Narnia: Der Kampf gegen das Böse in uns selbst

Weihnachten steht vor der Tür und passend zur beschaulichen Jahreszeit auch der nächste Teil der Narnia-Reihe. „Die Reise auf der Morgenröte“ kommt diesmal in einer 3D-Version daher. Zwar ist sie nicht originalgetreu verfilmt. Doch Regisseur Michael Apted schafft es, den Geist Narnias vor die Kamera zu bekommen – und macht den Klassiker von C.S. Lewis damit zu christlichem Unterhaltungskino, das ohne erhobenen Zeigefinger auskommt.
Das wollte sich selbst die englische Queen nicht entgehen lassen: Bei Schnee und Kälte erschien sie zur Erstvorführung des dritten Teils der Narnia-Reihe am Londoner Kinoplatz Leicester Square. «Die Reise auf der Morgenröte» läuft am kommenden Donnerstag auch in deutschen Kinos an – und bietet nicht nur königliche Unterhaltung, sondern auch eine christliche Botschaft, die so deutlich selten auf der Kinoleinwand zu sehen war. Weiterlesen

Der Christ und die Wirtschaft

In der Wirtschaft verantwortlich Tätige haben derzeit keine besonders gute Presse. Die weltweite Wirtschaftskrise, die vor allem in fragwürdigen Finanzgeschäften ihre Ursachen hat, bedroht nicht nur in unseren Ländern den Wohlstand, an den wir uns schon so sehr gewöhnt hatten. Sie gefährdet auch die Chancen der Länder, die bisher noch im Schatten des wirtschaftlichen Erfolgs der industrialisierten Länder standen, endlich an ihm beteiligt zu werden. Damit aber scheinen sich besonders unter Christen schon immer gehegte Vorurteile gegenüber dem Wirtschaftsleben zu bestätigen und wecken neu längst erledigt geglaubte, grundsätzliche Fragen nach der Ordnung der Wirtschaft: War der Jubel angesichts des Sieges des Kapitalismus über den Sozialismus in der „Wende“ der 90er Jahre doch verfrüht? Zeigt er nicht plötzlich wieder sein altes hässliches Gesicht? Solche Fragen sollten für alle verantwortlich Mitdenkenden, nicht zuletzt auch für uns Christen, Anlass genug sein, neu zu bedenken, wo wir Position zu beziehen haben und warum. Weiterlesen

Erweckliche Verkündigung

Das Wort .Erweckung“ umfasst das Erwecken und das Erwachen. „Erwecken“ bezeichnet den Vorgang, wenn ein Mensch durch ein Wort aufgeweckt wird. „Erwachen“ meint den Vorgang von innen her, vom Menschen, der nun wach wird und das Licht des Tages sieht. In dem Bibeltext Eph 5.14 sind beide Seiten vereinigt: „Wache auf, der du schläfst, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.“ Darin sind alle Seiten der „Erweckung“ enthalten:
1. Der Schläfer ist geistlich tot. Er liegt wie Lazarus im Grab und stinkt. Das weiß er aber nicht. Er fühlt sich subjektiv wohl, wie ein Schlafender, der seinen Traum für die Wirklichkeit hält.
2. Das entscheidende Wort, das ihn wach macht, kommt nicht aus ihm. Er muss es hören. Es muss ihm gesagt werden. Der Weckruf kommt in der Christusverkündigung an ihn. Die rüttelt ihn auf. Denn sie bezeugt ihm  Gottes Gericht über seine Sünde. Es sagt ihm, in welcher gefährlichen Lage er sich befindet Er ist in der Gefahr, geistlich weiter zu schlafen und in der Hölle aufzuwachen Es bezeugt ihm aber auch, dass Gott sein Gericht im Kreuzestod Jesu vollzogen hat und nun jeder Vergebung und Leben empfangt, der sie dort sucht.
3. Das Wort des Evangeliums hat Leben schaffende Kraft. Nicht unsere Rhetorik. Das Wort Gottes ist der gute Same, der den Hörer wach macht und Leben aus Gott in ihn pflanzt. Dann steht er auf und beginnt ein neues Leben im Licht des Ostertages Jesus Christus ist von den Toten auferstanden, und er ruft Menschen aus dem geistlichen und ewigen Tod zum Leben.
4. Geben wir also dieses Wort reichlich und treu weiter und erwarten wir, dass der Herr selbst sich zu diesem Zeugnis stellt.
Erweckung ist also nicht die Pflege eines christlichen Hobbys zusätzlich zu anderen. In diesem genannten Sinn ist „Erweckung“ das Lebenswunder, das sich seit Ostern und Pfingsten immer wieder vollzieht und darum das Zentrale der christlichen Botschaft. Lassen wir uns in diesem Sinne immer wieder aufwecken?

Was heißt das für unsere Verkündigung?
• Sie sollte „erwecklich“ sein, also nicht einschläfernd, sondern aufweckend zu einem frohen Glauben an
Jesus Christus.
• Wir haben nicht die Aufgabe, den Hörer zu unterhalten, sondern offen über den Ernst seiner Lage ohne Christus zu reden, ohne uns dafür zu entschuldigen.
• Wir Verkündiger brauchen immer wieder die Buße und Reinigung, damit wir dem Herrn nicht im Wege stehen. Dr. Manfred Dreytza

Vorsehung

Vorsehung ist nichts weiter als der Glaube an Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer des Himmels und der Erde, der uns die momentanen Segnungen und Schwierigkeiten, aber auch die Hoffnung der Zukunft bringt. Du kannst auf die Vorsehung durch die Linse der menschlichen Autonomie und durch den götzendienerischen Begriff der Freiheit sehen. Dann siehst du einen erbärmlichen Gott, der Tsunamis bringt und König wie Schachfiguren in einem perversen Spiel benutzt. Oder du kann auf die Vorsehung durch die Linse der Schrift sehen und einen liebenden Gott erblicken, der die Haare auf unserem Kopf zählt und die Spatzen in der Luft führt…
Aus: Kevin DeYoung. The Good News We Almost Forgot. Moody Publishers. Chicago 2010.

DIE GESCHICHTE ISRAELS

Die Geschichte Israels im AT kann in drei Herrschaftsperioden eingeteilt werden:

  1. Gottesherrschaft – die direkte Herrschaft Gottes durch Männer wie Mose, Josua und die Richter
  2. Königsherrschaft – die Könige regieren über Israel
  3. Fremdherrschaft – verschiedene heidnische Völker herrschen über Gottes Volk

1. Mose bis Ruth beschreibt die Zeit der Gottesherrschaft; 1. Samuel bis 2. Könige bzw. 2. Chronika beschreibt die Zeit der Königsherrschaft, wobei 1. Samuel im besonderen die Übergangszeit von der Gottesherrschaft zur Königsherrschaft behandelt. In diesem Buch kommen die letzten zwei Richter von Israel, Eli und Samuel, vor. Sie bereiten den Weg für eine herrliche Zeit in der Geschichte Israels vor, nämlich für das vereinigte Reich (um 1.000 v.Chr.). Während der Königsherrschaft von David und Salomo erreichte Israel den Höhepunkt seiner Geschichte; danach kam ein über Jahrhunderte dauernder langsamer, sicherer Abstieg bis 722 v.Chr. (assyrische Gefangenschaft) bzw. 586 v.Chr. (babylonische Gefangenschaft), als Gottes Volk völlig unter die Fremdherrschaft kam. Bis 586 v.Chr. war der Tempel in Jerusalem das Zentrum des Gottesdienstes und der Thron Davids die Grundlage der Hoffnung für die Nation Israel. Doch in diesem Jahr eroberten die Babylonier Jerusalem. Der Tempel wurde zerstört und der Thron Davids zunichte gemacht. Die neue Heimat der Juden war Babylon. Als König Kores 539 v.Chr. die Erlaubnis erteilte, dass die Juden in ihre Heimat zurückkehren dürften, nahmen verhältnismäßig wenige von ihnen dieses Angebot an. Die Bücher Esra und Nehemia berichten Einzelheiten über die Rückkehr der kleinen Schar Juden aus Babylon. Sie besiedelten Jerusalem wieder, bauten einen neuen Tempel, neue Häuser und eine neue Stadtmauer.
Das Volk war nun wieder in seiner Heimat und der neue Tempel stand. Es sollten jedoch noch etwa 400 Jahre verstreichen, bevor Gott Seinen gewaltigen Plan hinsichtlich Seines Sohnes, Jesus Christus, offenbaren würde. Es mussten nämlich noch wichtige religiöse, kulturelle und politische Weichen auf der „Weltbühne“ gestellt werden, bevor „die Fülle der Zeit“ kommen würde (siehe Gal 4,4).
DER GESCHICHTLICHE HINTERGRUND ZUM NT
Um die Aussage des NTs besser und genauer zu verstehen, ist es notwendig, die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte, vor der Geburt Jesu, zu analysieren. Im besonderen den Einfluss von drei Weltkulturen auf die Zeit Jesu:

die jüdische Welt       – ihr Einfluss war hauptsächlich „religiös“
die griechische Welt  – ihr Einfluss war hauptsächlich „kulturell“
die römische Welt      – ihr Einfluss war hauptsächlich „politisch“

In Gal 4,4steht: „…als aber die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott Seinen Sohn…“

Eine Analyse dieser drei Kulturen zeigt, warum „die Fülle der Zeit gekommen war“.

Karte 1: Überblick der Fremdherrschaften über Israel, welche die jüdische Welt prägten

Jahre vor Chr. DIE FREMDHERRSCHAFT DIE ENTSTEHUNG WICHTIGER EINFLÜSSE HINSICHTLICH „DER FÜLLE DER ZEIT“
586 DIE BABYLONISCHE HERRSCHAFT Nebukadnezar die Gefangenschaft in Babylon die „Diaspora“ oder die Zerstreuung das Judentum das Gesetz (schriftlich und mündlich) die Synagoge
539 PERSISCHE HERRSCHAFT einige Juden kommen zurück nach Palästina
515 Tempel und Jerusalem wieder aufgebaut ca. 200 Jahre Frieden in Palästina der zweite Tempel die Sammlung der Schriften die Samariter
334 GRIECHISCHE HERRSCHAFT Alexander der Große der Hellenismus die griechischen Philosophen und die mystischen Religionen
323 (PTOLEMÄISCHE HERSCHAFT) Feldherr Ptolemäus die Septuaginta die hellenistischen Juden und die Proselyten
198 (SELEUKIDISCHE HERRSCHAFT) Feldherr Seleukis Antiochus IV Epiphanes und der Gräuel der Verwüstung die Makkabäer die jüdischen Sekten (Pharisäer und Sadduzäer)
63 DIE RÖMISCHE HERRSCHAFT Pompeius erobert Jerusalem das römische Regierungssystem
5 Geburt Jesu Christi
n. Chr. 32 Tod Jesu Christi Apostelgeschichte beendet
64 der Großbrand in Rom – Christenverfolgung
66-70 der jüdisch-römische Krieg
70 die Zerstörung Jerusalems

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Konstruktiv statt defensiv

Bislang hat sich die Schöpfungsforschung unter anderem auf eine Frage der Grundtypenbiologie konzentriert: Wie lassen sich die verschiedenen Schöpfungseinheiten voneinander abgrenzen? Diese Frage schien bedeutsam, weil es aus biblischer Sicht keine Evolution von einer von Gott geschaffenen Art zu einer anderen geben kann: Gott hat die Lebewesen nach ihrer Art geschaffen. Aber wo fängt eine Art an, wo hört die nächste auf? Bei der Frage, was nun eine «Art» aus biblischer Sicht ist und von wo nach wo eine Evolution demzufolge nicht möglich gewesen sein kann, kommt die Schöpfungsbiologie nicht weiter. Auch der exegetische Blick in die Bibel wird keine grundlegenden weiteren Erkenntnisse bringen. Deshalb rät der Autor dieses Beitrags, (factum6/2009 Mit Vertrauen forschen) die Schöpfungsforschung solle sich nicht im Widerstreit mit der Evolutionstheorie defensiv auf Positionen festlegen, zu denen die Bibel ohnehin keine expliziten Aussagen mache, sondern konstruktiv danach forschen, wie sich die kurzen Zeiträume von wenigen tausend Jahren der Naturgeschichte erklären. Er schließt nicht aus, dass es auch eine Makroevolution gegeben haben mag, sofern man die Definition von Grundtypen zugrunde legt, von der die Naturwissenschaft ausgeht. Aus christlicher Sicht sieht er darin kein Problem, weil die exakte biblische Definition der Arten nicht zu klären ist und eine völlig andere als die naturwissenschaftliche sein kann. Damit befreit er sich von einem Anti-Evolutionismus, der nur auf Angst vor dem atheistischen Weltbild basiert und sich in der Defensive verzehrt. Am Wort der Bibel hält er fest. «Wir brauchen keine Angst zu haben», schreibt Christoph Heilig. «Wir brauchen die biblischen Rahmenbedingungen nicht verteidigen, sie sind wahr, ob wir sie dogmatisch abschirmen oder nicht.» red.
factum6/2009 Seite 34 http://www.factum-magazin.ch/wFactum_de/index.php?navid=1

DIE PROPHETEN OBADJA, NAHUM UND HABAKUK

EINLEITUNG ZU OBADJA
Der Herr hat Seine Wortführer nicht nur an Sein Volk, sondern auch an die heidnischen Völker, vor allem an jene, die in einer Verbindung zu Seinem Volk standen. Diese Nationen waren vor allem die Edomiter, die Assyrer und die Chaldäer (Babylonier). Die folgende Karte zeigt die Nationen und Propheten, die Gott dorthin sandte.

Karte 161 – Der Wortführer Gottes an die Nationen

Man könnte die Wortführer Gottes wie folgt darstellen:

DAS VOLK GOTTES
NORDREICH SÜDREICH
Israel Juda
JONA *
AMOS
HOSEA
JOEL
ZEPHANJA
MICHA

DIE HEIDNISCHEN VÖLKER **

OBADJA
NAHUM
HABAKUK
Edom
Assyrien
Babylon

* Der Dienst Jonas war hauptsächlich gegen Ninive und die Assyrer gerichtet. Er war ein Prophet des Nordreiches.

** Fast alle anderen Propheten des AT – Jesaja, Jeremia, Hesekiel, usw. – erwähnten Gerichte über heidnische Völker. Diese drei wurden jedoch von Gott besonders beauftragt, ausschließlich zu den Heiden zu gehen.

Der Name Obadja bedeutet „der Diener oder Anbeter Jahwes“. Der Name kommt etwa 20 mal in der Bibel vor und bezeichnet 13 verschiedene Personen. Abgesehen von der Erwähnung des Namens in V. 1 „Gesicht Obadjas“, wird von dieser Person in der ganzen Bibel nichts mehr erwähnt. Man weiß daher nichts über diesen Propheten. Der Zeitpunkt seines Dienstes ist sehr schwer festzustellen. Der einzige Anhaltspunkt ist die Beschreibung eines Überfalles auf Jerusalem in V. 11-14. Im AT wird von vier derartigen Angriffen berichtet:

  1. während der Regierungszeit von Rehabeam, und zwar durch Sisak, den König von Ägypten, um etwa 925 v.Chr. (1Kö 14,25-26; 2Chr 12,1-16)
  2. während der Regierungszeit von Joram, und zwar durch die Philister und die Araber, um etwa 845 v.Chr. (2Chr 21,16-17); zu dieser Zeit waren die Edomiter von der Herrschaft Judas abgefallen (2Chr 21,8-10).
  3. während der Regierungszeit von Amazja, und zwar durch Joas, König von Israel, um etwa 790 v.Chr. (2Kö 14,8-14; 2Chr 25,17-24)
  4. während der Regierungszeit von Zedekia, und zwar durch Nebukadnezar, um etwa 586 v.Chr. (2Kö 24,18-25,17; Ps 137,7)

Durch ein Studium der weiteren Aspekte der Prophezeiung scheint es als wahrscheinlich, dass es sich bei dem beschriebenen Überfall um jenen zur Zeit Jorams, etwa 845 v.Chr., handelt. Wenn diese Zeitspanne stimmt, war Obadja ein Zeitgenosse Elisas.

JORAM – (2Kö 1,19-8,15)
Er regierte 12 Jahre. Elisa war der Prophet während seiner Regierungszeit. Mit Hilfe von König Josaphat und dem König von Edom kämpfte er gegen die Moabiter. Auch am Ende seiner Regierung suchte er die Hilfe des Südreiches. Diesmal kämpfte Ahasja (König von Juda) mit ihm gegen Ramoth-Gilead. In diesem Kampf wurde er verwundet. Elisa sandte einen seiner Propheten, um Jehu zum neuen König von Israel zu salben. Jehu kam gegen Israel und tötete Joram und auch Ahasja von Juda. Dann wrude Isebel getötet und die Prophezeiung Elias, dass das Haus Ahabs ausgerottet würde, ging in Erfüllung.

Obadja ist das kürzeste Buch im AT. Aber in diesem Fall gilt ganz gewiss die Aussage „multum in parvo“ (viel in wenig).
Die Hauptstadt der Edomiter, Petra – bedeutet „Fels“ (hebr. „sela“; griech. „petra“ = Fels), war der Begriff für Stolz und Überheblichkeit. Man liest: „Der Übermut deines Herzens hat dich verführt, der du in Felsenklüften, auf hohem Sitze wohnst und in deinem Herzen sprichst: Wer wird mich zur Erde hinabstürzen?“ (V. 3).

Die Edomiter waren die Nachkommen von Esau (1Mo 25,19-34). Sie besiedelten die Gegend um das Gebirge Seir. Die Beziehung zwischen Edom und dem Volk Gottes war immer gespannt. Sie erlaubten den Juden z.B. nicht, ihr Land zu durchqueren (4Mo 20,14-21). Die Feindschaft begann mit den Zwillingsbrüdern Jakob und Esau (1Mo 27) und blieb durch die Jahrhunderte aufrecht, indem sie sich auf die zwei Völker Israel (Jakob) und Edom (Esau) ausweitete.

Die Botschaft des Buches ist das Gericht über Edom wegen seinem Verhalten dem Volk Gottes gegenüber. Weitere Aspekte des Buches sind die eben erwähnte Feindschaft zwischen Israel (Jakob) und Edom (Esau). Jakob ist der geistliche Mensch, Esau hingegen der fleischliche. Hebr 12,16 bezeichnet ihn als „einen Ungöttlichen“. Diese zwei Betonungen sind miteinander unvereinbar! Es wird zwischen dem Geist und dem Fleisch immer Feindschaft geben – „denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, der Geist aber wider das Fleisch“ (Gal 5,17). Die Unterteilung des Buches ist ziemlich einfach.

Karte 162 – Die Unterteilung von Obadja

1,1-16 1,17-21
DAS GERICHT ÜBER
EDOM
DIE BEFREIUNG
ISRAELS

EINTEILUNG VON OBADJA

HAUPTGEDANKE: DIE FEINDSCHAFT ZWISCHEN FLEISCH UND GEIST

1) DAS GERICHT ÜBER EDOM:  1,1-16
1) DAS GERICHT ÜBER EDOM: 1,1-16
Die Überheblichkeit der Edomiter wird in V. 1-3 dargestellt. Wegen der topographischen Beschaffenheit ihres Landes dachten sie, dass sie uneinnehmbar waren. Doch der Herr würde sie klein machen und von ihren Höhen stürzen (V. 2).

In V. 5-9 wird das Ausmaß der Zerstörung der Hauptstadt Sela beschrieben. Wenn Diebe einbrechen, dann lassen sie normalerweise etwas zurück. Doch wenn das Gericht über Edom vorbei ist, wird von dem Volk nichts übrig bleiben. Diese Prophezeiung erfüllte sich zur Gänze 70 n.Chr., als die Römer nicht nur Jerusalem, sondern auch das gesamte Gebiet um Edom einnahmen und zerstörten. Von den Edomitern als Volk blieb keine Spur über!

In V. 10-16 wird der Grund für dieses verheerende Gericht angegeben. Die Edomiter sahen mit Genugtuung dem Überfall auf Jerusalem zu. Sie sahen in der Niederlage der Juden sogar eine Gelegenheit, ihre eigene Stellung zu stärken. Sie fielen auch über die wehrlose Stadt her und plünderten sie (V15-16). Das Gericht wird kommen!

2) DIE BEFREIUNG ISRAELS: 1,17-21
Im Gegensatz dazu wird für Israel Befreiung kommen. Gott wird Sein Volk wie ein Feuer verwenden, um gegen Edom aufzutreten. Der Herr wird alles in die richtige Ordnung bringen „und das Reich wird Jahwe gehören“ (V. 21).

EINLEITUNG ZU NAHUM
Der Name Nahum ist die verkürzte Form von Nehemia und bedeutet soviel wie „Trost“ oder „Tröster“. Er wurde in Elkosch geboren. Der genaue Standort dieser Stadt ist nicht bekannt. Nahum gibt keinen Hinweis bezüglich des Zeitpunktes seines Dienstes, doch sind in seinen Prophezeiungen Anhaltspunkte enthalten, die eine Datierung seines Dienstes erleichtern:

Nahum diente daher während der Regierungszeit von Manasse und Amon (möglicherweise auch unter Josia).

MANASSE – Götzendienst und Erneuerung(2Kö 21,1-18; 2Chr 33,1-20)
Manasse regierte von allen Königen Judas am längsten – 55 Jahre. Ähnlich wie sein Großvater Ahas, führte er in Juda den Götzendienst ein. Er betete auch das ganze Heer des Himmels und die verschiedenen Götzen der Nachbarländer an. Menschenopfer, Astrologie, Spiritismus und Okkultismus waren die normalen Bestandteile der Religion, welche Manasse nach Juda brachte. Es ist auch möglich, dass Jesaja unter der Regierung von Manasse hingerichtet worden ist. Unter der Herrschaft der Könige Esar-Haddon und Assurbanipal erreichte Assyrien den Höhepunkt seiner Geschichte. Dann kam es in dem mächtigen Reich zu einem Bürgerkrieg. Zu diesem Zeitpunkt versuchte Manasse von der Herrschaft der Assyierer loszukommen. Doch die neuen Machthaber Assyriens, die Babylonier, kamen nach Jerusalem und nahmen Manasse als Gefangenen mit nach Babel. Als er dann wieder freigelassen wurde, versuchte er eine geistliche Erneuerung in Juda durchzuführen. Obwohl er persönlich sicherlich Buße getan hatte, ist es zweifelhaft, ob diese Erneuerung wirklich eine große Wirkung hatte.

AMON – Abfall(2Kö 21,19-26; 2Chr 33,21-25)
Er regierte 2 Jahre. Er führte den ursprünglichen Götzendienst seines Vaters Manasse wieder ein. Der Abfall Judas stand nun fest. Das Gericht konnte nicht mehr aufgehalten werden. Der Prophet Nahum prophezeite in dieser Zeit gegen Ninive.

Das Thema des Buches ist das Gericht über die Assyrer, dargestellt durch die Zerstörung ihrer Hauptstadt Ninive. Zu dem Zeitpunkt der Niederschrift hatten die Juden zumindest zweimal die Grausamkeit der Assyrer erlebt:

  1. die Eroberung des Nordreiches, 722 v.Chr., durch Salmanassar V / Sargon II (2Kö 17,6)
  2. die Belagerung Jerusalems, 701/700 v.Chr., durch Sanherib, Sohn von Sargon II (2Kö 18,13-18)

Asar-Haddon (680-669 v.Chr.) baute das Reich der Assyrer aus. Er erobert Ägypten (Memphis). Es folgte ihm Assurbanipal (699-627 v.Chr.), der durch die Eroberung der bis zu diesem Zeitpunkt als uneinnehmbar geltenden Stadt Theben oder No-Ammon (Nah 3,8) ganz Ägypten unter seine Gewalt brachte. Assurbanipal war für seine Grausamkeit berüchtigt. Es gibt viele Überlieferungen, welche die grenzenlose Brutalität und Grausamkeit dieses Königs bestätigen. Nach seinem Tod verlor Assyrien immer mehr an Wichtigkeit und 612 v.Chr. wurde schließlich die Hauptstadt Ninive durch Nabopolassar, einen chaldäischen Fürsten, und dem Heer der Meder und Perser erobert. Die Prophezeiung Nahums wurde erfüllt.
Der Hauptgedanke des Buches ist „die Langmut Jahwes ist zu Ende“. Man muss das Buch als eine Fortsetzung von Jona sehen. Etwa 100 Jahre früher schickte der Herr Jona nach Ninive. Als die Assyrer die Botschaft Jonas hörten, taten sie Buße und kehrten sich von ihren Wegen ab. Dies durfte aber anscheinend bald vergessen worden sein und die Grausamkeit und Gottlosigkeit stieg über die Maßen. Nun hatte die Langmut Gottes ihre Grenze erreicht. Nun musste der Herr dieses Volk richten.

N I N I V E   ( D I E   A S S Y R E R )
JONA ca. 100 Jahre NAHUM
Botschaft der
HOFFNUNG
Botschaft des
GERICHTS
DIE BARMHERZIGKEIT
GOTTES
DIE GERECHTIGKEIT
GOTTES
Ninive tut Buße zu spät zur Buße
Ninive GERETTET Ninive ZERSTÖRT

Das Buch besteht aus zwei Gedichten über auf Ninive. Diese liefern auch die Grundlage für die Unterteilung des Buches:

Karte 163 – Die Unterteilung von Nahum

1 2-3
DIE MAJESTÄT
GOTTES
DIE ZERSTÖRUNG
NINIVES
der Richter und Seine
Urteilsverkündigung
das Gericht beschrieben
und begründet

EINTEILUNG VON NAHUM

HAUPTGEDANKE: DIE GRENZE DER LANGMUT GOTTES

I) DIE MAJESTÄT GOTTES: 1

1) DER RICHTER:  1,1-8
2) DIE URTEILSVERKÜNDIGUNG:  1,9-15

II) DIE ZERSTÖRUNG NINIVES:  2-3

3) DAS GERICHT WIRD BESCHRIEBEN:  2
4) DAS GERICHT WIRD BEGRÜNDET:  3

I) DIE MAJESTÄT GOTTES: 1
Auf der menschlichen Ebene werden sogar die objektivsten Gerichte zwangsläufig von der Person des Richters beeinflusst. Dies ist bei Gott nicht der Fall. Er ist absolut gerecht. Nahum hebt diese Tatsache hervor, bevor das Gericht über Ninive näher beschrieben wird.

1) DER RICHTER: 1,1-8
Der Herr wird als Rächer und voll von Grimm gezeigt (1,2-6). Doch ist Er absolut gerecht und Sein Gericht ist immer absolut gerechtfertigt. Wenn Er richtet, dann ist die ganze Natur davon betroffen.
Doch der Herr ist zugleich gütig (1,7-8). „Er kennt die, welche auf Ihn vertrauen“. Sie erfahren Seinen Schutz und Seine Bewahrung.

2) DIE URTEILSVERKÜNDIGUNG: 1,9-15
Das Urteil des gerechten Richters ist die Zerstörung von Ninive. Dieses Gericht wird so vollkommen sein, dass die Assyrer nie wieder als Weltmacht emporsteigen werden. Die Juden sollen erkennen, dass der Herr sie befreit und sollen feiern und Ihm dafür danken (1,15).

II) DIE ZERSTÖRUNG NINIVES: 2-3
3) DAS GERICHT WIRD BESCHRIEBEN: 2
„Der Zerschmetterer“ (V. 1), so werden die vereinten Heere der Babyolnier, der Meder und der Perser bezeichnet. Mit sehr klaren Bildern wird die Einnahme der Stadt beschrieben. Die Kriegswagen rasen durch die Straßen Ninives; die Bewohner der Stadt sind voll Angst „und ihrer aller Angesichter erblassen“ (2,10). Die Assyrer waren wie ein Löwe, der von dem Fleisch anderer lebte. Nun aber hat die Jagd auf den Löwen begonnen und er wird erlegt.

4) DAS GERICHT WIRD BEGRÜNDET: 3

Einige der Gründe für das Gericht werden angeführt:

  1. Lüge, Gewalttat und Raub (3,1)
  2. Hurerei und Zaubereien (3,4)

Der Herr erwähnt die Eroberung von Theben (No-Ammon). Diese Stadt galt als uneinnehmbar. Doch die Assyrer selbst haben sie eingenommen. Assurbanipal hatte die Bewohner der Stadt mit besonderer Grausamkeit behandelt (3,8-11). Ninive wird das gleiche Schicksal erleben! Der Herr lässt Grausamkeit und Brutalität nur eine gewisse Zeit zu. Dann aber ist Seine Langmut zu Ende und das Gericht wird kommen.

EINLEITUNG ZU HABAKUK
Der Name Habakuk bedeutet „umarmen, umklammern oder umfassen“ (siehe 2Kö 4,16; Hi 24,8; Pred 3,5; Hl 2,6 wo das Wort vor kommt). Habakuk bezeichnet sich als Prophet (1,1). Manche meinen, dass er zu dem prophetischen Amt berufen wurde, während er als Levit/Tempelsänger diente. Dies würde die musikalischen Angaben in 3,1 und 3,19 erklären.
Ein genaues Studium des Buches zeigt, dass es höchstwahrscheinlich zwischen 609 v.Chr., dem Tod von König Josia, und 605 v.Chr., der Schlacht zu Karkemisch, zwischen Ägypten (Pharao Necho) und Babylon (Nebukadnezar II), geschrieben wurde.

Habakuk diente daher nach dem gottesfürchtigen König Josia, während der Regierungszeit von König Jojakim. Er war ein Zeitgenosse Jeremias.

JOAHAS – (2Kö 23,31-34; 2Chr 36,1-4)
Er wurde auch Sallum genannt. Er regierte nur 3 Monate und wurde als Gefangener nach Ägypten geführt. Er starb dort, wie Jeremia es prophezeit hatte.

JOJAKIM – (2Kö 23,35-24,7; 2Chr 36,5-8)
Der Pharao Necho setzte ihn in das Amt. Er regierte 11 Jahre. Sein Name wurde von Eljakim auf Jojakim abgeändert. Jeremia hatte während seiner Regierung eine schwierige Zeit. Im Tempel prophezeite er, wie das Volk in die babylonische Gefangenschaft gehen würde. Die Fürsten Judas verlangten seinen Tod. Nur durch die Hilfe von Freunden blieb er am Leben. Er schrieb auch eine Rolle mit Prophezeiungen, die jedoch von Jojakim völlig verschmäht wurden. Man weiß nicht genau, wie Jojakim starb, jedenfalls hinterließ er seinem Sohn eine gefährliche Anti-Babylon-Politik.
Die in Kap. 1 über die Chaldäer gemachten Angaben erwecken den Eindruck, dass sich Habakuk darüber völlig im Klaren ist, dass die Bosheit, Grausamkeit und Brutalität der Assyrer nun in den Chaldäern fortgesetzt wird. Wenn das Buch kurz vor der Schlacht zu Karkemisch geschrieben wurde, dann sah der Prophet, wie nun auch Babylon zur Weltmacht wurde und diese grausame Weltherrschaft fortsetzte. Einige Jahre später, 610 v.Chr., begannen die Chaldäer (Babylonier) mit ihren Angriffen gegen das Südreich und schleppten Gefangene weg.
Vor einiger Zeit wurde in den alten Schriften, die beim Toten Meer gefunden wurden, auch ein Schriftstück mit dem Titel „der Kommentar über Habakuk“ entdeckt. Dieses Dokument behandelt allerdings nur die Kap. 1-2; Kap. 3 wird überhaupt nicht erwähnt. Dies fachte eine Diskussion unter Theologen an. Sie zogen den Schluss, dass das dritte Kapitel des Buches wahrscheinlich gar nicht von Habakuk geschrieben wurde, sondern dass es irgend jemand zu einem späteren Zeitpunkt verfasste. Doch diese Annahme ist nicht berechtigt. Wenn man „den Kommentar über Habakuk“ näher ansieht, merkt man, dass der Schreiber nur eine Absicht hatte: Er wollte zwischen den Chaldäern und ihren Angriffen auf das Südreich und der politischen und geistlichen Lage in seinen Tagen Parallelen ziehen. Im Rahmen dieses Themenkreises fand er in Kap. 3 nichts Anwendbares. Daher schrieb er darüber auch nichts. Kap. 3 beinhaltet die Reaktion Habakuks auf die Antworten, welche Gott ihm auf seine Fragen in Kap. 1-2 gegeben hat.
Das Buch Habakuk stellt die Konflikte eines Gläubigen dar, und zwar in Bezug auf den angeblichen Widerspruch zwischen dem, was er durch Glauben über seinen Gott weiß, und dem, was er auf der Weltbühne mit seinen Augen sieht. Er ist nicht imstande diesen Widerspruch selbst zu lösen und daher wendet er sich mit seinen Fragen an Gott. Der Dialog zwischen Gott und Habakuk wird in Kap. 1-2 beschrieben. Die Reaktion Habakuks auf Gottes Antworten findet man in Kap. 3.

Karte 164 – Die Unterteilung von Nahum

1-2 3
DER DIALOG DER EPILOG
Habakuk stellt Fragen Habakuk ist voll Lob

EINTEILUNG VON HABAKUK

HAUPTGEDANKE: DIE ABSOLUTE GERECHTIGKEIT GOTTES

I) DER DIALOG – FRAGEN:  1-2
1) HABAKUK STELLT SEINE ERSTE FRAGE:  1,1-4
2) GOTT ANTWORTET:  1,5-11
3) HABAKUK STELLT SEINE ZWEITE FRAGE:  1,12-2,1
4) GOTT ANTWORTET:  2,2-20

II) DER EPILOG – LOBPREIS:  3
5) HABAKUK BETET:  3
I) DER DIALOG – FRAGEN: 1-2
Habakuk war ein fragender Mensch. Er sah die Sünden seines Volkes. Er konnte nicht verstehen, warum der Herr nicht eingeschritten war. Gott zeigt ihm, dass Er die Chaldäer dazu verwenden würde, um das Gericht an Seinem Volk auszuführen.

1) HABAKUK STELLT SEINE ERSTE FRAGE: 1,1-4
Es scheint, als ob Habakuk etwas ungeduldig geworden ist. Er hat über das Problem gebetet und drängt Gott zur Antwort auf seine Frage. Warum lässt der Herr die Ungerechtigkeit zu? Warum schweigt der Herr? Warum greift Er nicht in das Geschehen Seines Volkes ein?
2) GOTT ANTWORTET: 1,5-11
Der Herr antwortet, dass Er doch in der Geschichte der Völker am Wirken ist. Er wird ein grausames und blutrünstiges Volk gegen das Südreich bringen. Dieses Volk, die Chaldäer (die Babylonier), beten ihre eigene militärische Stärke an, doch Gott wird sie verwenden.
3) HABAKUK STELLT SEINE ZWEITE FRAGE: 1,12-2,1
Nun versteht der Prophet nicht, warum Gott so ein Volk als Sein Werkzeug gegen Juda verwenden kann. Er beweist jedoch seinen Glauben, indem er allen Widersprüchen zum Trotz an der Integrität Gottes festhält. 1,12-13 zeigt den Glauben Habakuks. In 1,15-17 setzt er sich jedoch mit dem Problem der Bosheit und Grausamkeit der Chaldäer realistisch auseinander. In 2,1 nimmt er letztlich die Stellung des Wartenden ein … „will spähen, um zu sehen, was Er mit mir reden wird“.
4) GOTT ANTWORTET: 2,2-20
Der Herr ermutigt Habakuk zu glauben. Das Gericht wird kommen. Er soll geduldig auf die Erfüllung der Verheißung warten. Sein Glaube wird ihm den notwendigen Halt geben: „Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben“ (2,4). Der Glaube ist auch das Merkmal, das den Unterschied zwischen dem Gerechten und dem Gesetzlosen darstellt.

II) DER EPILOG – LOBPREIS: 3
5) HABAKUK BETET: 3
Die freudige Erwiderung des Propheten auf diese Offenbarung wird in Kap. 3 dokumentiert. Nun versteht er, was der Herr vorhat, und er ist voll Furcht davor. Habakuk, der früher besorgt war, dass Gott vielleicht zu wenig tut, fürchtet sich nun, dass Gott zuviel tun könnte. Er betet, dass Gott inmitten Seines Gerichtes doch Erbarmen walten lassen solle.
In 3,3-15 wird die Beziehung Gottes zu Seinem Volk dargestellt. Die Natur wurde beeinflusst, als Gott Seinem Volk half. Abschließend werden die Gedanken des Propheten noch einmal formuliert. Er fürchtet sich weiter in Bezug auf das kommende Gericht, doch wartet er in Ruhe auf den „Tag der Drangsal“ (V. 16). Er freut sich in seinem Gott, da er nun weiß, dass sein Gott absolut gerecht ist.

1.Petrus 2,11 Liebe Brüder, ich ermahne euch als Fremdlinge und Pilger: Enthaltet euch von fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten,

1.Petrus 2,11 Liebe Brüder, ich ermahne euch als Fremdlinge und Pilger: Enthaltet euch von fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten,
Parallelvers
Ps 39,13 Höre mein Gebet, HERR, und vernimm mein Schreien, schweige nicht zu meinen Tränen; denn ich bin ein Gast bei dir, ein Fremdling wie alle meine Väter.
Christen können ihre Pflichten aus 3 Perspektiven betrachten: 1.) als Pilger (V. 11.12); 2.) als Bürger (V. 13-17); und 3.) als Knechte (V. 18-20). In V. 21-25 zeigt Petrus, wie Christus ein Vorbild gegeben hat, indem er inmitten seiner feindseligen Umgebung ein vollkommenes Leben führte. Weiterlesen

„Warum sollten wir katholisch werden?“

„Warum sollten wir katholisch werden?“
Thomas Schirrmacher über Evangelikale und ihre internationale Rolle
Nach 1989 auf den Philippinen hat in Kapstadt Ende Oktober der jüngste Lausanner Kongress für Weltmission stattgefunden, mitverantwortet von der Weltweiten Evangelischen Allianz. Was sind am Ende des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts die großen Themen, die evangelikale Christen bewegen?
Es sind vor allem drei große Themen.
Das erste ist sicher die enorme Verschiebung innerhalb der evangelikalen Welt; von den westlichen Ländern hin zum globalen Süden. Die Delegierten aus Afrika, Asien und Lateinamerika waren sehr stark vertreten, und aus ihren Ländern kommt heute auch die große Masse der Evangelikalen und ihrer Leiter. Damit hat sich auch die gesamte Frage der Weltmission verschoben. Noch in den 60er Jahren kam die absolute Mehrheit der Missionare aus den westlichen Ländern, während heute drei Viertel der Missionare aus Asien und Afrika kommen. Interessant auch: Missionare stammen heute oft nicht mehr aus Ländern mit vielen Evangelikalen, sondern vielfach aus Ländern, man als ..Missionsländer“ betrachten würde. Das zweite: Die Zahl der Evangelikalen weltweit ist seit 1989 enorm angewachsen. Konservativ gezählt, gibt es etwa 600 Millionen evangelikale Christen, also rund ein Zehntel der Weltbevölkerung. Das gibt der evangelikalen Welt neues Selbstbewusstsein. Sehr positiv finde ich, dass das nicht im Sinne von Macht verstanden wird, sondern dass immer stärker das Bewusstsein geweckt wird, dass wir Evangelikalen uns weder aus sozialen und politischen Fragen, noch aus den Medien dieser Welt heraushalten können. Positiv dabei: Noch nie wurde so  viel über uns Evangelikale berichtet. Natürlich kamen auch viele sehr kritische Anfragen. Aber wir sind allein aufgrund unserer Größe
Gegenstand des Interesses von Medien und Politik. Wenn man bedenkt, dass es inzwischen etliche Länder gibt, in denen wenigstens ein Viertel der Einwohner Evangelikale – und etliche davon Demokratien – sind, dann kann man nicht mehr so tun, als hätte man mit Politik nichts zu tun. So zählen in Afrika – in Uganda 37%, in Simbabwe 30%, Nigeria 30%, Burundi 27%, Ruanda 26% – wie auch in Lateinamerika – in El Salvador 31%, Nicaragua 30%, Jamaika 28% Brasilien 26%, Puerto Rico 25%, Guatemala 24% – auffällig viel‘ Bewohner zu den evangelikalen Christen.
Drittens ist eine auffällige Entwicklung, dass viele Streitthemen früherer Zeiten völlig verschwunden sind. Die Spannung mit dem Weltkirchenrat ist heute ganz weg, was vor allem daran liegt, dass der Weltkirchenrat keine radikalen Positionen in Richtung Mission mehr vertritt und Mission an sich mittlerweile unumstritten ist. Das hat viele positive Gespräche ermöglicht.
Auch innerevangelikale Auseinandersetzungen spielen eine erstaunlich geringe Rolle: Zwar stand im Plenarprogramm in Kapstadt die klassische Evangelisation im Vordergrund, aber keiner der Redner hat etwa wie früher eine Position vertreten, die das soziale Engagement irgendwie in Frage stellt. Auch das Thema „Auseinandersetzung mit der Katholischen Kirche“, was noch in Manila eine Rolle gespielt hat
– „bloß nicht katholisch werden!“ – hat sich erledigt; Denn warum sollten wir katholisch werden? Weiterlesen