Johannes 1,17 Denn das Gesetzt ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.

Johannes 1,17 Denn das Gesetzt ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. Teil 18
V.17 schließt mit „denn“ deutlich anV.16 („Denn“) an. Dann drückt er aus, was implizit bereits in V.12f. und besonders in V.14 enthalten ist.
Dieses Leben des steten Empfangens von Gnade über Gnade ist der vollendete Gegensatz gegen ein Leben unter dem Gesetz. Unter dem Gesetz würde es heißen: „Aus unserer Fülle haben wir alle hervor gebracht Werk über Werk.“ Unter dem „Gesetz“ kam es nicht zur „Wahrheit“, sondern zur „Heuchelei“, zum Scheinleben einer unechten Frömmigkeit. Das hatte Jesus selber mit tiefen Ernst gezeigt (Mt. 6, 1-18) Wahre Wirklichkeit eines Lebens mit Gott gibt es erst da, wo die Gnade waltet und wo die aufgenommene Gnade tatsächliche Gotteskindschaft wirkt. Das Gesetz führt zum krampfhaften Schein oder zur Verzweiflung.
Schon vorher hatte Gott eine große Gabe gegeben, sein Gesetz, seinen heiligen Willen. Keinem anderen Volk wurde ein solches Privileg zuteil. Aber das war nur die vorbereitende Offenbarung. Jetzt erst in Jesus Christus hat Gott sich selbst wirklich geoffenbart in der Fülle seiner unwandelbaren Barmherzigkeit.
Johannes bekämpft nicht das „Gesetz“ als Heilsweg; er spricht unbeschwert vom „Gebote – Halten“, „vom neuen Gebot“ Joh.13, 34; 1Joh.2,7f).  
Eine Schrift über Jesus, von einem Israeliten geschrieben, wollte und mußte mit jüdischen Lesern rechnen. Sofort die ersten Worte dieser Schrift sprachen darum besonders in jüdische, vom Alten Testament lebende Herzen hinein: „Im Anfang war das Wort“ Diese Leser aber fragten naturgemäß: „Und was ist mit Mose? Was ist mit dem Gesetz Es wird voll anerkannt‚ „Das Gesetz wurde durch Mose gegeben.“ An der Offenbarungsgeschichte wird nichts abgestrichen. Dabei hört ein Israelit der Johannes ja war! – hier anders als wir. Denn “Christus“ heißt “Messias“. Wenn Christus bei uns nicht so fest eingebürgert wäre, müsste man immer übersetzen: „Jesus Messias“.
Hier haben wir eine Gegenüberstellung von Mose und Jesus: Von Mose werden hier große Dinge ausgesagt, wie Jesus überhaupt Mose geschätzt hat (vgl. Mt 8,4; Mt 17,3; Mt 23,2; Lk 16,29; Lk 24,27; Joh 3,14; Joh 5,45ff.; Joh 7,19): „Gott hat durch (die Vermittlung des) Mose das Gesetz gegeben“. Das Passiv (Leideform) wird hier – wie oft im Judentum – gebraucht, um aus heiliger Ehrfurcht das Wort “Gott“ zu vermeiden. Das belässt Johannes also, dass Mose im Auftrage Gottes das Gesetz überbracht hat. Moses nennt er nicht nur als Gesetzgeber (7,19+22f), sondern auch als Schriftautorität (1,45;5,45-47;vgl. 9,29). Als solche ist Moses ähnlich wie Johannes der Täufer ein Zeuge für Jesus (5,45ff); ferner spielt der Führer auf dem Wüstenzug eine gewisse typologische Rolle (vgl. 3,14;6,32). So besteht für Joh. zwischen Moses, der (im Auftrag Gottes!) das Gesetz gab, und Jesus Christus, der Gnade und Wahrheit brachte, kein absoluter Gegensatz.
Heutzutage hat man sich angewöhnt, im Gesetz etwas Negatives zu sehen. Das ist ein völliges Missverständnis. Israel kann ein Fest der Gesetzesfreude feiern (vgl. Ps 119). Dass Gott Weisung gab – der viel bessere Ausdruck für Gesetz! -, wurde als unvergleichliche Hilfe und Gnade empfunden: „Wenn dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre, so wäre ich vergangen in meinem Elend“ (Ps 119,92). Auch Paulus nennt das Gesetz „heilig, recht und gut“ (Röm 7,12). Nur eins konnte daß Gesetz nicht, und zwar aufgrund der Macht der Sünde: uns vor Gott gerecht machen. Das konnte nur die Versöhnung am Kreuz. Wenn also Johannes Jesus dem Mose gegenüberstellt, verfährt er ähnlich wie der Hebräerbrief (Hebr 3,1ff.). Vielleicht erinnert er uns auf diese Weise auch daran, dass nach 5. Mose 18,15 ein „zweiter Mose“ kommen sollte: eben der Messias. Inwiefern ist Jesus größer? Erstens bringt er „die Gnade“, d. h. die Rettung aus dem jüngsten Gericht, die wir als „rettende Barmherzigkeit“ bezeichneten. Das war dem Gesetz unmöglich (vgl. Mt. 20,28; Röm. 3,20ff.; Röm. 5,20ff.; Röm. 8,3; Gal. 2,16ff.; Gal. 3,11). Zweitens bringt er die »Wahrheit«, d. h. die Offenbarung des vollen Gotteswillens, die Mose um der Herzen Härtigkeit willen ermäßigen musste und die von den Schriftgelehrten Israels immer noch weiter ermäßigt und verkleinert wurde (vgl. Mt 5,20; Mt 19,7ff.). Drittens heißt es bei Jesus nicht „gegeben“, sondern „geworden“. Mose hat als treuer Botschafter nur etwas von einem anderen (nämlich Gott) überbracht. Jesus aber verkörpert die Gnade und Wahrheit selbst in Person.
Die Gnade aber läßt Wahrheit „werden“ Diese Formulierung von einer „gewordenen Wahrheit“ zeigt, daß es nicht um die theoretischen „ewigen Wahrheiten“ der Philosophie geht, sondern um einen Lebenszustand, der in der Tat allein „durch Jesus Christus wird“. Was alles „Gesetz“ vergeblich fordert und aller „Idealismus“ nur als schönen Traum vor uns hinstellt, das wird lebendige Wirklichkeit, wenn ein Menschenleben von Jesu Christus ergriffen ist. Das Annehmen von Gnade und Wahrheit ist dem bloßen Gesetzesgehorsam überlegen.
An dieser Stelle des Prologs lässt der Apostel zum erstenmal den so lange erwarteten Namen Jesus Christus vernehmen. Er steigt stufenweise herab vom Göttlichen zum Menschlichen: der Logos (V1), der eingeborenen Sohn (V14), endlich Jesus Christus, in dem die himmlische Welt für uns völlig Leben und Wirklichkeit gewinnt.
Die Herrlichkeit der Kirche heute aber besteht darin, daß sie die Offenbarung von Gottes Gnade und Wahrheit durch Jesus Christus besitzt (vgl. V. 14).
Dieser Vers soll schlussendlich die Größe der bisherigen Gesetzesordnung durch die Gnadenwirklichkeit Jesu Christi herausstellen. Wenn das Gesetz von Moses „gegeben“ wurde (die alte hebräische Formel), die Gnade und Wahrheit durch Jesus Christus aber „kam“, so wird dadurch das eschatologische Heilsereignis hervorgehoben. Mit Jesus hat der vom AT angekündigte Neue Bund begonnen (vgl. Röm. 6,14; Röm. 10,4).
Verwendete Literatur
Das Evangelium des Johannes 1.Teil erklärt von Werner de Boor
Frédéric Godet Das Evangelium des Johannes
Brockhaus Kommentar zur Bibel
Das Johannesevangelium Teil 1 Rudolf Schnackenburg Vierte Auflage 1979
Multimedia Bibel
Lutherbibel 1984

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Wie ich Atheist wurde

Zusammenfassung des Buchs von Antony Flew: There is a god How the world’s most notorious atheist changed his mind, HarperCollins, New York, 2007
In seinem Vorwort stellt Roy Abraham Varghese fest, dass sich die Bücher und Aufsätze der ‚neuen Atheisten‘ wie fundamentalistische Predigten anhören. Sie sind schwarz-weiss. Antony Flew ist für sie ein Apostat (=Abtrünniger). Und sie wollen nicht anerkennen, dass es bedeutende Physiker und andere Wissenschaftler gibt, die an die Existenz Gottes glauben.
I My Denial of the Divine
1. Wie ich Atheist wurde
Als Sohn eines Methodistenpredigers aufgewachsen, verlor Antony Flew erst mit 13-15 Jahren im Gymnasium den Glauben an Gott. Obwohl er vorher schon nie religiöse Gefühle entwickelt hatte. Dagegen war er immer sehr geistig interessiert. Ein Grund für seine Abkehr vom Glauben war das Problem des Bösen, das er während der Nazizeit erlebte (persönliche Erlebnisse auf Ferienreisen nach Deutschland und Frankreich). Er wurde Philosophieprofessor und erhielt den John Locke Wissenschaftspreis in Philosophie. Die Philosophie Ludwig Wittgensteins wurde für ihn in Oxford wichtig, obwohl er realisierte, dass dieser sich in Bezug auf die Nazis geirrt hatte (er hatte gemeint, wegen den Beziehungen seiner Familie nicht in Gefahr durch die Nazis zu sein). Im Sokrates-Club in Oxford diskutierte er auch mit C.S.Lewis, einem der bedeutendsten christlichen Philosophen des 20. Jahrhunderts, über die Gottesfrage.
2. Wohin die Evidenz führt
Während der Schulzeit wurde er Kommunist. Als Atheist glaubte er, dass der evolutionäre Prozess Fortschritt garantiere. In Oxford wurde er ein Anhänger der ‚neuen Philosophie‘, die als linguistisch bezeichnet wurde. Das Sokratische Prinzip, der Evidenz zu folgen, wohin sie auch immer führt, wurde für ihn wichtig. Deshalb war er auch bereit, seine Meinung zu ändern (z.B. in Bezug auf seine politische oder weltanschauliche Auffassung). Im Aufsatz ‚Theologie und Falsifikation‘ legte er dar, dass eine These wie „Gott liebt die Menschen“ leer wird, wenn es zu viele Widersprüche gibt, die dann wegerklärt werden müssen, um die These zu halten. Durch die Entgegnungen auf seinen Aufsatz lernte er einiges, z.B. dass der Glaube eine Interpretation von Erfahrung ist, die weder bewiesen noch widerlegt werden kann. Und dass Theisten glauben, dass Gott transzendent ist und deshalb jenseits unseres Verstehens ist. Er realisierte auch, dass Theisten um das Problem des Bösen wissen (Theodizeefrage), aber trotzdem an einen liebenden Gott glauben. In ‚Gott und Philosophie‘ versuchte er, die Argumente für eine ‚natürliche Theologie‘ wie für eine Offenbarung zu widerlegen. Es ist unmöglich, von religiöser Erfahrung auf die Existenz Gottes zu schliessen. Frederick Copleston, Philosophie-Historiker, stimmte zu, dass man Gott nicht wie einen Schmetterling festpinnen und beschreiben könne; „Gott wird Realität für das menschliche Denken in der persönlichen Bewegung des Transzendierens“, sagte er.
10 Jahre später publizierte Flew ‚Die Annahme des Atheismus‘, wo er darlegte, dass die Beweislast bei den Theisten liegen müsse. Der Thomist Ralph McInerny entgegnete, die natürliche Ordnung der Natur lege den Gottesglauben als natürlichen Ausgangspunkt nahe; die Beweislast liege daher bei den Atheisten. Flew betont, dass er einen methodologischen Atheismus vertrat, den auch (gewisse) Theisten akzeptieren konnten, keine ontologische Festlegung. Dann setzte er sich mit Hume’s Skeptizismus gegenüber Ursache-Wirkung auseinander und vertrat die Unterscheidung von physical und moral causes. Menschliches Verhalten ist nicht im gleichen Sinn kausal wie physikalische Vorgänge. Weiterlesen

Der moderne Atheismus und die Antwort des christlichen Glaubens

„Gott ist an allem Schuld! Der Kreuzzug der neuen Atheisten!” So titelte der Spiegel – etwas paradox – in seiner Pfingstausgabe 2007. Grundlage des „neuen Atheismus” ist das Buch „Der Gotteswahn” des Oxforder Evolutionsbiologen Richard Dawkins. Die englische Ausgabe dieses Buches wurde bereits mehr als eine Million Mal verkauft. Die deutsche Ausgabe liegt seit September 2007 vor und gelangte in kurzer Zeit auf Platz zwei der Sachbuchliste.
Worum geht es in diesem Buch? Was ist von seinen Thesen aus christlicher Sicht zu halten? Wie kann man ihnen argumentativ begegnen?
Die wichtigsten Thesen seines Buches lauten:
Glaube und Wissenschaft sind Gegensätze: Glaube ist blind – Wissenschaft beruht auf Belegen.
Die Welt sieht so aus, als sei sie gezielt gestaltet. Das ist aber eine Täuschung; und selbst, wenn:
wer gestaltete den Gestalter?
Religion ist die Ursache für die Gewalt in dieser Welt – eine atheistische Welt wäre eine friedlichere Welt.
Glaube an Gott ist irrationales Wunschdenken.
Blinder Glaube?
Sehen wir uns diese Thesen etwas näher an. Im Gegensatz zur Wissenschaft, die von Beweisen ausgeht, ist für Dawkins Glaube blind, „ohne Belege”. Das Neue Testament handelt er auf wenigen Seiten ab, denn für ihn ist es genau wie der Roman „Sakrileg” von Dan Brown „von Anfang bis Ende erfunden und reine Fiktion. …
Der einzige Unterschied besteht darin, dass Sakrileg eine moderne literarische Erfindung ist, während die Evangelien schon vor sehr langer Zeit erfunden wurden” (Seite 137). Diese Aussage zeigt, dass es Dawkins nicht um eine wissenschaftlich seriöse Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben geht und dass er an historischer Wahrheit nicht interessiert ist. Das ist schade, denn der christliche Glaube ist nicht blind, sondern beruht auf historischen Belegen und persönlichen Erfahrungen.
Gotteswahn – Neuer Atheismus
Offensichtlich falsch ist es auch, wenn Dawkins behauptet: Wissenschaft und Glaube an Gott schließen sich aus. Es gab und gibt viele herausragende christliche Wissenschaftler. Dawkins selbst nennt einige: Kepler, Newton, Faraday, Polkinghorne und andere. Für ihn sind das Ausnahmen. Damit macht er es sich hier wie auch an anderen Stellen, die nicht in seine Weltanschauung passen, zu einfach. Es mutet etwas seltsam an, wenn er in diesem Zusammenhang darüber spekuliert, ob mancher Wissenschaftler (und mancher Künstler), der sich in früheren Jahrhunderten zum christlichen Glauben bekannte und christliche Kunstwerke schuf, heute möglicherweise Atheist wäre. Den Gegensatz von Glaube und Wissenschaft gibt es nicht; stattdessen gibt es Wissenschaftler, die an Gott glauben und solche, die nicht an Gott glauben.
Was glaubt der, der an Gott glaubt? Der Philosoph Robert Spaemann beantwortet diese Frage so: „Er glaubt an eine fundamentale Rationalität der Wirklichkeit. Er glaubt, dass das Gute fundamentaler ist als das Böse. Er glaubt, dass das Niedere vom Höheren verstanden werden muss und nicht umgekehrt. Er glaubt, dass Unsinn Sinn voraussetzt und dass Sinn nicht eine Variante der Sinnlosigkeit ist.”
Glaubt ein Atheist?
Was glaubt laut Dawkins dagegen ein Atheist? „Ein Atheist oder philosophischer Naturalist vertritt die Ansicht, dass es nichts außerhalb der natürlichen, physikalischen Welt gibt: keine übernatürliche, kreative Intelligenz, die hinter dem beobachtbaren Universum lauert, keine Seele, die den Körper überdauert, und keine Wunder, außer in dem Sinne, dass es Naturphänomene gibt, die wir noch nicht verstehen.” („Der Gotteswahn”, Seite 25). Dieser Satz von Dawkins ist aber nach eigener Definition nur Teil der natürlichen, physikalischen Welt. Warum sollte er wahr sein? Unser Verstand ist dann ja nur ein zufälliges Nebenprodukt der Evolution und unsere Gedanken sind ausschließlich das Ergebnis physikalischer Prozesse, nicht aber rationaler Einsichten. Wenn aber hinter unserer Welt eine grundlegende Rationalität steht, dann ist es sinnvoll, unserem Verstand zu vertrauen und damit die Welt zu erforschen.
Die „zentrale Argumentation” seines Buches lautet: Die Welt sieht zwar so aus, als sei sie gezielt gestaltet worden und als sei dieser „Anschein von Gestaltung auf tatsächliche Gestaltung zurückzuführen.” Aber dieses Denken „führt in die Irre, denn die Gestalterhypothese wirft sofort die umfassendere Frage auf, wer den Gestalter gestaltet hat” (Seite 222). Entgegen der jüdisch-christlichen Vorstellung von Gott als Schöpfer dieser Welt kann sich Dawkins Gott nur als gestaltet, als geschaffen vorstellen – als eine materielle Wirklichkeit, die den Gesetzen der Evolution unterworfen ist. Er setzt sich daher gar nicht erst mit einer Gottesvorstellung auseinander, in der Gott ungeschaffen, personal und ewig ist. Für Dawkins hat sich alles „durch natürliche Selektion” (in Anlehnung an Darwin) aus „einfachen Anfängen” entwickelt.
Am Anfang
Doch woher kommen diese „einfachen Anfänge”? Durch Selektion wird ja nichts Neues geschaffen, sondern nur bereits Bestehendes weiterentwickelt.
Welcher Glaube – auch der Atheismus ist ja ein Glaube – ist glaubwürdiger: Stand am Anfang irrationale Materie, aus der sich (nicht zielgerichtet) Geist entwickelte, oder stand am Anfang ein personaler schöpferischer Geist, der Materie schuf? Welche dieser beiden Weltanschauungen erklärt plausibler das, was wir tagtäglich an Sinn, Liebe, Schönheit – und auch an wissenschaftlicher Erkenntnis – erfahren? Der Oxforder Mathematiker John Lennox schreibt dazu: „Entweder verdankt die menschliche Intelligenz ihre Entstehung letztlich geist- und zweckloser Materie, oder es gibt einen Schöpfer. Es ist seltsam, dass einige Menschen behaupten, ihre Intelligenz führe sie dahin, die erste der zweiten Möglichkeit vorzuziehen”. Darüber hinaus gilt, was Robert Spaemann so ausdrückt: „Eine plötzliche grundlose Entstehung einer Welt aus nichts denken zu müssen, enthält eine Zumutung an die Vernunft, die alle anderen Zumutungen in den Schatten stellt”.
Religion ist für Dawkins die Ursache der Gewalt in unserer Welt. Ohne Religion gäbe es „keine Selbstmordattentäter, keinen 11. September, … keine Kreuzzüge …” (Seite 12) „Dass ein Krieg im Namen des Atheismus geführt würde, kann ich mir nicht vorstellen. Was sollte der Grund sein?” (Seite 387)
Atheismus bringt Friede?
Es ist beklagenswert, dass auch das Christentum – trotz des Gebotes von Jesus: „Liebet eure Feinde!” – immer wieder zu Kriegen und Verfolgungen geführt hat. Im 20. Jahrhundert – denken wir nur an Stalin oder Mao – waren es aber gerade atheistische und wissenschaftsgläubige(!) Staatsysteme, die unvorstellbare Grausamkeiten und millionenfache Morde an ihrer eigenen Bevölkerung begangen haben. Die Behauptung von Dawkins, eine atheistische Welt wäre eine friedlichere Welt, ist durch diese Erfahrungen gründlich widerlegt.
Für Dawkins ist Glaube an Gott irrationales Wunschdenken. Diese berühmte These des Philosophen Ludwig Feuerbach, Glaube sei Wunschdenken, geht von der Voraussetzung aus, dass es keinen Gott gibt, und versucht dann die Frage zu beantworten: Warum glauben so viele Menschen an einen nicht existierenden Gott? Antwort: Wunschdenken.
Wenn man stattdessen von der Voraussetzung ausgeht, es gibt einen Gott, kann man fragen, warum seit über 200 Jahren in Westeuropa immer mehr Menschen glauben, es gäbe keinen Gott. Antwort: Wunschdenken.
Entgegen der These, der Glaube an Gott sei Wunschdenken, ist es wohl plausibler, davon auszugehen, dass der Atheismus seinen Ursprung im Wunschdenken hat – dem Wunsch nach moralischer Autonomie: Man will sich von Gott in sein Handeln nicht hineinreden lassen.
Richard Dawkins will provozieren, wenn er schreibt: „Leidet ein Mensch an einer Wahnvorstellung, so nennt man es Geisteskrankheit. Leiden viele Menschen an einer Wahnvorstellung, dann nennt man es Religion.” (Seite 18)
Bekehrungsreisen
Um seine Gedanken möglichst weit zu verbreiten, unternimmt er in den USA Lesereisen. Sein Ziel ist es, seine theistischen Leser zum Atheismus zu „bekehren” (Seite 160), vor allem aber seine atheistischen Leser zu ermutigen, sich als Atheisten zu „bekennen”. (Seite 16)
Für seine Titelgeschichte wählte der Spiegel als Überschrift: „Der Kreuzzug der ‚neuen Atheisten’”. Dadurch sollte auf den aggressiven, ja militanten Ton dieses „neuen Atheismus” hingewiesen werden. Warum diese Militanz? Ist es „Panik” (Spiegel), weil Religion nicht im Verschwinden begriffen ist, wie es die Voraussagen von Atheisten in den vergangenen Jahrzehnten nahelegten, sondern in vielen Teilen der Welt ein Comeback erlebt?
Oder gibt es handfestere Gründe? Robert Spaemann hält es nicht für einen Zufall, dass mit Dawkins ein weltweit bekannter Biologe an der Spitze der atheistischen Bewegung steht. „Die Genforschung beispielsweise eröffnet uns Möglichkeiten der Manipulation und des Zugriffs auf die menschliche Natur. Da gibt es nur noch einen Widerstand, und das ist in einem weit gefassten Sinne ein religiöser. Es scheint mir so zu sein, dass die Menschen, die von diesem Machtwillen und von der Vorstellung besessen sind, allmählich alles machen zu können, nun das Haupthindernis beseitigen möchten, das diesem totalen Zugriff im Wege steht. Denn diese Disziplin befindet sich zur Zeit wie in einem Machtrausch (Beispiel Gentechnik). Die einzigen, die sie noch aufhalten können, sind im weitesten Sinne religiöse Menschen. Deshalb der aggressive Ton gegen alles Religiöse.”
Der christliche Glaube ist kein grundloser Glaube, sondern beruht auf zuverlässigen, historischen Zeugnissen über Jesus Christus, seinem Tod und seiner Auferstehung und auf persönlichen Erfahrungen. Diese Botschaft sind wir unserer Mitwelt schuldig.
Den hier vorliegenden Aufsatz von Dr. Jürgen Spieß, Historiker und Leiter des Instituts für Glaube und Wissenschaft (www.iguw.de), hielt er in ähnlicher Form auf dem Regionaltreffen 2009 in Bielefeld.

http://www.dctb.de/dctb/medien/1artikel.php?we_objectID=6057
Literatur:
A. McGrath, Der Atheismus-Wahn. Eine Antwort auf Richard Dawkins und den fundamentalisti-schen Atheismus, Asslar 2007
D. Robertson, Briefe an Dawkins, Gießen 2008
J. Lennox, Hat die Wissenschaft Gott begraben? Wuppertal 2007
R. Spaemann, Der letzte Gottesbeweis, München 2007

Der Prolog des Johannesevangelium

Der Prolog des Johannesevangelium Teil 1 http://bibelkreis-muenchen.de/?p=470

Johannes 1,1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Der Prolog des Johannesevangelium Teil 2 http://bibelkreis-muenchen.de/?p=471

Johannes 1,2 Dasselbe war im Anfang bei Gott Der Prolog des Johannesevangelium Teil 3
http://109.239.60.217/wordpress/?p=472
Johannes 1,3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. Der Prolog des Johannesevangelium Teil 4 http://109.239.60.217/wordpress/?p=473

Johannes 1,4 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Der Prolog des Johannesevangelium Teil 5 http://109.239.60.217/wordpress/?p=474

Johannes 1,5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen Der Prolog des Johannesevangelium Teil 6 http://109.239.60.217/wordpress/?p=477

Johannes 1,6 Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. Der Prolog des Johannesevangelium  Teil 7 http://109.239.60.217/wordpress/?p=479

Johannes 1,7 Der kam zum Zeugnis, um von dem Licht zu zeugen, damit sie alle durch ihn glaubten. Der Prolog des Johannesevangelium Teil 8 http://109.239.60.217/wordpress/?p=481

Johannes 1,8 Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht. Der Prolog des Johannesevangelium Teil 9 http://109.239.60.217/wordpress/?p=484

Johannes 1,9 Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Johannes 1,9 Der Prolog des Johannesevangelium Teil 10 http://109.239.60.217/wordpress/?p=485

Johannes 1,10 Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht. Der Prolog des Johannesevangelium Teil 11 http://109.239.60.217/wordpress/?p=491

Johannes 1,11 Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Der Prolog des Johannesevangelium Teil 12 http://109.239.60.217/wordpress/?p=492

Johannes 1,12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, Der Prolog des Johannesevangelium Teil 13 http://109.239.60.217/wordpress/?p=493

Johannes 1,13 die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind. Der Prolog des Johannesevangelium Teil 14 http://109.239.60.217/wordpress/?p=494

Johannes 1,14 Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Der Prolog des Johannesevangelium Teil 15
http://109.239.60.217/wordpress/?p=498

Johannes 1,15 Johannes gibt Zeugnis von ihm und ruft: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. Der Prolog des Johannesevangelium Teil 16 http://109.239.60.217/wordpress/?p=502

Johannes 1,16 Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. Der Prolog des Johannesevangelium Teil 17 http://109.239.60.217/wordpress/?p=512

Johannes 1,17 Denn das Gesetzt ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. http://109.239.60.217/wordpress/?p=534

Johannes 1,18. Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat ihn uns verkündigt. http://109.239.60.217/wordpress/?p=541

Johannes 1,19 Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden zu ihm sandten Priester und Leviten von Jerusalem, daß sie ihn fragten: Wer bist du? http://bibelkreis-muenchen.de/?p=632