Narnia: Der Kampf gegen das Böse in uns selbst

Weihnachten steht vor der Tür und passend zur beschaulichen Jahreszeit auch der nächste Teil der Narnia-Reihe. „Die Reise auf der Morgenröte“ kommt diesmal in einer 3D-Version daher. Zwar ist sie nicht originalgetreu verfilmt. Doch Regisseur Michael Apted schafft es, den Geist Narnias vor die Kamera zu bekommen – und macht den Klassiker von C.S. Lewis damit zu christlichem Unterhaltungskino, das ohne erhobenen Zeigefinger auskommt.
Das wollte sich selbst die englische Queen nicht entgehen lassen: Bei Schnee und Kälte erschien sie zur Erstvorführung des dritten Teils der Narnia-Reihe am Londoner Kinoplatz Leicester Square. «Die Reise auf der Morgenröte» läuft am kommenden Donnerstag auch in deutschen Kinos an – und bietet nicht nur königliche Unterhaltung, sondern auch eine christliche Botschaft, die so deutlich selten auf der Kinoleinwand zu sehen war. Weiterlesen

Der Christ und die Wirtschaft

In der Wirtschaft verantwortlich Tätige haben derzeit keine besonders gute Presse. Die weltweite Wirtschaftskrise, die vor allem in fragwürdigen Finanzgeschäften ihre Ursachen hat, bedroht nicht nur in unseren Ländern den Wohlstand, an den wir uns schon so sehr gewöhnt hatten. Sie gefährdet auch die Chancen der Länder, die bisher noch im Schatten des wirtschaftlichen Erfolgs der industrialisierten Länder standen, endlich an ihm beteiligt zu werden. Damit aber scheinen sich besonders unter Christen schon immer gehegte Vorurteile gegenüber dem Wirtschaftsleben zu bestätigen und wecken neu längst erledigt geglaubte, grundsätzliche Fragen nach der Ordnung der Wirtschaft: War der Jubel angesichts des Sieges des Kapitalismus über den Sozialismus in der „Wende“ der 90er Jahre doch verfrüht? Zeigt er nicht plötzlich wieder sein altes hässliches Gesicht? Solche Fragen sollten für alle verantwortlich Mitdenkenden, nicht zuletzt auch für uns Christen, Anlass genug sein, neu zu bedenken, wo wir Position zu beziehen haben und warum. Weiterlesen

Erweckliche Verkündigung

Das Wort .Erweckung“ umfasst das Erwecken und das Erwachen. „Erwecken“ bezeichnet den Vorgang, wenn ein Mensch durch ein Wort aufgeweckt wird. „Erwachen“ meint den Vorgang von innen her, vom Menschen, der nun wach wird und das Licht des Tages sieht. In dem Bibeltext Eph 5.14 sind beide Seiten vereinigt: „Wache auf, der du schläfst, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.“ Darin sind alle Seiten der „Erweckung“ enthalten:
1. Der Schläfer ist geistlich tot. Er liegt wie Lazarus im Grab und stinkt. Das weiß er aber nicht. Er fühlt sich subjektiv wohl, wie ein Schlafender, der seinen Traum für die Wirklichkeit hält.
2. Das entscheidende Wort, das ihn wach macht, kommt nicht aus ihm. Er muss es hören. Es muss ihm gesagt werden. Der Weckruf kommt in der Christusverkündigung an ihn. Die rüttelt ihn auf. Denn sie bezeugt ihm  Gottes Gericht über seine Sünde. Es sagt ihm, in welcher gefährlichen Lage er sich befindet Er ist in der Gefahr, geistlich weiter zu schlafen und in der Hölle aufzuwachen Es bezeugt ihm aber auch, dass Gott sein Gericht im Kreuzestod Jesu vollzogen hat und nun jeder Vergebung und Leben empfangt, der sie dort sucht.
3. Das Wort des Evangeliums hat Leben schaffende Kraft. Nicht unsere Rhetorik. Das Wort Gottes ist der gute Same, der den Hörer wach macht und Leben aus Gott in ihn pflanzt. Dann steht er auf und beginnt ein neues Leben im Licht des Ostertages Jesus Christus ist von den Toten auferstanden, und er ruft Menschen aus dem geistlichen und ewigen Tod zum Leben.
4. Geben wir also dieses Wort reichlich und treu weiter und erwarten wir, dass der Herr selbst sich zu diesem Zeugnis stellt.
Erweckung ist also nicht die Pflege eines christlichen Hobbys zusätzlich zu anderen. In diesem genannten Sinn ist „Erweckung“ das Lebenswunder, das sich seit Ostern und Pfingsten immer wieder vollzieht und darum das Zentrale der christlichen Botschaft. Lassen wir uns in diesem Sinne immer wieder aufwecken?

Was heißt das für unsere Verkündigung?
• Sie sollte „erwecklich“ sein, also nicht einschläfernd, sondern aufweckend zu einem frohen Glauben an
Jesus Christus.
• Wir haben nicht die Aufgabe, den Hörer zu unterhalten, sondern offen über den Ernst seiner Lage ohne Christus zu reden, ohne uns dafür zu entschuldigen.
• Wir Verkündiger brauchen immer wieder die Buße und Reinigung, damit wir dem Herrn nicht im Wege stehen. Dr. Manfred Dreytza

Vorsehung

Vorsehung ist nichts weiter als der Glaube an Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer des Himmels und der Erde, der uns die momentanen Segnungen und Schwierigkeiten, aber auch die Hoffnung der Zukunft bringt. Du kannst auf die Vorsehung durch die Linse der menschlichen Autonomie und durch den götzendienerischen Begriff der Freiheit sehen. Dann siehst du einen erbärmlichen Gott, der Tsunamis bringt und König wie Schachfiguren in einem perversen Spiel benutzt. Oder du kann auf die Vorsehung durch die Linse der Schrift sehen und einen liebenden Gott erblicken, der die Haare auf unserem Kopf zählt und die Spatzen in der Luft führt…
Aus: Kevin DeYoung. The Good News We Almost Forgot. Moody Publishers. Chicago 2010.

DIE GESCHICHTE ISRAELS

Die Geschichte Israels im AT kann in drei Herrschaftsperioden eingeteilt werden:

  1. Gottesherrschaft – die direkte Herrschaft Gottes durch Männer wie Mose, Josua und die Richter
  2. Königsherrschaft – die Könige regieren über Israel
  3. Fremdherrschaft – verschiedene heidnische Völker herrschen über Gottes Volk

1. Mose bis Ruth beschreibt die Zeit der Gottesherrschaft; 1. Samuel bis 2. Könige bzw. 2. Chronika beschreibt die Zeit der Königsherrschaft, wobei 1. Samuel im besonderen die Übergangszeit von der Gottesherrschaft zur Königsherrschaft behandelt. In diesem Buch kommen die letzten zwei Richter von Israel, Eli und Samuel, vor. Sie bereiten den Weg für eine herrliche Zeit in der Geschichte Israels vor, nämlich für das vereinigte Reich (um 1.000 v.Chr.). Während der Königsherrschaft von David und Salomo erreichte Israel den Höhepunkt seiner Geschichte; danach kam ein über Jahrhunderte dauernder langsamer, sicherer Abstieg bis 722 v.Chr. (assyrische Gefangenschaft) bzw. 586 v.Chr. (babylonische Gefangenschaft), als Gottes Volk völlig unter die Fremdherrschaft kam. Bis 586 v.Chr. war der Tempel in Jerusalem das Zentrum des Gottesdienstes und der Thron Davids die Grundlage der Hoffnung für die Nation Israel. Doch in diesem Jahr eroberten die Babylonier Jerusalem. Der Tempel wurde zerstört und der Thron Davids zunichte gemacht. Die neue Heimat der Juden war Babylon. Als König Kores 539 v.Chr. die Erlaubnis erteilte, dass die Juden in ihre Heimat zurückkehren dürften, nahmen verhältnismäßig wenige von ihnen dieses Angebot an. Die Bücher Esra und Nehemia berichten Einzelheiten über die Rückkehr der kleinen Schar Juden aus Babylon. Sie besiedelten Jerusalem wieder, bauten einen neuen Tempel, neue Häuser und eine neue Stadtmauer.
Das Volk war nun wieder in seiner Heimat und der neue Tempel stand. Es sollten jedoch noch etwa 400 Jahre verstreichen, bevor Gott Seinen gewaltigen Plan hinsichtlich Seines Sohnes, Jesus Christus, offenbaren würde. Es mussten nämlich noch wichtige religiöse, kulturelle und politische Weichen auf der „Weltbühne“ gestellt werden, bevor „die Fülle der Zeit“ kommen würde (siehe Gal 4,4).
DER GESCHICHTLICHE HINTERGRUND ZUM NT
Um die Aussage des NTs besser und genauer zu verstehen, ist es notwendig, die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte, vor der Geburt Jesu, zu analysieren. Im besonderen den Einfluss von drei Weltkulturen auf die Zeit Jesu:

die jüdische Welt       – ihr Einfluss war hauptsächlich „religiös“
die griechische Welt  – ihr Einfluss war hauptsächlich „kulturell“
die römische Welt      – ihr Einfluss war hauptsächlich „politisch“

In Gal 4,4steht: „…als aber die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott Seinen Sohn…“

Eine Analyse dieser drei Kulturen zeigt, warum „die Fülle der Zeit gekommen war“.

Karte 1: Überblick der Fremdherrschaften über Israel, welche die jüdische Welt prägten

Jahre vor Chr. DIE FREMDHERRSCHAFT DIE ENTSTEHUNG WICHTIGER EINFLÜSSE HINSICHTLICH „DER FÜLLE DER ZEIT“
586 DIE BABYLONISCHE HERRSCHAFT Nebukadnezar die Gefangenschaft in Babylon die „Diaspora“ oder die Zerstreuung das Judentum das Gesetz (schriftlich und mündlich) die Synagoge
539 PERSISCHE HERRSCHAFT einige Juden kommen zurück nach Palästina
515 Tempel und Jerusalem wieder aufgebaut ca. 200 Jahre Frieden in Palästina der zweite Tempel die Sammlung der Schriften die Samariter
334 GRIECHISCHE HERRSCHAFT Alexander der Große der Hellenismus die griechischen Philosophen und die mystischen Religionen
323 (PTOLEMÄISCHE HERSCHAFT) Feldherr Ptolemäus die Septuaginta die hellenistischen Juden und die Proselyten
198 (SELEUKIDISCHE HERRSCHAFT) Feldherr Seleukis Antiochus IV Epiphanes und der Gräuel der Verwüstung die Makkabäer die jüdischen Sekten (Pharisäer und Sadduzäer)
63 DIE RÖMISCHE HERRSCHAFT Pompeius erobert Jerusalem das römische Regierungssystem
5 Geburt Jesu Christi
n. Chr. 32 Tod Jesu Christi Apostelgeschichte beendet
64 der Großbrand in Rom – Christenverfolgung
66-70 der jüdisch-römische Krieg
70 die Zerstörung Jerusalems

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Konstruktiv statt defensiv

Bislang hat sich die Schöpfungsforschung unter anderem auf eine Frage der Grundtypenbiologie konzentriert: Wie lassen sich die verschiedenen Schöpfungseinheiten voneinander abgrenzen? Diese Frage schien bedeutsam, weil es aus biblischer Sicht keine Evolution von einer von Gott geschaffenen Art zu einer anderen geben kann: Gott hat die Lebewesen nach ihrer Art geschaffen. Aber wo fängt eine Art an, wo hört die nächste auf? Bei der Frage, was nun eine «Art» aus biblischer Sicht ist und von wo nach wo eine Evolution demzufolge nicht möglich gewesen sein kann, kommt die Schöpfungsbiologie nicht weiter. Auch der exegetische Blick in die Bibel wird keine grundlegenden weiteren Erkenntnisse bringen. Deshalb rät der Autor dieses Beitrags, (factum6/2009 Mit Vertrauen forschen) die Schöpfungsforschung solle sich nicht im Widerstreit mit der Evolutionstheorie defensiv auf Positionen festlegen, zu denen die Bibel ohnehin keine expliziten Aussagen mache, sondern konstruktiv danach forschen, wie sich die kurzen Zeiträume von wenigen tausend Jahren der Naturgeschichte erklären. Er schließt nicht aus, dass es auch eine Makroevolution gegeben haben mag, sofern man die Definition von Grundtypen zugrunde legt, von der die Naturwissenschaft ausgeht. Aus christlicher Sicht sieht er darin kein Problem, weil die exakte biblische Definition der Arten nicht zu klären ist und eine völlig andere als die naturwissenschaftliche sein kann. Damit befreit er sich von einem Anti-Evolutionismus, der nur auf Angst vor dem atheistischen Weltbild basiert und sich in der Defensive verzehrt. Am Wort der Bibel hält er fest. «Wir brauchen keine Angst zu haben», schreibt Christoph Heilig. «Wir brauchen die biblischen Rahmenbedingungen nicht verteidigen, sie sind wahr, ob wir sie dogmatisch abschirmen oder nicht.» red.
factum6/2009 Seite 34 http://www.factum-magazin.ch/wFactum_de/index.php?navid=1