Zum Thema Nachfolge gibt es dazu noch etwas zu sagen?

Sicher, wie es der alte Dr. Johnson, Samuel Johnson, gesagt hat: People need more often to be reminded that they need to be instructed. Wir müssen öfter an etwas erinnert als in etwas instruiert werden.
Nachfolge macht uns nicht zu Söhnen, sondern weil wir Söhne sind, werden wir zu Nachfolgern Jesu. Martin Luther.
Gerade je fortgeschrittener jemand in der Nachfolge ist, desto mehr wird er entdecken, dass er der Versöhnung und Gnade bedarf. Kierkegaard
Nichts kann einen so zum Nachfolger Christi machen wie die Sorge um den Nächsten. Johannes Chrysostomus
„Man kann nicht Nachfolger Jesu sein und dann ein frommer Einsiedler werden.“ Friedrich von Bodelschwingh
Jeder tritt allein in die Nachfolge, aber keiner bleibt allein in der Nachfolge. Bonhoeffer
„Nachfolger Jesu müssen Menschen der Barmherzigkeit sein, denn sie haben Barmherzigkeit gefunden und Barmherzigkeit hat sie gefunden.“ Charles Haddon Spurgeon
In der Nachfolge Jesu geht keine Anstrengung verloren, deshalb geh weiter! Corrie ten Boom

„Wollt ihr auch weggehen?“

Da fragte Jesus die Zwölf: „Wollt ihr auch weggehen?“ Simon Petrus antwortete Ihm: „Herr, zu wem sollten wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens.“ Johannes 6, 67 – 68
Jesus hatte zeitweise sehr viel mehr als die zwölf uns namentlich bekannten Jünger. Das ist doch klar: Wenn jemand durchs Land zieht und alle Kranken heilt, denen er begegnet, dann sind die Leute begeistert und wollen mehr davon sehen. Natürlich erhofften sie sich von Ihm auch (genau wie die zwölf Jünger des engeren Jüngerkreises), daß Er die verhaßten Römer aus dem Land verjagen würde mit Seinen übernatürlichen Kräften.
Aber unser Herr legte keinen Wert auf solche „Fans“. Und deshalb hielt Er eines Tages eine Rede, die sie total vor den Kopf stieß (bitte nachlesen in Johannes 6!). Auch das zeigt Seine Größe. Jeder von uns würde sich geschmeichelt fühlen, wenn viele Menschen von ihm begeistert wären und ihn anhimmeln würden. Aber Jesus wußte, was von solchen Anhängern zu halten ist. Und Er konnte sich bestätigt sehen dadurch, daß sich diese „Jünger“ nach Seiner harten Rede von Ihm abwandten.
Umso dankbarer hätte Er eigentlich sein sollen für die Zwölf, die dennoch bei Ihm blieben. Hätte Er ihnen nicht dafür danken sollen und sie ermutigen sollen, auch weiterhin Ihm die Treue zu halten? Nein – auch sie provoziert er mit der Frage: „Na, was ist mit Euch – seid Ihr auch solche Schönwetterjünger wie die, die sich soeben verdünnisiert haben?“ Jesus – wie konntest Du diese Männer so vor den Kopf stoßen? Nun, Er wäre wohl lieber ganz ohne Jünger geblieben, als sich mit sensationslüsternen Gaffern zu umgeben.
Merkst Du, wie hochaktuell das ist? Auch heute wollen viele Gläubige in der Gemeinde vor allem etwas erleben, was sie erhebt, was ihnen ein gutes Gefühl gibt und sie bestätigt. Was sie nicht leiden können, ist, daß die Verkündigung sie in Frage stellt. Daß sie sie geistlich herausfordert. Daß sie die Bibel tiefschürfend auslegt und auf sie anwendet. Daß sie ihnen aufzeigt, wie sehr ihr Denken vom Zeitgeist geprägt ist und korrigiert werden muß. Immer wieder höre ich, daß Pastoren, die so predigen, geschaßt werden.
Gibt es in Deiner Gemeinde auch solche Tendenzen? Dann stemme Dich dagegen. Bete für Deinen Pastor und unterstütze ihn, indem Du Dich für ihn aussprichst. Wenn das fruchtlos bleibt, ist es vielleicht an der Zeit, Dir eine andere Gemeinde zu suchen – eine, die einen bibeltreuen Pastor hat und ihn zu schätzen weiß.
Mich bewegt aber auch immer wieder die Antwort des Petrus auf die Frage Jesu. Ja, zu wem sollten wir gehen, wenn wir uns von Jesus abwenden würden? Ich bin nicht selten drauf und dran gewesen, mich von Ihm abzuwenden. Aber was sind denn die Alternativen? Wir können nur verlieren, wenn wir nicht mehr zum Herrn Jesus gehören wollen!
Ich hatte hier immer noch den Luther-Text im Ohr: „Wohin sollten wir gehen?“ Aber es geht nicht nur um eine Richtung, sondern um eine Person. Wer sich von Jesu abwendet oder gar nicht erst Ihm zuwendet, der wird Opfer irgendwelcher Bauernfänger oder Verführer.
Mir gefällt auch seine Begründung: „Du hast Worte ewigen Lebens“. Die haitianische Bibel übersetzt im Sinne von: „Du hast Worte, die das Leben geben, das niemals aufhört.“ Ist das nicht wunderbar? Es gibt nichts, was wir dringender brauchen, als diese lebenspendenden, aber auch oft sehr unbequemen Worte des Evangeliums.
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1.Petrus 5,10 Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.

Der Ring schließt sich. Das ist das „Thema“ des ganzen Briefes, mit dem er begonnen, unter dem er geschrieben ist und mit dem er jetzt schliessen wird: der Gott aller Gnade. Wer Gott sagt, der sagt: alle Gnade, ganze Gnade Wie wenig verstehen wir oft, was Gnade ist, und wie groß die Gnade Gottes ist. Gnade setzt voraus, dass wir Sünder sind. Wenn wir keine Sünder wären, dann hätten wir nicht Gnade nötig, sondern Gerechtigkeit.
Der euch berufen hat macht deutlich: das neue Leben beginnt nicht mit dem Tun des Menschen, sondern mit Gottes Berufung. Die Berufung aber zielt hin auf unser Teilhaben an seiner ewigen Herrlichkeit. „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und was in keines Menschen Herz gekommen ist“, das „hat Gott bereitet denen, die ihn lieben“ (1 Ko 2, 9).
Petrus liefert eine präzise Beschreibung dieses irdischen Heiligungsprozesses durch Gott anhand von vier nahezu synonymen Begriffen: aufrichten, stärken, kräftigen, gründen. All diese Worte beinhalten Stärke und Festigkeit, die Gott allen Gläubigen im geistlichen Kampf geben will (1Kor 15,58; 16,13; Eph 6,10; 2Tim 2,1).
„Herrlichkeit“ ist also nicht nur, nicht einmal primär unser individuelles Glück, sondern endgültige Heilung einer abgespaltenen Welt.
Gott selbst ist nicht Zuschauer oder Schiedsrichter im Kampf der Christen, sondern Bundesgenosse und machtvoller Helfer im Streit. Er bleibt auch inmitten des Kampfes „der Gott aller Gnade“. So wie am Anfang des Christenweges Gottes wirksamer Anruf stand, so ist von Anfang an das Ziel dieses Weges im Auge, das dieses innerzeitliche Zwischenstadium („kurze Zeit“, vgl. 1,6) der Leiden übergreift. Gott aber wird auch auf diesem Wege selbst den Bedrängten zu Hilfe kommen und ihnen Kraft verleihen.