Wie die Gesellschaft unsere Menschen formt

Sündenbock Hoeneß – ein Mensch, ein Moralapostel, der zeigende Finger der Nation. Wer hoch pokert, kann auch viel verlieren. So viele Menschen jetzt auf ihn zeigen, so viele werden genauso tief fallen, denn die Debatte um seine Steuerhinterziehung dient nur unserer verlogenen Selbstrechtfertigung. Weiterlesen

2.Petrus 1,6 und in der Erkenntnis Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Frömmigkeit

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Die Vorstellung, dass das Christentum eine unendliche Folge von Bergerlebnissen sei, ist unrealistisch. Es gibt tägliche Routine, unangenehme Aufgaben, entmutigende Umstände, bitteres Leid und zerstörte Pläne. „Geduld“ ist die Kunst, angesichts alles dessen auszuhalten und weiterzumachen, mag auch vieles gegen uns stehen.
Zur Mäßigkeit, zur Selbstzucht muss Standhaftigkeit hinzukommen, hypomone, wie es im griechischen Text heißt. Dieses Wort ist in der revidierten Lutherbibel mit Geduld übersetzt, einem Begriff, der leicht zu passiv aufgefasst werden kann. Der Verfasser des Hebräerbriefes sagt von Jesus, um der zukünftigen Freude willen habe er das Kreuz erduldet und der Schande nicht geachtet (Hebr. 12, 2).
Jedes echte und wirksame Leben für Gott begegnet dem mächtigen Widerstand der Welt und ihres unheimlichen Fürsten. Da gilt es viel auszuhalten und zu tragen. Darum wird auf die Tragkraft „Geduld“ im NT immer wieder hingewiesen (auch Gal 5, 22). Wenn Petrus nun einfügt: in der Tragkraft aber die Frömmigkeit, dann kann uns das zunächst wundern. War nicht in V. 3 die Frömmigkeit als etwas Umfassendes und Grundlegendes genannt? Warum nun hier mitten in dieser Reihe? Vielleicht, damit wir Enthaltsamkeit und Tragkraft nicht hart und schwer empfinden, sondern es erwarten, dass gerade im Verzichten auf Lockungen, in unserer Selbstzucht und im standhaften Tragen von Leiden für Gott die Freude am Herrn und die Hingabe an ihn wächst. Vor allem aber wohl deshalb, weil wirkliche „Brüderlichkeit“ und eigentliche „Liebe“ erst möglich wird in unserem Verhältnis zu Gott. Immer ist es Gott, der „zuerst“ „liebt“ und durch die Hingabe Jesu in den Tod uns aus  dem Tod unserer Lieblosigkeit in das Leben der Liebe bringt. 
Frömmigkeit bezieht sich auf die Verpflichtung der Menschen zur Ehrfurcht vor Gott. Im heutigen Sprachgebrauch haben die Wörter „Frömmigkeit“ und „fromm“ leider nicht mehr den Klang und Stellenwert, der ihnen eigentlich zukommt.

2. Petrus 1,5 So wendet alle Mühe daran und erweist in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntnis

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Bevor Gott den Menschen aufruft, etwas in die Praxis umzusetzen, hat er ein Mittel geschaffen, das dazu in den Stand setzt. Ist es nicht sinnlos, Toten einen Auftrag zu erteilen? Logischerweise kann ein Appell nur an lebende Personen gerichtet werden, und das tut Gott. Er macht die Toten lebendig und versieht sie mit der notwendigen Handlungsfähigkeit. Die Schrift vergleicht diesen Vorgang mit einer Geburt. Ehe Aktivitäten entwickelt werden können, muss Leben, müssen Muskeln, Fähigkeiten, Neigungen vorhanden sein. Solche geistlichen Muskeln und ‚alles, was zum Leben und zur Gottseligkeit‘ gehört, wurden dem von neuem geborenen Menschen geschenkt. „So wendet alle Mühe daran und erweist in eurem Glauben.“ Als Illustration mag uns noch der Vergleich mit einem Bauerngut dienen, einem Gut, das uns vermacht, d. h. geschenkt wurde, so wie auch unsere Errettung ein freies Gnadengeschenk Gottes ist: „Durch die Gnade seid ihr gerettet worden, “ Ebenso stellen wir uns vor, daß uns das Land, die Gerätschaften und alles, was zur Bewirtschaftung notwendig ist, geschenkt wurden. Und nun sollen wir arbeiten. Und trotzdem ist das Wachstum damit noch nicht garantiert, denn es ist ‚Gott, der das Gedeihen gibt.‘
Die Wendung „wendet alle Mühe daran“ ist die Übersetzung des griechischen Partizips, „anwenden, daneben hineintragen“ (das Wort steht nur an dieser einen Stelle im Neuen Testament), und, „alle Sorgfalt, allen Eifer. Es braucht alle Sorgfalt und Mühe, die ein Christ aufbringen kann, und dazu die Kraft des Heiligen Geistes, um „der verderblichen Begierde in der Welt“ zu entrinnen (2. Petr 1,4) und statt dessen Glauben und Tugenden zu gewinnen.
erweist“ heißt freigiebig und großzügig zu geben. In der gr. Kultur bezeichnete das Wort einen Chorleiter, der dafür zuständig war, seinen Chor mit allem Notwendigen zu versorgen. Das Wort bedeutete nie, etwas sparsam auszustatten, sondern freigiebig für eine vorzügliche Durchführung zu geben. Der erste Punkt in Petrus’ Liste „Tugend“ Vorzüglichkeiten ist ein Wort, das im klassischen Griechisch. die von Gott gegebene Fähigkeit bezeichnete, heldenhafte Taten zu vollbringen. Außerdem bezeichnete es die Art von Lebensqualität, aufgrund der jemand als vorzüglich herausragt. Es bedeutete niemals eine klösterliche Tugendhaftigkeit oder eine innere tugendhafte Einstellung, sondern eine Tugend, die sich im Leben erweist.
Der Glaube ist die Wurzel des christlichen Lebens. Aus ihm erwächst die Tugend. Das ist für uns ein blasses Wort, das nur an dünne Moral und fade Bravheit denken lässt. Hier ist etwas Kraftvolles gemeint: Tugend hat nach dem Neuen Testament der, der in allem den Willen Gottes erfüllt.
Erkenntnis vgl. 2. Petr 1,2; 2. Petr 3,18 ist nicht die Frucht intellektueller Anstrengung, sondern eine geistliche Erkenntnis, die der Heilige Geist schenkt und die sich auf die Person und das Wort Gottes konzentriert.
Gottes Gaben sind uns nicht zum frommen Genießen verliehen und die großen Zukunftsverheißungen nicht zum interessanten Betrachten. Wir sind zu eigenem, ernsthaftem Einsatz gerufen. Und gerade in diesem Einsatz erfahren wir das „Leben“ und den „Anteil an der göttlichen Natur“.

Überleben im Turm Davids

Venezuela: Überleben im Turm Davids

 

In der venezolanischen Hauptstadt Caracas leben 750 Familien, das sind fast 3000 Menschen, im unvollendeten Rohbau eines 190 Meter hohen Hochhauses – ohne Fassaden und Fahrstühle.

(17. April 2013/tl.) – Der Torre David (Turm Davids) genannte Hochbaukomplex ist mit 45 Stockwerken das dritthöchste Gebäude Venezuelas und neun Stockwerke höher als das höchste Gebäude der Schweiz, der Prime Tower in Zürich. Das Hochbauskelett ermöglicht trotz ungesicherter Treppenhäuser und der fehlenden Infrastruktur den Bewohnern eine prekäre Existenz.

Wissenschaftler des Instituts für Technologie in der Architektur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich untersuchen, wie die Bewohner des Torre David unter diesen extremen Bedingungen mit Improvisationsgeschick und Ordnungsversuchen leben. Sie müssen Wasser und Strom organisieren, kleine Läden und Werkstätten sind entstanden. Prof. Arno Schlüter, Jimono Fonseca und Daniel Schwartz von der ETH machen den Bewohnern Vorschläge zur Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Venezuela lebt in Armensiedlungen, es fehlen schätzungsweise vier Millionen Wohnungen. Aber nur im Turm Davids leben Menschen in einem vertikalen Slum. Alfredo Brillembourg und Hubert Klumpner mit ihren Teams vom Lehrstuhl «Urban Think Tank» an der ETH Zürich dokumentieren in einem faszinierenden Bildband das Überleben in dieser Bauruine (Torre David. Informal Vertical Communities. Mit (hervorragenden) Fotografien von Iwan Baan. Lars Müller Publishers ISBN 978-3-03778-298-9).

Dieser Artikel ist im factum-Magazin erschienen.
http://www.factum-magazin.ch/wFactum_de/aktuell/2013_04_17_Turm_Davids.php

 

Die Abschaffung der Religion

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http://kalliopevorleserin.wordpress.com/2013/04/20/die-abschaffung-der-religion

Der Nutzen der Heiligen Schrift: 2.Timotheus3,14-17

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1. Die Heiligen Schriften zeigen den Weg zum Heil
In 2. Timotheus 3, 14-17 schreibt Paulus seinem jungen Mitarbeiter, warum er von der Heiligen Schrift, die er schon als ein kleines Kind kennen lernte, völlig überzeugt sein soll: „Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und wovon du völlig überzeugt bist, da du weißt, von wem du es gelernt hast, und weil du von klein auf die heiligen Schriften kennst, die Kraft haben, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Jesus Christus ist“ (2Tim 3,14-15). Das zentrale Thema des Wortes Gottes ist also die Errettung des Menschen. Paulus verquickt die Bedeutung der Bibel völlig mit der Errettung. Weiterlesen

Zur Komplementarität des biblischen Denkens Teil IV Prädestination und Verantwortung

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Viele biblische Themen und Fragen  haben wie gesagt zwei Seiten, die gleichermaßen wichtig sind, und manche theologische Diskussion in Geschichte oder Gegenwart ergibt sich nur daraus, dass die Diskussionspartner eine Seite betonen und die andere vernachlässigen. Die Bibel macht den Menschen als einzelne Person voll verantwortlich. Und dennoch bezieht sich diese Verantwortung nur auf den Verantwortungsbereich, den Gott den Menschen gegeben hat. Darüber steht Gott in seiner Allmacht und lenkt die Schöpfung. Aus dieser Allmacht heraus wird überhaupt erst die Verantwortung des Menschen und das Gebot an den Menschen begründet. Dies macht etwa Phil 2,12-13 deutlich: „Schaffet euer Heil mit Furcht und Zittern, denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen, als auch das Vollbringen schafft, nach seinem Wohlgefallen“. Hier führt das Wissen dar  um, dass Gott alles wirkt, nicht zur Passivität, sondern gerade zum ‚Schaffen‘. Weiterlesen

Zur Komplementarität des biblischen Denkens Teil III

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In der Physik hat man viele Phänomene entdeckt, die man nur komplementär (von Lat. ‚complementum‘, Ergänzung, Vervollständigung) beschreiben kann, und zwar in einer Zweier- und Dreierkomplementarität. So spricht man von Komplementärfarben, wenn sich zwei Farben (z. B. Rot und Grün) zu Weiß ergänzen. Ein Elektron kann im Experiment nur getrennt einerseits als Teilchen und andererseits als Welle erwiesen werden und ist doch immer beides zugleich. Das gilt somit auch für das Licht. Ein solches komplementäres Denken war lange umstritten. Der Däne Niels Bohr (1885-1962), der 1922 den Nobelpreis erhielt, führte den Begriff 1927 in die Physik ein und sorgte für den Siegeszug des komplementären Denkens in der Phsyik des 20. Jahrhunderts. Komplementäres Denken bedeutet also, dass man zwei, drei oder mehrere Seiten eines Phänomens nur nacheinander untersuchen und beschreiben kann, obwohl man weiß, dass die einzelnen Ergebnisse und Aussagen gleichzeitig wahr sind und man ein exaktes Ergebnis nur hat, wenn man beide oder alle beteiligten Seiten ins richtige Verhältnis setzt – man denke etwa an die Komplementärfarben, die nur dann ein klares Weiß ergeben, wenn sie richtig gemischt sind. Inzwischen hat sich dieses Denken weit über die Physik hinaus in allen Wissenschaften und Lebensbereichen durchgesetzt. Nicht die ‚Unlogik‘, sondern die Begrenztheit des Menschen sorgt dafür, dass der Mensch gerade auch im Bereich der biblischen Offenbarung und der Theologie auf komplementäre Aussagen angewiesen ist. Die Frühe Kirche hat bewusst die zentralsten Dogmen des christlichen Glaubens komplementär formuliert, als sie verteidigte, dass Gott dreieinig ist und Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott zugleich ist. Diese Komplementarität spielt meines Erachtens auch eine herausragende Rolle im Überwinden unnötiger Streitigkeiten unter Christen. Wir neigen dazu, eine Seite der Komplementarität gegen die andere zu stellen oder einen Teil der Komplementarität überzubetonen. So wurde zur Zeit der Frühen Kirche das Menschsein Jesus gegen sein Gottsein ausgespielt, und die Tatsache, dass Jesus seinem Vater gehorsam war, gegen die Tatsache, dass er eines Wesens und Ranges mit seinem Vater ist, gestellt. In der Bibel werden häufig zwei Seiten einer Münze (oder auch noch mehr Seiten) aufgezeigt, also zwei biblische Lehren, die sich scheinbar widersprechen, in einem Atemzug genannt. Die Tatsache, dass Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott ist und die Dreieinigkeit sind die beiden zentralsten Beispiele. Es gibt viele Beispiele für komplementäre Lehren in der Bibel, so zum Beispiel: Prädestination und Verantwortung, Glaube und Wissen, Gesetz und Gnade, Gericht und Begnadigung, Liebe und Zorn Gottes, Lehre und Leben, die Taufe als Handeln Gottes und des Menschen, die Notwendigkeit von Amt und allgemeinem Priestertum oder die Unterschiedlichkeit und Zusammengehörigkeit von Mann und Frau werden uns in der Bibel jeweils mit zwei oder mehr Seiten vorgestellt, die unlösbar zusammengehören und doch nur nacheinander zu denken sind. Der Christ ist frei vom Gesetz und lebt dennoch nach den Geboten Gottes. Der Christ ist frei von der Sünde und dennoch nicht sündlos. Der Teufel ist längst entmachtet und hat dennoch große Macht. Jesus ist wahrer Mensch und wahrer Gott; Gott ist einer und doch drei. Der Christ hat ewiges, unverlierbares Leben und wird dennoch eindringlich gewarnt, den Glauben festzuhalten. Auch an Bibelabschnitten mit komplementärer Botschaft kann man dies deutlich machen: 5Mose 28-30 spricht vom „Segen oder Fluch, die ich euch vorgelegt habe“ (5Mose 30,1). Der Bund mit Gott bringt Vorzüge, aber auch ein ernsteres Gericht mit sich (vgl. Röm 2,9+10). In 1Mose 2,15 erhält der Mensch den Auftrag, die Welt zu „bearbeiten“ und zu „bewahren“, also zu verändern und zu erhalten, was sich theoretisch ausschließt, doch im Alltag untrennbar zusammengehört. In Ps 73,23: „Dennoch bleibe ich stets bei dir, denn du hältst mich an meiner rechten Hand.“ Dass der Gläubige sich an Gott festhält, wird damit begründet, dass Gott ihn festhält. Wer hält hier wen fest? Beide Seiten gehören untrennbar zusammen. In 1Joh 1,5-3,10 wechselt Johannes ständig mit immer neuen Formulierungen zwischen vier Grundaussagen: „Jeder, der aus Gott geboren ist, sündigt nicht“ (1Joh 3,9); „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst“ (1Joh 1,8); „So wir unsere Sünden bekennen …“ (1Joh 1,9) und: „Das schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt“ (1Joh 2,1). Die vier Aussagen, 1) dass der Christ nicht sündigt, 2) dass jeder Christ Sünde tut, 3) dass jeder Christ seine Sünde bekennen soll und 4) dass der Christ von der Sünde ablassen soll, widersprechen sich nicht, sondern gehören zusammen.

http://www.thomasschirrmacher.info/wp-content/uploads/2009/02/q200104komplementaritaeti.pdf

http://bibelkreis-muenchen.de/?p=2471   Teil I

http://bibelkreis-muenchen.de/?p=2476 Teil 2

Die Komplementarität des biblischen Denkens II

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Die frühen Konzile
Es war die Stärke der Frühen Konzile (Nizäa 325, Konstantinopel 381, Ephesus 431, Chalkedon 451), sich in der Frage des Verhältnisses von Vater, Sohn und Heiliger Geist und des Verhältnisses des Mensch und des Gottseins Jesu nicht auf eine Seite festlegen zu lassen, sondern alle in der Bibel bezeugten Wahrheiten gleichzeitig festzuhalten und zu betonen. Denn immerhin waren die zahllosen Richtungen und Sichtweisen der beiden größten Kontroversen der Frühen Kirche nicht nur durch den Einfluss nichtchristlicher Religionen und Zeitströmungen von außen entstanden, sondern maßgeblich bei dem Versuch, die biblischen Aussagen zusammenzuschauen. Man berief sich meist auf ganz verschiedene Aspekte der Heiligen Schrift, anstatt die gesamte Wahrheit zusammenzuschauen. Die Konzile wählten glücklicherweise nicht den Weg, eine ‚vernünftige‘ Formulierung zu finden, sondern alle biblischen Einsichten in einer Aussage zusammenzuführen. Deswegen heißt es zu Christus in der Entscheidung des Konzils von Chalcedon (22.10.451 n.Chr.): „[Definition] In der Nachfolge der heiligen Väter also lehren wir alle übereinstimmend, unseren Herrn Jesus Christus als ein und denselben Sohn zu bekennen: derselbe ist vollkommen in der Gottheit und derselbe ist vollkommen in der Menschheit: derselbe ist wahrhaft Gott und wahrhaft Mensch aus vernunftbegabter Seele und Leib; derselbe ist der Gottheit nach dem Vater wesensgleich und der Menschheit nach uns wesensgleich, in allem uns gleich außer der Sünde [vgl. Heb 4,15]: derselbe wurde einerseits der Gottheit nach vor den Zeiten aus dem Vater gezeugt, andererseits der Menschheit nach in den letzten Tagen unsertwegen und um unseres Heiles willen aus Maria, der Jungfrau (und) Gottesgebärerin, geboren: ein und derselbe ist Christus, der einziggeborene Sohn und Herr, der in zwei Naturen unvermischt, unveränderlich, ungetrennt, und unteilbar erkannt wird, wobei nirgends wegen der Einung der Unterschied der Naturen aufgehoben ist, vielmehr die Eigentümlichkeit jeder der beiden Naturen gewahrt bleibt und sich in einer Person und einer Hypostase vereinigt; der einziggeborene Sohn. Gott, das Wort, der Herr Jesus Christus, ist nicht in zwei Personen geteilt oder getrennt, sondern ist ein und derselbe, wie es früher die Propheten über ihn und Jesus Christus selbst es uns gelehrt und das Bekenntnis der Väter es uns überliefert hat.“ Die Abschnitte 2.3. und 8.2. des Westminster Bekenntnisses von 1647 fassen die altkirchliche Lehre zur Dreieinigkeit und zu den zwei Naturen Jesus gut zusammen und zeigen, dass die komplementären Entscheidungen der frühen Konzile auch für spätere Generationen Bestand hatten: „In der Einheit der Gottheit sind drei Personen mit einem Wesen, einer Macht und Ewigkeit, Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist. Der Vater ist von niemandem weder geboren noch ausgehend; der Sohn ist ewig vom Vater geboren; der Heilige Geist ist ewig vom Vater und vom Sohn ausgehend.“ „Der Sohn Gottes, die zweite Person in der Dreieinigkeit, wahrer und ewiger Gott, eines Wesens mit dem Vater und ihm gleich, hat in der Fülle der Zeit, empfangen durch die Kraft des Heiligen Geistes im Leib der Jungfrau Maria, aus ihrem Wesen die menschliche Natur mit allen wesentlichen Eigenschaften und allgemeinen Schwachheiten angenommen, jedoch ohne Sünde, so dass die beiden ganzen, vollkommenen und unterschiedenen Naturen, die göttliche und die menschliche, in der Einheit der Person unzertrennlich miteinander verbunden waren, ohne Verwandlung, Zusammensetzung oder Vermischung, die Person wahrer Gott und wahrer Mensch ist, jedoch ein einiger Christus, der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen.“ Ich bedauere es außerordentlich, dass eine solche weise Zusammenschau den späteren Konzilien zu Fragen des menschlichen und göttlichen Wirkens beim Erlangen des Heils (bes. Ephesus 431, Orange 529) nicht gelungen ist. Grund dafür ist wesentlich, dass man zwar negativ die Lehren des Pelagius und anderer verworfen hat, aber nicht die Kraft hatte, wie im Falle der Dreieinigkeit und der Natur Jesu einfach die gesamte biblische Offenbarung zusammenzuschauen. Hätte man dies getan, hätte eine solche komplementäre Lösung wohl die Christenheit genauso geprägt und zusammengehalten, wie diese anderen beiden Themen, was sich immerhin daran zeigt, dass der verurteilte Pelagianismus (reine Werkgerechtigkeit) nie wieder sein Haupt erhob, auch nicht in der katholischen Kirche

Dr. Thomas Schirrmacher

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Was ist das Evangelium?

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Es gibt keine herrlichere Botschaft als das Evangelium von Jesus Christus. Doch so bedeutend das Evangelium auch ist, viel zu häufig wird es verzerrt dargestellt oder allzu sehr vereinfacht. Viele meinen, sie würden uns das Evangelium predigen, wenn sie sagen: »In Gott findest du den Sinn deines Lebens« oder: »Jesus lässt dein Leben in einem ganz neuen Licht erscheinen,« oder aber: »Du kannst eine persönliche Beziehung zu Jesus haben.« Das stimmt zwar alles und ist auch wichtig, aber es berührt nicht den eigentlichen Kern des Evangeliums. Das Evangelium wird »die frohe Botschaft« genannt, weil es sich mit dem größten Problem jedes Menschen befasst: Gott ist heilig und gerecht – und ich nicht. Am Ende meines Lebens werde ich vor diesem gerechten und heiligen Gott stehen und von Ihm gerichtet werden. Sein Urteil wird Er entweder auf der Grundlage meiner eigenen Gerechtigkeit fällen – oder besser gesagt, meiner mangelhaften Gerechtigkeit – oder aber aufgrund der Gerechtigkeit eines anderen. Die frohe Botschaft des Evangeliums lautet, dass Jesus ein Leben in vollkommener Gerechtigkeit führte, dass Er Gott gegenüber völlig gehorsam war, und das nicht um seinetwillen, sondern für sein Volk. Jesus hat für mich das getan, was mir unmöglich war. Aber Er hat nicht nur ein Leben im vollkommenen Gehorsam geführt, Er hat sich selbst als vollkommenes Opfer dargebracht, um dem Recht und der Gerechtigkeit Gottes Genüge zu tun.
Das große Missverständnis unserer Zeit ist, dass es Gott nicht um seine eigene Ehre gehe. Für viele ist Er eine verweichlichte Gottheit, die mit der Gießkanne loszieht und unterschiedslos über alle und jeden seine Vergebung ausgießt.
Doch das stimmt nicht! Für Gott ist unsere Vergebung eine kostspielige Angelegenheit. Sie kostete Ihn seinen eigenen Sohn. So kostbar war Gott dieses Opfer, dass Er seinen Wert dadurch hervorhob, dass Er Ihn von den Toten auferweckte.
Christus wurde wegen unserer Verfehlungen in den Tod gegeben und seine Auferstehung bringt uns den Freispruch.
Deshalb ist das Evangelium etwas Objektives. Es ist die Botschaft darüber, wer Jesus ist und was Er getan.
Und es hat ebenso eine subjektive Dimension. Wie eignen wir uns die Segnungen Jesu subjektiv an? Wie erhalte ich sie? Die Bibel sagt klar, dass wir nicht durch unsere Werke gerechtfertigt werden, nicht durch unser eigenes Bemühen, nicht durch unsere Leistungen, sondern durch den Glauben – und nur durch den Glauben!
Der einzige Weg, auf dem du den Segen aus Christi Leben und Tod empfangen kannst, ist, dass du dein Vertrauen auf Ihn setzt – auf Ihn allein. Wenn du das tust, wird Gott dich für gerecht erklären und du wirst in seine Familie aufgenommen. Er wird dir deine ganze Sünde vergeben, und du befindest dich auf dem Weg in die ewige Gemeinschaft mit Gott. R. C. Sproul