Wahrheit und Toleranz

Wahrheit und Toleranz (1)
Unsere Haltung zur Toleranz wurde ganz wesentlich durch Lessings „Ringparabel“ zur Frage nach der wahren Religion geprägt. Nach Lessing haben alle Religionen einen gemeinsamen Kern. Dieser Kern ist die tätige Liebe. Streitobjekt in der Ringparabel aus Lessings Stück „Nathan der Weise“ sind drei Ringe, bei denen man nicht mehr feststellen kann, welcher der echte Ring ist. In dieser Parabel erben drei Brüder einen Ring; die drei Ringe sehen alle gleich aus, aber nur einer ist echt. Die Echtheit läßt sich nicht mehr feststellen, und es stellt sich schliesslich auch heraus, daß es unbedeutend ist, welcher Ring der echte ist. Der Kern der drei Religionen Christentum, Judentum und Islam ist tätige Liebe. Man kann in der Liebe tätig sein, egal, ob der Ring, den man trägt (bzw. die Religion, an die man glaubt) echt ist oder nicht. Man braucht ihn dazu nicht. Dieses Bild von den drei Ringen hat viele Zuschauer und Leser bis heute überzeugt. Weiterlesen

Die Edelsteintherapie (Lithotherapie)

„Heilige“ Steine gab es schon immer …
Edelsteinen und Quarzkristallen werden Heilwirkungen zugeschrieben 1. Als Symbol, Amulett und Talisman boten sie – laut Aussagen von „Edelstein-Therapeuten“ – schon immer Schutz, wehrten Böses ab und erhielten die Gesundheit: „Gerade in den Steinen steckt die Urkraft der Natur. Im Kristall ist der Schlüssel der Ewigkeit.“2 Schon Marbot von Rennes (11. Jh.) und Hildegard von Bingen (12. Jh.) priesen die „mächtigen Kräfte“ der Steine. Doch bereits in den alten Hochkulturen und auch in der Bibel sollen Edelsteine eine große Rolle gespielt haben, z.B. auf dem Brustschild des Hohepriesters (2Mose 28 + 39) und auf der Mauer des „neuen Jerusalems“ (Offb 21,18-21). Doch von einer „heilenden Kraft“ der Edelsteine ist in der Bibel nirgends die Rede. Kristalle oder (Edel-) Steine gehören zu Gottes wunderbarer Schöpfung wie Gold und Silber auch. Sie sind weder mit göttlichen Heilkräften ausgestattet noch „okkult belastet“. Weiterlesen

1.Petrus 2,16 als die Freien und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckmantel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes.

Die Freiheit, die nach 1.Petrus 1, 18 so teuer erkauft wurde, ist eine ganze Freiheit, nicht nur ein raffiniertes Kleid über zerrissener Unterwäsche oder ein Truhendeckel, unter den man die ganze Unordnung stopft. Wer die Freiheit nur haben wollte wie eine Schminke, die bloss die Oberfläche deckt, und nicht als ganze, den Menschen in seiner Totalität beanspruchende und in Dienst stellende, der hat nicht verstanden, was sie ist. Die wirkliche Freiheit findet nur, wer sich bis in all seinem Tun und Sein hinein freimachen lässt von der Herrschaft aller anderen Mächte und Gewalten, der also zum Knecht Gottes geworden ist und so seine Bestimmung erreicht hat. So ist das ganze christliche Leben nichts anderes als das völlige Geltenlassen der geschenkten Freiheit, der Gnade Gottes.
Die Unterwerfung unter die staatliche Autorität negiert nicht die christliche Freiheit (vgl. Gal 5,1.18). Die Christen sollen den bürgerlichen Gesetzen aus freiem Willen gehorchen, weil Gott es so will und nicht aus Furcht. Die christliche Freiheit ist stets von der christlichen Verantwortung begrenzt (vgl. Gal 5,13) und darf nie als Deckmantel (epikalymma, wörtlich „Schleier“) der Bosheit benutzt werden. Die wahre Freiheit erleben die Christen dann, wenn sie Gott gehorchen. Auch als Freie sollen sie die Knechte (douloi, wörtlich „Sklaven“; vgl. Röm 6,22) Gottes sein.
Eingesehene Literatur
Züricher Bibelkommentare NT 15 Der erste Petrusbrief Eduard Schweizer Auflage 1998
Roger M. Raymer Walvoord Multimedia Bibel 1. Petrus

Die Botschaft des Galaterbriefes

Der Anlass für den Galaterbrief war die Tätigkeit gewisser jüdischer Lehrer in den von Paulus gegründeten Gemeinden von Galatien. Diese jüdischen Lehrer haben die jungen Christen „beunruhigt“, „durcheinander gebracht“ oder „verwirrt“ (siehe Kap. 1,7 und 5,10). Diese Verwirrung entstand, weil sie falsche Ansichten vertraten. Sie verdrehten das Evangelium – etwas, was Paulus mit großer Entschiedenheit bekämpft.
Es gab drei wichtige Streitpunkte zwischen Paulus und den jüdischen Lehrern, Punkte, die auch in der heutigen christlichen Kirche aktuell sind wie eh und je. Es geht – erstens – um die Frage der Autorität: woher wissen wir, was oder wem wir glauben oder nicht glauben sollen? Zweitens geht es um das Heil: Wie bekommen wir eine rechte Beziehung zu Gott und erlangen die Vergebung unserer Sünden? Und an dritter Stelle geht es darum, wie wir unsere gefallene Natur in den Griff bekommen und ein Leben führen können, das von Liebe und Gerechtigkeit geprägt ist. Jedem dieser Themen widmet Paulus etwa zwei Kapitel seines Briefes. Weiterlesen

1. Petrus 2,15 Denn das ist der Wille Gottes, dass ihr mit guten Taten den unwissenden und törichten Menschen das Maul stopft

Oftmals ist der Wille Gottes in den alltäglichen Angelegenheiten des Lebens nicht immer kristallklar, und die Gerechten leben wirklich aus Glauben. Es gibt jedoch gewisse Dinge, die als der Wille Gottes bekannt sind. Errettung ist der Wille Gottes (2Pet 3,9); Heiligung ist der Wille Gottes (1Thes 4,3). Hier nun lernen wir, daß Unterwerfung unter die Obrigkeit Gottes Wille ist. Diese Unter- und Einordnung des Christen vollzieht den Willen Gottes. Weiterlesen

Drogen-Warner aus eigener Erfahrung

Zum Tod des ehrenamtlichen Sindelfinger Suchthelfers Bernd Maier (60)
Weil der Stadt – Im vergangenen November hatte er noch seinen 60. Geburtstag gefeiert. Jetzt ist Bernd Maier auf dem Friedhof von Merklingen zu Grabe getragen worden. Ein extremes Leben hat seinen Tribut gefordert: Maier war Jahrzehnte lang schwer drogensüchtig, reiste als Dealer durch halb Europa, meist auf der Flucht vor der Polizei, und war bei der Beschaffung von Stoff und Geld nicht zimperlich. Mehrmals saß er zum Teil mehrere Jahre lang im Knast oder der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie.
Trotzdem kamen zu seiner Beerdigung rund 200 Menschen aus ganz Süddeutschland. Sie hatten einen anderen Bernd Maier kennengelernt, denn vor 20 Jahren hatte er die Kurve gekriegt, war von seiner Sucht losgekommen, hatte eine ordentliche Berufsausbildung nachgeholt und vor allem sein Leben in den Dienst der ehrenamtlichen Hilfe für junge Junkies gestellt. Beim Suchthilfezentrum Sindelfingen gab er seine Erfahrungen an Schüler und Auszubildende weiter und arbeitete mit so genannten Motivationsgruppen, das sind Menschen, die Wege aus ihrer Abhängigkeit suchen.
Maier wusste, dass sein eigenes Beispiel abschreckend, aber auch für Süchtige motivierend wirken konnte. Durch schwierige Familienverhältnisse und seinen großen Freiheitsdrang war er schon früh auf die schiefe Bahn geraten. 1967 war er mit seinen Eltern von Baden-Württemberg nach München umgezogen. Eine Fernmeldetechniker-Lehre brach er ab, stattdessen zog es ihn immer stärker in die aufkommende Hippie-, Alternativ- und Rockszene hinein, und er mischte als DJ, Zuhälter und Dealer aktiv mit.
In den 70er Jahren war er zunächst auf Apothekeneinbrüche spezialisiert. Anfangs war über die Gefahren von Drogen wenig bekannt, und sie wurden dort als Medikamentenbestandteil kaum gesichert aufbewahrt. Später schaltete er sich in die internationalen Drogenhandelsrouten ein. Nachdem er in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien polizeibekannt oder das Risiko aufzufliegen zu groß geworden war, wich er ins damalige Kifferparadies Amsterdam aus, bis er schließlich Zivilfahndern ins Netz ging und im berüchtigten Bezirkskrankenhaus Haar bei München landete.
Obwohl sich sein ungebundenes Leben mehr und mehr in einen Alptraum verwandelt hatte, blieben alle Entzugstherapien erfolglos. Erst 1991 änderte sich etwas, als Maier in Sindelfingen die Bekanntschaft von Christen machte, die sich seiner annahmen. Der Evangelist Adolf Wüster machte gewaltigen Eindruck auf ihn mit der Aussage: „Bei Jesus gibt’s keine Bewährung, sondern nur Freispruch.“ Dass das kein leeres Versprechen war, erlebte er nun selbst.
„Sein oberster Grundsatz war: Gott ist gut“, sagte Alois Böck, ein alter Bekannter Maiers aus München, bei der Beerdigung. Das Leben sei auch mit Jesus nicht immer leicht, aber Maier habe erkannt, dass es Gott mit jedem Menschen gut meine. Einen weiteren Wahlspruch hatte der Ex-Junkie: „Go for Jesus“. Durch das Vorbild Christi und seiner Liebe für die Menschen habe er die Kraft gehabt, an soziale Brennpunkte zu gehen, und dort glaubwürdig vor der tödlichen Sucht warnen können.
Zahlreiche Besucher der Beerdigung hatten auf schwarze Trauerkleidung verzichtet, um damit zum Ausdruck zu bringen: Der Tod von Bernd Maier ist eigentlich kein trauriges Ereignis. Denn er wusste, dass für ihn die Verheißung des 1. Korintherbriefs gilt: „Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich; es wird gesät in Unehre und wird auferstehen in Herrlichkeit; es wird gesät in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft; es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib.“

1.Petrus 2,14 oder den Statthaltern als denen, die von ihm gesandt sind zur Bestrafung der Übeltäter und zum Lob derer, die Gutes tun.

Das Oberhaupt kann seine Macht Statthaltern übertragen, die dann gesandt sind zur Bestrafung der Übeltäter, zur Belobigung aber derer, die Gutes tun. Von dieser Aufgabe her erhält die Obrigkeit ihre Daseinsberechtigung. Keine Obrigkeit kann auf die Dauer existieren, wenn sie dem Bösen freie Entfaltung läßt. Sie muß in ihrem eigenen Interesse so handeln, daß sie die Übeltäter bestraft und die, die Gutes tun, belobigt. Damit aber dient sie dem welterhaltenden Willen Gottes, ob sie es weiß und will oder nicht. Daher sieht die Bibel in der Obrigkeit und in ihrer Aufgabe eine göttliche Schöpfungsordnung zum Wohl des Menschen. Gesandt zur Bestrafung der Übeltäter, zur Belobigung aber derer, die Gutes tun, das zeigt nicht nur die Aufgabe, sondern auch die Grenze der obrigkeitlichen Macht. Wenn die Obrigkeit Böses gut nennt und Gutes böse (Norm dafür ist Gottes Wort), wenn sie Anspruch auf Kontrolle von Gewissen und Glauben erhebt, gilt das Wort Jesu: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“ (Mt 22, 21). Der Christ wird sich der Aufforderung der Obrigkeit, Gutes zu tun, unterordnen, denn Gutes tun ist auch sein Anliegen. So ist die Basis zu einem positiven Verhalten der Christen gegenüber der Obrigkeit gegeben. In der Aufgabe der Obrigkeit, Gutes zu belobigen, das heißt öffentlich anzuerkennen, liegt eine echte Chance der Christen, denn sie wollen ja Gutes tun.
Nur wenn die Regierung versucht, einen Christen zu etwas zu zwingen, was dem biblischen Gesetz Gottes widerspricht, sollte er Gehorsam verweigern (vgl. Apg 4,18-20; 5,28.29; Tit 1,6; 3,1.2).