Wie sehen die Menschen uns Christen? [Bildbetrachtung] von Viktor Janke ·

„Wie sehen die Menschen uns Christen“ ist ein Bild, das zum Nachdenken anregen sollte. Ich hoffe, dass du nicht schnell weiter klickst, sondern darüber nachdenkst. Unten findest du einige Fragen als Hilfe.

Wie sehen die Menschen uns Christen
Das Foto „Jesus“ ist von Benjamin Disinger, nicht bearbeitet, CC BY-NC-ND 2.0

Fragen zum Nachdenken über das Bild:

  • Wie sehen uns andere Menschen, wenn wir von Jesus reden? Tragen wir eine Maske hinter die die Menschen nicht sehen dürfen?
  • Lenken wir die Aufmerksamkeit auf uns oder ist Jesus unser Verkündigungsinhalt?
  • Ist unser Leben mit Jesus Privatsache oder normaler Lebensmittelpunkt?

Bibeltext zum Bild „Wie sehen die Menschen uns Christen“:

Ich bin also frei und keinem Menschen gegenüber zu irgendetwas verpflichtet. Und doch habe ich mich zum Sklaven aller gemacht, um möglichst viele ´für Christus` zu gewinnen. 

Wenn ich mit Juden zu tun habe, verhalte ich mich wie ein Jude, um die Juden zu gewinnen. Wenn ich mit denen zu tun habe, die dem Gesetz des Mose unterstehen, verhalte ich mich so, als wäre ich ebenfalls dem Gesetz des Mose unterstellt (obwohl das nicht mehr der Fall ist); denn ich möchte auch diese Menschen gewinnen. Wenn ich mit denen zu tun habe, die das Gesetz des Mose nicht kennen, verhalte ich mich so, als würde ich es ebenfalls nicht kennen; denn auch sie möchte ich gewinnen. (Das bedeutet allerdings nicht, dass mein Leben mit Gott nicht doch einem Gesetz untersteht; ich bin ja an das Gesetz gebunden, das Christus uns gegeben hat.) Und wenn ich mit Menschen zu tun habe, deren Gewissen empfindlich ist, verzichte ich auf meine Freiheit, weil ich auch diese Menschen gewinnen möchte.

In jedem einzelnen Fall nehme ich jede nur erdenkliche Rücksicht auf die, mit denen ich es gerade zu tun habe, um jedes Mal wenigstens einige zu retten. Das alles tue ich wegen des Evangeliums; denn ich möchte an dem Segen teilhaben, den diese Botschaft bringt.

1. Korinther 9,19-23 / Neue Genfer Übersetzung

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Das Beitragsbild ist von Pixabay, public domain.
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Question: A lot of people have developed sophisticated

programs for becoming a Christin – four steps, five steps, eight steps, and so on. Have you ever considered the possibility of developing an Ellis Potter methodology?
Answer: I don’t much believe in methodologies, or in methods for evangelism or apologetics. I think people need to be taken as they are, and that we need to shape our caring for them and serve them with truth on a moment-by-moment basis. We cannot accurately predict how people will react and what stages they will go through in their life. I think we have to take it as it comes. Ellis H.Potter

Zürnet ihr, so sündiget nicht; redet in eurem Herzen auf eurem Lager und seid stille. SELA. Psalm 4,5

Psalm 4 Vers 5
Zürnet ihr, so sündiget nicht; redet in eurem Herzen auf eurem Lager und seid stille. SELA. LÜ 1984
Erbebt, aber sündigt nicht! Denkt nach in eurem Herzen auf eurem Lager, aber seid still! // (Ps 4,5; ELB)
Zürnet ihr, so sündiget nicht. Redet mit eurem Herzen auf dem Lager und harret. (Sela.) (Psalm 16.7) (Epheser 4.26 LU 1912
Erzittert und sündigt nicht! Denkt nach in eurem Herzen auf eurem Lager und seid still! (Sela.) Schlachter
Ereifert euch, doch sündigt nicht, bedenkt es auf eurem Lager und werdet still. Sela
Wenn ihr zornig seid, dann versündigt euch dabei nicht! Denkt nachts auf eurem Lager nochmals nach und schweigt! NGÜ
Seid zornerregt, doch versündigt euch nicht! (Eph 4,26) Denkt nach im stillen auf eurem Lager und schweigt! SELA. Menge
Auch wenn ihr vor Zorn bebt, ladet nicht Schuld auf euch, indem ihr etwas gegen mich unternehmt. Denkt nachts auf eurem Bett darüber nach, besinnt euch und gebt endlich Ruhe! HFA
Erschreckt und sündigt nicht! Bedenkt es auf eurem Lager und werdet still! [Sela] Einheitsübersetzung
5 Euer Zorn soll jetzt nicht dazu führen, dass ihr noch mehr Schuld auf euch ladet! Denkt besser noch einmal darüber nach, wenn ihr zu Bett geht, und schweigt! SELA! Basis Bibel
5 Zittert vor ihm und macht Schluss mit dem Unrecht! Denkt einmal gründlich nach, nachts, wenn ihr allein seid, und werdet still! Gute Nachricht Bibel, revidierte Fassung Ausgabe, 2000
Der Satz: »Erbebt (erregt euch), aber sündigt nicht!«, wird in Eph 4,26 zitiert, doch dort ist er an Gläubige gerichtet, um sie daran zu erinnern, dass es richtig ist, um der Sache Gottes willen zornig zu sein, aber niemals um der eigenen Sache willen. Hier, in Psalm 4, werden diese Worte natürlich zu bösen Menschen gesprochen, um sie zu warnen, damit nicht der überschäumende Zorn zu Gewalttätigkeiten führt. Wenn sie in der Stille nächtlicher Stunden wach liegen, sollten sie ihre eigenen Herzen erforschen und die Torheit, gegen Gott zu kämpfen, einsehen. Solche nüchternen Betrachtungen würden ihr Verleumden verstummen lassen und ihre üblen Pläne beenden.
Gefühlsausbrüche kommen auch unter Christen vor und bringen dort Schuld hervor. Keinesfalls sollen sie zum (unbereinigten) Dauerzustand werden: „Zorn und Beton verhärten über Nacht“. Vielmehr soll baldmöglichst (heute noch!) eine Klärung gesucht werden.

Achte darauf, dass das Licht in dir nicht Finsternis ist (Lukas 11,35)

Der Satz ist Bestandteil von dem Bildwort vom Auge als Licht des Körpers (Lk. 11,33-36). So, wie eine Lampe ein Haus hell macht und ermöglicht, dass man sich im Haus zurecht findet, so ist auch das Auge Licht für den Körper und zeigt anderen meinen Zustand. So die Aussage der Verse 33-34.
„Warum schaust du so nachdenklich?“; „Du schaust drein wie 8 Tage Regenwetter“; „Die sieht aber traurig aus“; „Schau nicht so muffig!“ u.ä. – all das sind Redewendungen, die zeigen, dass wir selbstverständlich in den Augen der Menschen „lesen“ können. Das Auge ist wie der Spiegel der Seele. Unsere Seelenzustände „spiegeln“ sich in den Augen. Man kann Augen vor Zorn blitzen sehen und erkennt Traurigkeiten im trüben Blick. Aber auch Fröhlichkeit, Mitleid und Liebe „sehen“ wir in den Augen unseres Gegenübers. Das, was unser Auge „sagt“ lässt sich nicht steuern, höchstens streiten wir den diagnostizierten Gemütszustand ab. „Nein, ich bin nicht ärgerlich.“
Der böse Blick ist im Islam ein bekanntes und gefürchtetes Phänomen. „Er ist wie ein Pfeil aus der Seele des Neiders“, der den anderen schädigen möchte, heißt es in einer Erklärung. Auch wir kennen das Sprichwort „Wenn Blicke töten könnten“.
Jesus geht in seinem Vergleich über den organischen Bereich hinaus. Er stellt das aufrichtige, das gute Auge dem bösen Auge gegenüber. Jesus verbindet also ethische Qualitäten mit dem Auge und zieht weitreichende Folgerungen daraus: Wenn dein Auge gut/aufrichtig/lauter ist, dann ist der ganze Mensch „erleuchtet“. Wenn das Auge böse ist, dann ist der ganze Mensch „verfinstert“.
In dem Vers, „Achte darauf, dass das Licht in dir nicht Finsternis ist“, fordert Jesus auf, er warnt davor, das innere Licht zu verlieren. Wie kann man Halleluja singen und unmittelbar danach den Bruder zur Minna machen? Wie das Licht die Finsternis vertreibt, so gilt auch das Gegenteil: Die Finsternis kann das Licht zurückdrängen!
Achte darauf, dass das Licht in dir nicht Finsternis ist, ist ein ernster Hinweis, dass unser Verhalten (unser Blick) und unser Inneres (unser Herz) in Einklang sein sollten. Aus der Bibel wissen wir, dass es das Herz ist, aus dem aller mögliche Unrat kommt, z.B. schlechte Gedanken, Verleumdungen usw. (vgl. Mt. 15,18-19). Darum ist die Ursache für das böse Auge immer dort zu suchen und nur dort zu beheben.
Wenn wir von Aggression, Hass, schlechten Gedanken bestimmt werden, ist es nicht ausreichend, eine symptomatische Behandlung -zusammenreissen, keep smiling etc.- einzuleiten. Da braucht es einen tieferen Blick, den uns der Heilige Geist ermöglicht. Wenn wir die „Sünde hinter der Sünde“ erkennen, können wir sie bearbeiten. D.h. bewusst machen, uns von Jesus vergeben lassen, bei Mitbeteiligten das Gespräch suchen und ggf. um Vergebung bitten und mit der Hilfe des Heiligen Geistes neue, gute Wege und Verhaltensweisen einüben.
Was Jesus uns hier ans Herz legt, wenn er sagt: „Achte darauf, dass das Licht in dir nicht Finsternis ist“ ist also keine Kleinigkeit. Leicht schleichen sich negative Dinge in unser Herz ein. Und die sollen wir erkennen und bekämpfen, damit sie nicht Jesus, das Licht das in mir lebt, „überwuchern“. Damit nicht das Licht in mir Finsternis wird. Das ist eine ernste Gefahr. Jesus möchte durch seinen Geist alles in uns erhellen. Er gibt sich nicht damit zufrieden, im Halbdunkel zu leben. Er will nicht auf einem Müllhaufen aus bitteren Wurzeln und anderem finsteren Unrat leben und sein Dasein im Halbdunkel fristen. Jesus ist sehr daran gelegen, dass auch du dich nicht mit weniger als dem vollen Licht zufrieden gibst. Darum ermutigt er uns und fordert uns auf: „Achte darauf, dass das Licht in dir nicht Finsternis ist!“

Hass- Gesellschaft

Obwohl es der Bevölkerung in Deutschland materiell gesehen so gut geht wie kaum jemandem weltweit, sind immer mehr Menschen zutiefst unzufrieden. Vielen ist der Lebenssinn abhandengekommen. Andere sind durch die ständige Berieselung mit Negativnachrichten in eine Art Dauerdepression gerutscht. Die einen werden dadurch still und mürrisch, die anderen aggressiv. Immer mehr Menschen sind innerlich von Hass zerfressen und zunehmend gewaltbereit. Wer keinen konkreten Grund zum Hass hat, sucht sich halt einen Sündenbock, auf den er einschlagen kann, um sich wieder besser zu fühlen. Die einen haben Angst vor Tierquälerei und hassen alle Fleischkonsumenten. Andere haben Angst vor der Klimakatastrophe und hassen Autofahrer. Einige haben Angst vor Gott und hassen deshalb Christen. Wieder andere fürchten sich vor ihrer eigenen Irrelevanz und hassen alles Fremde.
Zwei Menschen starben jetzt in Halle an der Saale (10.10.2019), weil ein von Angst und Hass zerfressener Mann am Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, möglichst viele Juden ermorden wollte. Schwerbewaffnet wollte er eine vollbesetzte Synagoge stürmen. Eigenen Aussagen zufolge befürchtete er die „Zerstörung der deutschen Kultur“ durch Juden. Die von ihm benutzten Formulierungen und Argumente entstammen der Klamottenkiste des politischen Antisemitismus. Ganz ähnliche Konstrukte konnte man schon bei den Nationalsozialisten hören oder bis in der Gegenwart bei extremistischen Muslimen überall auf der Welt.
Wirklich nachvollziehbare Argumente braucht es für diesen Judenhass offensichtlich nicht. Auch wenn in Deutschland nur etwa 200 000 Juden leben, die meisten von ihnen nicht religiös, wird eine politische Gefahr konstruiert, die es nie gegeben hat. Eher eigneten sich Juden schon immer als bequeme Sündenböcke, manchmal auch für eigenes Versagen. Mit bloßen Argumenten kommt man kaum gegen solch verquere Weltsichten jüdischer Weltverschwörungen an. Immer mehr Menschen ziehen sich momentan in ihr eigenes Welterklärungsmodell zurück, das sie kontinuierlich durch eigene Internetzirkel bestätigen. Alle, die nicht zum eigenen „Stamm“ gehören, werden als Feinde betrachtet und bekämpfen. Extreme Linke, ebenso wie extreme Rechte, Tierschützer und Klimaaktivisten oder Islamisten halten beinahe jedes Mittel für gerechtfertigt, um ihre Weltsicht durchzudrücken, bzw. die Welt vor einer vermeintlichen Katastrophe zu schützen.
Eher durch ein Wunder Gottes kam es bei diesem misslungenen Anschlag auf die Synagoge von Halle / Saale „nur“ zu zwei Toten und nicht zu hundert. Christen protestieren gegen den immer stärker werdenden Antisemitismus in Deutschland und beten für Aussöhnung. Im Alltag setzen Christen sich für Frieden und gegen Hass ein, wie schon Jesus fordert: „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Matthäus 5, 9) Christen können Wahrheit sagen, auch wenn sie unangenehm und unzeitgemäß scheint; aber sie verzichten dabei auf Hass und Gewalt. Michael Kotsch

Waldenser: Keine Garantie für dauerhafte Bibeltreue

„Das Licht leuchtet in der Finsternis“, lautet der alte Wahlspruch der Waldenser. – Auf der Suche nach Gott ließ sich der wohlhabende Kaufmann Petrus Valdes Ende des 12.Jahrhunderts die Bibel ins Provenzalische, der Volkssprache seiner Region, übersetzen. Beim Lesen begeisterten ihn das Vorbild Jesu und seiner Jünger. Er motivierte seine Freunde, überall in ihrer Umgebung vom biblischen Evangelium zu predigen. Nach und nach begannen die „Armen von Lyon“, wie man sie nannte, die offizielle katholische Kirche zu kritisieren. In der Bibel fanden sie nichts von einer verpflichtenden Beichte, nichts vom materiellen Reichtum der Kirche, nichts von Heiligenverehrung, Ablass oder Fegefeuer. Wie Jahrhunderte später die Reformatoren setzten sie auf private Bibellese, Laienpriestertum und Erlösung durch göttliche Gnade allein. Lange wurden die vornehmlich in Südfrankreich und Norditalien lebenden Waldenser von katholischen Herrschern verfolgt. Im 16.Jahrhundert knüpften sie intensive Kontakte zu den süddeutschen und schweizer Reformatoren.
Nach der nationalen Einigung Italiens in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts gingen die Waldenser daran, offen im ganzen Land für das Evangelium zu werben. Doch bereits eine Generation später öffnete man sich für die Tendenzen der Bibelkritik und suchte nach Akzeptanz durch die katholische Kirche.
Während der letzten Woche habe ich eine Studienreise nach Rom geleitet (13.-19.Oktober 2019). Unter anderem besuchten wir in diesem Zusammenhang die heutige Ausbildungsstätte der Waldenser. Voller Stolz berichtete uns dort Prof. Vogel wie anerkannt und vernetzt die Hochschule zwischenzeitlich sei. Er sei froh darüber, dass sich die Dozenten schon bald nach der Gründung des Seminars von der ursprünglichen frommen, erwecklichen Ausrichtung verabschiedet hätten. Heute sei man da wesentlich breiter aufgestellt, so Vogel. Man betreibe selbstverständlich historisch- kritische Theologie und Suche nach einer weiteren Annäherung an die katholische Kirche. Bereits vor vierzig Jahren habe man sich mit den italienischen Methodisten zusammengeschlossen und offiziell auf Mission unter Katholiken verzichtet. Auf die Frage, was denn heute das Besondere der Waldenser ausmache, wusste er keine Antwort. Eigentlich befänden sich die Waldenser in weitgehender Einigkeit mit der Bibelkritik an deutschen theologischen Fakultäten. Darüber hinaus stehe man in freundschaftlichem Austausch mit der katholischen Kirche. Zwar gäbe es für das ganze Theologiestudium nur noch 10 Studenten und die Mitgliederzahlen der Waldenserkirche schrumpften beständig, trotzdem glaubt Vogel seine Kirche auf dem richtigen Weg.
Schlussendlich ist es erschütternd, wie eine ehemals weitgehend biblisch orientierte Waldenserkirche, die den Glauben trotz katholischer Verfolgungen über Jahrhunderte hinweg erhalten hatte, heute aber auf ihre Selbstauflösung zusteuert. Solche Entwicklungen sollten ein warnendes Zeichen sein für alle heutigen evangelikalen Werke und Gemeinden. Bibeltreue und geistliches Glaubensleben lassen sich weder konservieren, noch für kommende Generationen garantieren. Zahllose Beispiele führen vor Augen, wie einst klarstehende Glaubenswerke untergingen oder ihre Existenzberechtigung verloren, nachdem sie sich der Bibelkritik oder dem Zeitgeist an den Hals warfen. Verantwortlich für seine Treue Gott und seinem Wort gegenüber ist natürlich jeder selbst, jeden Tag neu. Michael Kotsch
deutschlandfunk.de Waldenser-Museum in Italien – Ende der Häresie Italien war nie rein katholisch, auch wenn die italienische Verfassung bis…