1.Petrus 1,13 Darum umgürtet die Lenden eures Gemüts, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird in der Offenbarung Jesu Christi.

Beim Lesen dieses Aufrufs spürt man etwas von der Bestimmtheit des Petrus. Er will uns sagen, dass jetzt nicht die Zeit zum Abschalten, zur Apathie ist. Schaut man sich die Eindringlichkeit an, mit der er sagt: „Haltet euch bereit! Bleibt nüchtern! Setzt eure ganze Hoffnung auf die Gnade!“ Der Rhythmus dieser Sätze ist ein hartes Stakkato. Heute würden wir es vielleicht so sagen: „Kommt zur Sache, Leute! Die Lage ist ernst!“ Man lässt sich so leicht von der Welt berieseln und in den Schlaf wiegen. Wenn wir uns aber von diesem Narkosemittel befreien wollen, müssen wir uns seinem Einfluss widersetzen. Ich habe das Empfinden, dass Petrus hier sagt: „Ihr müsst euch klarmachen, dass ihr zwar in diesem Kosmos lebt, aber dass ihr euer Denken, euren Blick, euer Wesen jenseits des Hier und Jetzt richten müsst. Ganz egal, wie knüppeldick es auch kommen mag: richtet eure Hoffnung jenseits der gegenwärtigen Umstände, denn sonst fällt ihr dem Kosmos-Denken zum Opfer. Weiterlesen

„Insider-Information“

Nichts verkauft sich so gut wie Prophezeiungen. Es ist wahr. Eine Gemeinde oder ein Missionswerk kann eine dämliche Theologie, einen komischen Leiter und unsinnig strikte Regeln haben, wenn sie jedoch ein paar Weltkarten, eine Schere und einen Stapel von Zeitungen, zusammen mit einem Prediger, der sich halbwegs gut ausdrücken kann, dann, so scheint es, werden die Menschen ihnen eimerweise Geld schicken.
Menschen fürchten sich vor dem Unbekannten und sie kennen die Zukunft nicht. So scheint es, dass irgendein alter Straßenhändler, der des Weges kommt und behauptet, dass er die Zukunft kennt, eine ganz schöne Gefolgschaft zusammentrommeln kann, wenn er klug genug ist, Gottes Unterschrift für seine Vorhersagen zu fälschen, indem er Bibelstellen wir ein Zirkuskünstler jongliert.
Aber eine Sache, über die wir uns im Klaren sein müssen, ist folgende: Bei der biblischen Prophetie geht es nicht um die Zukunft. Es geht darum, dass wir Jesus Christus erkennen.
Wenn Sie nach prophetischen Vorhersagen süchtig sind, dann händigen sie Ihren Verstand nur den selbst ernannten Boten Gottes aus, sodass sie ihn mit Erfindungen darüber füllen können, welcher besondere Despot tatsächlich der „König des Südens“ oder der „König des Nordens“, oder „das Tier“ oder „der falsche Prophet“ oder das zehnte „Horn“ ist. Es wird viel Spaß machen, sehr aufregend sein, und beinahe geistlich so nützlich sein, wie wenn man für den Rest seines Lebens Dungeons and Dragons (Kerker und Drache) spielt.
Oder Sie könnten von dem Apostel Petrus lernen. Der hatte einige Gedanken zur Prophetie – ihren Ursprung, ihren Wert und ihren Zweck. Er wusste, worum es dabei ging. Und er gab uns diese Informationen im 1. Petrusbrief weiter.
„10 Nach dieser Seligkeit haben gesucht und geforscht die Propheten, die von der Gnade geweissagt haben, die für euch bestimmt ist, 11 und haben geforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist Christi deutete, der in ihnen war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christus kommen sollten, und die Herrlichkeit danach. 12 Ihnen ist offenbart worden, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienen sollten mit dem, was euch nun verkündigt ist durch die, die euch das Evangelium verkündigt haben durch den Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist, – was auch die Engel begehren zu schauen.“ (1Pt 1,10-12).
Hier ist nun die „Insider-Information“ für uns, direkt von Petrus:
1. Der Geist Christi, der Heilige Geist, ist die Quelle der Prophetie (Offenbarung 19,10 sagt das Gleiche aus).
2. Der Zweck der Prophetie war die Vorhersage des Todes und der Auferstehung Jesu Christi.
3. Wenn man das Evangelium gehört hat, hat man alles gehört, was es zum Thema Prophetie zu wissen gibt.
Und was hat Petrus von seinen Lesern, die diese Informationen erhielten, erwartet? Einfach dies: „Darum umgürtet die Lenden eures Gemüts, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird in der Offenbarung Jesu Christi.“ (V. 13).
Unseren Sinn auf die Gnade zu richten, bedeutet, dass man die „Wiedergeburt“ (V. 3) durch den Glauben auslebt, während wir „einander beständig lieben aus reinem Herzen“ (V. 22).

1.Petrus 1,12 Ihnen ist offenbart worden, daß sie nicht sich selbst, sondern euch dienen sollten mit dem, was euch nun verkündigt ist durch die, die euch das Evangelium verkündigt haben durch den heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist, – was auch die Engel begehren zu schauen.

Die großen Vorrechte der Gläubigen dieses Zeitalters sieht man nicht nur daran, daß sie all das klar verstehen, was den Propheten verborgen blieb, sondern auch in der Tatsache, daß „Engel“ in diese Wahrheiten der Erlösung hineinzuschauen begehren.  Weiterlesen

1. Petrus 1,11 und haben geforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist Christi deutete, der in ihnen war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christus kommen sollten, und die Herrlichkeit danach.

Die große Ehre für die Propheten, Weissagungen aussprechen oder niederschreiben zu dürfen, machte es nicht unnötig oder nutzlos, diese Weissagungen ernsthaft zu untersuchen, damit sie etwas verständen von dem, was sie aus der Fülle Gottes hatten mitteilen dürfen. Ganz offensichtlich verstanden sie folgendes nicht: Die Identität der Person, die als Messias kommen würde. Die „Zeit“ seines Kommens. Sie wurden vom Geist Gottes inspiriert, um „die Leiden“ des Messias und „die Herrlichkeiten danach“ vorherzusagen. Doch sie verstanden nicht, daß diese beiden Vorgänge mindestens 1900 Jahre auseinander liegen würden. Wie man es oft dargestellt hat, sahen sie zwei Bergspitzen 1. Golgatha, wo Jesus gelitten hat, und 2. den Ölberg, auf dem er in Herrlichkeit wiederkehren wird. Doch sie konnten nicht das Tal dazwischen sehen, d.h., das gegenwärtige Zeitalter der Gnade, in dem wir uns befinden. Weiterlesen

Der Tod ist nicht der mächtigste Herrscher, sondern die Hoffnung, die über den Tod hinausgeht.

Eine psychologische Analyse: Freiheit
Der Glaube an Jesus Christus befreit in vielerlei Hinsicht. Besonders wichtig ist, dass er uns von unserer Schuld befreit. Im folgenden Artikel sei aber noch ein weiterer Aspekt der Freiheit erwähnt.
Ohne Zweifel leben wir in einer Gesellschaft, in der die individuellen Wahlmöglichkeiten über die Jahrhunderte angestiegen sind. Beispielsweise kann man zwischen verschiedenen Automarken, Nahrungsmitteln, Fernsehkanälen und Urlaubszielen wählen. Mehr als früher kann man frei wählen, in welcher Stadt man lebt, welchen Beruf man ergreift und welche Partei man unterstützt. Doch die Freiheiten sind relativ klein im Angesicht der Bindungen und Zwänge, denen der Mensch nach wie vor unterliegt.
Bis zu einem gewissen Grad ist man frei, aber jeder dient gewissen Herrschern. Herrschern im Sinne von Rahmenbedingungen, Prinzipien oder Personen, die unseren Handlungs- und Denkspielraum vorgeben. Der eine wird beherrscht von seiner Arbeit. Der andere wird beherrscht von seinem Partner. Der nächste wird beherrscht vom Streben nach Glück oder Reichtum. Wieder andere werden beherrscht von ihrer Eigensucht. Die Gravitationskraft beherrscht uns in dem Sinne, dass sie uns unablässig Richtung Erdmittelpunkt zieht. Sie schränkt damit die Freiheit ein, hoch zu springen. Dabei ist „beherrscht werden“ nicht unbedingt etwas Negatives. Es gibt Menschen, die sind glücklich, wenn ihr Leben von Gedanken an Arbeit oder an einen anderen Menschen beherrscht wird. Ohne die Gravitationskraft wäre menschliches Leben nicht möglich. Manche kämpfen – beispielsweise durch ein Face-Lifting – gegen das mächtige Urteil des Herrschers Gravitationskraft, der befiehlt: „Deine Wangen und Gesichtsfalten werden nach unten gezogen, und zwar ohne Barmherzigkeit und Diskussion.“ Ob positiv oder negativ, diese Herrscher sind Teil unserer Existenz. Jeder dient solchen Herrschern, keiner ist völlig frei. Jeder folgt den Anweisungen seiner Herrscher und tut, was sie verlangen.
Oft stehen unsere Herrscher miteinander in Konkurrenz und befehlen unterschiedliche Handlungen. Der Bauch befiehlt: „Iss die Schokolade!“ Die Eitelkeit befiehlt: „Iss sie nicht, sondern achte auf deine Figur!“ Die Vernunft befiehlt: „Iss ein wenig, denn Schokolade in kontrollierten Mengen ist gesund!“ Die Herrscher geben nicht nur Anweisungen, sondern sie versorgen und bestrafen ihre Untergebenen auch. Beim Beispiel der Schokolade versorgt einen der Bauch mit zufriedener Sattheit und straft mit Übergewicht. Die Eitelkeit versorgt einen mit Schönheit und straft mit Entbehrung. Die Vernunft versorgt einen mit Gesundheit und straft mit Leidenschaftslosigkeit.
Die Vernunft ist ein sehr mächtiger Herrscher. Auch wenn sie beispielsweise bei Trauer, Liebe und den zahlreichen Paradoxa des Lebens nicht weiterhilft, ist es gut, ihren Anweisungen Folge zu leisten. Doch ein weit mächtigerer Herrscher ist Leid. Zwar kann man die Vernunft lange hochhalten, doch wenn das Leid nur stark genug ist, dann interessieren Vernunftschlüsse nicht mehr. Es interessiert nur noch: Wie komme ich aus dem Leid heraus? Dieser Gedanke gibt dann das Handeln vor. Im Leid akzeptieren die Menschen die unvernünftigsten Trost- und Heilmittel. Im Leid akzeptieren Menschen Ungerechtigkeit und Inkonsequenz zu ihren Gunsten. Im Leid des Hungers nehmen sich Menschen Nahrung, die ihnen nicht gehört. Im Leid der Sehnsucht akzeptieren Menschen Drogen als Trost. Im Leid der Einsamkeit akzeptieren Menschen unpassende Liebespartner. Im Leid der Minderwertigkeitsgefühle kaufen sich Menschen unpraktische überteuerte Autos, um ihr Ansehen zu erhöhen. Im Leid der Sucht werden Menschen kriminell. Im Leid der Langeweile ist die unvernünftigste Zerstreuung willkommen. Wenn Leid Befehle gibt, dann kuscht die Vernunft und schweigt. Die Vernunft hat keine Chance, wenn es zu einem ernsthaften Kräftemessen kommt. Das Leid gibt das Thema vor. Es beherrscht das Leben des Leidenden und gibt die Befehle. Die stärkste Form des Leides ist der Tod. Der Tod gibt eine Anweisung (z.B. „Lebe schnell und hetze!“), der Mensch gehorcht. Alles Wissen, alle Weisheit und Lebensklugheit lässt einen im Angesicht des Todes ratlos zurück. Die Philosophen wollten das Sterben lernen, doch ihre Vernunft war zu schwach und sie haben den Kampf verloren. Doch es gibt einen noch mächtigeren Herrscher als Leid und Tod. Dieser Herrscher heißt Hoffnung. Wer Hoffnung hat, der ist vom Zwang befreit, dem Leid gehorchen zu müssen. Im Leid vergisst man die Vernunft. In Hoffnung vergisst man das Leid. Hoffnung wird oftmals gar nicht wahrgenommen, obwohl sie Leben und Empfinden maßgeblich ausmacht. Es ist unmöglich, ohne Hoffnung zu leben. Hoffnung ist das, was man sich von seiner Zukunft erwartet. Je nachdem, was man von seiner Zukunft erwartet, ist man in der Gegenwart fröhlich oder bedrückt. Es gibt prinzipiell zwei Möglichkeiten, den Moment zu genießen und sich an ihm zu freuen:
1) Man denkt nur an den jetzigen Moment und verweigert das Denken an die Zukunft. Den wenigsten Menschen ist das in Reinform möglich. Wer es jedoch schafft, der ist sorglos, aber unvernünftig. Sorglos, weil die Zukunft ihn nicht bedroht, denn er denkt einfach nicht an sie. Unvernünftig, weil die Zukunft ihn in der Realität sehr wohl bedroht. Jugendliche können das Leben froh und dynamisch angehen, weil sie sich nicht vor Augen halten, dass alle jugendliche Schönheit verwelken wird. Dass sie alles Erarbeitete schließlich wieder abgeben müssen. Dass sie letztlich nichts mitnehmen können. Der sorgenbeladene Mensch ist froh über jede Beschäftigung, die seine Gedanken auf den gegenwärtigen Moment lenkt, so dass er den sorgenvoll quälenden Gedanken an Morgen entkommen kann.
2) Die zweite Möglichkeit, den Moment zu genießen, ist, wenn man in naher oder ferner Zukunft etwas Schönes erwartet. Mit anderen Worten: Wenn man Hoffnung hat. Andererseits wird der Moment zur Qual, wenn man beim gedanklichen Durchstreifen seiner Zukunft nichts Schönes findet. Mit anderen Worten: Wenn man hoffnungslos ist. Hoffnung meint dasselbe wie Erwartung, wie Vorfreude, wie Optimismus. Hoffnungslosigkeit meint dasselbe wie Sorge, wie Erwartungslosigkeit, wie Pessimismus. Wer Hoffnung hat, der ist der Herrscher über das Leid. Denn Leid kann man akzeptieren und dadurch überwinden. Hoffnungslosigkeit kann man nicht akzeptieren. Hoffnungslosigkeit ist der Gedanke, dass das Leid nie aufhören wird. Das ist der schlimmste denkbare Gedanke. Jeder, der noch irgendwie im Leben steht, hat auch noch ein Stück Hoffnung, ob bewusst oder unbewusst. Es kann Hoffnung auf Freundschaft, Familie, Erlebnisse, Ruhe, Zufriedenheit, Geld, Wohlstand, Reisen, Partys, künstlerische Selbstverwirklichung, Bewunderung, Ehre, Sex oder Liebe sein. Falls all diese Hoffnungen enttäuscht haben, dann bleibt immer noch die diffuse Hoffnung, „dass da im Leben noch irgendwas kommt“. Auf was genau man hofft und wie existentiell wichtig Hoffnung ist, wird einem oft erst bewusst, wenn man erkennt, dass keine Aussicht auf Erfüllung der Hoffnung mehr besteht. Dann beginnt eine unzähmbare Suche nach einer neuen Hoffnung. Denn ohne Hoffnung kann niemand leben.
Wenn man also Hoffnung hat, dann kann man den Moment, unbelastet von Sorgen und Unvernunft, genießen. Sorglos, weil man davon ausgeht, dass die Zukunft letztlich Gutes bringen wird. Unbeeinträchtigt von Unvernunft, weil man Gedanken an die Zukunft nicht verdrängen muss. Die Zukunft bringt nur dann letztlich Gutes, wenn der Tod besiegt wird. Der Tod ist nicht der mächtigste Herrscher, sondern die Hoffnung, die über den Tod hinausgeht. Die Hoffnung auf ewiges Leben. Sie befreit davon, den Anweisungen des Todes gehorchen zu müssen. Diese Hoffnung ist in Jesus Christus, der den Tod bei seiner Auferstehung besiegt hat und diesen Sieg jedem anbietet, der an ihn glaubt.
Es ist bemerkenswert, wie man in der Bibel mit Personen wie Paulus konfrontiert ist. Sein Handeln legt nahe, dass ihn die Anweisungen des Todes nicht mehr interessieren. Als er von Jesus Auferstehung in verschiedenen Städten erzählt, wird er teilweise geschlagen, gesteinigt und halbtot aus der Stadt geschleift[51]. Trotzdem geht er weiter und hält die Botschaft von Jesus unbeirrt hoch. Die Begebenheiten lesen sich, als habe der Tod, dieser Herrscher, der die größten Denker bezwungen hat, keine Macht über Paulus. In einem Brief schreibt er: „Der Tod wurde vom Sieg verschlungen. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?“[52] Wie kann ein Mensch zu so einer Aussage kommen? Er sagt es nicht ängstlich, als ob er sich den Sieg über den Tod nur wünschen würde. Er sagt es nicht zynisch spottend, was die Hilflosigkeit nur noch verdeutlichen würde. Stattdessen sagt er es froh. Er jubelt, weil er glaubt, dass Gott, der Jesus von den Toten auferweckt hat, auch ihn auferwecken wird.
Gott vertröstet nicht nur auf das Leben nach dem Tod, sondern durch die Erwartung des Himmels wertet er das Diesseits auf. Diese Erwartung ist daran gekoppelt, ob die Kreuzigung und Auferstehung von Jesus als tatsächliche Begebenheit in Raum und Zeit passiert ist. Durch die Auferstehung sagt Gott: „Ich werde dich nach dem Tod wieder aufwecken.“ Durch die Kreuzigung sagt Gott: „Und ich werde dich nicht bestrafen.“ Durch die zugesicherte Hoffnung auf das ewige Leben verhilft Gott uns zu mehr Liebe und weniger Egoismus, anstatt nur mehr Liebe und weniger Egoismus zu fordern. Philosophen, Humanisten, Agnostiker und Atheisten können nur appellieren: „Liebt mehr. Seid weniger egoistisch.“ Doch niemand kann die Kraftlosigkeit solcher in der Luft hängenden Appelle angesichts der Realität unserer Welt leugnen. Egoismus ist ein zu mächtiger Herrscher, als dass er sich von Appellen bezwingen ließe. Der Christ dagegen wird vom Egoismus befreit, indem er u.a. von Gott das höchste und schönste Ziel, nämlich die Ewigkeit im Himmel, schon bekommen hat. Der Glaube an Jesus schafft also andere Rahmenbedingungen, die faktisch für mehr Liebe sorgen, anstatt nur zu mehr Liebe auffordern.
Daniel

1Petr.1,10 Nach dieser Seligkeit haben gesucht und geforscht die Propheten, die von der Gnade geweissagt haben, die für euch bestimmt ist,

So fest stehen im Glauben kann die Gemeinde nur, weil sie gegründet ist in der Schrift. Der Hinweis auf das Alte Testament ist nicht nur eine geschichtliche Erinnerung; etwa in dem Sinn; dass das Alter für Richtigkeit bürge. Nein, damit ist ausgesagt, dass es sich hier nicht um irgendeine Religiosität, um irgendeinen Glauben handelt, sondern um die Offenbarung Gottes. Nicht der Mensch hat sich in seiner Religiosität allerhand Frommes und Schönes zusammengedacht über Gott, sondern Gott ist umgekehrt von sich aus zu den Menschen getreten. Was wäre das auch für ein Gott, den man erdenken könnte, der nur ein Ding bliebe unter all den (sichtbaren oder unsichtbaren) Dingen, die wir mit unserem Denken bewältigen können! Der Gott der Gemeinde Jesu ist der Gott Israels. Gott ist nicht heute mal so, und bald so, einmal zornig, dann wieder gnädig. Er ist im alten wie im neuen Bund der eine Gott, Richter und Heiland zugleich (s. zu 1,7). Darum heisst der Inhalt der prophetischen Verkündigung auch Gnade, freies, bedingungsloses Schenken Gottes. Weiterlesen