1.Petrus 5,14. Grüßt euch untereinander mit dem Kuss der Liebe. Friede sei mit euch allen, die ihr in Christus seid!

„Grüßen“ ist nicht nur eine höfliche Formsache, sondern gerade in der christlichen Gemeinde im gefüllten Sinn zu verstehen. Das griechische Wort meint „freundlich aufnehmen, willkommen heißen“. Im Gruß nehme ich den andern ganz an und auf. Die äußere Form ist in den damaligen Gemeinden der „Kuss der Liebe“, eine Geste des Erweises der Liebe unter denen, die zusammengehören (vgl. Lk 7,45; Lk 22,48; Röm 16,16; 1. Kor 16,20; 2. Kor 13,12; 1. Thess 5,26). Der Kuss war und ist Im Nahen Osten eine Form des Grußes (Mt 26,48 f.; Lk 15,20). Er entspricht dem heutigen Händeschütteln.
Petrus schließt mit dem Zuspruch des „Friedens“. Solchen letzten Frieden, in dem auch „der brüllende Löwe“ still werden muss, kann er ihnen wünschen in der Vollmacht seines Verkündigungsdienstes, ohne gedankenlos eine bloße Formel zu schreiben, weil sie eben die sind, die in Christus sind.
„Friede“ ist das heile Verhältnis zu Gott und den Mitmenschen. Es ist der Friede, den Jesus bringt (vgl. Joh. 20,19), der Friede, der er selber in Person ist (Eph. 2,14). Damit spricht der Friedensgruß allen Segen zu. Er gilt „euch allen, die ihr in Christus seid“. Das ist und bleibt das Entscheidende: „In Christus sein“, das ist das persönliche Lebens – und Liebesverhältnis mit Jesus Christus.
Der Ausdruck in Christus kennzeichnet nicht ein „mystisches Verhältnis zu Christus“, sondern die neue Existenz der Berufenen und wird ganz in diesem Sinne auch von Paulus gebraucht (z.B. Römer 8, 1; 2 Korinther 5, 17). Die Apostel bezeichnen die Glieder der Gemeinden auf vielfältige Weise (z. B. als „Berufene“ Offb 17, 14; „Geliebte Gottes“, „Heilige“ Rö 1, 7; „Auserwählte“ Kol 3, 12 u. a.) und drücken damit zugleich deren Wesen aus. Ihr entscheidendes Kennzeichen ist jedenfalls das persönliche Verhältnis zu Christus. Denen, die in Christus sind, kann man mit Zuversicht von Jesus her Frieden zusprechen, auch in schwerer Lage.

 

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„Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“

Jetzt habe ich es auch getan, wie eine Million andere Deutsche: Ich habe das Buch „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ gelesen. Ich bin in der Straßenbahn gefahren und kicherte immer wieder vor mich hin.
Allan Karlsson hat Geburtstag. Er wird 100 Jahre alt. Eigentlich ein Grund zu feiern. Doch während sich der Bürgermeister und die lokale Presse auf das große Spektakel vorbereiten, hat der Hundertjährige ganz andere Pläne: er verschwindet einfach – und schon bald steht ganz Schweden wegen seiner Flucht auf dem Kopf. Doch mit solchen Dingen hat Allan seine Erfahrung, er hat schließlich in jungen Jahren die ganze Welt durcheinander gebracht. Wer jetzt denkt, dass es hier um einen Seniorenroman handelt, der irrt, denn die Geschichte entwickelt sich zu einer irrwitzigen Verfolgungsjagd erster Güte, in dem die zwei die kuriosesten Typen treffen und die Fluchtgruppe dadurch immer größer und interessanter wird (vom Rockerchef Per-Gunnar über den ewigen Studenten Benny bis zur Schönen Frau mit ihrer Elefantendame Sonja).
Neben der Flucht quer durch Schweden springt der Roman immer wieder in die Vergangenheit und schildert chronologisch Allans bisheriges Leben. Schon in jungen Jahren begeistert von Sprengstoff (und dadurch verantwortlich für die ein oder andere Kuhfehlgeburt), bereist der politisch eigentlich uninteressierte und überaus gutmütige Allan die ganze Welt, ist „zufällig“ beteiligt an diversen historischen Ereignissen und trinkt Schnäpse mit (unter anderem) General Franco, Präsident Truman und Stalin…
Es ist schwer zu beschreiben, was da fabriziert, gesponnen und inzwischen in 30 Ländern verbreitet wird. Es ist ein lustiges, ein abenteuerlich lustiges Buch. Ein Rezensent sagt, es habe die Botschaft „Wer wagt gewinnt – und das auch noch im hohen Alter“ – ein echtes Kaufargument in einer alternden Gesellschaft. Hat es mir vielleicht deswegen auch gut gefallen? Wahrscheinlich trifft die Ablehnung jeder politischen oder weltanschaulichen bzw. religiösen Festlegung des alten Mannes (Allan Karlson) den Nerv der Zeit.
Ein Erfolgsgrund liegt für mich darin, dass uns hier ein Mensch präsentiert wird, der sich in seinem Leben extrem wenig Sorgen um den nächsten Tag macht und ohne durchgeplante Strategie schwierigste Situationen meistert. Ein Mensch, der mit Leichtigkeit durchs Leben geht. Er gewinnt und er verliert und stellt keine großen Ansprüche.
Man mag ihn, den alten Protagonisten des Romans, weil er so herrlich unbedarft ist. Man weiß: es ist nur eine verrückte Story, ein modernes Märchen, aber man projiziert seine Erwartung nach Leichtigkeit und Sorglosigkeit in ihn hinein. Und das tat der Autor, Jonas Jonasson wohl auch.
Manche empfinden ihren Alltag wie eine Mühle, in der sie zermalmt werden, fühlen sich unter Druck und überfordert. Wir wissen, dass Stress und Druck zum Leben gehören und auch gar nicht schlecht sind. Aber wir brauchen Luft zum Atmen, wollen nicht erdrückt werden und sehnen uns danach, ein wenig so zu sein wie dieser Hundertjährige.
Jesus sagt: „So seid nun nicht besorgt“ (Mt. 6,31). Angesichts von Kriegsgeschrei und anderen Katastrophen sagt er: „Erschreckt nicht“ (Mt. 24,6). Und Petrus rät: „Werft all eure Sorge auf ihn (Gott), denn er sorgt für euch.“ (1.Petr. 5,7). Diese Worte von Jesus  haben ihren Grund darin, dass Er König und Herr ist, sein Reich baut und Ihn nichts und niemand erschüttern kann. Wer ihm gehört, empfängt etwas von der Sorglosigkeit, die Kinder (oder Hundertjährige) haben.
Broschiert: 416 Seiten Verlag: carl’s books; Auflage: 8. Auflage (29. August 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570585018
ISBN-13: 978-3570585016

Julie die Magd. Ich habe nur ein Recht gehabt, keines zu haben.

„Ich bin 1894 in Zürich geboren. Meine Mutter hat in einer Gastwirtschaft geputzt, mein Vater war Maurer. Als ich drei Jahre alt war, hat mein Vater meine Mutter im Rausch erschlagen. Weil kein Bauer oder sonst jemand ein so geringes Kind, wie ich es war, aufnehmen wollte, bin ich in ein Heim gekommen. Dort bin ich geblieben, bis ich mit sechzehn Jahren meine erste Stelle als Stallmagd bekommen habe. Ich durfte nicht mit am Tisch sitzen, ich habe nur in der Küche etwas zu essen bekommen und musste Schürzen anziehen, die aus Kartoffelsäcken genäht worden waren. Ich bin ein richtiger Schuhputzlumpen gewesen. Ich habe gemeint, das sei normal, dazu bin ich eben auf der Welt“ Weiterlesen

1.Petrus 5,13 Es grüßt euch aus Babylon die Gemeinde, die mit euch auserwählt ist, und mein Sohn Markus.

Den historischen Belegen zufolge hielt sich Petrus in den letzten Jahren seines Lebens in Rom auf. Babylon mag also ein Deckname für Rom sein, den der Apostel benutzte, um die römische Gemeinde und sich selbst vor der neronischen Verfolgung zu schützen. (Es gibt allerdings auch die These, daß er tatsächlich aus Babylon am Euphrat schrieb.) Im eigentlichen alten Babylon gab es tatsächlich zur Zeit des NT noch eine beachtliche jüdische Gemeinde, und es wäre an sich denkbar, daß Petrus dort Missionsdienst getan hat.
Die „mit euch auserwählt“ oder „Miterwählte“ wird eine Christengemeinde bezeichnen. Schon im AT ist Israel als „Braut“ gesehen (Jer 2, 2), und im NT wird die Gemeinde die „auserwählte Herrin“ genannt (2 Jo 1). Auch an 2 Kor. 11, 2 wäre zu erinnern, wo Paulus den Korinthern schreibt, er eifere mit göttlicher Leidenschaft um sie, da er sie doch einem einzigen Manne verlobt habe, um sie schließlich „als reine Jungfrau dem (kommenden) Messias zuzuführen.“ So entspricht es biblischem Sprachgebrauch, daß von der Gemeinde wie von einer weiblichen Einzelperson gesprochen wird. Da der Brief an die „auserwählten“ Fremdlinge von Kleinasien geht, ist es sinnvoll, wenn Petrus die Gemeinde des Abfassungsortes „die Mitauserwählte“ nennt.
Den Grüßen des Apostels schließt sich auch sein Sohn im Glauben, Markus, an. Die Beifügung „und mein Sohn Markus“ ist wohl übertragen zu verstehen, so dass Markus als „geistlicher“ Sohn des Apostels bezeichnet wird. Gemeint ist der Johannes Markus aus Apostelgeschichte 12,12. Er war der Cousin von Barnabas und begleitete Paulus und ihn nach Antiochia und Zypern (12,25; 13,4-5). Später verließ er sie in Perge (13,13), was Paulus veranlasste, ihn auf seiner zweiten Missionsreise nicht mitzunehmen (15,36-41). Zu einem späteren Zeitpunkt war Johannes Markus wieder nützlich für Paulus (2Tim 4,11). Markus war auch der Verfasser des Evangeliums, das seinen Namen trägt.

1.Petrus 5,12 Durch Silvanus, den treuen Bruder, wie ich meine, habe ich euch wenige Worte geschrieben, zu ermahnen und zu bezeugen, dass das die rechte Gnade Gottes ist, in der ihr steht.

Petrus schließt seinen Brief mit knappen Angaben, Grüßen und dem Friedenswunsch. Er folgt damit der Form, die wir auch aus den Briefen des Apostels Paulus kennen (vgl. Röm 16,17ff.; 1. Kor 16,19ff.; Eph 6,21ff.; Kol 5,7ff.). Zuerst wird „Silvanus“ genannt. Silvanus. Das ist der Silas, der mit Paulus mitreiste und in dessen Briefen häufig erwähnt wird. Er war ein Prophet (Apg 15,32) und ein römischer Bürger (Apg 16,37). Offenbar war er derjenige, dem Petrus den Brief diktierte und der diesen Brief zu seinen Empfängern brachte.
Petrus hat „wenige Worte“ geschrieben. Weil der erhabene Gegenstand unseres Heiles nie erschöpfend behandelt werden kann. Im Blick auf die vielen angesprochenen Themen sicher eine berechtigte Bemerkung. Er hat aber dabei das Entscheidende klar umrissen. An erster Stelle wird das Ermahnen genannt. Eigentlich bedeutet dieses Wort „zurufen“. Petrus wollte den Gemeinden Mut zurufen, er wollte ihnen tröstend zureden. Jede Zeile ist von dem Wunsch beseelt, den Gläubigen zuzusprechen, so wie ein guter Hirt seine Schafe lockt, ihnen zuredet und jene, die müde zurückbleiben wollen, aufmuntert, indem er sie an das Ziel erinnert, das die ganze Herde an diesem Tag noch erreichen soll. Petrus will den Gemeinden mit seinem Brief „bezeugen, dass das die rechte Gnade ist, in der ihr steht“.

Aber ich glaube eben nicht daran, dass Gott bloß ein abstrakter, unsichtbarer, ätherischer Gedanke ist, ….

„Aber ich glaube eben nicht daran, dass Gott bloß ein abstrakter, unsichtbarer, ätherischer Gedanke ist, eine nackte, bodenlos wabernde Wahrheit, die, wenn überhaupt, nur mit dem Geist eines Menschen zaghafte Berührungen eingeht, die sich nur für die reine Vernunft interessiert. Für das Klare, Saubere. Daran glaube ich nicht. Denn ich komme aus keinem unschuldigen Land. Ich bin nicht mit einem sauberen Kaiserschnitt in die Welt geholt worden, sondern auf diese ziemlich gestörte, natürliche Art mit Tränen, Schweiß und Blut, und ich habe als Kind den Mohn auf den Feldern meiner Heimat nicht nur betrachtet, ich habe nach ihm gegriffen, ihn zwischen Hand und Lenkrad gequetscht und versucht, ihn zu besitzen. Und die Schweine, die hier geschlachtet wurden, habe ich gegessen. Meine Gebete waren nie ein Geflüster von Wind zu Wind, von meinem reinen Seelchen zu seiner reinen Klarheit. Meine Gebete waren randvoll mit Erde, mit Freude und Achselschweiß und Leid und Stuss und Langeweile. Ich glaube nicht an den göttlichen Funken in mir, der glitzernd aus der dunklen Welt heraus zum großen Licht hinbetet und dahin befreit werden will und sich wünscht, endlich erlöst zu sein von allem, was berührt werden kann. Ich gehöre zur berührbaren Wirklichkeit. Und dass durch die Wirklichkeit ein Riss geht, dass die Wirklichkeit dieser Welt auch ganz schön geschrottet und pervers ist, das kann ich nicht ändern. Auch nicht, indem ich mich von ihr distanziere. Ich gehöre dazu. Und mit dieser Einsicht endete mein Alleingang im Glauben. Denn ich verstand, dass mein Spatzenhirn nicht ausreichte, um Gott ganz neu und klar und reinzudenken und eine vollkommen saubere neue Glaubensweise zu entwickeln“
Aus: „Gott braucht dich nicht. Eine Bekehrung.“ Von Esther Maria Magnis, Seite 202ff

Mythos Motivation: Wege aus einer Sackgasse Reinhard K. Sprenger

Ein nicht ganz neues aber doch immer aktuelles Thema.
Reinhard K. Sprenger hat als erster Autor entlarvt, dass es einen erheblichen Unterschied zwischen Motivation und Motivierung gibt. Als „Motivation“ definiert er den Eigenantrieb des Mitarbeiters, dessen Lust an der Arbeit. Als „Motivierung“ bezeichnet er den künstlichen Versuch eines Personalverantwortlichen, die Mitarbeiter anzutreiben.
Das Buch belegt eindrucksvoll, dass Motivierung von außen oft die Eigenmotivation zerstört. So zitiert der Autor das Beispiel von zwei Studentengruppen, die eine Bastelaufgabe verrichten sollen. Die erste Gruppe wird dafür bezahlt (also von außen motiviert). Die zweite bastelt freiwillig (also ohne Motivierung von außen). Und was passiert, als die vereinbarte Zeit abgelaufen ist? Die erste Gruppe lässt alles stehen und liegen (weil fremdmotiviert). Die zweite Gruppe bastelt einfach weiter (weil von innen, sprich: intrinsisch motiviert). Weiterlesen