4. These: Gegen das Christusbild von unten.

Die Heilige Schrift bezeugt und die Reformatoren bekennen, daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist, der auf diese Welt kam und in menschliche Gestalt einging, um die Sünde und den Tod zu überwinden, die Feindschaft des Menschen gegen Gott zu sühnen und seiner erwählten Gemeinde den Frieden Gottes zu bringen.
Der Apostel Johannes schreibt:» der ist ein Lügner, wenn nicht der, der da leugnet, dass Jesus der Christus sei? Das ist der Widerchrist, der den Vater und den Sohn leugnet. Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater.« (l.Joh. 4,22-24)
Zu verwerfen ist deswegen die Irrlehre, als sei Jesus nur ein Mensch, der die Nähe Gottes gelebt, durchgetragen und dadurch ein Bild der Nachahmung aufgerichtet habe als Repräsentation göttlicher Gegenwart. Dieses Bild von Christus, »das uns gleich sei« zerstört die Möglichkeit der Wiedergeburt, die nur als das Sein in Christus, im Leben und im Sterben, im Gekreuzigten und leibhaft Auferstandenen erfahren werden kann.
Luther bekennt:»Der Glaube versöhnt nicht an sich, sondern er ergreift und erlanget die Versöhnung, welche Christus für uns getan hat.«
Die verratene Reformation – GOTTES Wort und Luther`s Lehr` verneint man heute immer mehr Huntemann, Georg Verlag: 1983 Bremen, 1983 Seite 95

Warum glaubt der Mensch? Ein Artikel aus „National Geographic“

„National Geographic – Dez 2015 – Warum glaubt der Mensch? Text: Teja Fiedler.“
Vorbemerkung: Als National Geographic als deutschsprachige Zeitschrift erschien, hatte ich mich sehr gefreut: fundierte Texte kombiniert mit hervorragenden Bildern. Zehn Jahre lang hatte ich sie gelesen. Allerdings nervte mich zunehmend die antichristliche Einstellung der Zeitschrift, die bis zu einer wissenschaftlich getarnten Überheblichkeit über religiöse Menschen ging. Daher bestellte ich sie wieder ab. Kurz vor Weihnachten entdeckte ich im Zeitschriftenhandel dann die Ausgabe Dezember 2015. Auf der Titelseite dieser Ausgabe steht in weißer Schrift: Warum glaubt der Mensch? Die Frage (und natürlich auch die Antworten) interessieren mich sowohl aus theologischer als auch sozialwissenschaftlicher Sicht. Also die 5,50 € investiert und mehrmals gelesen. Eigentlich wollte ich eine Rezension schreiben. Aber es wurden nur ein paar Anmerkungen. Zumindest weiß ich jetzt wieder, warum ich diese Zeitschrift nicht mehr lese.
„Ratlos und und ohnmächtig stand er [der Urmensch, Anm, von mir] vor den Naturgewalten … Woher kamen sie? Das überstieg seinen praktischen Verstand, und er warf sich ehrfürchtig vor dem Unbegreiflichen nieder in der Hoffnung, es wenigstens so besänftigen zu können.“ Weiterlesen

Über Etwas und Nichts – der (pantheistische) Gott den Jeder irgendwie kennt und der Gott des Christentums.

Unter den Menschen, die sich als religiös bezeichnen, gibt es viele, die den Glauben an einen personalen Gott verneinen, aber bekennen, an „etwas Größeres“, an „das Universum“ oder „das Ganze“ zu glauben. Diese Sichtweise entspricht dem Denken des kosmologischen Gottesbeweises, wonach alle Ursachen dieser Welt auf einer letztendlichen Urursache – Gott, dem Universum, einer höchsten Kraft – fußen. Gott in der Natur zu finden ist eine weitere Spielart. Gott wird dann in den Dingen gesucht, die man „sehen“ und „begreifen“ kann, von denen man annimmt, dass sie „existieren“. Grob lässt sich all dies unter Pantheismus bzw. dem davon nicht ganz sauber abzugrenzenden Panentheismus zusammenfassen.
Ein gemeinsamer Aspekt dieser verschiedenen Denkweisen ist, dass dabei Gott bzw. die eine höchste Kraft etwas völlig nebelhaftes bleibt. Es ist unklar, was das ist und in welcher Beziehung wir zu diesem Etwas stehen. Es ist zwar da, aber es hat keine Relevanz. Ein solcher Gott ist ein Gott, den es gibt und gerade deshalb nicht gibt. Er lässt sich erkennen und begreifen – doch nur soweit, dass daraus nichts folgt, außer eventuell einige moralische Impulse, für die die Vorstellung eines solchen Wesens aber nicht notwendig ist (die Natur bewahren, weil sie für uns Gott ist, können wir  genauso auch dann, wenn wir lediglich erkennen, dass sie für unser Leben und das Leben unserer Kinder wichtig ist). Der so gefundene Gott ist irrelevant: Ich bilde ihn mir, nach meinen Überlegungen, nach meiner Vorstellungskraft, gerne auch als Etwas, was nichts ist. Habe ich dieses Gottesbild, so wird es nichts an meinem Leben ändern; verwerfe ich es, so wird auch das nichts an meinem Leben ändern. Er ist ein Paradebeispiel des von Menschenhand gemachten Götzens des alten Testaments. Weiterlesen

3. These: Gegen die billige Gnade eines »lieben Gottes.«

Die Heilige Schrift bezeugt und die Reformatoren bekennen, daß Gott als ein Gott der Gerechtigkeit die Rache vollstreckt gegen jede Feindschaft, die sich seiner Ordnung und seinem Gebot entgegenstellt.
Der Apostel schreibt:»Denn wir kennen den, der gesagt hat: Die Rache ist mein, ich will vergelten, und abermals: Der Herr wird sein Volk richten. Schrecklich ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zufallen.« (Hebr. 10,30-31)
Zu verwerfen ist deswegen die Irrlehre von der billigen Gnade des lieben Gottes, der ohne Recht und Rache für die Gerechtigkeit das Tun einer Menschheit begleitet, die er ausnahmslos, ohne Glaube, Liebe und Hoffnung in ihr zu erwecken, mit dem Mantel der Liebe bedecken würde. Ein solches »Gottesbild« widerspricht der Realität und forciert den Atheismus bei allen, die das Grauen dieser Welt gesehen und erlebt haben.
Luther bekennt.» Siehst du das Bild des Gekreuzigten und wie er sein Blut vergießt, so sieh das als ein Bild an, das dich billig erschrecke, so daß dein Herz spreche: Oh weh, ist meine Sünde und der Zorn Gottes über mich so groß!«
Die verratene Reformation – GOTTES Wort und Luther`s Lehr` verneint man heute immer mehr Huntemann, Georg Verlag: 1983 Bremen, 1983 Seite 94-95

 

„Weißt Du, wie Du Gott zum Lachen bringen kannst? Erzähl ihm Deine Pläne.“

„Weißt Du, wie Du Gott zum Lachen bringen kannst? Erzähl ihm Deine Pläne.“ Blaise Pascal
Der Humor ist eine Seelenhaltung, der Status weltüberwindender Distanz. Die Überwindung besteht darin, dass er die Welt relativiert, ohne sie zu verachten. Gerade die Sicherheit in der Differenzierung zwischen Letztem und Vorletztem zeichnet den Christen aus. Der Christ macht sich über das Vorletzte lustig, während ihm das Letzte unantastbar und heilig bleibt.
„Der christliche Humor lebt nicht von einer selbst errungenen Distanz zur Welt, aus der er das Weltgetriebe zu belächeln vermag (Anmerkung des Autors: das wäre tragischer Humor oder sarkastischer Humor), sondern er lebt von einer Botschaft, in deren Namen er zur Freiheit des Lächelns ermächtigt ist.“ Helmut Thielicke
„Als Luther gefragt wurde, was Gott in der Ewigkeit vor der Erschaffung der Welt getan habe, gab er zur Antwort, er habe im Busch gesessen und Ruten geschnitten für die, welche solch törichte Fragen stellen“.
Sigmund Freud vermochte zwar sein Lebtag keinen einzigen Patienten mit Hilfe seiner Psychoanalyse zu heilen, er erkannte aber mit genialer Hellsicht: „Der Witz ist die letzte Waffe des Wehrlosen.“
»Denn wenn der Heilige Geist sagt, Gott lache und spotte den Gottlosen, so tut er es um unsertwillen, damit auch wir mit Gott lachen und nicht zittern und zagen. Wer das immer und überall kann, der ist ein wahrer Doktor der Theologie, aber weder Petrus, noch Paulus, noch die anderen Apostel haben es gekonnt, darum  müssen auch wir bekennen, dass wir in dieser Kunst noch Schüler und noch keine Doktoren sind.« Martin Luther
Ps 126: »Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden.
Dann wird unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens sein. Da wird man sagen unter den Heiden: Der Herr hat Großes an ihnen getan.
Der Herr hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.
Herr, wende unser Gefängnis, wie du die Wasser gegen Mittag trocknest!
Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin  und weinen  und tragen edlen Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.«
„Auch ist es nirgendwo untersagt, zu lachen, sich am Klang der Musik zu freuen oder Wein zu trinken“ Johannes Calvin

2. These: Gegen den verstandenen Gott der mündigen Gesellschaft.

Die Heilige Schrift bezeugt und die Reformatoren bekennen, daß Gott ein allmächtiger Gott ist, den menschlicher Verstand und menschliches Gefühl nicht erfassen und ergründen kann. Das wahre Vertrauen in Gott gründet sich nicht auf eine Berechenbarkeit Gottes, sondern auf ein Vertrauen, das alle Möglichkeiten des Verstehens überschreitet.
Der Apostel Paulus schreibt:», lieber Mensch, wer bist du denn, daß du mit Gott rechten willst? Spricht auch ein Werk zu seinem Meister: Warum machst du mich so? Hat nicht ein Töpfer Macht, aus einem Klumpen zu machen ein Gefäß zu Ehren und das andere zu Unehren?« (Rom. 9,20-21)
Zu verwerfen ist deswegen die Irrlehre, als müsse und könne nach den Maßstäben von Mündigkeit und Humanität ein der Gesellschaft akzeptables Gottesbild aufgerichtet werden, als könne und müsse, je nach dem Urteil von Zeit und Zeitgeist, ein neuer oder anderer Weg zu Gott gesucht werden, als der eine, den der dreieinige Gott in der Bibel geoffenbart hat.
Luther bekennt:»Die Vernunft kann ihr Licht hochhalten und rühmen, auch klug in weltlichen, vergänglichen Sachen damit sein, aber sie klettere beileibe damit nicht hinauf in den Himmel, oder man frage sie ja nicht um Rat in Sachen, die die Seligkeit belangen. Denn da ist die Weltunvernunft ganz starr-blind, bleibt auch in der Finsternis, leuchtet und scheint in Ewigkeit nicht. Aber das einzige Licht ist Christus allein: Er kann und will raten und helfen.«
Die verratene Reformation – GOTTES Wort und Luther`s Lehr` verneint man heute immer mehr Huntemann, Georg Verlag: 1983 Bremen, 1983 Seite 94-95

Hudson Taylor zum Thema Bibelkritik

Hudson TaylorDer bekannte Tübinger Theologe Karl Heim erlebte Hudson Taylor im August 1893 auf einer Studentenkonferenz in Frankfurt am Main. In seiner Autobiographie „Ich gedenke der vorigen Zeiten“ schreibt er unter anderem:

„Eine weitere, ganz besonders prominente Persönlichkeit, die in Frankfurt dabei war, war der englische Missionsarzt Hudson Taylor, eine wahrhaft apostolische Erscheinung. Ich hatte von ihm schon manches gelesen und gehört. Ich wußte auch, wie er zum Glauben an Christus gekommen war. Er hatte, wie Augustin, eine Mutter, die eine gläubige Beterin war.

Besonders auf uns Tübinger machte Hudson Taylor einen starken Eindruck. Wir hatten noch nie einen Mann kennengelernt, dessen Leben wie das der Apostel und Propheten bis in alles einzelne hinein unter göttlichen Befehlen stand. Wir kamen ja aus dem Tübinger Stift, der Hochburg der liberalen Theologie und Bibelkritik. Wir umringten darum Hudson Taylor und stellten ihm die Frage: Wie können Sie an jedes Wort der Bibel glauben? Er gab uns zur Antwort:

»Wenn Sie morgen wieder von Frankfurt abreisen wollen, so schlagen Sie das Kursbuch auf und sehen nach, wann der Zug abgeht. Und wenn da steht, um sieben Uhr morgens fährt der erste Zug, so stellen Sie weiter keine Untersuchungen an über die Zuverlässigkeit des Kursbuchs, sondern gehen morgens sieben Uhr auf den Bahnhof und finden dort den angegebenen Zug. Genauso wie Sie es mit dem Kursbuch machen, habe ich es seit fünfzig Jahren mit der Bibel und ihren Geboten und Zusagen gemacht, und ich habe ihre Weisungen in einem langen Leben auch unter hunderten von Todesgefahren immer richtig gefunden. Wenn zum Beispiel in der Bibel steht: ,Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes, so wird euch alles übrige zufallen`, so habe ich mich danach gerichtet, und ich bin dabei in allen kritischen Lebenslagen nie enttäuscht worden. Handeln Sie ebenso, und Sie werden dieselbe Erfahrung machen!«

Die einfache Antwort auf unsere kritische Frage, hinter der aber ein langes Leben in Nöten und Gefahren stand, machte uns großen Eindruck.“
– John C. Pollock, Hudson Taylor, S. 242