Kalter Kaffee in neuen Schläuchen

Verkaufsfördernd wird Shane Claibornes und Tony Campolos Buch als „Revolution“ angekündigt, doch bis auf ein paar postmoderne Anwendungen nennen die Autoren keinen wirklich neuen Gedanken, der in den vergangenen 50 Jahren nicht schon viele Male von anderen Links-Evangelikalen veröffentlicht wurde. Lediglich einige Formulierungen wurden modernisiert. „Die Jesus Revolution“ ist eine Übersetzung des 2012 bei Thomas Nelson in Nashville/Tennessee herausgekommenen Buches mit dem Titel „Red Letter Revolution“. Formal ist es ein Gespräch zwischen Shane Claiborne und Tony Campolo über politisches und soziales Engagement von Christen in den USA. Tony Campolo (geb. 1935) ist US-amerikanischer Soziologe mit baptistischem Hintergrund. Zeitweilig war er als Berater Präsident Clintons tätig. Häufig äußert er sich in christlichen Kreisen zu sozialen und politischen Themen. Shane Claiborne (geb. 1975) ist einer der Sprecher der amerikanischen Links-Evangelikalen. Seit Jahren engagiert er sich in sozialen Projekten und äußert sich insbesondere zu politischen, ökologischen und ökonomischen Themen. › Eigener Anspruch nicht erfüllt Das Buch wird als „selbstkritisch“ beworben (6). Dabei äußern die Autoren keinerlei Selbstkritik an ihrem eigenen Konzept des sozialen Evangeliums und einer postmodernen Frömmigkeit. Kritisiert werden nur evangelikale Gegner, die stärker auf Bekehrung und Bibelwissen setzen. Wieder einmal rechnet man mit seinen „eigenen“ Eltern ab und mit dem, was vor dreißig Jahren in der evangelikalen Welt Common Sense war (38f, 131f). Mit dem amerikanischen Titel des Buches bezeichnen sich die Autoren als Red-Letter-Christians, also als Christen, die sich insbesondere auf die in vielen amerikanischen Bibeln fett oder rot gedruckten Aussagen Jesu berufen (17ff.). Das klingt gut und ambitioniert. In der Realität jedoch findet diese Orientierung an den Aussagen Jesu gerade nicht statt. Zwar sprach sich Jesus deutlich gegen den Materialismus aus, jedoch nicht als Forderung zu politischer Umverteilung, sondern als Gegensatz zur Hinwendung zu Gott und seinem jenseitigen Reich. An keiner Stelle forderte Jesus, wie Claiborne und Campolo es machen, zu einer politischen Revolution auf. Ganz im Gegenteil ließ er die ungerechten politischen Verhältnisse des Römischen Reiches unangetastet, forderte sogar noch eine Unterordnung unter dieselben: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist.“ (Mk 12,17). Den Armen und Unterdrückten wird keine Klassengerechtigkeit auf Erden versprochen, sondern Gottes Lohn in der Ewigkeit. „Jesus beim Wort nehmen“ wollen die Autoren (7, 17f). Dabei hat man weit eher den Eindruck, dass lediglich die Bibelstellen herausgesucht werden, die zu einem links-evangelikalen Weltverbesserungs-Konzept passen. Ich halte es für eine problematische Vorgehensweise, eine Jesus gemäße Lebensweise vorstellen zu wollen und dann den Großteil des Neuen Testaments auszublenden. Denn abgesehen von sehr ausgewählten Abschnitten der Evangelien ndet der Rest des NT kaum Beachtung. Die Autoren rechtfertigen diesen Kanon im Kanon sogar. Für sie gibt es in der Bibel wichtige Stellen und eher zweitrangige (27f, 131f). Dabei werden Thesen der historischen Bibelkritik bedenkenlos übernommen und fromm formuliert als erstrebenswerte Erkenntnisse präsentiert. Zwar sei die Bibel inspiriert, aber natürlich nicht wörtlich (30f). Begriffe wie „allmächtig, allwissend, allgegenwärtig“ seien nicht urbiblisch, sondern entsprächen lediglich „griechischem Denken“ (31). So wird beispielsweise ohne lange Begründung oder eine Berufung auf Aussagen Jesu behauptet, dass auch Muslime, Buddhisten und die Anhänger anderer Religionen durch Christus errettet sind (42, 45, 47f, 51f). Auf Seite 49 heißt es: „Jesus bestätigt alle diejenigen, die sich für andere Menschen einsetzen, egal, ob sie an alle ‚richtigen‘ Dinge glauben oder nicht.“ Solch große Worte klingen gut in einer Welt, die der Mission zunehmend kritisch gegenübersteht. Aber diese steilen Thesen sollten dann doch durch mehr als ein paar kleine Anekdoten begründet werden. › Realitätsferne Claibornes und Campolos Kritik an einem rein traditionsgebundenen, lebensfremden Christsein ist rundheraus zuzustimmen. Problematischer ist, dass die Autoren in den konkreten Beispielen ihres Buches nicht nur das Namenschristentum ablehnen, sondern auch theologisch, seelsorgerlich und missionarisch ausgerichtete Gemeinden. Sozial lebende Menschen hingegen werden generell gelobt, ganz gleich ob sie nun Christen oder Muslime sind. Den Autoren geht es anscheinend weit mehr um eine Kritik am bürgerlichen Leben und die Bewerbung eines postmodernen, experimentierfreudigen Milieus. Die deutliche Aufforderung des Buches, zu leben wie Jesus gelebt hat, sollte selbstverständlich jeden Christen herausfordern (36). Wie das konkret aussehen soll, bleibt in der „Jesus Revolution“ aber nicht nur schnell in christlichen Allgemeinplätzen stecken, sondern dabei auch noch in postmoderner Einseitigkeit. Mit Begeisterung karikieren die Autoren die evangelikale Welt, um sie dann lächerlich zu machen und ihr neu-altes Konzept eines sozial-engagierten Christentums als Lösung der vorgeblichen Einseitigkeiten zu präsentieren (19, 31f, 131f). Gelegentlich fragt man sich, ob die Autoren in derselben Welt leben oder in klassenkämpferischen Gedanken der Vergangenheit steckengeblieben sind. Heftig wird kritisiert, wie „höllenbesessen“ die Evangelikalen seien (38f). Ich selbst habe seit Jahren keine Predigt über die Hölle mehr gehört. Mir scheint hier eher ein weiteres evangelikales Tabu vorzuliegen, zumindest in Deutschland. Tatsächlich sind die meisten von den Autoren genannten Beispiele sehr einseitig oder schon recht verstaubt. Es wird moniert, wie sehr die Frauen in evangelikalen Gemeinden unterdrückt würden (131f). Meines Wissens stehen Frauen in allen großen deutschen Freikirchen fast alle Aufgaben offen (Methodisten, Baptisten, FeG usw.). An den deutschen theologischen Fakultäten studieren zwischenzeitlich 70% Frauen. Wie auch bei anderen Themen werden hier von den Autoren missliebige Bibelstellen einfach ignoriert oder für irrelevant erklärt. Dass evangelikale Christen verbissen gegen die Evolutionstheorie kämpfen, entspricht zumindest in Deutschland kaum der Realität (26). Der evangelikale Mainstream versucht, das Thema Evolution eher weiträumig zu umschiffen. Evolutionskritische Bücher oder Vorträge haben in den meisten evangelikalen Gemeinden gegen- wärtig eher Seltenheitswert. Es ist durchaus spannend, was Jesus über die Staatsverschuldung, über Fair-Trade, gerechte Entlohnung, den Nahost- Konflikt usw. zu sagen hätte. In den Ausführungen von Claiborne und Campolo kommt allerdings weni- ger Jesus zu Wort, sondern vielmehr die politisch korrekte Sicht amerikanischer Links-Evangelikaler oder ganz allgemein des liberal-expeditiven Milieus (124f, 191ff, 202f). Wer sowieso im gegenwärtigen gesellschaftlichen Trend mitschwimmt, also links, sozial und ökologisch denkt, der wird seine Freude an der vehementen Kritik an bisher als evangelikal geltenden Werten haben. Endlich kann man mit gutem Gewissen der öffentlichen Meinung zustimmen, ärgerliches Anderssein überwinden: Homosexualität ist jetzt für Christen genauso o.k. wie die Evolutionstheorie (137, 142f, 145f). Bibel und Mission treten zurück. In den wesentlichen Konflikt-Themen zwischen einer säkularisierten Welt und der Bibel hat man sich bequem auf die Seite der Meinungsumfragen geschlagen, zumindest was die europäische Situation betrifft (27, 131f.). Christen, die das anders sehen, werden schnell als dumm oder diskriminierend hingestellt (130). So kommt man dort an, wo die evangelischen Kirchen schon mehrfach standen: beim Kultur-Protestantismus, bei den religiösen Sozialisten, der Befreiungstheologie oder den Millenniumszielen des Ökumenischen Rates der Kirchen. › Anpassung statt echter Neuorientierung Michael Diener, der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, will die Autoren und ihre Sympathisanten in seinem Vorwort gleich einmal vorsorglich gegen christliches „Mobbing“ in Schutz nehmen (13). Hoffentlich gilt das auch für die, welche in diesem Buch angegriffen werden, denen Bibel und Seele wichtiger sind als soziale Revolution und pluralistische Gesellschaft. Dieners Bedenken, Verlag und Herausgeber der „Jesus Revolution“ könnten ein größeres Risiko eingehen, ist nur schwer nachvollziehbar. Diener deutet an, dass sich Evangelikale in Deutschland neu hinterfragen und positionieren müssten. Das Wort „evangelikal“ solle neu finiert werden (7, 15). Das wäre in mancher Hinsicht durchaus begrüßenswert. Angesichts der recht eindeutigen Thesen des Buches fragt sich der Leser allerdings, in welche Richtung sich Diener diese Neupositionierung vorstellt? Soll die geforderte Neuausrichtung in erster Linie darin bestehen, alle Themen, über die man sich bisher in der säkularen Umgebung ärgerte, einfach zu neutralisieren (27, 137ff)? Heißt die Botschaft dann: „Akzeptiert endlich Homosexualität, vielfältige Partnerschaftsmodelle, Abtreibung und Evolution und setzt euch dann verstärkt für Umweltschutz, Ökumene, Schuldenerlass in der Dritten Welt und ganz allgemein für linksorientierte Politik ein?“ Eine solche „Jesus Revolution“ ist weder revolutionär, noch entspricht sie der Lehre von Jesus oder dem Leben der ersten Gemeinden. Diener emp ehlt Claibornes und Campolos Buch als Gedankenanregung für eine evangelikale Selbstreflektion (14f). Dazu kann natürlich alles irgendwie beitragen. Das Buch behauptet aber doch, Antworten von Jesus auf die brennenden Fragen der Zeit zu geben. Schaut man genauer hin, dann versucht es nur, die Antworten unserer Zeit einigermaßen mit Aussagen von Jesus zu harmonisieren. › Wie echte Neuorientierung aussehen muss Schon in der Bibel, aber auch im Verlauf der Kirchengeschichte haben Gläubige wiederholt versucht, Antworten auf die brennenden Fragen ihrer Generation zu nden. Ihre wirkliche Bedeutung lag oft darin, dass sie ihre eigene Zeit anhand der Aussagen Gottes in Frage gestellt und Defizite aufgezeigt haben. Das war immer unpopulär, hat verärgert und dem Menschen seine Grenzen und die Größe Gottes eindringlich vor Augen geführt. Was aber Claiborne und Campolo fordern, ist weitgehender Mainstream einer gut ausgebildeten, westlichen Elite, die sich durch punktuelle Initiativen besser fühlt. Meinem Eindruck nach täte den Evangelikalen eine gewisse Neuorientierung tatsächlich gut. Es sollten durchaus solche alten Traditionen und theologischen Modelle in Frage gestellt werden, die nicht der Bibel, sondern lediglich dem Zeitgeist vergangener Jahrzehnte entsprechen. Dabei hilft es allerdings nichts, wenn man den alten lediglich gegen einen neuen Zeitgeist austauscht, wie es Claiborne und Campolo vorschlagen. Wenn alte theologische Formen, Begriffe und Festlegungen überprüft und abgestaubt worden sind, gilt es, sich neu am Wort Gottes auszurichten und verständliche Antworten auf die Defizite unserer Tage zu formulieren, insbesondere bei den Fragen, bei denen nur Christen Orientierung geben können: Vergebung von Sünden, echte Erfüllung, tragfähiger Lebenssinn, Kraft im Leiden, Erkenntnis Gottes usw. Soziale Probleme und politische Korrekturen können andere Menschen ebenso gut angehen, beim „Kerngeschäft“ der Gemeinde hingegen fehlt allen anderen die nötige Kompetenz. › Mehr „Seelenheil“ Natürlich ist es heute in der westlichen Welt weit populärer, sich für sein soziales Mitgefühl loben zu lassen, als für Aussagen zur biblischen Ethik und Erlösungslehre Steine nachgeworfen zu bekommen. Gemessen an dem Heilsarmee-Slogan „Seife, Suppe, Seelenheil“ wünschte ich mir mehr Seelenheil bei Claiborne und Campolo. Eine Jesus-Revolution kündigt das neue Buch an. Es will einer Neu-Positionierung der Evangelikalen dienen. Tatsächlich aber wärmt es nur altbekannte Positionen auf, die aber neuerdings einen starken Eingang bei vielen Evangelikalen gefunden haben. Statt der notwendigen Ausrichtung an der Bibel wird nur ein Zeitgeist-Modell gegen das andere ausgetauscht. https://bibelbund.de/2015/04/kalter-kaffee-in-neuen-schlaeuchen/ Michael Kotsch Veröffentlicht am 28. April 2015 aus Bibel und Gemeinde 115, Band 1 (2015), Seite 12-16.


Judas Iskariot – Teil 5: Warum hat Judas Jesus verraten?

Warum hat Judas Jesus verraten? Wie kommt er dazu? Hier erfährst du die Gründe, die Judas Iskariot dazu getrieben haben, Jesus zu verraten.

1. Populäre Theorien, warum Judas Jesus verraten habe

Es schwirren heute einige Theorien im Netz und in der Wissenschaft herum, weshalb Judas Jesus verraten haben soll:

1.1 Die wahre Natur von Jesus sollte offenbar werden

Nach dieser populären Theorie wollte Judas seinem Meister Jesus helfen, seine wahre Natur zu offenbaren. Jesus sollte seine Allmacht und Größe auch politisch zur Schau stellen und die Herrschaft der Römer beenden. Jesus war ja der verheißene König! Judas wollte Jesus also einen Gefallen tun.
Diese Theorie, die auf dem Judas-Evangelium basiert,  ist eine gnostische Interpretation des ganzen Geschehens. Mittlerweile wird aber bezweifelt, dass das Judas-Evangelium behaupte, Judas habe Jesus geholfen.
Die historisch-glaubwürdigen Quellen belegen im Gegenteil: Judas Verrat wird im ganzen Neuen Testament als verwerflich beurteilt! Judas wollte Jesus nicht helfen, sondern selbst davon profitieren (siehe Punkt B). Diese Theorie ist reine Spekulation, für die es keine Gründe gibt.

Sehr ähnlich sind auch die beiden folgenden Theorien:

1.2 Das Reich Gottes sollte anbrechen

Judas hoffte, dass Jesus sich nun als Messias offenbaren und das Reich Gottes anbrechen würde:

Rudolf Augstein nahm in seinem Buch Jesus Menschensohn an, dass Judas wie auch die anderen Jünger (Lk 24,13) erwartete, dass Jesus Israel als politischer Messias in den Befreiungskampf gegen die Römer führen würde. Er habe Jesus durch seinen Verrat zwingen wollen, sich als Messias zu offenbaren, weil er geglaubt habe, Jesus habe von JHWH die Macht, die Juden von den Römern zu befreien. (Quelle)

1.3 Judas soll ein Freiheitskämpfer gewesen sein

Judas soll Jesus aus Frust verraten haben, weil dieser sich nicht für die Befreiung Israels einsetze.
In den beiden Theorien b) und c) wird davon ausgegangen, dass Judas ein Zelot war. Diese beliebte These kann nicht direkt belegt werden und ist deshalb zu verwerfen. Das Argument, dass Judas als einziger aus Judäa stammt, genügt für eine solche Argumentation nicht.
Die Jünger haben sich Jesus nicht angeschlossen, weil sie durch ihn die Befreiung Israels erhofften. Erst während Jesu Wirken erkannten sie, dass er der Messias ist (Markus 8,27-30). Doch sofort fing Jesus an sie zu lehren, dass der Messias kein irdisches Königreich aufbauen werde, sondern leiden und sterben muss (Markus 8,31).

2. Warum hat Judas Jesus laut der Bibel verraten?
Da die Bibel die einzige zuverlässige Quelle für das Leben von Judas Iskariot ist, sollte wir sie zu den Motiven von Judas befragen:

2.1 Liebe zum Geld / Geldgier

Wir lesen:

Da sprach einer seiner Jünger, Judas Iskariot, der ihn hernach verriet:  5 Warum ist dieses Öl nicht für dreihundert Silbergroschen verkauft worden und den Armen gegeben?  6 Das sagte er aber nicht, weil er nach den Armen fragte, sondern er war ein Dieb, denn er hatte den Geldbeutel und nahm an sich, was gegeben war.

Johannes 12,4-6

Diese Begebenheit macht deutlich, dass Judas das Geld mehr liebte als Jesus. Deshalb konnte er sich auch für die 30 Silbermünzen und gegen Jesus entscheiden.
Wir in der Formulierung „er war ein Dieb“ einen Grundwesenszug von Judas. Er war dieser Sünde immer und immer wieder erlegen („er nahm an sich, was gegeben war“).
Für die Geldgier / Habsucht als Hauptmotiv für den Verrat spricht, dass drei der Evangelien den Verrat unmittelbar nach dieser Geschichte mit der „Geldverschwendung“ berichten! Sie ist der Auslöser:

  • Matthäus 26,14-16
  • Markus 14,10-11
  • Lukas 22,3-6

Außerdem berichtet Matthäus, dass der Kaufpreis für Judas entscheidend war („Was wollt ihr mir geben?“ in Matthäus 26,15).

2.2 Unglaube

Hinter dem offensichtlichen Motiv der Geldgier steckt der Unglaube. Judas erkannte nicht, dass Jesus mehr wert ist, als alles Geld dieser Welt. Der Unglaube von Judas wird in Johannes 6,64-71 angesprochen:

Aber es gibt einige unter euch, die glauben nicht. Denn Jesus wusste von Anfang an, wer die waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde.

Johannes 6,64

Das ist sicher erschreckend zu erkennen, dass es in dem engen Kreis von Jesus Jüngern auch Ungläubige gegeben hat. Doch das sollte uns nicht verwundern. Dabeisein oder Mitgliedsein ist keine Garantie für irgendetwas.

2.3 Besessenheit

Aus dem Unglauben und dem willentlichen Festhalten an der Sünde (Geldgier) heraus, folgt die Besessenheit. An Jesus scheiden sich die Geister. Judas hat sich, trotz seiner äußeren Nachfolge, innerlich gegen Jesus entschieden und lebte in der Sünde. Deshalb konnte der Teufel in Judas fahren!

Es fuhr aber der Satan in Judas, genannt Iskariot, der zur Zahl der Zwölf gehörte. Und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den Hauptleuten darüber, wie er ihn an sie verraten könnte.

Lukas 22,3-4

Auch die (aus der Geldgier und dem Unglauben folgende) Besessenheit des Judas, kann als ein Grund für den Verrat des Judas genannt werden. Deshalb wird Judas häufig, wie im Bild oben, mit einem Teufel dargestellt.

3. Fazit: Warum hat Judas Jesus verraten?

Wir sehen, dass die biblischen Berichte uns genügend Antworten zum Motiv von Judas Verrat geben. Judas war ein geldgieriger Jünger von Jesus, der sich nicht von seiner Sünde abwandte. Er wollte Jesus nicht mehr lieben, als das Geld. Letztlich ist er ungläubig geblieben und wurde zu einem Werkzeug des Teufels. Getrieben von der Macht des Bösen war er bereit seinen eigenen Meister zu verraten.

Alle anderen Motive müssen als Spekulation abgelehnt werden.

Von Viktor Janke Veröffentlicht 17. April 2019
https://viktorjanke.de/warum-hat-judas-jesus-verraten/

Um wirklich Christus-orientiert zu sein, besteht christliche Überzeugungskraft aus viel mehr als nur Argumenten

Um wirklich Christus-orientiert zu sein, besteht christliche Überzeugungskraft aus viel mehr als nur Argumenten, Beweisen oder einem Kampf um Weltanschauungen. Es ist eine Kunst, sich für die Wahrheit einzusetzen. Diese Kunst sollte den Wahrheiten des christlichen Glaubens selbst treu bleiben und daher sowohl durch das christliche Verständnis der Wahrheit selbst als auch durch besondere Wahrheiten des Glaubens geprägt werden. Dies zu sagen bedeutet nicht, wie einige Leute heute behaupten, dass wir einfach das Evangelium predigen und nie versuchen sollten zu überzeugen.
Proklamation und Überzeugungsarbeit dürfen nie voneinander getrennt werden. Das bedeutet, dass das Einstehen für die Wahrheit (advocacy) immer unabhängig bleiben muss. Sie muss stets in sich schlüssig sein und durch die großen Wahrheiten der Schrift, insbesondere durch die fünf zentrale Wahrheiten der des Glaubens, nämlich der Schöpfung, des Sündenfalls, der Menschwerdung, des Kreuzes und des Heiligen Geistes entscheidend geprägt werden.
Getreu dem biblischen Verständnis der Schöpfung muss die christliche Überzeugungskraft immer die menschliche Fähigkeit zur Vernunft und den Vorrang des menschlichen Herzens berücksichtigen.
Getreu dem Verständnis des Sündenfalls muss die christliche Überzeugungskraft immer die Anatomie eines ungläubigen Geistes in seiner Verleugnung Gottes berücksichtigen.
Getreu der Menschwerdung Jesu muss die christliche Überzeugungskraft immer in erster Linie von Mensch zu Mensch und von Angesicht zu Angesicht sein und nicht Argument gegen Argument, Formel gegen Formel, Medien gegen Medien oder Methodik gegen Methodik.
Getreu dem Kreuz Jesu muss die christliche Überzeugungskraft in ihrer Art und Weise dem Kreuz entsprechen, ebenso wie sie in ihrer Botschaft auf das Kreuz ausgerichtet ist. …
Und getreu dem Heiligen Geist muss die christliche Überzeugungskraft immer wissen und zeigen, dass die entscheidende Kraft nicht unsere ist, sondern von Gott stammt. Denn Gott ist sein eigener Hauptverteidiger, sein bester Fürsprecher und derjenige, der die Welt herausfordert, “ihren Fall darzulegen”. Und wie Jesus es uns sagt, ist sein Geist, der Geist der Wahrheit, derjenige, der das wesentliche Werk der Überzeugung und Verurteilung vollbringt.Os Guinness. Fool’s Talk. S. 27-28.
Gefunden bei Hanniel Strebel https://hanniel.ch/

Judas Iskariot – Teil 4: Worin bestand der Verrat von Jesus?

Judas Iskariot ist bekannt als derjenige, der Jesus verraten hat. Doch was heißt das? Worin bestand der Verrat von Jesus?

Verrat von Jesus

A. Was bedeutet das Wort „verraten“?

Das Wort „verraten“ löst im Deutschen manche Assoziationen aus, die nicht primär gemeint sind mit dem Wort, das im Neuen Testament für den Verrat von Judas gemeint sind.

Im Griechischen steht immer eine Form von „paradidomi“ da. Die Bedeutung des Wortes ist umfangreich. Die Grundbedeutung ist „jmd. oder etwas übergeben“. Im Kontext des Verrats von Jesus gilt die Bedeutung aus der Polizei- u. Gerichtssprache: jmd. aus-, überliefern, vorführen => Judas lieferte Jesus in die Gewalt des Hohen Rates aus.

Doch warum konnten sie das nicht ohne Judas Iskariot machen?

B. Wozu brauchte man Judas für den Verrat von Jesus?

Hier drei genauere Beschreibungen, worin der Verrat von Judas bestand:

1. Man benötigte Judas, um Jesus in Ruhe zu verhaften

Nachdem Jesus den Tisch verlässt, zieht er sich in den Garten Gethsemane zurück. Judas kennt Jesu Gewohnheiten und diesen Ort und führt die bewaffneten Soldaten ohne Umwege dorthin. Er sollte zeigen, wo man Jesus abseits der Menschenmenge verhaften konnte, denn der Hohe Rat der Juden hatte Angst vor einem Aufstand und Unruhen innerhalb des Volkes.

Das ist ersichtlich in Mk 14,1-2 (die Angst) und Mk 14,11 (der Grund wozu man Judas brauchte). Vgl. Lukas 22,1-6:

Es war aber nahe das Fest der Ungesäuerten Brote, das Passa heißt.  2 Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten trachteten danach, wie sie ihn töten könnten; denn sie fürchteten sich vor dem Volk.  3 Es fuhr aber der Satan in Judas, genannt Iskariot, der zur Zahl der Zwölf gehörte.  4 Und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den Hauptleuten darüber, wie er ihn an sie verraten könnte.  5 Und sie wurden froh und versprachen, ihm Geld zu geben.  6 Und er sagte es zu und suchte eine Gelegenheit, daß er ihn an sie verriete ohne Aufsehen.

Verrat von Jesus
Verrat von Jesus

2. Man benötigte Judas, damit der Richtige verhaftet wird

Bei der Verhaftung von Jesus im Garten von Gethsemane küsste er Jesus zur Begrüßung, um den Bewaffneten zu signalisieren, wen der Anwesenden sie festnehmen sollten.

„By outward appearances, Jesus seemed to be another run-of-the-mill Jewish 30something. You wouldn’t have been able to pick him out of a crowd of Galileans. Remember what happens at his arrest? Judas must give Jesus a kiss to betray him. Why not just tell the Romans, “He’s the guy with blonde hair and blue eyes”? Or, “He’s the one who glows. He’s got a halo and a sash. He’s wearing a white robe and speaks with a British accent.” Why the kiss? Because there was nothing unusual about Jesus to the physical eye. He was, more than likely, dark-haired, olive skinned, and bearded, just like his peers.“(http://thegospelcoalition.org/blogs/kevindeyoung/2011/03/24/we-confess/)

Jesus sah genauso aus, wie andere Menschen seiner Zeit. Er hatte keinen Heiligenschein oder weiße Kleider an, woran man ihn hätte leicht erkennen können. Es gab keinen Personalausweis, Fingerabdrücke oder DNA-Test. Jesus war zwar sehr bekannt, aber sicher wussten die Soldaten nicht, wie Jesus aussah. Um nicht einen falschen gefangen zu nehmen, brauchte man Judas.

Den biblischen Beleg dafür finden wir z.B. in Matthäus 26,48:

Mt 26,48 Und der Verräter hatte ihnen ein Zeichen genannt und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist’s; den ergreift.

3. Judas diente vermutlich als Ankläger beim Verrat von Jesus

Laut Fruchtenbaum in „Das Leben des Messias“ konnte eine römische Kohorte nach römischem Gesetz nicht zu einer Verhaftung ausgesandt werden, ohne dass jemand vorher vor der römischen Autorität aufgetreten wäre und eine Anklage vorgebracht hat, die nach römischem Gesetz strafbar war. Laut Johannes 18,3 bekam Judas diese Kohorte.

Joh 18,3 Als nun Judas die Schar der Soldaten mit sich genommen hatte und Knechte von den Hohenpriestern und Pharisäern, kommt er dahin mit Fackeln, Lampen und mit Waffen.

Das heißt Judas musste zuvor vor den römischen Governeur treten, der zu dieser Zeit Pontius Pilatus war, um Jesus für eine Tat anzuklagen, die nach römischem Recht strafbar war. Judas könnte also auch der Ankläger gewesen sein. Fruchtenbaum meint sogar, der Hohe Rat hat damit gerechnet, dass Judas als Zeuge aussagt.
Von Viktor Janke Veröffentlicht 11. April 2019 Aktualisiert 9. April 2019
https://viktorjanke.de/worin-bestand-judas-iskariots-verrat-von-jesus/

In dieser Artikelserie sind bisher erschienen:

  1. Was bedeutet der Name von Judas Iskariot?
  2. Woher wissen wir von Judas Iskariot?
  3. Was wissen wir über Judas Iskariot?

Wo die Hunde bellen, ist das Dorf nicht weit.

Luthers Tischreden sind legendär.
„Man muss nicht die Buchstaben in der lateinischen Sprache fragen, wie man soll Deutsch reden. Sondern man muss die Mutter im Hause, die Kinder auf der Gasse, den gemeinen Mann auf dem Markt drum fragen und denselbigen aufs Maul sehen, wie sie reden, und danach dolmetschen, so verstehen sie es denn und merken, dass man Deutsch mit ihnen redet.“ (M. Luther, Sendbrief vom Dolmetschen)
Martin Luther hat kein Thema ausgelassen, über das er nicht bei Tische geplaudert hat. Eifrige Studenten, Kollegen, Gäste und Freunde schrieben auf, was der Hausherr während der Mahlzeiten von sich gab. Der Zwickauer Pfarrer Konrad Cordatus notierte ab 1531 die Sprüche systematisch und veröffentlichte sie später. Heute gibt es ca. 7.000 lateinische und deutsche Redenotizen von Luther, manche davon werden ihm wohl nur zugeschrieben.
Damals wurde unter den Gelehrten im Normalfall Latein gesprochen. Luther geht mit der deutschen Sprache so überzeugend um, hat Freude an den Formulierungen, dem Witz und den pointierten Sprüchen, dass sich das Luther-Deutsch durchsetzt. Auch in theologischen Auseinandersetzungen hat er das allgemeine Deutsch ganz bewusst benutzt und es so zu einem starken Kommunikationsmittel für alle Schichten des Volkes gemacht. Luthers Sprache ist treffend, dem 16. Jahrhundert entsprechend derb und für uns klar und unverblümt. Einige Kostproben:

  • Wo die Hunde bellen, ist das Dorf nicht weit.
  • Was wäre Dreck, wenn er nicht stinkt.
  • Ein williges Pferd soll man nicht zu viel reiten.
  • Kein Irrtum ist so groß, der nicht seine Zuhörer hat.
  • Weißes erkennt man besser, wenn man Schwarzes dagegen hält.
  • Man braucht sieben Lügen, um eine zu bestätigen.
  • Wer nirgends isst, der wird nimmer satt.
  • Der Mensch ist zur Arbeit geboren, wie der Vogel zum Fliegen.
  • Tritt fest auf, mach’s Maul auf, hör bald auf.
  • Alles dauert immer nur vier Wochen, danach wird etwas Neues gesucht. Dieses Verlangen nach immer Neuem ist für das Volk die Mutter aller Irrtümer.
  • Wer im zwanzigsten Jahr nicht schön, im dreißigsten Jahr nicht stark, im vierzigsten Jahr nicht klug, im fünfzigsten Jahr nicht reich ist, der darf danach nicht hoffen.
  • Den Frieden kauft man nie teuer, denn er bringt dem, der ihn kauft, großen Nutzen.
  • Der Wein ist stark, der König stärker, die Weiber noch stärker, aber die Wahrheit am allerstärksten.
  • Die Welt ist wie ein betrunkener Bauer: Hebt man ihn auf einer Seite in den Sattel, so fällt er auf der anderen wieder herab.
  • Es ist gut pflügen, wenn der Acker gereinigt ist; aber den Wald und die Stöcke ausroden und den Acker zurichten, da will niemand an.
  • Die größte Ehre, die man einem Menschen antun kann, ist die, dass man Vertrauen zu ihm habe.
  • Die menschliche Vernunft lehrt nur die Hände und die Füße, Gott aber das Herz.
  • Wirf dein Anliegen auf den Herrn. Der hat einen breiten Hals und kann es wohl tragen.
  • Wo zwanzig Teufel sind, da sind auch hundert Engel; wenn das nicht so wäre, dann wären wir schon längst zugrunde gegangen.
  • In der Kirche soll man nichts mit größerer Sorgfalt betreiben als das heilige Evangelium, da ja die Kirche nichts Köstlicheres und Heilsameres hat.
  • Wer Gott in Christus nicht findet, der findet ihn nimmermehr; er suche, wo er wolle.

Ausgabe Dezember 2017 / Januar / Februar 2018 – Konrad Flämig, Puschendorf
https://www.lkg.de/luthers-tischreden-sind-legenda%CC%88r

Judas Iskariot – Teil 3: Was wissen wir über Judas Iskariot?

Was wissen wir über Judas Iskariot? Was verraten uns die glaubwürdigen Quellen über ihn? Wichtig ist was drin steht – und was nicht.

A. Was wissen wir über Judas Iskariot?

1. Die Herkunft von Judas Iskariot

Wie im ersten Artikel dieser Serie erklärt (Was bedeutet der Name Judas Iskariot?), kam der Israelit Judas (hebräisch Juda) entsprechend seinem Beinamen (isch kariot = „Mann aus Keriot“) aus Judäa.

Es ist abgesehen von dem Namen seines Vaters, laut Johannes 13,26 hieß er Simon, nichts weiter über sein vorheriges Leben bekannt. Ob er aufgrund seiner Geldliebe (Johannes 12,6) vorher beruflich irgendetwas mit Geld zu tun hatte, ist Spekulation.

2. Judas Iskariot wurde einer der 12 engen Jünger von Jesus

Jeus wählt Judas Iskariot nach einer Gebetsnacht zu einem der zwölf engen Jünger aus. Diese Zwölf waren bereit ihr altes Leben hinter sich zu lassen, um Jesus nachzufolgen:

Mk 3,13-19  Und er ging auf einen Berg und rief zu sich, welche er wollte, und die gingen hin zu ihm.  14 Und er setzte zwölf ein, die er auch Apostel nannte, daß sie bei ihm sein sollten und daß er sie aussendete zu predigen  15 und daß sie Vollmacht hätten, die bösen Geister auszutreiben.  16 Und er setzte die Zwölf ein und gab Simon den Namen Petrus;  17 weiter: Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, und gab ihnen den Namen Boanerges, das heißt: Donnersöhne;  18 weiter: Andreas und Philippus und Bartholomäus und Matthäus und Thomas und Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Thaddäus und Simon Kananäus  19 und Judas Iskariot, der ihn dann verriet.

Mk 10,28  Da fing Petrus an und sagte zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.

Was wissen wir über Judas Iskariot?

3. Judas Iskariot erlebte Jesus ganzen Dienst mit

Judas Iskariot war ca. drei Jahre mit Jesus zusammen. Er hörte seine Predigten, sah die zahlreichen Heilungen und erlebte selbst die Wunder mit (z.B. Sturmstillung). Judas war immer dabei. Er predigte sogar selbst und tat viele Wunder.

Joh 2,11   Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus zu Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit; und seine Jünger glaubten an ihn.

Mt 21,20  Und als die Jünger es sahen, verwunderten sie sich und sprachen: Wie ist der Feigenbaum sogleich verdorrt?

Mk 6,12-13 Und sie zogen aus und predigten, dass sie Buße tun sollten;  13 und sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Schwache mit Öl und heilten sie.

4. Judas Iskariot glaubte Jesus nicht richtig

Judas Iskariot glaubte, wie ein paar andere Jünger, nicht in der rechten Art und Weise an Jesus. Das ist erstaunlich, aber das Zeugnis der Heiligen Schrift. Jesus wusste auch die ganze Zeit, dass Judas Iskariot ihn verraten würde.

Joh 6,64-71 aber es sind einige unter euch, die nicht glauben. Denn Jesus wußte von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer es war, der ihn überliefern würde.  65 Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt, daß niemand zu mir kommen kann, es sei ihm denn von dem Vater gegeben.  66 Von da an gingen viele seiner Jünger zurück und gingen nicht mehr mit ihm.  (…) 70 Jesus antwortete ihnen: Habe ich nicht euch, die Zwölf, erwählt ? Und von euch ist einer ein Teufel.  71 Er sprach aber von Judas, dem Sohn des Simon Iskariot; denn dieser sollte ihn überliefern, einer von den Zwölfen.

Joh 13,10-11 Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, bedarf nichts, als daß ihm die Füße gewaschen werden; denn er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. 11 Denn er kannte seinen Verräter; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein.

Was wissen wir über Judas Iskariot?

5. Jesus liebte Judas bis zum Ende

Jesus liebte Judas Iskariot und bemühte sich bis zum Ende um ihn. Er wusch auch ihm die Füße und teilte auch mit ihm das letzte Abendmahl.

Joh 13:1-5  Vor dem Passafest aber erkannte Jesus, daß seine Stunde gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater; und wie er die Seinen geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende.  2 Und beim Abendessen, als schon der Teufel dem Judas, Simons Sohn, dem Iskariot, ins Herz gegeben hatte, ihn zu verraten,  3Jesus aber wußte, daß ihm der Vater alles in seine Hände gegeben hatte und daß er von Gott gekommen war und zu Gott ging,  4 da stand er vom Mahl auf, legte sein Obergewand ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich.  5 Danach goß er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war.

Mt 26:19-25 Und die Jünger taten, wie Jesus ihnen befohlen hatte, und bereiteten das Passa.  20 Als es aber Abend geworden war, legte er sich mit den Zwölfen zu Tisch.  21 Und während sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich überliefern.  22 Und sie wurden sehr betrübt, und jeder von ihnen fing an, zu ihm zu sagen: Ich bin es doch nicht, Herr?  23 Er aber antwortete und sprach: Der mit mir die Hand in die Schüssel eintaucht, der wird mich überliefern.  24 Der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie über ihn geschrieben steht. Wehe aber jenem Menschen, durch den der Sohn des Menschen überliefert wird! Es wäre jenem Menschen gut, wenn er nicht geboren wäre.  25 Judas aber, der ihn überlieferte, antwortete und sprach: Ich bin es doch nicht, Rabbi ? Er spricht zu ihm: Du hast es gesagt.

Judas Verzweiflung

5. Judas Iskariot wurde zum Agenten des Teufels

Judas hatte die Funktion des Kassenwarts innerhalb des Jüngerkreises inne. Er war aber habgierig und unterschlug deshalb etwas von dem Geld. Deshalb wurde er schließlich vom Bösen überwunden und beschloss Jesus gegen Geld zu verraten. Es gibt keine anderen Motive, die für die Tat von Judas genannt werden!

Joh 12,1-8  Sechs Tage vor dem Passafest kam Jesus nach Betanien, wo Lazarus war, den Jesus auferweckt hatte von den Toten.  2 Dort machten sie ihm ein Mahl, und Marta diente ihm; Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tisch saßen.  3 Da nahm Maria ein Pfund Salböl von unverfälschter, kostbarer Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber wurde erfüllt vom Duft des Öls.  4 Da sprach einer seiner Jünger, Judas Iskariot, der ihn hernach verriet:  5 Warum ist dieses Öl nicht für dreihundert Silbergroschen verkauft worden und den Armen gegeben?  6 Das sagte er aber nicht, weil er nach den Armen fragte, sondern er war ein Dieb, denn er hatte den Geldbeutel und nahm an sich, was gegeben war.  7 Da sprach Jesus: Laß sie in Frieden! Es soll gelten für den Tag meines Begräbnisses.  8 Denn Arme habt ihr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit.

Joh 13,21-30  21 Als Jesus das gesagt hatte, wurde er betrübt im Geist und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten.  22 Da sahen sich die Jünger untereinander an, und ihnen wurde bange, von wem er wohl redete.  23 Es war aber einer unter seinen Jüngern, den Jesus lieb hatte, der lag bei Tisch an der Brust Jesu.  24 Dem winkte Simon Petrus, daß er fragen sollte, wer es wäre, von dem er redete.  25 Da lehnte der sich an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist’s?  26 Jesus antwortete: Der ist’s, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er nahm den Bissen, tauchte ihn ein und gab ihn Judas, dem Sohn des Simon Iskariot.  27 Und als der den Bissen nahm, fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald!  28Aber niemand am Tisch wußte, wozu er ihm das sagte.  29Einige meinten, weil Judas den Beutel hatte, spräche Jesus zu ihm: Kaufe, was wir zum Fest nötig haben!, oder daß er den Armen etwas geben sollte.  30 Als er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Und es war Nacht.

Lk 22,1-6 Es war aber nahe das Fest der Ungesäuerten Brote, das Passa heißt.  2 Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten trachteten danach, wie sie ihn töten könnten; denn sie fürchteten sich vor dem Volk.  3 Es fuhr aber der Satan in Judas, genannt Iskariot, der zur Zahl der Zwölf gehörte.  4 Und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den Hauptleuten darüber, wie er ihn an sie verraten könnte.  5 Und sie wurden froh und versprachen, ihm Geld zu geben.  6 Und er sagte es zu und suchte eine Gelegenheit, daß er ihn an sie verriete ohne Aufsehen.

6. Judas verriet Jesus durch einen Kuss

Mt 26,47-50 Während er noch redete, kam Judas, einer der Zwölf, mit einer großen Schar von Männern, die mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet waren; sie waren von den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes geschickt worden.48Und der Verräter hatte ihnen ein Zeichen genannt und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist’s; den ergreift. 49 Und alsbald trat er zu Jesus und sprach: Sei gegrüßt, Rabbi! und küßte ihn. 50 Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, dazu bist du gekommen? Da traten sie heran und legten Hand an Jesus und ergriffen ihn. (vgl. Lk 22,47-48)

7. Judas Iskariot fand keinen Frieden

Judas bereute seinen Verrat, konnte aber keinen Frieden finden und beging Suizid (Selbstmord). Durch sein Geld wurde ein Acker gekauft.

Mt 27,3-5 Als Judas, der ihn verraten hatte, sah, daß er zum Tode verurteilt war, reute es ihn, und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und Ältesten zurück  4 und sprach: Ich habe Unrecht getan, daß ich unschuldiges Blut verraten habe. Sie aber sprachen: Was geht uns das an? Da sieh du zu!  5 Und er warf die Silberlinge in den Tempel, ging fort und erhängte sich.

Apg 1,16-19 Ihr Männer und Brüder, es mußte das Wort der Schrift erfüllt werden, das der heilige Geist durch den Mund Davids vorausgesagt hat über Judas, der denen den Weg zeigte, die Jesus gefangennahmen;  17 denn er gehörte zu uns und hatte dieses Amt mit uns empfangen.  18 Der hat einen Acker erworben mit dem Lohn für seine Ungerechtigkeit. Aber er ist vornüber gestürzt und mitten entzwei geborsten, so daß alle seine Eingeweide hervorquollen.  19 Und es ist allen bekannt geworden, die in Jerusalem wohnen, so daß dieser Acker in ihrer Sprache genannt wird: Hakeldamach, das heißt Blutacker.

B. Was lernen wir daraus?

Hast du diese Dinge über Judas gewusst? Gab es mehr oder weniger Infos über Judas als du dachtest? Weißt du etwas, was ich hier nicht aufgelistet habe? Habe ich etwas übersehen? Gibt es noch weitere Informationen über Judas Iskariot? Dann schreib bitte einen Kommentar!
Von Viktor Janke Veröffentlicht 9. April 2019 · Aktualisiert 9. April 2019 https://viktorjanke.de/was-wissen-wir-uber-judas-iskariot/

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Was ist der Unterschied zwischen Gebet und Meditation?

Antwort: das Gebet ist eine Beziehung – es ist der verbale Teil einer Beziehung – und er gehört mit anderen teilen von Beziehung wie Arbeit und Gehorsam. Das Gebet integriert und koordiniert mit anderen Aspekten des Lebens. Meditation ist mehr eine Sache in sich. Es ist mehr direkt und speziell therapeutisch. Aus diesem Grund war transzendentale Meditation, oder TM, so beliebt. Es ist speziell therapeutisch. Es reduziert deinen Stress und hilft dir, dich zu konzentrieren. Es ist fast wie ein bestimmtes Medikament, das nur bestimmte Aspekte oder Symptome der Fallenness der Person behandelt. Das Gebet ist allgemein mit verschiedenen anderen teilen unserer gefallenen Natur integriert, wo wir gebrochen und verwirrt sind, und brauchen Erlösung und Heilung. Die Wirkung des Gebets ist nicht so spezifisch und klar wie die Wirkung der Meditation. Das Gebet ist besser, denn es ist in das ganze Leben integriert. Das Gebet pflegt Beziehungen. Meditation eliminiert Beziehungen. Das Gebet ist realer als Meditation, denn Beziehungen sind fundamental die Realität, in der wir leben. Ellis H.Potter