten verloren, den richtenden Gott.“ Sie schreiben von einer „Entkernung des christlichen Gottesbildes“. Und stellen dagegen: „Christus, so wird es sonntags im Credo bekannt, ‚wird kommen zu richten die Lebenden und die Toten‘. Und er kommt nicht von irgendwo, sondern von jenem Ort, in dem die ganze Handlungsvollmacht Gottes angesiedelt ist, denn ‚er sitzt zur Rechten Gottes‘.“ Die Scherles zeigen auch die friedensethischen Konsequenzen dieser biblischen Hoffnung. Der Artikel beginnt und endet mit der Reflektion über den Wunsch und die Gebetsbitte „Vergelt’s Gott!“. Letzter Satz des Artikels: „Der russische Oberbefehlshaber Putin und sein religiöser Unterstützer Patriarch Kyrill sollten sich vor dieser Bitte fürchten. Der ‚liebe Gott‘ ist tot.“ Und das gilt nicht nur für die Beiden.
Frankfurt am Main (IDEA) – Gegen eine „harmlose“ Lesart des Evangeliums haben sich zwei hessen-nassauische Theologen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) gewandt. Die frühere Pröpstin für Rhein-Main, Gabriele Scherle, und ihr Ehemann, der ehemalige Direktor des Theologischen Seminars Herborn, Peter Scherle, kommen in ihrem am 27. April veröffentlichten Gastbeitrag unter der Schlagzeile „Um zu richten“ zu der Schlussfolgerung: „Der ‚liebe Gott‘ ist tot.“

https://www.idea.de/artikel/gastbeitrag-in-der-faz-der-liebe-gott-ist-tot?fbclid=IwAR0KJnzJS5vjEOfHRu9F14ahXaawSO56EkhmGctwtr4vkp4JHopLPiTV8nU

Ich habe keine Zeit

Dieses Satz ist so trostlos. Und doch haben wir ihn ständig auf der Zunge. Wir sprechen ihn vor, wenn unangenehme Fragen drohen. Im Moment bedauern wir es bestimmt, wenn wir keine Zeit haben. Das, was jetzt alternativ sehr viel schöner wäre, lockt natürlich. Da wir ständig etwas erleben wollen, rennen wir mit im Wettlauf des Vergnügens, der Zerstreuung und Unterhaltung, haben wir dafür eben Zeit und für viel anderes nicht. Würden wir denn mit mehr Zeit etwas anzufangen wissen? Wenn sie einfach so da wäre, ohne ein Angebot im Schlepptau, sie gleich wieder totzuschlagen? Ist sie uns dann nicht sogleich fast eine Drohung? Nicht gefüllte Zeit scheint vielen eine Art Drohung der Leere zu sein.
Wir laufen heute Gefahr, vor lauter Dringlichkeit das Wichtige aus den Augen zu verlieren, ja das Dringliche ungeprüft als das Wichtige anzusehen und uns davon bestimmen zu lassen.
„Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen“ (Die Bibel, Psalmen, Kapitel 90, Vers 12). Wer in Rummel, Unruhe, Arbeit und Getriebensein flieht, handelt unbedacht. Leben wir auf ein Ende zu, bei dem sowieso alles vorbei ist oder auf ein Weiterleben nach dem Tod hin? Die Antwort darauf beeinflusst sehr stark meinen Alltag und wie ich mit meiner Zeit umgehe.
In der Bibel wird eine Geschichte erzählt von einem römischen Prokurator. Der hatte den Auftrag, den gefangenen Apostel Paulus zu verhören. Das wurde ein sehr seltsames Verhör, denn der Angeklagte redete einmal von dem zukünftigen Gericht Gottes, vor dem auch der Prokurator erscheinen müsse, und dann sprach er von JESUS, dem gekreuzigten Gottes Sohn, der Sünder vom Gericht erretten kann. Als der Prokurator das hörte wurde er sehr unruhig und sagte: „Wenn ich gelegene Zeit habe, wollen wir weiterreden“, und dann liess er den Paulus wieder abführen. Genauso könnte der Mensch von heute sprechen. Wie anders würde unser Leben sein, wenn wir uns morgens in der Früh Zeit nähmen, ein paar Verse ganz still in der Bibel zu lesen und unser Herz im Gebet vor Gott auszuschütten. Wie anders würden unsere Sonntage sein, wenn wir uns Zeit nähmen mit der Gemeinde Gott anzubeten, Sein Wort zu hören. Jetzt ist die angenehme Zeit. Jetzt ist der Tag des Heils. Jetzt hat Gott ungeheuer viel Zeit für uns. ER wartet auf uns. Nutzen wir doch diese Zeit.

Gefunden

Ich habe in meinem Leben zwei wichtige Dinge gelernt: Dass ich ein großer Sünder bin und dass Christus ein noch größerer Retter ist. Isaac Newton (1643-1727)

Inzwischen haben wir gemerkt, woran sich die Lieblosigkeit sehr früh erkennen lässt: An einer Inflation des Wortes „Liebe“. Prof. Dr. Gerhard Maier

Wer den Gerichtsgedanken aus seiner Verkündigung herausnimmt, der hat das Evangelium zu Fall gebracht. Prof. Dr. Gerhard Maier

25. April 1952: Erster Tag des Baumes in Deutschland.

Einst standen drei Bäume auf einem Hügel in den Wäldern.
Sie sprachen über ihre Hoffnungen und Träume als der erste Baum sagte: „Eines Tages möchte ich eine Schatztruhe sein. Ich könnte mit Gold, Silber und Edelsteinen gefüllt sein. Ich könnte durch prächtige Gravuren verziert sein und jeder würde die Schönheit sehen.“
Dann sagte der zweite Baum: „Eines Tages möchte ich ein prächtiges Schiff sein. Ich möchte Könige und Königinnen übers Wasser tragen und an alle Enden der Welt segeln. Jeder wird sich in mir sicher fühlen wegen der Stärke meines Bootsrumpfes.“
Schließlich sagte der dritte Baum: „Ich möchte solange wachsen, bis ich der höchste Baum im ganzen Wald bin. Die Menschen werden mich oben auf dem Hügel sehen und meine Zweige betrachten und an den Himmel und an Gott denken und wie nahe ich an sie heranreiche. Ich werde der größte Baum aller Zeiten sein und die Menschen werden sich immer an mich erinnern.“
Nach ein paar Jahren und zahlreichen Gebeten, dass ihre Träume doch in Erfüllung gehen möchten, näherte sich ein Trupp Holzfäller den Bäumen. Als sie den ersten Baum sahen, sagten sie: „Dieser hier sieht stark aus. Das Holz können wir sicher gut an den Tischler verkaufen.“ Und sie begannen, den Baum zu fällen. Der Baum war glücklich, weil er sich sicher war, dass der Tischler eine Schatztruhe aus ihm machen würde.
Von dem zweiten Baum sagten die Holzfäller: „Dieser hier sieht auch stark aus, den könnten wir sicher gut an die Werft verkaufen.“ Der zweite Baum war glücklich, weil er sich sicher war, dass er nun bald ein prächtiges Schiff sein würde.
Als die Holzfäller an dem dritten Baum vorbeikamen, bekam der Baum Angst, dass sie ihn auch fällen würden. Denn er wusste, dass dann seine Träume nie in Erfüllung gehen würden.
Einer der Holzfäller sagte: „Ich brauche noch einen Baum, der keine besonderen Qualitäten haben muss, also werde ich diesen hier nehmen.“ Und er fällte den Baum.
Als der erste Baum beim Tischler ankam, machte der einen Futtertrog für Tiere daraus. Dieser wurde dann in einen Stall gestellt und mit Heu gefüllt. Das war ganz und gar nicht das, wofür er gebetet hatte.
Der zweite Baum wurde zersägt und zu einem kleinen Fischerboot gemacht. Seine Träume von dem prächtigen Schiff, das Könige transportieren würde, waren zu einem abrupten Ende gekommen.
Der dritte Baum wurde in lange Stücke geschnitten und alleine im Dunkeln liegen gelassen. Die Jahre vergingen und die Bäume hatten ihre einstigen wundervollen Träume längst vergessen. 
Dann kamen eines Tages ein Mann und eine Frau in den Stall. Die Frau brachte ein Kind zur Welt und legte das Baby in das Heu in der Futterkrippe, die aus dem ersten Baum gemacht worden war.
 Der Mann wünschte, er hätte eine richtige Wiege für das Kind machen können, doch diese Futterkrippe würde reichen müssen. Der Baum konnte die Bedeutsamkeit dieses Ereignisses spüren und wusste, dass er nun den größten Schatz aller Zeiten beherbergte.
Jahre später stieg eine Gruppe von Männern in das Fischerboot, das aus dem zweiten Baum gemacht worden war. Einer von ihnen war müde und legte sich schlafen. Während sie da auf dem Wasser waren, kam ein gewaltiger Sturm auf und der Baum dachte, er sei sicher nicht stark genug um die Männer sicher ans andere Ufer zu bringen. Die Männer weckten den schlafenden Mann auf und als dieser aufstand und sagte: „Sei still!“ hörte der Sturm augenblicklich auf. Zu diesem Zeitpunkt wusste der Baum, dass er den König der Könige in seinem Boot transportiert hatte.
 Schließlich kam auch jemand und holte den dritten Baum ab. Er wurde durch die Straßen getragen während eine tobende Menschenmenge den Mann verspottete, der ihn trug. Als sie anhielten, wurde der Mann an den Baum genagelt und hoch in die Luft erhoben um auf einem Hügel zu sterben.
 Als der nächste Sonntag kam, erkannte der Baum, dass er stark genug war um ewig auf der Spitze des Hügels zu stehen und Gott so nah wie möglich zu sein weil Jesus an ihm gekreuzigt worden war.
 Wenn die Dinge sich nicht so entwickeln, wie du es gedacht hast oder deine Träume scheinbar nicht in Erfüllung gehen, dann wisse immer, dass Gott einen Plan für dich hat. Wenn du dein Vertrauen auf ihn setzt wird er dir gewaltige Geschenke machen. Jeder der drei Bäume hatte schließlich bekommen, was er sich gewünscht hatte, nur eben nicht auf dieselbe Weise, wie er es sich ausgemalt hatte – dafür aber noch um vieles herrlicher.
https://www.soulsaver.de/blog/25-april-1952-erster-tag-des-baumes-in-deutschland/

Religionen sind Sackgassen

Ein Mädchen, eine Fünfjährige, hatte im Gewühl der Großstadt ihre Mutter verloren. Nun steht sie weinend und hilflos an einem Fußgängerübergang. Ein Polizist entdeckt die Kleine, erfährt, was da geschehen ist, und fragt nach ihrem Namen. Er kann auch die Adresse ausfindig machen. Und dann erklärt er ihr den Weg nach Hause. Sie soll über die Kreuzung gehen, aber erst dann, wenn die Fußgängerampel auf Grün steht. Es sind jedoch eine ganze Menge Kreuzungen zu überqueren. Irgendwann kommt eine Bushaltestelle. Sie soll ja auf die richtige Nummer des Busses achten, und dann müsste sie umsteigen, und das nicht nur einmal. Ein langer, ein gefährlicher und komplizierter Weg. Der Polizist wünscht ihr viel Glück und verschwindet. Sie aber ist fünf Jahre alt. Sie hat nichts begrif-fen. Im Gegenteil, es ist alles noch schlimmer als vorher. Nein, das war wirklich keine Hilfe.So sind die Religionen. Sie sind Sackgassen. Vieles ist verwirrend, kompliziert und undurchsichtig. Irgendwo bleibt der Mensch hängen. Religionen führen nicht zum Ziel. Jesus Christus sagt, dass der Mensch verloren ist. Verlorene aber brauchen einen Retter, keine Regeln. Verlorene brauchen jemanden, der zupacken kann, eine helfende Hand, keine Belehrung, keine Gesetze und Riten … [Was hätte der Polizist stattdessen tun müssen?] Der Polizist entdeckt [das Mädchen] … und spricht es freundlich an. Er erfährt den Namen, die Straße, die Hausnummer. Er tröstet die Kleine und sagt: ‚Ich kann dir helfen. Der Weg ist gefährlich und weit, aber ich bringe dich heim.‘ So nimmt er ihre kleine Hand und führt sie.So ist Jesus. Darum wurde er, der Sohn Gottes, Mensch. Darum nannte er sich der Weg. Darum bat er die Menschen, sich an ihn zu binden und sich ihm anzu-vertrauen. Er kam von zu Hause und kann darum auch nach Hause bringen. Er kam vom Vater und kann darum auch zum Vater führen.“Friedhold Vogel, Ich bin …, Holzgerlingen 2006 (Hänssler), S. 158.