Die Erneuerung des Sinnes

Kolosser 3,2

Was meint Paulus mit „dem, was auf Erden ist?“ Im Neuen Testament stehen die Begriffe „Erde“ und „Welt“ oft für die von Rebellion gegen Gott gekennzeichnete und von Sünde beeinflusste Welt, den Fluch und das Gericht. Paulus verlangt hier, dass wir das Leben nicht mehr so betrachten, wie wir es taten, bevor wir Christen wurden. Wir sollen nun vielmehr alles von unserer neuen Stellung in Christus aus beurteilen. Wir sollen uns immer wieder daran erinnern, dass wir – ganz gleich, wie wir uns zu einer bestimmten Zeit fühlen, wie entmutigt, wie schwach, wie anfällig für Sünde, wie einsam wir uns vorkommen – dennoch zu Gott gehören, der uns aufgrund des Werkes Christi wirklich liebt. Wir sollen unsere Sinne auf das, was droben ist, richten,“ wo Christus ist, sitzende zur Rechten Gottes“. Aus dem Buch „ Wie sollen wir Leben Den Sinn des Daseins entdecken von Ranald Maaulay Jerram Barrs. Seite 92 Hänssler Verlag

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Kann man der Bibel heute noch glauben?

Jesus machte einmal seinen Kritikern ein interessantes Angebot: „Wenn jemand Gottes Willen tun will, wird er erkennen, ob meine Lehre aus Gott stammt, oder ob ich von mir selbst aus rede (Johannes 17,7). Er sagt also: Wer wirklich Gottes Willen erkennen und tun will, wird erleben, dass die Worte von Jesus letztlich die Worte Gottes sind.
Ähnliches lässt sich auf die Bibel anwenden. Wer sich wirklich ehrlich und offen darauf einlässt, wird erleben, ob sie vertrauenswürdig ist. Dabei ist dies heute keineswegs mehr „normal“. Es gibt beispielsweise kaum ein Artikel in Stern oder Spiegel etc., das seine Leser nicht wie selbstverständlich über die Unzuverlässigkeit der in der Bibel berichteten Ereignisse und Daten informiert. Und immer wieder machen auch Theologen von sich reden, weil sie an den Wunderberichten der Bibel und vor allem natürlich an der historischen Wirklichkeit der Auferstehung zweifeln.
Bei vielen Angriffen auf die Glaubwürdigkeit der Bibel handelt es sich um biblische Berichte, die nur sehr schwer nachprüfbar sind. So wird zum Beispiel im fünften Kapitel des Buches Daniel berichtet, dass Daniel bei einem Gastmahl König Belsazars geladen wurde, um eine geheimnisvolle Schrift zu entziffern, die an der Wand erschienen war. Als Daniel diese Schrift entziffern konnte, bot ihm Belsazar den dritten Platz in seinem Reich an. Da man bei den archäologischen Funden aus dieser Zeit bis vor einigen Jahrzehnten keinen König Belsazar entdecken konnte und der wirkliche König zu dieser Zeit Nabonid war, ging man davon aus, dass die Bibel an dieser Stelle falsch berichtet habe. Dann entdeckte man einen sehr interessanten Stein. Darauf war ein Gebet eingraviert, um ein langes Leben für Nabonid und dessen Sohn Belsazar! Von nun an glaubte man, dass die Bibel an dieser Stelle zwar nicht völlig falsch berichtete, aber eben doch teilweise falsch; denn Belsazar war ja nur der Kronprinz, nicht der König selbst. Dann aber fanden sich ägyptische Texte, die belegten, dass Nabonid oft unterwegs war und bei diesen Gelegenheiten seine Königswürde vertretungsweise an seinen Sohn Belsazar abtrat. Deshalb konnte er Daniel auch nur den dritten Platz im Reich anbieten. Er selbst hatte ja den zweiten Platz inne.
Facts statt Mythen
Man könnte eine grosse Anzahl von ähnlichen Fällen aufzeigen, die deutlich machen, dass die Bibel in ihren Aussagen (auch den historischen) ernst zu nehmen ist. Noch vor hundert Jahren hielten z. B. manche Theologen vieles von dem, was Lukas in seinem Evangelium und der Apostelgeschichte schrieb, für blanke Erfindung. Heute weiss man es besser:
– Bei der Geschichte der Geburt Jesu sollte es zum Beispiel keine Volkszählung gegeben haben. Man hatte nur Überlieferungen von unter Quirinius durchgeführten Volkszählungen, die etwa zwölf Jahre zu spät stattgefunden hatten. Wir finden Hinweise darauf, daß Quirinius zweimal Statthalter in Syrien war, und zwar erstmalig ein paar Jahre vor seiner zweiten Amtsperiode, um 7 v. Chr. Diese Aussage beruht auf einer Inschrift, die man in Antiochien fand, auf der Quirinius dieses Amt zugeschrieben wird. Als Ergebnis dieses Fundes nimmt man heute an, daß er zweimal Statthalter war, einmal 7 v.Chr. und dann wieder 6 n.Chr (nach dem von Josephus angegebenen Datum, Josephus, Jüdische Altertümer, 18.1.1)“ Heute weiss man aber, dass es tatsächlich mehrere Volkszählungen gab.
– Der von Lukas in 3,1 erwähnte Lysias von Abilene wurde für eine Legende gehalten, weil man nur einen Lysias kannte, der ca. 36 v. Chr. gestorben war. Eine bei Damaskus gefundene Inschrift bestätigt nun, dass zwischen 14 und 29 n.Chr. noch einmal ein Lysias herrschte.
Mit diesen und ähnlichen Beispielen kann man natürlich nicht beweisen, dass die Bibel Gottes Wort ist. Es geht darum zu zeigen, dass man durchaus nicht seinen Verstand an der Garderobe des Glaubens abgeben muss. Letztlich kann man weder beweisen, dass die Bibel Fehler und Irrtümer enthält, noch dass sie fehlerlos und irrtumslos ist.
Womit wir wieder beim Anfang wären. Wer sich mit seinem ganzen Leben auf den Wahrheitsanspruch der Bibel einlässt, wird erfahren, dass die Worte der Bibel wirklich Leben sind, dass man sich auf sie wirklich verlassen kann.

Atheismus

Atheismus ist in neuer Zeit im Allgemein die Leugnung dessen, was man für den christlichen Gottesbegriff hielt, die Leugnung eines allmächtigen Schöpfers des Himmels und der Erde, der diese Schöpfung weiter in Händen hält und am Jüngsten Tag über die Menschen Gericht halten wird, bei dem er die Guten von den Bösen unterscheiden wird, den Guten das Paradies, den Bösen die Hölle zuweisend. Gehen wir in die Begriffsgeschichte zurück, stoßen wir jedoch auf verwirrende Phänomene. So lautet der Vorwurf gegen die Christen, die sich ja der Verehrung der Staatsgötter und vor allem des vergöttlichten Kaisers widersetzten: Auch Sokrates, der in seiner existenziellen Tiefe das burleske Gewimmel im griechischen Götterhimmel nicht wirklich ernst nehmen konnte und als Philosoph auf dem Weg zum Glauben an einen einzigen Gott war, starb unter der Anklage des Atheismus. Wollte man mit unserem heutigen, weitgehend christlich geprägten Gottesbegriff die Frühzeiten der Menschheit sondieren, würde man eine beeindruckende Fülle von Atheismus finden. Denn wie sollte man damals Gott schon so sehen, wie wir ihn heute sehen? Andererseits bezeugt die gesamte Menschheitsgeschichte eine bunte Überfülle an Götter und Gottesglauben. Man muss also aufpassen, dass man nicht durch Begriffsmanipulation geistigen Imperialismus betreibt und so das Reich des Atheismus oder des Gottesglaubens unsachgemäß weit ausdehnt. Manfred Lütz Gott eine kleine Geschichte des Größten Seite44+45

Lügen verboten

Stell dir vor, du gehst spazieren. Plötzlich kommt eine Frau angerannt, die voller Angst in einer Seitenstraße verschwindet. Kurz darauf stürzt ein aggressiver Mann auf dich zu. Er hat ein Messer in der Hand und will wissen, ob du die Frau gesehen hast. Sagst du die Wahrheit? Nehmen wir noch ein anderes Beispiel: Eine Oma aus der Nachbarschaft liegt nach einer schweren Operation im Krankenhaus. Als du sie besuchen kommst, fragt sie dich, wie es ihrem geliebten Kanarienvogel geht. Dir wird heiß und kalt: Du hast mitbekommen, dass er heute Morgen tot in seinem Käfig lag. Die Krankenschwester hat dir eingeschärft, dass die Oma sich auf keinen Fall aufregen darf. Sie ist nach der Operation noch viel zu schwach. Sagst du ihr trotzdem was Sache ist und riskierst einen Herzstillstand? Oder weichst du der Frage aus und redest dich irgendwie raus? Gott gibt im Alten Testament die einfache Anweisung: »Ihr sollt nicht stehlen, nicht lügen und einander nicht betrügen!« (3. Mose 19,11). Weiterlesen

Happy ID slapping – schlecht recherchiert gegen ID?

Auf Telepolis erschien kürzlich ein Artikel von Dr. Gabriele Hooffacker. Ihr Artikel trägt die Überschrift „Mit Magie gegen Kreationismus?“ und ist mit einem Fragezeichen versehen. Einige Fragezeichen dürften sich nach der Lektüre jedem auftun, der auch nur einigermaßen mit der Materie vertraut ist. Denn darin findet man einige sachliche Fehler und unrealistische Vergleiche, in gleicher Art und Weise wie man sie auch aus anderen Artikeln kennt. Unter manchen Jugendlichen geht eine abartige Handlungsweise um, die mit dem verniedlichenden Ausdruck „happy slapping“ bezeichnet wird. Solch ein „fröhliches Verklopfen“ gibt es seit geraumer Zeit auch in den Medien, wenn es um ID oder Kreationismus geht. Bisher schafften es selbst deutsche Zeitungen, Magazine oder Sendungen, denen man gerne ein gutes Niveau unterstellt, sich in die Reihen jener einzuordnen, die anscheinend etwas kritisieren, dass sie nicht verstanden haben oder sich nicht damit auseinandersetzen wollen. Hooffackers Artikel ist mit völliger Sicherheit nicht die Spitze des Unverstehens, er ist lediglich ein Anstoß nochmals auf Defizite in der Diskussion und Berichterstattung rund um ID hinzuweisen. Wenigstens beging sie nicht wie Egbert Manns in der Südwestpresse („Intelligent Design: Nichts als Religion“, 14. 12. 2007) den Fehler ID und Kreationismus kategorisch gleich zu setzen. Solch eine Gleichsetzung geschieht entweder mit Kalkül – um den Gegner mit einem negativ besetzten Schlagwort zu belegen – oder aus Unwissenheit. Natürlich haben ID und Kreationismus gewisse Gemeinsamkeiten, aber sie gleichzusetzen wäre ebenso falsch wie zu sagen, Fußball und Rugby seien das Selbe. Gerne wird angeführt ID wäre Religion und ganz allein eine neue Welle aus dem Kaugummiland. Obwohl die aktuelle Debatte um ID in Amerika entfacht wurde, benötigen wir meines Erachtens keinen amerikanischen Intellekt um die Ursprungsfrage zu diskutieren, die bereits Leibniz oder Kant beschäftigte. Zum einen ist auch die Situation im Bildungswesen in den USA nicht auf den deutschsprachigen Raum zu übertragen (in den USA gibt es keinen Religionsunterricht), zum anderen tangieren Argumente gegen Kreationismus ID oftmals überhaupt nicht. Weiterlesen

Die Zukunft der Kirche in Europa

Interview mit dem Philosophen Robert Spaemann

Herr Professor, geht die Kirche in Europa wirklich „dem Licht entgegen“, wie viele behaupten? Ist das auch Ihr Eindruck?
Robert Spaemann: Die Kirche geht immer dem Licht entgegen. Aber zu meinen, ihre Zukunftsaussichten in Europa seien rosig, ist wohl reines Wunschdenken. Der Wunsch, gerettet zu werden, ergreift heute in Afrika und Asien noch eine wachsende Zahl von Menschen. In der alten Welt nimmt dieser Wunsch ab. Die Evangelisierung Europas, die in den ersten zehn christlichen Jahrhunderten des Kontinents stattfand, geschah vor allem kraft der Tatsache, daß der Wunsch, an der Auferstehung teilzuhaben, die Menschen des ersten Jahrhunderts mächtig ergriffen hatte. Heute findet, was Europa betrifft, eine lautlose Abkehr der Massen von der Kirche statt.
Welche Gründe hat dieses Phänomen?
Spaemann: Aber eine Vorbemerkung ist wichtig: Man kann sich bei der Deutung dieses Phänomens nicht auf die Argumente derjenigen stützen, die der Kirche den Rücken kehren und von denen der heilige Johannes sagt: „Sie haben nicht zu uns gehört. Denn hätten sie zu uns gehört, so wären sie geblieben“ (1 Joh 2,19). Die Unvollkommenheiten der Christen oder die Ärgernisse, die sie verursachen, können nie ausreichende Erklärungsgründe für das Verlassen der Kirche bieten. Daß das Plebiszit des Karfreitags zugunsten von Barabbas ausging, beweist, daß die Abkehr nicht in der mangelnden Glaubwürdigkeit des Verkündigers ihren Grund haben muß. Der Ungläubige kennt nicht den wirklichen Grund seines Unglaubens. Er kann also auch nicht sagen, unter welchen Umständen er glauben würde – zum Beispiel wenn er Tote auferstehen sähe, wenn das Kirchensteuersystem ändern oder für den Sozialismus oder den Liberalismus optieren würde, wenn Frauen zu Priestern geweiht würden oder wenn ein Pfarrer ein bißchen imponierender wäre. Wenn diese Bedingungen erfüllt wären, hätte der Unglaube sofort neue bereit. Glauben heißt nämlich: Fallenlassen der Bedingungen. Der Glaube ist ein rationaler, aber bedingungsloser Gehorsam, ein rationale obsequium. Das eigentliche Problem in unserer westlichen Welt besteht nicht darin, daß die Kirche die Welt aufregt durch Ärgernisse, sondern daß sie eine ständig wachsende Zahl von Menschen einfach gleichgültig läßt. Leben aus dem Glauben erscheint immer weniger Menschen als eine echte, lohnende und vor allem wahre Alternative zu einem Leben „etsi Deus non daretur“ – als wenn es Gott nicht gäbe.
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Ist Jesus eine Erfindung der Evangelienschreiber?

Ach, Jesus, ob’s den wirklich gegeben hat! Das sind doch alles nur Mythen und Legenden! So ähnlich äußern sich manche Menschen darüber, wenn es um Jesus geht. Auf den ersten Blick scheint eine Verschwörungstheorie recht schlüssig, die sagt, die ersten Christen hätten Jesus als ihren Helden erfunden. Das Märchen hätten sie dann clever an die gutgläubigen Menschen verkauft und die Kirche erfunden, um Macht über die Menschen auszuüben. Oder aber, sie hätten dann selbst so fest an ihr Märchen geglaubt, dass sie selbst trotz Mord und Verfolgung nicht davon abzubringen waren. Diese Erklärungen sind alle zu kurz gegriffen und können die Historizität der zentrale Figur in den Evangelien und den Briefen des Neues Testaments nicht weg erklären. Weiterlesen