Der freiheitliche säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.

So stellt sich die Frage nach den bindenden Kräften von neuem und in ihrem eigentlichen Kern: Der freiheitliche säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. Das ist das grosse Wagnis, das er, um der Freiheit willen, eingegangen ist. Als freiheitlicher Staat kann er einerseits nur bestehen, wenn sich die Freiheit, die er seinen Bürgern gewährt, von innen her, aus der moralischen Substanz des einzelnen und der Homogenität der Gesellschaft, reguliert. Anderseits kann er diese inneren Regulierungskräfte nicht von sich aus, das heisst mit den Mitteln des Rechtszwanges und autoritativen Gebots, zu garantieren suchen, ohne seine Freiheitlichkeit aufzugeben und – auf säkularisierter Ebene – in jenen Totalitätsanspruch zurückzufallen, aus dem er in den konfessionellen Bürgerkriegen herausgeführt hat. Ernst-Wolfgang Böckenförde (1930–2019), von 1983 bis 1996 Richter des deutschen Bundesverfassungsgerichts.


file:///C:/Users/peter/AppData/Local/Temp/communicatio-magazin21-1-ueberrascht-vom-erwartbaren%20(nur%20Felber,%20Kein%20K%C3%B6nig%20au%C3%9Fer%20dem%20Kaiser).pdf

Wie man die Bibel lesen soll – lutherische Anmerkungen

tief anbetend gehe ihren Fußstapfen nach.

(Luthers letzte Aufzeichnungen, WA 48, 241)

Die Bibel, die Heilige Schrift ist für das Christentum das wichtigste Buch, wie schon die Begriffe Bibel (das Buch schlechthin) und Heilige Schrift selber erahnen lassen. Es ist Offenbarung und Zeugnis von Gott und seinem Handeln für uns (Lk 24,27; Gal 3,8; 2. Tim 3,16) – in Schöpfung und Erlösung gleichermaßen. Der Charakter der Bibel als die Quelle für die Bezeugung und Mitteilung dessen, was wir vom dreieinigen Gott wissen können, wird schon in den altkirchlichen Bekenntnissen benannt: “auferstanden nach der Schrift” (Bekenntnis von Nizäa-Konstantinopel). Dennoch ist in den altkirchlichen Bekenntnissen nirgendwo ein Satz zu finden, der lautete, “wir glauben an die Schrift”. Denn wir glauben nicht an die Schrift, sondern an den dreieinigen Gott. Wer aber der dreieinige Gott ist, das teilt uns die Schrift mit: Alles (was den Glauben betrifft) soll nach der Heiligen Schrift beurteilt werden (Traktat von der Gewalt und Macht des Papstes). Und insofern können wir doch sagen, dass wir an die Schrift glauben (Großer Katechismus, 5. Vom Sakrament des Altars) als dem Evangelium, welches Christus selber ist, weil es uns eben nicht nur Geschichten erzählt, sondern Christus bezeugt.

Wie aber sollen wir in der Heiligen Schrift lesen? Dass das nicht immer einfach ist, weiß schon die Bibel selbst (Apg 8,30). Im Laufe der Kirchengeschichte hat es dazu unzählige Bücher, Ratschläge und Anweisungen gegeben. Wir wollen ein paar einseitig ausgewählte Notizen dazu geben. Wie in Apg 8,30 dargestellt, ist für das Verständnis der Heiligen Schrift ein Gesprächspartner, Ausleger, Ratgeber oft sehr hilfreich. Das sind zunächst die Glaubensgeschwister, ferner die Predigt. Beide können jedoch höchst subjektiv sein. In der lutherischen Kirche sind deshalb vor allem anderen die Bekenntnisschriften Zeugnis und Erklärung des Glaubens, wie er von der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments vermittelt wird.

Wenn es nicht um das Verstehen als solches, sondern die Haltung geht, mit der die Heilige Schrift gelesen werden soll, so finden wir gute Hinweise z. B. bei Martin Luther:

Vater Unser, so handle ich mit den Zehn Geboten auch also und hole ein stück nach dem andern, damit ich ja gantz ledig werde (So viel es möglich ist) zum gebet, Und mache aus einem jglichen Gebot ein gevierteltes oder ein vierfaches gedrehetes kräntzlein. Also Jch nehme ein jedes Gebot an zum ersten als eine lehre, wie es denn mit sich selber ist, Und dencke, was unser Herr Gott darinn so ernstlich von mir fordert, Zum andern mache ich eine dancksagung draus, Zum dritten eine beicht, Zum vierden ein gebet […].

Luther, Wie man Beten soll (WA 38, 364f.; sprachlich angepasst)

Weil man Briefe von Königen und Fürsten zwei- oder dreimal, ja oftmals lesen soll, und man sie fleissig anhören [Ps. 1, 2] muss, viel mehr soll man Gottes Wort Tag und Nacht handeln, wie der Erste Psalm saget. Denn es ist eine solche göttliche Weisheit drinnen, die nichtauszugründen ist, noch gar verstanden werden kann, es ist eine unendlicheund unergründliche Weisheit, daran wir alle genung zu studieren haben.

Luther, Reihenpredigt über Johannes 3 (WA 47, 1a; sprachlich angepasst)

Und ist nie keine kunst noch buch auf erden gekommen, das jedermann so bald ausgelernet hat wie die heilige schrift. Und es sind doch ja nicht leseworte, wie sie meinen, Sondern eitel lebeworte darinn, die nicht zum spekulieren und hoch zu dichten, sondern zum leben und tun dargesetzt sind.

(Luther, WA 31 I, 67; sprachlich angepasst)

Die Bibel ist also nicht wie jedes andere Buch zu lesen. Ihrem Charakter entsprechend ist sie mit einer besonderen Haltung zu lesen, als Lebewort, als Wort Gottes. Das bedeutet nicht, dass man die innerhalb der Bibel vorkommenden verschiedenen Genre (Gedicht, historischer Bericht, prophetische Vision) nicht ihrem Charakter  – ihrem sensus naturalis – gemäß lesen darf. Oder, dass man die am Anfang der Christenheit umstrittenen Bücher – die Antilegomena – nicht anders gewichten darf, als die Homologoumena, die von allen stets als Teil des Kanon annerkannt wurden. Und zugleich muss ihr Anspruch, Aufzeichnung der Selbstoffenbarung Gottes und damit selbst heiliges und höchstes Offenbarungsmittel zu sein – der sensus supernaturalis – der alles bestimmende bleiben.
https://lutherischeslaermen.de/2016/12/06/wie-man-die-bibel-lesen-soll-lutherische-anmerkungen/

Wie lesen Christen die Bibel

1. Christen lesen und nehmen die Bibel pauschal geurteilt NICHT wörtlich!
2. Der Begriff, der besser und angemessener ist, lautet „Literalsinn“. Christen lesen und verstehen die Bibel im Literalsinn (sensus literalis – einfacher Schriftsinn).
3. Die unterschiedlichen literarischen Textarten in der Bibel weisen den Weg, wie etwas zu verstehen und auszulegen und dann auch anzuwenden ist. Manches ist in der Bibel im Literalsinn ausdrücklich „wörtlich“ zu nehmen, anderes „vom Prinzip des Ausgesagten her“, (Bilder, Gleichnisse, apokalyptische Visionen usw.), wieder anderes als „Gedankenimpuls“ (z.B. Lieder, Poesie, Weisheit usw.), wieder anderes als „geistliche Information“, von der aus schriftgemässe Ableitungen gezogen werden (z. B. Geschichten, heilsgeschichtliche Epochen und Ereignisse, das Wirken Jesu in den Evangelien usw.).
4. Die hermeneutische Herausforderung ist für alle Bibelleser, den Umgang und Gebrauch mit den unterschiedlichen literarischen Textarten zu üben und entsprechend auslegen und anwenden zu lernen.
5. Aber „Nein“, Christen nehmen die Bibel beim Auslegen und Anwenden nicht pauschal „wörtlich“. Das wäre fatal und würde zu großen Missdeutungen in der Gemeinde führen.
Jedoch ist die ganze Schrift Offenbarung Gottes, mit Autorität und Gültigkeit. Doch das ist etwas anderes im Vergleich mit der Debatte um „Wörtlichkeit“.
Eventuell verwechselt man „Wörtlichkeit“ auch mit der Frage, ob Ereignisse stattgefunden haben, die geschrieben stehen usw. Doch hängt das tw. auch von der literarischen Form ab. Den barmherzigen Samariter oder die Familie des verlorenen Sohnes beispielsweise hat es historisch nie gegeben, die Ereignisse haben nie stattgefunden. Die literarische Form ist ein Gleichnis. Und das Geschilderte im Gleichnis ist nicht wirklich-wörtlich geschehen. Vom Gleichnis als Ganzem ist vielmehr eine „Lehre“ abzuleiten usw.
Ob etwas wie geschehen ist, hängt teilweise auch davon ab, wie Gottes inspirierender Geist die menschlichen Verfasser geführt hat, ihre jeweilige Verschriftlichung zu „komponieren“ oder in literarischer Form darzustellen, Mal als „Bericht“, Mal als „Predigt“, Mal als „Gleichnis oder Lied“, Mal als „Erinnerung in Form von Ermahnung oder Ermutigung“ usw. Usw.
Die Bibelauslegung ist eine wunderbare Aufgabe. Machen wir uns gegenseitig Mut, sie schriftgemäss und richtig gemäß dem Literalsinn zu deuten und anzuwenden.
In der theologischen Hermeneutik und der Schriftlehre wird unterschieden zwischen „wörtlich“ und „Literalsinn“.
Beispiel – Jes. 55,12:
(a) … „wörtlich“ (ohne Beachtung der Textgattung) könnte man den Wortlaut so missverstehen, dass Bäume im eschatologischen Zustand tatsächlich so etwas, wie Hände zum Klatschen/ zum Applaudieren haben könnten oder dass der verlorene Sohn eine wörtlich-historische Person gewesen wäre (… und 1001 ähnliche Bibelstellen aus Poesie, Weisheit, Liedern, Gebeten usw.). Diese „Wörtlichkeit“ an der Bedeutung der Textgattungen vorbei führt bei der Bibelauslegung in die Irre.
(b) … im Literalsinn wird die Textgattung ausgelegt (… = der einfache Textsinn). Und da ist dann das „Bildwort“ des Jubels und des Applaudierens in Jes. 55,12 Ausdruck der eschatologischen Freude und die Gleichnisrede des verlorenen Sohnes ist vollständig nicht „wörtlich“ auszulegen, sondern als Texteinheit mit bestimmten „Lehrziel“ (tertius comperationis usw. Usw.).
(c) Alle 66 kanonischen Bücher sind im Literalsinn daraufhin zu prüfen, welche Textgattungen jeweils Kapitel für Kapitel usw. vom Geist Gottes inspiriert wurden. Das Ergebnis leitet dann die Literarsinn-Textauslegung.
Darunter kann es dann Bibelaussagen geben, die „wörtlich“ 1:1 so verstanden werden sollen, wie sie geschrieben stehen, und dann auch so angewendet werden sollen. Andere Stellen jedoch unterliegen anderen Kriterien literarischer Gattungen und Texteinheiten.
Allein Gen. 1-11 besteht aus etlichen literarischen Gattungen mit ihrer je zu bezeichnenden literarischen Besonderheit. Diese nicht anzuerkennen oder nicht unterscheiden zu wollen, führt bei der Auslegung und Anwendung der jeweiligen Textpassagen zwangsläufig in die Irre. Die Historizitätsfrage ist dabei gar nicht unmittelbar adressiert.
Wenn z. B. Gen. 1 ein auf Hebräisch kunstvoll komponiertes Schöpfungslied ist, will das bei der Auslegung berücksichtigt sein. Was dann die Historizität einzelner Aussagen betrifft, das wird durchaus von der Gattung „Lied“ mitbestimmt, aber es wird keineswegs infrage gestellt. Wieso auch?
Wie dem auch sei: Es ist zu erklären, wie die Bibel entstanden ist. Diese Frage des „Wie“ darf man sich bewusst stellen. Insbesondere das AT hat eine Entstehungsgeschichte. Vieles bleibt im Dunkeln, weil wir es nicht wissen und die Bibel selbst es uns nicht mitteilt.
Mit Mose wird eine besondere Offenbarungszeit Gottes eingeläutet (Ex. 3). Was zeitlich davor lag und überliefert wurde, ist im Entstehungsprozess der AT-Schriften kaum sicher rekonstruierbar.
Also: Wie soll denn nun das AT entstanden sein, wenn meine groben Skizzen nicht überzeugen? Wie? Und wie das NT (… das ist leichter zu beantworten)?
Ich mache mir seit Jahrzehnten darüber ernsthaft Gedanken. Und eine Sache scheint mir klar:
Gott hat das AT sowie das NT „menschlich“ auf normal plausibilisierbarem Weg damaliger Zeiten entstehen lassen, auch wenn wir das heute schwerlich oder kaum noch rekonstruieren können. Doch war es ohne Zweifel ganz normal menschlich-kulturell, wie Gott seine Offenbarung an Menschen inspirierte und dann verschriftlichen ließ.
Das Diktat jedenfalls scheidet aus. Auf diese Weise (vgl. Koran) ist weder das AT, noch das NT entstanden.
Von Gott gegebene, mündliche Überlieferungen über Generationen hinweg seit Adam und Eva? Das klingt mir sehr fantastisch und unrealistisch. Es überzeugt mich nicht. Es steht auch nichts davon in der Bibel, dass ich oder andere Christen das glauben müssten.
Wie auch immer, in der Bibel steht davon nichts, dass die Bibel am menschlichen Entstehungsweg vorbei wunderhaft-einmalig, an menschlichen Verfahren vorbei, entstanden sei. Das AT ist vielmehr normal auf menschlichem Weg der Überlieferungen entstanden, wie ganz ähnlich auch das NT, die Gottes Geist bewusst lenkte und gestaltete. Das ist Grund zum Staunen und Loben Gottes!
Und daher ist die Einbettung in altorientalisch-kulturelle Kontexte völlig plausibel und auch gut nachvollziehbar und sehr natürlich verständlich und auch zugleich sehr gut aktiv göttlich gestaltbar. Was sollte denn da das Problem sein? Mir leuchtet das völlig ein. Und es freut mich, Gottes Wort im Menschenwort so wunderbar inspiriert als Offenbarung vorfinden zu können. Einfach genial!
Das wollte ich skizzenhaft als Bestandteile einer theologischen Hermeneutik zum Nachdenken anregen. BSFB

Warum arbeiten wir?

Wieso arbeiten wir eigentlich? Ich erhielt mal folgende schlechte Antwort: „Wir gehen zur Arbeit, damit wir unseren Kindern Schuhe kaufen können, sie die Schule besuchen können, eines Tages zur Arbeit gehen, wiederum ihren Kindern Schuhe kaufen können, usw.“. Mit anderen Worten: Unsere Arbeit ist sinnlos. Von diesem Blickwinkel betrachtet ist das ganze Leben sinnlos – es ist einfach nur ein endloser Kreislauf.
Man könnte andererseits argumentieren, dass wir durch unsere Arbeit christliche Werke und den Bau des Reiches Gottes unterstützen. Nun, ich habe nichts dagegen, dass christliche Werke finanziell unterstützt werden. Ich denke, dass unsere Pflicht, solche Werke zu unterstützen, sich biblisch gut begründen lässt. Aber ich glaube nicht, dass wir den Sinn von Arbeit damit wirklich erfassen.
Als Ebenbilder Gottes arbeiten
Warum arbeiten wir also? Eine erste Antwort finden wir in Psalm 104. Dieser Psalm denkt über die Schöpfung nach (und hat vielleicht auch die Sintflut in 1. Mose 6–8 etwas im Blick). Der Psalm beschreibt auf poetische Weise, wie Gott die Erde und alle ihre Bewohner erschafft und wie er seine Schöpfung auf wunderbare und persönliche Weise erhält (Ps 104,1–13).
In Vers 14 lesen wir, dass Gott sich sowohl um das Vieh als auch um die Menschen kümmert. Und wir lesen, dass Gott den Menschen ebenfalls eine Aufgabe gibt. Sie sollen die Pflanzen anbauen, die Gott wachsen lässt. Diese Aufgabe überträgt Gott denen, die in seinem Ebenbild geschaffen sind. Als Ebenbilder Gottes sollen wir über die Erde herrschen und sie uns untertan machen. Wir sollen diesen ersten, von Gott gegebenen Garten vergrößern. Der Psalm enthält hier eine Anwendung des Schöpfungsauftrags aus 1. Mose 1,26–28.
Davon spricht auch Psalm 104,21–23. So wie die Löwen nach Raub suchen – indem sie handeln, wozu sie geschaffen wurden – so geht auch der Mensch „hinaus an sein Tagewerk, an seine Arbeit bis zum Abend“ (V. 23). Es gibt hier eine Harmonie, die wir nicht übersehen sollten. Alle Geschöpfe Gottes, große und kleine, werden so dargestellt, dass sie in Übereinstimmung mit dem Zweck, zu dem sie von Beginn an geschaffen wurden – arbeiten. Löwen wurden dazu geschaffen, als Löwen zu „arbeiten“. Wir sind dazu geschaffen, als Ebenbilder Gottes zu arbeiten. Der Psalm geht dabei nicht nur nahtlos von Geschöpf zu Geschöpf über, sondern auch vom Geschöpf zu Gott, dem Schöpfer. Im nächsten Vers heißt es: „HERR, wie sind deine Werke so viele! Du hast sie alle in Weisheit gemacht, und die Erde ist erfüllt von deinem Besitz“ (v. 24).
„Arbeit ist niemals niedrig, belanglos, sinnlos oder absurd.“
Der Psalmist möchte, dass wir eine Verbindung zwischen unserer Arbeit und Themen von größerer Bedeutung ziehen. Wenn wir arbeiten, spiegeln wir das Werk Gottes, des Schöpfers, wider. Unsere Arbeit weist auf etwas Größeres hin. Sie weist auf den hin, in dessen Ebenbild wir geschaffen wurden. Unsere Arbeit ist ein Hinweis auf Gott, den Schöpfer. C.S. Lewis sagte einmal, dass er noch nie einen gewöhnlichen Menschen getroffen habe. Das gilt auch für unsere Arbeit: Wir verrichten niemals nur gewöhnliche Arbeit. Arbeit ist niemals niedrig, belanglos, sinnlos oder absurd. Wir müssen verstehen, dass Arbeit grundsätzlich sinnvoll ist und tiefe Bedeutung hat.
Über die Schöpfung von Menschen staunen
Aber es gibt hier noch mehr zu entdecken. In den Versen 25–26 lesen wir „Da ist das Meer, groß und ausgedehnt nach allen Seiten. Dort ist ein Gewimmel ohne Zahl: Tiere klein und groß. Da ziehen Schiffe einher, der Leviatan, den du gebildet hast, dass er darin spielt“ (ELB).
Offensichtlich zeugen das Meer und seine Tiere von der Größe, Majestät und Schönheit Gottes. Aber schau dir Vers 26 genauer an. Der Psalm zieht eine Parallele zwischen Schiffen und dem Leviathan. Die poetischen Bücher wie die Psalmen und Hiob, ab und zu auch die prophetischen Bücher, erwähnen dieses Wesen immer mal wieder. Es gibt zahlreiche Spekulationen darüber, welches Geschöpf sich dahinter verbirgt. Ein großer Wal? Ein Dinosaurier? Ein riesiger Tintenfisch? Sicher ist jedenfalls, dass der Leviathan uns den Atem raubt. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes furchteinflößend.
Wir dürfen aber nicht übersehen, dass der Leviathan es liebt, zu spielen. Jonathan Edwards schrieb einmal von den Baldachinspinnen, dass sie mit einem Lächeln im Gesicht fliegen würden. Daraus schloss Edwards, dass Gott sich „um das Vergnügen und die Erholung aller Arten von Geschöpfen sorgt, sogar der Insekten“. Ja, sogar um das Vergügen des Leviathans. Das riesige Tier „spielt“. Es gibt aber noch ein weiteres Geschöpf in Vers 26. Es ist menschengemacht: „Da ziehen Schiffe einher“. Warum ist das wichtig? Gottes Schöpfung und unsere Schöpfung werden hier direkt nebeneinander gestellt. Der Psalmist staunt über den Leviathan genauso wie über die Schiffe. Das können wir uns gut vorstellen. Vielleicht hast du selbst schon mal gesagt: „Sieh die Schiffe dort. Wahnsinn.“
Was braucht man zum Schiffsbau? Kenntnisse in Mathematik und Physik, fähige Konstrukteure, Erfahrung, Wissen, das man über Generationen angesammelt hat und einen Haufen Arbeit. Was braucht man, um ein Segelboot zu steuern? Navigationstechniken, Expertise, Muskeln, starke Rücken, starke Arme, Entschlossenheit und wieder Wissen, dass sich über Generationen entwickelt hat.
Unser Psalmist staunt, wenn er sieht, wie die Schiffe auf dem Meer segeln. Genauso staunt er, dass der Leviathan darin spielt. Beides ist in der Tat erstaunlich.
Das höchste Ziel unserer Arbeit
Der Rest des Psalms zeigt, dass es noch mehr gibt als natürliche oder menschengemachte Riesen, die die See überqueren oder darin spielen. Vers 27: „Sie alle (d.h. Gottes Geschöpfe) warten auf dich, dass du ihnen ihre Speise gibst zu seiner Zeit. … Wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt“. Wir sollen Vergnügung, Erfüllung und Sinn in unserer Arbeit finden. Wir sollen unsere gottgegebenen Gaben und Fähigkeiten anerkennen und an die Arbeit gehen. Und wir werden Zufriedenheit erlangen. Wein wird unser Herz erfreuen (Vers 15). Unser Werk wird uns erstaunen.
„Wenn wir arbeiten, bringen wir Gott Ehre. Wenn wir arbeiten, erfreut sich Gott an uns. Das ist die Antwort darauf, warum wir arbeiten.“
Das alles sind Ergebnisse unserer Arbeit. Aber nichts davon beschreibt das höchste Ziel oder das wichtigste Ergebnis. Das höchste Ziel unserer Arbeit wird in Vers 31 genannt: „Die Herrlichkeit des HERRN wird ewig währen; der HERR wird sich an seinen Werken freuen!“ Unsere Arbeit hat deshalb einen Sinn, weil sie auf den hinweist, in dessen Ebenbild wir geschaffen wurden. Wenn wir arbeiten, bringen wir Gott Ehre. Wenn wir arbeiten, erfreut sich Gott an uns. Das ist die Antwort darauf, warum wir arbeiten.
Noch ein letzter Gedanke: Hast du bemerkt, was in Psalm 104 nicht vorkommt? Es gibt überhaupt keinen Hinweis auf den Tempel, auf Tempelmusiker, Priester und all ihr Tun. Es gibt stattdessen Bezüge zur Landwirtschaft, zum Weinbau, zu körperlicher Arbeit und zum Schiffsbau. „Da ziehen Schiffe einher“. Gott sei die Ehre!
Stephen Nichols ist Präsident des Reformation Bible College und akademischer Leiter von Ligonier Ministries.
https://www.evangelium21.net/media/937/warum-arbeiten-wir

Freikirchliche Gemeinden klagen gegen Auflagen für Gottesdienste

Minden (IDEA) – 16 freikirchliche Gemeinden aus dem Landkreis Minden-Lübbecke haben beim Verwaltungsgericht Minden einen Eilantrag gegen strenge Auflagen für Gottesdienste eingereicht. Das erklärte die Pressesprecherin des Gerichts, Amrei Stocksmeyer, am 30. April gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA.

https://www.idea.de/spektrum/freikirchliche-gemeinden-klagen-gegen-auflagen-fuer-gottesdienste?fbclid=IwAR2hHZk5QAx13YwEbpuH579CyO8ztDuxKvVQAFTR2-nQiwTFbyFSGhPXJco

Umfrage: Grüne werden als Verbotspartei gesehen

Die Grünen stehen für eine klimafreundliche, liberale Politik. Logo: www.gruene.de
Die Grünen stehen für eine klimafreundliche, liberale Politik. Logo: http://www.gruene.de

Würzburg (IDEA) – 43 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass die Politik von Bündnis 90/Die Grünen zu stark von Verboten geprägt ist. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts INSA-Consulere (Erfurt) im Auftrag der katholischen Zeitung „Die Tagespost“ (Würzburg) hervor. 28 Prozent teilen die Aussage „Die Politik von Bündnis 90/Die Grünen setzt zu sehr auf Verbote anstatt auf Selbstverantwortung“ nicht. 20 Prozent wissen nicht, wie sie diese einschätzen sollen.

Besonders stark ist die Auffassung von den Grünen als Verbotspartei bei Männern ausgeprägt (49 Prozent; Frauen: 38 Prozent).

Unter Katholiken ist die Meinung stärker verbreitet (47 Prozent) als unter landeskirchlichen Protestanten (43 Prozent). Unter den freikirchlichen Befragten stimmen hingegen nur 35 Prozent der Aussage zu.

Bei den Anhängern der Parteien teilen vor allem die Wähler von FDP (77 Prozent) und AfD (76 Prozent) die Auffassung, dass die Grünen zu sehr auf Verbote setzen. Es folgen die Sympathisanten der Union (54 Prozent), der SPD (43 Prozent) und der Linkspartei (36 Prozent). Die Grünen-Wähler stimmen der Aussage zu zwölf Prozent zu, 74 Prozent lehnen sie ab.

Für die Erhebung wurden 2.082 Erwachsene zwischen dem 23. und 26. April befragt.
https://www.idea.de/spektrum/umfrage-gruene-werden-als-verbotspartei-gesehen?fbclid=IwAR15cPChm3HLI4gIEnLepVSjVACPHYrMRwoe8MVYv4JVossbVH0IPZ7KCSI

„Lass uns an deinem Mund hängen“

Ein Gebet des Reformators Johannes Calvin:
Allmächtiger Gott! Wir danken dir für dein Wort, durch das du uns zu deinem erwählten Volk sammeln willst, damit wir dich verehren, wie es uns dein Gesetz gebietet. Lass uns an deinem Mund hängen und mach uns ganz zu deinem Eigentum. Bewahre uns, dass wir weder zur Rechten noch zur Linken weichen. Erhalte uns bei der reinen Lehre, die du uns gibst. Der ständige Strom deiner Gnade mache uns gewiss, dass du in unserer Mitte regierst. Stärke unsere Herzen, dich je länger je mehr zu lieben, zu ehren und zu fürchten. Nimm alle Unreinheit in unserem Leben von uns. Heilige uns an Seele und Leib. Vollende uns mehr und mehr in rechter Frömmigkeit, und bringe uns endlich zu dem seligen Erbe, das uns dein eingeborener Sohn erworben hat in seiner Hingabe für uns. Amen.

Atheismus: 5 Gründe, warum ich kein Atheist bin

Gibt’s das? Man stelle sich vor: Ein Atheist, ein Philosoph und ein Theologe sind zusammen in einen dunklen Raum gesperrt. Sie sollen eine schwarze Katze finden. Der Atheist sucht erst gar nicht. Für ihn steht fest: Es gibt keine schwarze Katze in diesem Raum. Der Philosoph tappt unsicher im Dunkeln herum, um die Katze zu suchen, die durchaus da sein könnte. Der Theologe schreit: „Ich hab sie!“ Es ist aber nur eine Behauptung. – Die Frage ist, ob sich die schwarze Katze tatsächlich im Raum befindet. Gibt es die Katze und kann man sie wirklich finden?

Ganz schön konsequent!

Eigentlich sind Atheisten konsequente Menschen. Sie schlussfolgern aus dem, wie sie die Wirklichkeit erleben, dass es keinen Gott geben kann. Schließlich kann man Gott nicht sehen, ja, man kann sich ihn nicht einmal vorstellen. Wenn man wirklich mal einen Gott braucht, so hilft er nicht. Man spürt ihn nicht. Man kann ihn nicht beweisen. Alle philosophischen Gottesbeweise gelten als widerlegt. Die vernünftige Konsequenz lautet: Es gibt ihn nicht. Basta! Von daher finde ich Atheisten sympathisch. Nur was man sehen, messen, beweisen kann, ist real. „Und was ein Realist ist, der weiß, dass das, was ist, ist“, dichtet der Dichter. Das heißt umgekehrt, der Realist weiß auch, was nicht ist. Gott nämlich!

Und wie ist die Idee von Gott entstanden? Der Mensch hat einfach all seine Sehnsüchte, Hoffnungen und Fragen auf eine Fiktion projiziert, die er verehrt und von der er sich Hilfe und Sinnfindung erhofft. Das Christentum gibt dem Atheist recht – zumindest in der Problemanalyse, nicht in der Konsequenz. Gott kann man sich nicht vorstellen, weil er uns unendlich überlegen ist. Ein Gott, der in unseren Kopf passen würde, wäre kein Gott, sondern nur eine menschliche Idee von Gott. Wie kann der Ozean in eine Tasse passen? In der Bibel wird geschildert, wie Menschen die Erfahrung machen, dass kein Gott hört und hilft. Der Grund besteht aber nicht darin, dass es Gott nicht gibt, sondern darin, dass eine unüberwindliche Mauer der Entfremdung zwischen Gott und dem Menschen steht. Der Prophet Jesaja beschreibt das so: „Ihr meint wohl, der Herr sei zu schwach, um euch zu helfen, und dazu noch taub, sodass er eure Hilferufe gar nicht hört. O nein! Eure Schuld steht wie eine Mauer zwischen euch und eurem Gott.“

Eigentlich entstand der Atheismus aus der konsequenten Reflexion dieser Wirklichkeit. Das Christentum bleibt nicht bei dieser Wirklichkeit stehen. Es lädt den Menschen ein zu einem Weg, der ihm hilft, aus der Entfremdung des Menschen von sich selbst und von seinem Schöpfer zu Gott zu finden. Das Zentrum des christlichen Glaubens besteht darin, dass ein Mensch durch Jesus zur Erfahrung der Liebe Gottes finden kann. Wenn man heute in einer deutschen Großstadt Menschen auf der Straße fragen würde, was das Wichtigste am christlichen Glauben wäre, so wäre eine Antwort sicher der Spitzenreiter: „Nächstenliebe.“ Nächstenliebe ist gewiss sehr wichtig. Aber im Kern geht es darum, dass Menschen zu einer Vertrauensbeziehung mit ihrem Schöpfer finden.

Fünf Konsequenzen des Atheismus

Im Winter besuche ich immer ein Fitnessstudio. Während Gewichte gestemmt werden, kann man interessante Gespräche führen. Über die Boxen an der Decke läuft irgendein Berliner Popmusiksender. Eine kurze Nachricht über irgendetwas Kirchliches wird vermeldet. Ein älterer Herr in der Muckibude, der offensichtlich nicht wusste, dass ich Pfarrer bin, echauffierte sich über die Dummheit von Menschen, die sich auf Religion einlassen. Ich fragte ihn: „Sind Sie Atheist?“ Er bejahte diese Frage, nicht ohne einen gewissen Stolz. „Wie konnte Ihnen das passieren? Das ist ja furchtbar“, antwortete ich fröhlich besorgt. „Wissen Sie eigentlich, was Sie da sagen, wenn Sie sich als Atheist bezeichnen?“, wollte ich wissen. Er sah mich verdutzt an. Dann versuchte ich, ihm die Konsequenzen des Atheismus aufzuzeigen.

  1. Wenn es keinen Gott gibt, dann weiß der Mensch nicht, wer er wirklich ist, dass er geliebt und geschaffen ist. Er hält sich für einen Zufall.
  2. Der Mensch hätte kein letztes großes Ziel. Sein Leben wäre eine Reise ohne Ankunft. Wir glichen Kindern, die den Weg nach Hause nicht kennen. All unsere Hoffnungen und Erwartungen würden wir allein auf dieses Leben konzentrieren. Wir müssten aus ihm alles herausholen. Wir würden versuchen mitzunehmen, was sich uns bietet, und unsere Moral dem Lebensgenuss unterordnen. Eine unersättliche Lebensgier mit schrecklichen Folgen wäre das Ergebnis.
  3. Es gäbe keinen verlässlichen, absoluten Maßstab für Gut und Böse. Der Mensch wäre beliebig manipulierbar.
  4. Es gäbe keine letzte Rechenschaft, die der Mensch für die Früchte seines Lebens vor einem gerechten Gott ablegen müsste. Die Ausbeuter und Herrscher dieser Welt würden am Ende recht behalten und triumphieren. Menschen wie Martin Luther King oder Dietrich Bonhoeffer, die für das Gute gestorben sind, wären die großen Dummköpfe und Verlierer.
  5. Es gäbe keinen Gott, der die Herzensschreie von uns Menschen erhören würde. Der Mensch wäre in einem kalten und sinnlosen Universum völlig auf sich selbst gestellt. „Das finde ich alles so schrecklich“, fuhr ich fort, »dass ich mich aufgemacht habe, um die Wahrheit zu finden: ob es einen Gott gibt, ob er an mir interessiert ist und ob ich zu ihm finden kann.« Der Jünger des Unglaubens sah mich nur verdutzt an und meinte: „Sie sind wohl ein Profigläubiger?“ Ich hätte es toll gefunden, wenn wir ernsthaft ins Gespräch gekommen wären.

„Ein Atheist ist einer, der sich ein Bild macht und es verneint.“
Peter Horton (österreichischer Musiker und Autor)

Das Elend des Atheisten

Vor einigen Monaten: Vor mir saß ein verzweifelter, gebrochener Mann. Seine Frau war vor Kurzem gestorben. Von heute auf morgen. Eine strahlende Christin. Zwei Kinder im Schulalter hatten ihre Mutter verloren, ein Mann seine geliebte Frau. Wir weinten gemeinsam und verstanden Gott nicht. Warum lässt er so etwas zu? Was soll das? Ist Gott vertrauenswürdig? Und dann spielten wir die Frage durch: Wie könnte es weitergehen, wenn der so von Gott Enttäuschte seinen Glauben verliert und den Weg nun ohne geht, ohne Gott, ohne die Gemeinschaft der Kirche? Wie könnte ein Leben ohne Glauben aussehen? Was wäre, wenn es Gott nicht gäbe? Kann man nach so einem Schicksalsschlag überhaupt ein gläubiger Mensch bleiben? Was ist die Alternative zu Jesus? Wir entwarfen Szenarien eines künftigen Lebens ohne Glauben.

Das Fazit unserer atheistischen Fantasiereise war einfach nur deprimierend. Ich hörte die Worte des jungen Witwers: „Es gibt keine Alternative. Egal, was passiert ist, ohne Jesus ist alles noch viel schlimmer. Ohne Glaube gibt es für mich überhaupt keinen Sinn und kein Ziel.“ Der Entertainer, Journalist und TV-Moderator Robert Lembke (1913 – 1989) bemerkte treffend: „Atheist? Ein Mensch, der ohne unsichtbare Unterstützung auskommen muss.“


Alexander Garth ist evangelischer Theologe, Gründer der Jungen Kirche Berlin und seit 2017 Pfarrer an der Stadtkirche in Wittenberg.
Der Text oben ist ein gekürzter Abschnitt aus seinem Buch: Warum ich kein Atheist bin: Glaube für Skeptiker

Im Norden lässt man sich die Gottesdienste nicht verbieten Erklärung der niedersächsischen Bischöfe

Ostern ist das älteste und zugleich das zentrale Fest der christlichen Kirchen, das für die Kultur unserer Gesellschaft prägend ist. Karfreitag und Ostern bringen die tiefgreifenden Erfahrungen menschlichen Lebens zur Sprache:Leiden, Sterben und Tod ebenso die Hoff-nung auf ein Leben, das stärker ist als der Tod, ist die christliche Botschaft. Wir vertrauen auf einen Gott, der das Leben stark macht.Dies kann Hoffnung und Vertrauen gerade in der aktuellen Situation geben und Mut machen, solidarisch zu handeln, um die Pandemie gemeinsam zu überwinden. Dazu wollen die Kirchen mit Gottesdiensten und Seelsorge ei-nen Beitrag für die Gesellschaft leisten.Seit Wochen bereiten unsere Gemeinden die Gottesdienste von Palmsonntag bis Ostermontag vor und überlegen sich unterschiedliche Formate, die Botschaft von Kreuz und Auferstehung weiterzugeben: Gottesdienste in Kirchen und im Freien,Live Stream Gottesdienste,Haustür-Aktionen, Andachten auf Treckern und an Straßenkreuzungen. In Kirchen sind Kreuzwege zu sehen und werden Ostergärten aufgebaut für Gebet und Meditation von Einzelnen.Dabei ist es wie bisher und zuletzt auch an Weihnachten oberstes Ziel, alles zu tun, um Infektionen zu verhindern.Es sind sehr detaillierte Hygienekonzepte vorhanden und werden strikt angewandt. Wir werden aktuell diese Konzepte und die geplanten Gottesdienstformate eingehend an hand der Anforderungen des Landes überprüfen. Unsere Erfahrungen zeigen, dass sich diese Konzepte bewährt haben.Wir sind irritiert darüber, aus den Medien erfahren zu müssen, dass die Kirchen gebeten sind, von Gründonnerstag bis Ostermontag ausschließlich digitale Gottesdienste zu halten. Als Kirchen sind wir uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung sehr bewusst und leisten an vielen Stellen dazu selbstverständlich gerade in dieser Situation unseren Beitrag. Die Freiheit der Religionsausübung ist ein hohes Gut. Für viele Menschen kommt sie im persönlichen Erleben des Gottesdienstes und der Atmosphäre des Kirchenraumes zum Ausdruck.Im Sinne der Eigenverantwortlichkeit der Kirchen ist es unser Ziel, im Rahmen der bisherigen Regelungen der niedersächsischen Corona-Verordnung auch über Ostern Gottesdienste sowohl präsentisch als auch digital zu feiern.Wir legen Wert darauf, dass die Wahl der Formate und die konkrete Ausgestaltung der Gottesdienste weiter in der Eigenverantwortung der Kirchen bleibt. Für viele Menschen ist der Besuch von Gottesdiensten gerade in dieser Zeit ein besonderes Bedürfnis.Das lokale Infektionsgeschehen wird bei der Entscheidung über die Gottesdienstformate immer berücksichtigt und dazu das einvernehmliche Gespräch mit den kommunalen Behörden gesucht werden.
Das von der Landesregierung angebotene Gespräch werden die Vertreter*innen des Katholischen Büros und der Konföderation wahrnehmen und auf dieser Linie zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen versuchen.


Hannover, den 23. März 2021
v.i.S.d.P.:Prälat Prof. FelixBernard, Katholisches Büro NiedersachsenOberlandeskirchenrätin Dr. Kerstin Gäfgen-Track, Konföderation evangelischer Kirchen in NiedersachsenOberlandeskirchenrätin Andrea Radtke, Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen

http://gruener-kirchturm.de/wp-content/uploads/2021/03/Bisch%C3%B6fe-Nds-Erkl%C3%A4rung-2020-03-23.pdf?fbclid=IwAR2K85NapHgd6E5IY1DoJGaJ8x8P-jYS8z8dbjuyQUbGWZdUDG2GcfB5U1E

Ihre Pläne sind viel zu klein

Ein älterer Pfarrer hat folgendes Gespräch mit einem jungen Mann geführt:
„Was für Pläne haben Sie für die Zukunft?“ hat er ihn gefragt. – „Ich möchte schnellstens mit dem Jurastudium beginnen.“ „Und dann?“ fragte der Kollege. – „Nun, dann will ich heiraten, eine Familie gründen und eine Rechtsanwaltspraxis eröffnen.“ „Und dann?“ – „Um ehrlich zu sein“, antwortete der jungen Mann, „ich möchte schnell viel Geld verdienen, mich möglichst früh zur Ruhe setzen und viele fremde Länder besuchen. Das habe ich mir immer schon gewünscht.“ „Und dann?“ fragte der Kollege noch einmal mit fast unhöflicher Beharrlichkeit. – „Mehr Pläne habe ich nicht“ – entgegnete der junge Mann. Der Kollege sah ihn voll Mitleid und väterlicher Sorge an und sagte: „Junger Mann, ihre Pläne sind viel zu klein. Sie reichen ja höchstens für achtzig Jahre! Ihre Pläne müssen groß genug sein, um auch Gott einzuschließen, und weit genug, um auch die Ewigkeit zu umfassen.“