„Wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein“ (Markus 10, 43–44).

Der revolutionäre Führungsstil Jesu
„Wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein“ (Markus 10, 43–44).
Angesichts des enormen Gewichts, den die Führungsrolle im weltlichen wie im religiösen Bereich hat, überrascht die Entdeckung, dass z.B. in der englischen King James Version der Bibel das Wort leader (Führer, Anführer) nur sechsmal vorkommt – dreimal in der Einzahl und dreimal in der Mehrzahl.
Nicht, dass das Thema in der Bibel unwichtig wäre. Doch es wird mit anderen Wörtern darauf verwiesen, vor allem „Diener“ oder „Knecht“. Es heißt nicht „Mose, mein Anführer“, sondern „Mose, mein Knecht“. Dem entspricht auch die Lehre Christi zu diesem Thema. Weiterlesen

Die 10 Gebote

Nachdem Gott sein Volk aus der Sklaverei in die Freiheit geführt hatte. War es nun unbedingt erforderlich, dass Er ihnen genaue Anweisungen gab, damit sie ein richtiges Leben führen konnten. Diese Anweisungen sind in dem mosaischen Bund enthalten.

Der Bund mit Mose bestand aus den 10 Geboten und den Satzungen, die eigentlich eine Auslegung der Gebote waren. Diese Satzungen bezogen sich auf moralische, zivilrechtliche und zeremonielle Angelegenheiten. Es wird öfters die Frage gestellt – welchen Sinn oder welche Absicht haben die 10 Gebote oder das Gesetz? Die Antwort dazu gliedert sich in drei Teile:

  1. Das Gesetz wurde nicht gegeben, um den Menschen zu retten
    Aus Röm.3,20 geht klar hervor, dass kein Mensch durch das Einhalten des Gesetzes gerechtfertigt wird. Gal.3,10-13 zeigt, dass man das ganze Gesetz halten muss, wenn man durch das Gesetz leben will. Wenn man dies nicht tut, dann wird das Gesetz einen Fluch über einen bringen. Jak.2,10  wiederholt diese Wahrheit. Es ist unmöglich, dass der Mensch das ganze Gesetz halten kann. Das Gesetz kann nicht retten.
  2. Das Gesetz wurde nicht gegeben, um dem Christen zu zeigen wie er leben soll
    Römer 8,1-4
    zeigt, dass „das Gesetz des Geistes“ den Gläubigen von dem „Gesetz der Sünde und des Todes“ (d. h. dem mosaischen Gesetz) befreit hat. In diesem Zeitalter der Gnade sollten die Gläubigen vom Geiste geführt werden und nicht durch den Buchstaben gezwungen werden. Wenn wir vom Geiste geführt werden, dann erfüllen wir automatisch die Forderungen des mosaischen Gesetzes. Dies ist aber ganz anders, als wenn man unter dem Gesetz ist und es erfüllen muss!
  3. Das Gesetz wurde gegeben, um Sünde zu offenbaren
    …“Denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde…..“ (Römer 3,20)
    Gott gab das Gesetz, um Sünde zu „definieren“ und um den Unterschied zwischen dem Gesetz und Seiner Gnade klar zu offenbaren  (Römer 5,20). Man kann das Gesetz nicht erfüllen, aber Seine Gnade kann man als Geschenk annehmen.
    In diesem Sinn ist das Gesetz heute noch aktuell, um verlorenen Menschen ihre Bedürftigkeit nach einem Erretter zu offenbaren.

Es gibt verschiedene Methoden, die 10 Gebote oder das Gesetz einzuteilen

Die unterschiedlichen Einteilungen der 10 Gebote

JUDENTUM NACH JOSEPHUS
(Protestanten –
griechisch-orthodoxe Kirche)
NACH AUGUSTINUS
(Lutheraner –
römisch-katholische Kirche)
TAFEL 1
1) „der Herr dein Gott..“ (20,2)
2) andere Götter, Bilder (20,3-6)
3) der Name Gottes
4) Sabbath
5) Eltern

TAFEL 2
6) Mord
7) Ehebruch
8) Diebstahl
9) falsches Zeugnis
10) Begehren

TAFEL 1
1) andere Götter (20,2-3)
2) Bilder (20,4 – 6)
3) der Name Gottes
4) SabbathTAFEL 2
5) Eltern
6) Mord
7) Ehebruch
8) Diebstahl
9) falsches Zeugnis
10) Begehren
TAFEL 1
1) andere Götter, Bilder (20,2-6)
2) der Name Gottes
3) Sabbath

TAFEL 2
4) Eltern
5) Mord
6) Ehebruch
7) Diebstahl
8) falsches Zeugnis
9) Begehren von Haus
10) Begehren von Besitz oder Frau

Wie aus Karte 26 ersichtlich ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die 10 Gebote zu unterteilen. Die logischste Enteilung ist die Ordnung nach Josephus, welcher alle Verpflichtungen Gott gegenüber auf der einen Tafel und alle Verpflichtungen den Menschen gegenüber auf der anderen Tafel festlegt. Vielleicht hat der Herr Jesus auch eine ähnliche Einteilung im Sinne gehabt, als Er Seine Zusammenfassung der 10 Gebote in Lukas 10,27-28 festsetzte.

Die Zusammenfassung der 10 Gebote durch Jesus Christus

VERPFLICHTUNG GOTT GEGENÜBER VERPFLICHTUNG DEN
MENSCHEN GEGENÜBER
GEBOTE 1-4      GEBOTE 5-10
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen, und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit
deinem ganzen Verstande…
und deinen Nächsten wie dich selbst“.

Die Schlussfolgerungen von dieser Zusammenfassung sind zweifach:

  1. Die Grundlage des Gesetzes ist LIEBE. Als der Herr Jesus für das Neue Testament ein neues Gebot gab, deutete er auch auf diese Grundlage hin, und zwar in Johannes 13,34-35 ….. „dass ihr einander liebet……“
  2. Die richtige Beziehung zu den Menschen kann erst zustande kommen, nachdem die richtige Beziehung zu Gott hergestellt worden ist.

Die Satzungen, wie bereits erwähnt wurde, waren eine weitere Auslegung der Gebote. Die Absicht Gottes war es, Sein Volk zu heiligen. Wenn Israel die 10 Gebote und die Satzungen als Grundlage für ihr Leben gelten lassen hätte, dann wäre es ein ganz anderes Volk als die Nationen rund um Israel gewesen. Einige Beispiele von moralischen Gesetzen zeigen dieses Prinzip.

In Kanaan und Ägypten waren folgende Praktiken üblich; Israel hingegen wurde klar davor gewarnt, solche Dinge zu tun:

Kanaan
sexuelle Ausschweifungen
Tempelprostitution
Kinderopfer
Israel
Gesetze zum Schutze der Frau,
der Mutter und des Kindes
Ägypten
Heirat zwischen Bruder und Schwester
Götzenopferfleisch als Speise

Gesetz, welches solche Blutschande verbot
Gesetze, welche die Ernährung des Volkes
genau regelten

Die Israeliten waren Sklaven in Ägypten. Gott erinnerte sie auch daran, als Er durch die Satzungen zu einer fairen Behandlung der Sklaven in Israel ermahnte. Diese Barmherzigkeit und Fairness stand im vollkommenen Gegensatz zu den Völkern rund um Israel.

Sind Glaube und Wissenschaft Gegensätze?

Sind Glaube und Wissenschaft Gegensätze? Wenn man sich den Bibeltext, 1. Kor. 1, 18-31 anschaut, könnte man das fast so sagen.
Da heißt es im Vers 27, dass nicht viele Weise, Mächtige oder Angesehene berufen sind. Paulus zitiert hier auch aus Jesaja 29: „Ich werde die Weisheit der Weisen zunichte machen und die Erkenntnis derer, die sich auf ihren Verstand verlassen, werde ich ins Nichts laufen lassen.“ Das klingt nicht gut für Weisheit und für Wissenschaft, für Glaube und Wissenschaft. Wenn man sich die Statistiken ansieht, dann hat Paulus wohl mit diesem Votum recht. Wo sind denn die Weisen dieser Welt, wie viele gibt es denn, die wirklich an Gott glauben? Und diese Statistiken kennt natürlich auch Richard Dawkins, der führende Vertreter des Neuen Atheismus. Man hat in den USA die Topwissenschaftler der National Academy gefragt, ob sie an Gott glauben – es waren weniger als zehn Prozent. Das bedeutet also, je intelligenter, um so weniger glaubt jemand an Gott. Das ist jedenfalls die Schlussfolgerung von Richard Dawkins. Weiterlesen

„Langweile“

Lassen Sie Ihren Gedanken einmal freien Lauf. Sie haben einen freien Abend und es gibt nichts mehr zu tun. Was ist wohl Ihr erster Gedanke? Kino – oder ein Video (vielleicht sogar zwei)? Stellen Sie sich nun vor, wie es wäre, wenn wochenlang der Strom ausfiele – kein Fernsehen, kein Computer, keine Videos, keine DVDs, keine CDs, kein Radio. Wie würden wir einen so entsetzlichen Entzug der Unterhaltung überleben, an die wir uns in unserer Kultur so sehr gewöhnt haben? St. Louis, die Stadt in der ich lebe, bietet jedes Wochenende Baseball und Footballspiele, eine Vielzahl von Konzerten, Filme in Kinos und auf Video, Theaterstücke und Kunstausstellungen an. Zudem steht einem zu Hause eine unübersehbare Anzahl an Fernsehkanälen zu Verfügung. Wie kann in einer solchen Kultur der Unterhaltung irgend jemandem langweilig sein? Eigentlich scheint das unmöglich. Und doch belegt eine kürzlich in den USA durchgeführte Studie einen „Langeweile-Boom“. Die meisten der befragten Teilnehmer wünschten sich mehr Neues in ihrem Leben. Weiterlesen

Christen im Spannungsfeld zwischen Anpassung und Absonderung

Ziehen wir uns aus der Gesellschaft zurück? Nehmen wir das Amt des Propheten wahr und kritisieren? Oder engagieren wir uns vorbehaltslos? Thomas K. Johnson hat ein ausgewogenes Verständnis der Rolle der Christen in der Gesellschaft dargestellt. Er sieht sie im Spannungsfeld zwischen Absonderung und Anpassung.
– Critique: Das Wort Gottes ist der endgültige Kritiker der Natur. Es konfrontiert uns mit unserer Sünde. Gleichzeitig müssen wir es mit seiner konfrontativen Art in die Welt hineinsprechen. Amos ist das Beispiel eines Sozialkritikers in der Bibel. Sünde betrifft auch die Gedanken und Gefühle. Die Kritik geht auf die Ebene der Werte. Francis Schaeffer spricht von den (westlichen) Grundwerten des persönlichen Friedens und des Wohlstands. Diese müssen in Frage gestellt bzw. gründlich kritisiert werden!
– Correlation: Das Eingehen des Wortes Gottes auf die grundlegenden Bedürfnisse einer Kultur. Gott ist ein Gott, der Fragen stellt. Es gibt daher eine Korrelation zwischen den Lebensfragen der Menschen und den Antworten Gottes in der Bibel. Das Wort Gottes spricht unsere tief sitzenden Ängste an. Angst ist die Wahrnehmung des gefallenen Zustandes der Welt.
– Construction: Schaffung einer Gegenkultur durch das Wort Gottes. Seit der Auferstehung Christi haben Christen Gegenkulturen geschaffen – ohne die bestehende Kultur aufzulösen. Sie gründeten Schulen, Universitäten, Krankenhäuser und Waisenheime. Diese sind im Lauf der Zeit oft Teil der säkularen Kultur geworden. Unser erster Beitrag soll stets das Evangelium sein! Es gibt keinen Grund für irgendeine christliche Organisation, irgendwann mit der Evangelisation aufzuhören.
– Contribution: Bereicherung einer Kultur durch das Wort Gottes. Die Erde wird zu einem schöneren und lebenswerteren Ort gemacht. Christliche Philosophen haben zuerst über Menschenrechte gesprochen. Heute wollen Europäer Menschenrechte schützen, ohne dass sie dafür eine richtige Erklärung haben. Die frühen modernen Wissenschaftler im 16./17. Jh. waren zumeist überzeugte Christen. Ihr Leitgedanke: Wir sollen die Natur studieren, weil sie Gottes Natur ist. Heute sind die Wissenschaften eine der tragenden Elemente unserer Kultur. Die Geschichte ist nicht fertig: Wir können neue Institutionen gründen, die von der Kultur aufgenommen werden. Hier geht es zum Aufsatz “Christus und die Kultur”.
http://bucer.eu/242.html?&tx_ttnews[pointer]=5&cHash=e054d38604cde82684c9c493f8a0c32f
http://bucer.eu/uploads/media/mbstexte100.pdf

Diese tödliche Seuche herrscht überall in der Welt, daß die Menschen wahnsinnig sind in unersättlicher Gier nach Besitz.

Matthäus 6, 19-21
19 Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe nachgraben und stehlen. 20 Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen. 21 Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.
Matth. 6, 19. „Ihr sollt nicht sammeln …“ Diese tödliche Seuche herrscht überall in der Welt, daß die Menschen wahnsinnig sind in unersättlicher Gier nach Besitz. Christus zeiht sie wahrlich der Torheit, weil sie ihr Glück, die in so viel Mühe angehäuften Reichtümer, den Würmern und dem Rost darbieten, den Dieben zur Beute ausliefern. Was ist vernunftwidriger, als sein Gut da aufzubewahren, wo es entweder von selbst umkommt oder von Menschen geraubt wird? Das erwägen die Habsüchtigen freilich nicht: denn sie verwahren ihre Schätze in gut verschlossenen Gewölben; doch können sie nicht hindern, daß Diebe und Motten sich ihres Reichtums bemächtigen. Weiterlesen