„Woody Allen – Komik am Abgrund“

Diese Namen verraten auch gleich den Grund des Vorzugs, denn es sind alles Regisseure, die sich mit den Aporien der menschlichen Existenz auseinandersetzen, und Allen muss heute dazu gezählt werden: „Mich haben immer nur die individuellen, menschlichen Fragen in meinen Filmen und Themen gefesselt.“ 5
Hier wird Allen auch für Theologen ein wichtiger Zeitgenossen, denn er ist einer der wenigen gegenwärtigen Regisseure, der – wenn auch oft in hintergründige Komik verpackt – die großen Fragen nach dem Sinn des Lebens, dem Tod, nach Gott noch stellt. Das Muster seiner Komik ist das unvermittelte Nebeneinander von Metaphysik einerseits und der Tücke des Alltags in Manhattan des 20. Jahrhunderts andererseits: „Es gibt nicht nur keinen Gott, sondern versuch mal, am Wochenende in Manhattan einen Klempner zu kriegen.“
Die Grundstimmung ist Skepsis und Pessimismus, aber Allen scheint nicht ganz aufgegeben zu haben. In einem Interview vom Mai 1986 bekennt er: „ … in meinem täglichen Leben gibt es Momente, in denen in mir etwas Hoffnung hochklingt. Sehen Sie, vielleicht ist alles auch gar nicht so erschreckend, wie es manchmal den Anschein hat (…) Vielleicht haben die Optimisten recht? Wer weiß? Mir scheint nur, dass die Pessimisten die Dinge ins richtigere Licht rücken …“6 Weiterlesen

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1.Petrus 1,23 Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen durch das lebendige Wort Gottes, das in Ewigkeit bleibt

“Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen“
Und wieder führt Petrus seine Leser zurück zu ihrer Wiedergeburt, diesmal zum Samen dieser Wiedergeburt, nämlich zum „Wort Gottes“. Die Wiedergeburt wird nicht durch „vergänglichen Samen“ hervorgebracht, d.h. nicht auf dieselbe Weise wie eine leibliche Geburt. Das menschliche Leben entsteht durch Samen, die den physikalischen Gesetzen von Tod und Verwesung gehorchen. Das leibliche Leben, das hervorgebracht wird, hat die gleiche Qualität wie der Same, aus dem es entsprang: Es hat nur zeitweiligen Charakter. Die Wiedergeburt wird „durch das lebendige und bleibende Wort Gottes“ hervorgebracht. Wenn Menschen die Bibel lesen oder zuhören, wenn sie vorgelesen wird, werden sie von ihren Sünden überführt, überzeugt, daß Christus der einzige und ausreichende Erretter ist und zu Gott bekehrt. Niemand wird je errettet, ohne daß das unvergängliche Wort Gottes daran Anteil hat. Im ersten Kapitel finden wir drei unvergängliche Dinge ein unvergängliches Erbe (V. 4), eine unvergängliche Erlösung (V. 18. 19) und ein unvergängliches Wort, durch das wir wiedergeboren werden (V. 23).
Der Apostel Petrus vergleicht das natürliche Leben mit dem geistlichen Leben – und er stellt fest, daß bei beiden die Geburt die Tür zum Leben ist.“ Man könnte auch sagen: Es sei denn, daß jemand natürlich geboren ist, so kann er das Reich der Natur nicht sehen.“ Analog dazu erklärt Jesus in Johannes 3, 3: „Es sei denn, jemand ist von neuem geboren, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ Niemand lebt, der nicht geboren ist. Das gilt auch für das geistliche Leben. Demnach kann nur der ein Christ sein, der einmal zu diesem christlichen, geistlichen Leben geboren wurde. Bei aller Gleichheit zwischen der ersten und zweiten Geburt besteht dennoch ein entscheidender Unterschied. Jeder natürliche Mensch ist vom ersten Augenblick an zum Sterben geboren. Das nennt Petrus „aus vergänglichem Samen geboren“. Aber durch den unvergänglichen Samen, durch den ein Mensch die neue Geburt erlebt, wird man nicht zum Tod geboren, sondern zum göttlichen und damit zum unsterblichen Leben. Weiterlesen

„Auge um Auge“

Die christliche Missdeutung dieser Worte aus der Hebräischen Bibel (AT) hat über die Jahrhunderte bis heute eine äußerst fatale Wirkung. Meinen wir hier nicht die “grausame jüdische Vergeltungsmoral” im Gegensatz zur vermeintlich “überlegenen christlichen Ethik” zu sehen?
Aber diese Bibelstelle (Exodus 21,23-25) ist falsch übersetzt. Die richtige Übersetzung lautet “Augersatz um Auge …” Die Anwendung dieses uralten jüdischen Rechtsgrundsatzes könnte in einem konkreten Fall so gewesen sein: Ein Mann fügt einem anderen eine Handverletzung zu, so dass dieser seinen Beruf als Schmied nicht mehr ausüben kann. Dann muss der Täter seinem Opfer und dessen Familie den Lebensunterhalt sichern. Ein Richter setzt die Höhe der Wiedergutmachung fest. Privatrache ist nicht erlaubt (Exodus 21,1).
Also: “Augersatz um Auge, Zahnersatz um Zahn und Handersatz um Hand”
Bibelübertragung Buber/Rosenzweig “Die fünf Bücher der Weisung” http://antijudaismusfrei.wordpress.com/blog/

1Petr 1,22 Habt ihr eure Seelen gereinigt im Gehorsam der Wahrheit zu ungefärbter Bruderliebe, so habt euch untereinander beständig lieb aus reinem Herzen.

Nicht durch religiöse Dressur und Willenskraft entsteht also ein heiliges und moralisches Leben, sondern durch die Kraft der Wiedergeburt, in der Gott von Seiner göttlichen Natur ins Herz eines Menschen gibt. Das heißt: Die Wiedergeburt ist Gottes große Befreiung für den Menschen von seinen Bindungen, von seinen Lastern, von seiner Sündhaftigkeit, von seiner Leidenschaft. Der Schlüssel ist also das verwandelte Leben – die „neue Kreatur“ (2. Korinther 5,17). Nehmen wir das Stichwort „Bruderliebe“: Da lautet die Botschaft des Apostel Petrus: Habt Bruderliebe, denn ihr seid wiedergeboren, ihr seid frei dazu geworden.
Beim Lesen dieser Mut machenden Worte entdecken wir drei Faktoren, die gegenseitige Unterstützung ermöglichen: erstens Gehorsam der Wahrheit gegenüber, zweitens Reinheit der Seele und drittens das Fehlen jeglicher Heuchelei. Gehorsam der Wahrheit gegenüber bedeutet, dass wir andere nicht durch die verzerrenden Brillengläser unserer eigenen Voreingenommenheit betrachten müssen. Wir können sie so sehen, wie Gott sie sieht, und so lieben, wie er sie liebt. Das hat einen reinigenden Effekt auf uns. Wir werden nicht nur von einer eingeengten Perspektive befreit, sondern auch von Vorurteilen, Antipathien und Groll. Eine solche Reinheit der Seele ermöglicht es uns. Andere aufrichtig und ohne jede Heuchelei zu lieben. Sie macht uns nicht blind für die Fehler anderen sondern lässt uns großzügig darüber hinwegsehen. Der Klebstoff, das verbindende Element, das alles zusammenhält, ist Liebe: „Liebt einander nun auch von ganzem Herzen!“ Petrus meint hier eine starke, emotionsgetragene, leidenschaftliche Verbindlichkeit, die in unserer modernen Übersetzung nur schwer wiederzugeben ist. Das Neue Testament verwendet vor allem zwei griechische Wörter, um Liebe zu beschreiben, und Petrus benutzt hier beide. Das eine ist phileo, mit dem im Allgemeinen eine Bruder- oder Freundesliebe gemeint ist. Hier wird es im Zusammenhang der Liebe gebraucht, die den Brüdern und Schwestern gegenüber erwiesen werden soll. Der andere Begriff ist agape, eine höhere, göttlichere Form der Liebe. Petrus fordert seine Briefempfänger dazu auf, ihre Glaubensgeschwister mit dieser agape-Liebe zu lieben. Durch die Zusätze „aufrichtig“ und „von ganzem Herzen“ intensiviert er seine Aufforderung noch zusätzlich. Weiterlesen

1.Petrus 1,21 die ihr durch ihn glaubt an Gott, der ihn auferweckt hat von den Toten und ihm die Herrlichkeit gegeben, damit ihr Glauben und Hoffnung zu Gott habt.

An Gott glauben ist nicht dasselbe, wie an einen Gott glauben, was viele Menschen tun. Sie sind vollkommen überzeugt von dem Bestehen Gottes. Aber Gott ist nicht eine zeitlose Idee, eine höhere Macht, etwa die lebensbejahende Kraft in der Schöpfung. Er ist ein lebendiger Gott, der an einem bestimmten Punkt der Weltgeschichte gehandelt hat. Er hat die Ohnmacht des Gekreuzigten in Macht und Herrlichkeit verwandelt. In der Schöpfung kann der Mensch eine gewisse Erkenntnis Gottes erlangen. Er kann darin Seine ewige Kraft und Gottheit sehen (Röm 1,19). An den Wegen der Vorsehung Gottes, so wie wir sie sehen von dem Sündenfall bis Mose, können wir die Weisheit, Allmacht und Vorhersehung Gottes bewundern. In dem Gesetz vom Sinai können wir Gottes Gerechtigkeit und Gottes heilige Forderungen kennen lernen. Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat Ihn kundgemacht (Joh 1,18). Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen, konnte der Herr sagen (Joh 14,9). Er war „Gott, offenbart im Fleisch“ (1.Tim 3,16). Kein Mensch konnte oder kann Gott in Seiner absoluten Gottheit sehen (1.Tim 6,16). Darum wurde Jesus Mensch, damit wir auf diese Weise Gott kennen lernen könnten. Sein Kommen auf Erden offenbarte die Barmherzigkeit und Langmut Gottes.
der ihn auferweckt hat von den Toten und ihm die Herrlichkeit gegeben, damit ihr Glauben und Hoffnung zu Gott habt“
Die Auferweckung Jesu ist das Ja des Vaters zu seinem Sohn und damit auch das Ja zu uns, für die sich der Sohn geopfert hat. Die Auferstehung Jesu Christi ist der Beginn der neuen Schöpfung. Das wird mit dem Ausdruck „der … ihm die Herrlichkeit gegeben hat“ festgehalten. „Herrlichkeit“ ist die Macht, die Gottgleichheit des Christus, wie der Auferstandene zu seinen Jüngern sagt: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden“ (Mt 28,18; vgl. auch Eph 1,18.22). Durch Jesus Christus, weil Gott durch ihn sieghaft und heilschaffend gehandelt hat, haben wir „Glauben und Hoffnung zu Gott“. So, wie Gott an Christus gehandelt hat, so wird er auch an und mit uns handeln: Er wird uns in diese Herrlichkeit hineinziehen. Durch Christus vertrauen wir Gott als unserem Vater und leben in der gewissen Hoffnung, dass er auch uns verherrlichen wird (vgl. Joh 17,24; Röm 5,12; Röm 8,17f.; 1. Kor 15,43; 2. Kor 4,17; Phil 3,21; Kol 3,4; 1. Thess 2,12).

1. Petrus 1,20 Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt wurde, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen,

“euretwillen“) Gottes Wort der Hoffnung ist unsretwegen Mensch geworden Zu den Worten der deutschen Sprache, die in der alltäglichen Rede wohl kaum mehr vorkommen, gehören „euretwegen-euretwillen“ und „unsretwegen“. Der dahinter stehende Gedanke scheint jedoch noch da: Menschen handeln immer wieder auch für Andere. Ein Vater sagt: „Das habe ich heute für euch (euretwegen) eingekauft und gekocht.“ Eine Frau sagt: „Für uns (unsretwegen) habe ich die Geschäftsunterlagen geordnet und präsentiere sie nun im Gespräch“. Feine Unterschiede sind im Vergleich herauszuhören: Was für Andere geschieht, geschieht nicht immer wegen der Anderen. Einmal ist das Ziel im Blick (eine Für-Sorge), das andere Mal die Ursache (eine Grund-Sorge). Irritierend werden wahrscheinlich die gewählten Beispiele wirken – wenig lebensnah und kaum alltagsvertraut. Sie sollen den Gedanken vorbereiten, dass auch Gott bei seiner Menschwerdung eine unerwartete Rolle einnahm, einen Positionswechsel vornahm – und dies nicht nur für uns, auch wegen uns. Handelt Gott (nur) für uns oder (auch) wegen uns? In der griechischen Originalsprache des Neuen Testaments gibt es eine strikte Unterscheidung zwischen einem Handeln „für“ (hyper) oder „wegen, aufgrund, weil“ (dia). Nicht bloßes Mitleid bewegt Gott in seinem Handeln für uns armselige Menschheit. Das gewiss auch. Tiefer jedoch reichen die Wurzeln des göttlichen Tuns. Es ist nicht bloß Gottes Anblick unserer Not, die ihn innerlich erschüttert und bewegt. Gott ist vielmehr durch sein Wissen um die gesamten Zusammenhänge in seiner Schöpfung zum Handeln motiviert. Wegen uns wird Gott Mensch – nicht nur für uns. Nicht erst Gottes Erleben der Sünde und ihrer grausamen Wirkungen in all den Zeiten der Menschheitsgeschichte lässt ihn handeln. Vor allen Zeiten ist Gott entschieden, uns ein Wort der Hoffnung zu sagen. „Präexistent“ – im Voraus zu jedem geschichtlichen Ereignis – ist Gottes Wille, sich uns als der zu zeigen, der er wesentlich ist. Das Weihnachtsereignis ist von Gott vor langer Zeit geplant worden – genauer: vor allen Zeiten. Immer schon wollte Gott so weit gehen und selbst Mensch werden – wegen uns. „Präexistent“ – vor aller Schöpfung – ist Gottes Mitteilungsbedürfnis. In Jesus, seinem Leben und seinem Leiden, ist das Wort Gottes über sich zu einer Menschengeschichte geworden.
„zuvor ersehen“ meint die ewigen Liebesgedanken Gottes zu unserer Rettung (vgl. zu V. 2). Gott war vor aller Zeit und sein Christus, „ehe der Welt Grund gelegt wurde“. Bevor Gott den Kosmos schuf, hat er schon seine Heilsgedanken beschlossen. Ebenso wird auch deutlich, dass Christus schon vor aller Zeit war (vgl. Joh 8,58; Kol 1,17). Er ist der ewige Gottessohn. Das stellvertretende Opfer des Sohnes war Gottes Heilsplan von Ewigkeit her. Vor aller Zeit hat Gott dieses Heil ausersehen; jetzt, in der Zeit, ist es offenbart, ist er, der Christus, erschienen und hat das Heil vollbracht. „Zeit“ meint hier die Dauer. Petrus charakterisiert die Zeit seit Christi Kommen als „Ende der Zeiten“, als letzte Zeit. Seit Jesu Geburt ist Endzeit in dem Sinne: Auf ihn ist alles zugelaufen. Er ist die Erfüllung. Das Ende allen Wartens. Das Letzte, die Vollendung hat begonnen. In Christus, ist das ganze Heil Gottes „offenbart“, enthüllt. Jetzt tritt klar zutage, was Gott mit dieser Welt, mit uns Menschen will: Er will retten, erlösen, vollenden. „Um euretwillen“ setzt Petrus betont hinzu.