Klar erKant…

Immanuel Kant 5. Dezemb. 1783, S. 516)I
A u f k l ä r u n g     i s t     d e r     A u s g a n g     d e s     M e n s c h e n     a u s     s e i n e r     s e l b s t v e r s c h u l d e t e n     U n m ü n d i g k e i t. U n m ü n d i g k e i t   ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. S e l b s t v e r s c h u l d e t   ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen.):
Manfred Lütz zur Krise der aufgeklärten Gottesglaubens nach dem Erdbeben von Lissabon 1752 (eine Anspielung im ersten Satz):

… hier wurde die Aufklärung Opfer ihrer eigenen selbstverschuldeten Verdunkelung. Sie hatte sich nämlich mit den Mitteln der menschlichen Vernunft einen vernünftigen Gott gebastelt, der als Weltbaumeister und Sicherer der gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung fungierte und mit dem man kleinen Kindern Angst machen konnte, wenn sie ihre noch kleineren Geschwister verprügelten. Die Aufklärung hatte einen Gott konstruiert, von dem der stets ums eigene Wohlergehen besorgte Voltaire sogar sagte, man müsse ihn erfinden, wenn er nicht existieren würde. (…) Dieser tönerne Gott brach beim ersten Erdbeben auseinander. Eines ist freilich unübersehbar: Dieser Gott ist ein Kunstprodukt und meilenweit entfernt zum Beispiel vom christlichen Gottesbild. (Gott: Eine kleine Geschichte des Größten, S. 57)

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Prophezeiungen über Christus

Wenn man den gesamten Schriftenkanon und die historische Tatsache der Auferstehung betrachtet und dabei die jüdische Hermeneutik berücksichtigt, gibt es im Alten Testament zahlreiche Prophezeiungen über Christus. Die bekannteren darunter betreffen seine Geburt (Gen 3,15; Gal 4:4), seine Abstammung (Gen 49:10; Luk 3:33), seinen Geburtsort (Mi 5:2; Luk 2:4-7); seinen mitleidigen Dienstes und seine Verurteilung in Galiläa (Jes 9:1-2; Mat 4:14-16), dass er der angekündigte Prophet sei (Deut 18:15; Apg 3:20,22), dass er als Priester wirken würde (Ps 110:4; Heb 5:5-6), dass er verraten werden würde (Ps 41:9; Luk 22:47-48), dass er für dreißig Silberlinge verkauft werden würde (Sach 11:11-12; Matt 26:15, 27:1-10), seinen gewaltsamen Tod (Sach 12:10; Joh 20:27), seine Auferstehung (Ps 16:10; Luk 24:7, Apg 2:25-28), seine Erhöhung zur Rechten Gottes (Ps 110:1; Apg 2:33-34), seine ewige Herrschaft, durch die das Versprechen erfüllt wurde, das David erhielt (2.Sa 7:12-16, Ps 110:1, Jes 55:3; Apg 2:33-34, 13:22-23,32-34).

Christentum ist keine poetische Weltanschauung

„Christentum ist keine poetische Weltanschauung, kein Mythos, kein Lebensgefühl, sondern der Glaube an eine reale Offenbarung Gottes über sein eigenes Wesen, über Ursprung und Ziel des Menschen, über seinen Fall und über seine Erlösung.“
S. 65 Robert Spaemann: Das unsterbliche Gerücht. Die Frage nach Gott und die Täuschung der Moderne. Stuttgart: Klett-Cotta, 2007. Gebunden, 263 Seiten

Solschenizyn, Kritiker Stalins und des westlichen Säkularismus stirbt!

Mit dem Tod Alexander Solschenizyn starb einer der wichtigsten kritischen Stimmen unserer Zeit. Er sah sich als „Schwert in Gottes Hand“. Der 1918 im Kaukasus geborene Solschenizyn verbrachte acht Jahre in Stalins Gefängnissen und nach Stalins Tod noch weitere drei Jahre in sibirischer Verbannung. Nach seiner Rehabilitierung 1957 schrieb er die Erzählung vom Lageralltag des unschuldig verurteilten Häftlings Iwan Denissowitsch. Es wurde das wichtigste Buch der anti-stalinistischen Sowjetliteratur. Einige Zeit später erschien sein erschütterndes Werk „Archipel Gulag“.1970 erhielt er den Literaturnobelpreis. Als er danach die Sowjetunion verlassen musste und nach Amerika übersiedelte wurde er auch ein Kritiker der westlichen Welt, die Gott vergessen hat. Auch bei den ganzen Gedenken an seine Person wegen des Todesfalls wurden von den Medien seine christlichen Standpunkte weitestgehend verschwiegen. Unvergessen bleibt seine Rede in Harvard 1978. Hier einige Auszüge:
Aber sollte jemand mich fragen, ob ich den Westen, so wie er heute ist, meinem Land als Modell ans Herz legen wollte, würde ich offen gesagt mit Nein antworten müssen. Nein, ich könnte eure Gesellschaft in ihrer gegenwärtigen Form nicht als Ideal für die Veränderung meiner Gesellschaft empfehlen. Durch tiefes Leiden hat unser Land nun eine geistige Entwicklung von solcher Intensität erreicht, dass das westliche System in seinem gegenwärtigen Zustand geistiger Erschöpfung nicht attraktiv erscheint ( …).
Es stimmt natürlich, dass eine Gesellschaft nicht im Abgrund der Rechtlosigkeit verharren kann, wie meine es tut. Aber es ist ebenso unter ihrer Würde, eine solche mechanische legalistische Glätte zu wählen, wie sie hier existiert. Eine menschliche Seele, die Jahrzehnte unter Gewalt und Unterdrückung gelitten hat, sehnt sich nach höheren, wärmeren und pureren Dingen als die, die das heutige Leben in Massen anbietet, angeführt durch die abstoßenden Eingriffe der Öffentlichkeit, durch die Fernsehstumpfheit und durch unerträgliche Musik. All das ist erkennbar für Beobachter aus allen Welten unseres Planeten. Es wird immer unwahrscheinlicher, dass die westliche Lebensform das führende Modell werden wird. (…)
Ein Grabstein lastet auf dem Haupt der noch nicht ganz ausgestorbenen rechtgläubigen russischen Menschen und zerreißt ihnen die Brust – davon will mein Brief berichten. Alle wissen darum, der Schrei der Gequälten war schon laut vernehmlich, aber Schweigen hat sich wiederum aller wie ein Fluch bemächtigt. (…)
Weder vor den Menschen, noch gar im Gebet können wir uns listig herausreden, äußere Fesseln seien stärker als unser Geist. Nicht leichter war es in der Geburtsstunde des Christentums, doch es hat die Leiden durchgestanden und kam zum Erblühen. Und es hat uns den Weg dazu gewiesen: das Opfer.
Wer aller materiellen Kräfte beraubt ist, wird im Opfer immer den Sieg erringen. Das gleiche, den ersten Jahrhunderten würdige Martyrium haben viele unserer Priester und Glaubensbrüder auf sich genommen, uns alle noch in lebendiger Erinnerung. Einst warf man die Märtyrer vor die Löwen, was man heute verlieren kann, das ist ja nur der Wohlstand.
Wenn Sie in diesen Tagen vor dem Kreuz niederknien, das in die Mitte des Gotteshauses getragen wurde, so fragen Sie Gott den Herrn, welch anderes Ziel denn Ihr Dienst im Volke hat, in dem Volk, das schon fast ganz den Geist des Christentums und das christliche Antlitz verloren hat.
Geschrieben von Conrad

Gegenüberstellung von Christentum und Esoterik

Esoterik ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl neuheidnischer Vorstellungen, die sich in den letzten Jahrzehnten in den vermeintlich “aufgeklärten” Gesellschaften des Westens entwickeln konnten. Was die Ursache dafür ist, ist leicht zu erklären: Die Großkirchen in Westeuropa haben ein spürbares Defizit an christlicher Lehre und christlichem Glauben – eine Wirkung der unbiblischen Theologien, die an den Universitäten gelehrt werden.
Hinzu kommt der europäische Rationalismus, der die Menschen im Hinblick auf die unsichtbare Welt sehr ahnungslos und blind gemacht hat. Viele meinen, daß alles, was spürbar von „drüben“ kommt, natürlich von Gott kommt oder zumindest ein “Engel” ist. Nur wenige Europäer kennen sich wirklich mit Spiritismus, okkulten Phänomenen etc. aus. Selbst gläubige Christen rechnen oft gar nicht mit diesen Dingen.
Kein Wunder eigentlich, daß auch viele “Christen” auf alle möglichen esoterischen Moden hereinfallen und offenbar kein Unterscheidungsvermögen haben, was christlicher Glaube ist und was nicht. Mehrfach habe ich schon mit Menschen gesprochen, die tatsächlich meinten, Christen zu sein, und in Wahrheit in vielen Punkten esoterische Ansichten vertraten. Dabei liegt zwischen Christentum und den Vorstellungen der Esoterik im Grunde ein tiefer Abgrund.
Christlicher Glaube und Esoterik sind in vielen Punkten geradezu gegensätzlich. Dies möchte ich anhand einiger Punkte deutlich machen: Weiterlesen

Christ sein zwischen Weltflucht und Anpassung

«Jesus erzählte auf einer Versammlung evangelikaler Verantwortlicher folgendes Gleichnis. Ein Spring Harvest-Redner und ein liberaler Bischof setzten sich und lasen, jeder für sich, die Bibel. Der Spring Harvest-Redner dankte Gott für das wunderbare Geschenk der Heiligen Schrift und gelobte einmal mehr, sie vertrauensvoll öffentlich zu verkündigen. ‘Danke, Gott’, betete er, ‘dass ich nicht so bin wie dieser arme Bischof, der dein Wort nicht glaubt, und der unfähig scheint, sich zu entscheiden, ob Christus nun von den Toten auferstanden ist oder nicht.’ Der Bischof schaute verlegen, als er die Bibel durchblätterte, und sagte: ‘Jungfrauengeburt, Wasser zu Wein, leibliche Auferstehung. Ich weiss ehrlich nicht, ob ich diese Dinge glauben kann, Herr. Ich bin mir nicht einmal sicher, dass ich glaube, dass du ein personales Wesen bist. Doch ich werde weiter auf der Suche bleiben.’ Ich sage euch, dieser liberale Bischof ging vor Gott gerechtfertigt nach Hause, nicht jener.» Weiterlesen

Gottes Bettler

In der zurückliegenden Wochendausgabe der Süddeutschen Zeitung findet sich eine unauffällige, skurrile aber bewegende Geschichte von Charlotte Frank:
Es ist, als würden sie nie schlafen, die Obdachlosen vom Bahnhof Sternschanze [in Hamburg], die zu jeder Tages- und Nachtzeit am Fahrkartenautomaten auf Wechselgeld warten. Ich hab aber keins, im Gegenteil: Mir fehlen 50 Cent. Als ich einen Freund darum bitte, mischt sich ein Obdachloser ein: “Wieviel brauchst Du?”, fragt er und klimpert mit den Münzen in seinem Pappbecher. “Nichts”, lüge ich, ich kann von ihm nichts nehmen! Doch er beharrt. In Rumänien, seiner Heimat, würden Männer Frauen noch aushalten. Zudem laufe das Geschäft super. Der Kleingeldbecher tanzt vor meinen Augen. Ich will den Mann nicht beleidigen und nehme das Geld, so gerührt wie peinlich berührt. Als ich gehen will, reißt er sein Hemd auf und reckt mir die Brust entgegen. Darauf ein tätowiertes Kreuz. Jesus, erklärt der Obdachlose, hätte einer Bedürftigen wie mir auch geholfen.
Manchmal erkennen wir die eigene Hilfsbedürftigkeit erst in der Begegnung mit anderen, die in Jesus Hilfe gefunden haben…
Published by pixelpastor at 10:38 under Allgemein http://pixelpastor.erf.de/2008/06/17/gottes-bettler/