Jüngerschaft bedeutet Wachstum

Der griechische Begriff „Jünger“ bedeutet wörtlich „Lehrling“. Jünger sollen also vom Meister lernen, sie sollen Fortschritte machen. Gibt es bei uns im Glaubensleben einen Lernfortschritt? Wachsen wir geistlich? Diesen Aspekt der Jüngerschaft untersuchen wir im folgenden Artikel.
Ein Schüler ist nicht über dem Lehrer
Carl Friedrich Gauß (1777–1855), ein großer deutscher Mathematiker, war schon als Kind ein brillanter Denker. Berühmt ist eine Anekdote aus Gauß‘ Schulzeit: Sein Lehrer stellte der Klasse die Aufgabe, die Zahlen von 1 bis 100 schriftlich zusammenzuzählen – eine aufwändige Fleißaufgabe für achtjährige Schüler, die dem Lehrer eine Zeit lang Ruhe im Klassenraum verschaffen würde. Doch nach drei Minuten stand der kleine Carl Friedrich mit seiner Schiefertafel vor dem Lehrerpult. Das richtige Ergebnis und der geniale Rechentrick verblüfften den strengen Lehrer. Nach dem Unterricht gab er Gauß ein schwieriges Mathematikbuch, das dieser ihm am nächsten Tag zurückgab, mit dem Hinweis, er habe das Buch durchgearbeitet. Nach einer halbstündigen Befragung erkannte der Lehrer, dass er es mit einem mathematischen Genie zu tun hatte. „Er ist mir über. Ich kann ihm nichts mehr beibringen“, stellte der Pädagoge fest.
„Er ist mir über“ – Der Schüler ist besser als sein Lehrer?! Das ist sicherlich die Ausnahme, denn um Lernfortschritte bei den Schülern erzielen zu können, muss der Lehrer notwendigerweise kompetenter sein als die Lernenden. Im Geistlichen gilt ein ähnliches Prinzip. Der Herr Jesus selbst erwähnt diesen Grundsatz gegenüber seinen Jüngern in Lukas 6,40: „Ein Jünger steht nicht über dem Lehrer“. Das gilt auch für heutige Jünger: Wir stehen nicht über dem Herrn Jesus, wir wissen Dinge nicht besser als Er. Nein, die Rollen sind klar verteilt – Er steht als der vollkommene Lehrer über uns, wir lernen von Ihm. Aber der Vers in Lukas 6 geht noch weiter: „Jeder aber, der vollendet ist, wird sein wie sein Lehrer.“ Wenn wir gerade betont haben, dass wir niemals über dem Meister stehen können, so erkennen wir jetzt, dass es aber eine Möglichkeit gibt, Ihm gleich zu sein! Wir können sein „wie der Lehrer“ – nämlich dann, wenn wir vollendet sind.
Vollendet sein – erwachsen sein
Was bedeutet es, vollendet zu sein? Ein perfekter Christ zu sein, der nie mehr sündigt? Nein, gewiss nicht. Das griechische Wort bedeutet „zugerüstet, vollkommen gemacht“ . Es beschreibt den geistlichen Zustand, in den Gott uns schon hier auf der Erde bringen möchte. Gott möchte, dass wir reife, erwachsene Christen werden. Paulus beschreibt das so: „damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig geschickt“ (2. Tim 3,17).
Im Neuen Testament gibt es eine Reihe von „Wachstumsversen“, die uns zeigen, was einen erwachsenen, „vollkommenen“ Jünger ausmacht[1]. Hier eine kleine Auswahl von Kennzeichen:
Erkenntnis Christi: „Wachst in der … Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus“ (2. Pet 3,18). Erwachsene Christen kennen die zentrale Person, um die sich alles dreht: Sie kennen Christus in seinen verschiedenen Herrlichkeiten, als Heiland am Kreuz, als Herrn in ihrem Leben, als Mensch auf der Erde und als verherrlichten Christus im Himmel (vgl. Eph 4,13; 1. Joh 3,14). Dabei meint „kennen“ mehr als ein lehrmäßiges Wissen, es meint ein Ausleben dieser Wahrheiten; „erkennen“ geschieht mit dem Herzen, nicht nur mit dem Kopf.
Christusähnlichkeit: Christus zu (er)kennen, bewirkt ein Leben, das die Wesenszüge Christi zeigt. Deshalb werden Eigenschaften wie Freude, Frieden und Gnade mit Vollkommenheit in Verbindung gebracht (2. Kor 13,11; 2. Pet 3,18). Ein Jünger hält sich nah bei seinem Lehrer auf, pflegt enge Gemeinschaft mit Ihm und wünscht, ein möglichst vollkommenes Ebenbild seines Meisters zu werden, wie wir in Lukas 6,40 gesehen haben: „Jeder aber, der vollendet ist, wird sein wie sein Lehrer.“
Geistliches Unterscheidungsvermögen: Ein erwachsener Christ hat „infolge der Gewöhnung geübte Sinne … zur Unterscheidung des Guten sowohl als auch des Bösen“ (Heb 5,14). Er ist gewohnt, Dinge an Christus und der Bibel zu messen. Dabei folgt ein solcher Jünger nicht einem gesetzlichen Regelkatalog (dafür braucht man kein geistliches Leben im Licht Gottes!), sondern besitzt durch den Heiligen Geist Weisheit und ein verständiges Herz, um Gutes und Böses zu unterscheiden (vgl. 1. Kön 3,9).
Festigkeit: Dank ihres geistlichen Beurteilungsvermögens werden geistlich Erwachsene – im Gegensatz zu geistlichen Kindern („Unmündige“) – nicht durch falsche Lehren, die man auf dem christlichen Sektor oder im Internet findet, verunsichert (Eph 4,14-15). „Vollkommen gemachte“ Gläubige stehen gegründet und befestigt in der biblischen Wahrheit (1. Pet 5,10).
„Puh, was für ein hoher Anspruch! Das schaff ich nie?!“ Denkst du das jetzt auch? Bitte leg an dieser Stelle das Heft nicht frustriert weg. Gott lässt uns auch „jung“ sein – Er fordert von einem Baby nicht, ein Erwachsener zu sein. Aber Er möchte, dass wir nicht immer ein „geistliches Baby“ bleiben, sondern reife Christen werden, indem wir „zu dem Maß des vollen Wuchses“ gelangen (Eph 4,13; Heb 6,1). Im natürlichen Leben wäre es doch auch ziemlich seltsam, wenn ein zwölfjähriges Kind noch krabbeln würde, oder? Deshalb beschäftigen wir uns im zweiten Teil des Artikels damit, wie wir geistlich erwachsen werden können.
Der Weg zum Erwachsensein? Wachsen!
Um körperlich zu wachsen, benötigt ein Kind gesunde Nahrung. Um geistig und kognitiv zu wachsen, sind für ein Kind Belehrung, Vorbild und Erfahrungen wichtig. Die Bibel benutzt diese Bilder aus dem natürlichen Leben, um uns zu zeigen, wie wir geistlich wachsen und lernen können.
Nahrung: Das Wort Gottes bietet uns die nötige Nahrung im Wachstumsprozess. „Deine Worte waren vorhanden, und ich habe sie gegessen“ (Jer 15,16). Das regelmäßige Bibellesen ist für einen Jünger Jesu unerlässlich – selbst wenn es mal nicht so „schmeckt“. Wir dürfen sogar richtig „gierig“ nach dem Wort Gottes sein (1. Pet 2,2)! Wer allerdings ausschließlich Milch trinkt, wird niemals erwachsen werden, irgendwann ist „feste Speise“ nötig (Heb 5,13). – Lies nicht immer nur die „Sonntagschulgeschichten“ in der Bibel, sondern bemühe dich mal, mit einer guten Bibelauslegung die schwierigeren Abschnitte zu verstehen oder auch die lehrmäßige Bedeutung der Begebenheiten zu entdecken, die du vielleicht schon aus der Sonntagschule kennst.
Belehrung: Gerade für das Verständnis von schwierigen Bibelabschnitten ist gute Anleitung hilfreich. Auch „feste Speise“ kann durch die verständliche Auslegung eines Lehrers mundgerecht serviert werden. Die in diesem Artikel schon mehrfach angeführten Wachstumsverse in Epheser 4,12-15 stehen nicht umsonst in unmittelbarem Zusammenhang mit der Gabe des Lehrers zur „Auferbauung des Leibes“. – Hörst du aufmerksam zu, wenn in den Zusammenkünften oder auf Bibelkonferenzen das Wort Gottes erklärt wird – besonders dann, wenn es um die neutestamentliche Lehre geht? Lass dir doch mal einen guten Bibelkommentar schenken, der deiner geistlichen Wachstumsphase entspricht.
Vorbild: Lernen durch Nachahmung ist eine der effektivsten Arten zu lernen. Wir kennen das vom Sport: Der Trainer macht eine Übung vor, die anderen machen sie möglichst exakt nach. – Um Christus ähnlicher zu werden, musst du Ihn nachahmen, und seine Worte, seine Taten und seine Empfindungen anhand der Bibel gründlich studieren. Mit zunehmender geistlicher Reife sollte dann Christus immer mehr Gestalt in dir gewinnen (Gal 4,19). Neben dem vollkommenen Vorbild des Herrn, gibt es auch reife Gläubige, von denen wir lernen können, deren Glauben wir nachahmen können (Heb 13,7; Phil 3,17).
Erfahrungen: Positive Erfahrungen mit deinem Herrn (beispielsweise Gebetserhörungen) bestärken dich in deinem persönlichen Glaubensleben und ermutigen dich, die Gemeinschaft mit Ihm zu vertiefen. Ein Beispiel sind die Jünger, deren Auftreten in der Apostelgeschichte in mancher Hinsicht dem Verhalten des Herrn Jesus ähnelt – ihre Erfahrungen mit ihrem Meister hatten sie geprägt.
Geistliches Wachsen und Lernen ist ein lebenslanger Prozess! Lasst uns als Jünger Jesu versuchen, seinem Wunsch zu folgen und Ihm ähnlicher zu werden: „Es ist dem Jünger genug, dass er sei wie sein Lehrer und der Knecht wie sein Herr“ (Mt 10,25). Autor: Jens Krommweh
https://www.folgemirnach.de/2020-06-juengerschaft-bedeutet-wachstum-a3497.html

Ulrich Parzany: „ER ist jederzeit für Überraschungen gut“

Glauben leben Interview

Pfarrer und Evangelist Ulrich Parzany will durch sein Leben Christus verherrlichen. Er fragt sich, wie er das Evangelium besser „unter die Leute“ bringen kann.
1. Was ist Ihr Lieblingsbuch aus der Bibel? Warum? 
Ich habe keins. Im Laufe der Zeit rückt Gott mir immer wieder andere Teile der Bibel in den Vordergrund. ER ist jederzeit für Überraschungen gut.
2. Wenn Jesus bei Ihnen zum Essen vorbeikommen würde, was würden Sie kochen? Und worüber würden Sie sich mit ihm unterhalten? 
Fisch, weil er nach der Auferstehung mit den verzagten und zweifelnden Jünger Fisch gegessen hat. Und die Buchstaben des griechischen Wortes Fisch, ICHTHYS, sagen, wer er ist: Jesus Christus Gottes Sohn Retter.
Gesprächsthema Nummer eins wäre, was auch jetzt im Gebetsgespräch mit ihm Thema Nummer eins ist: Wie kann ich besser Deinen Willen tun und wie kann ich besser Dein Evangelium unter die Leute bringen? Gespannt aber wäre ich vor allem, worüber er mit mir sprechen will.
3. Was ist Ihr Zugang zu Gott? 
Jesus. Er hat mir durch sein Sterben und Auferstehen den Zugang zum Vater geöffnet. Jesus öffnet mir das Wort Gottes, die Bibel. Darum suche ich täglich die Stille zum Bibellesen und Beten.
Und kein Sonntag ohne Gottesdienst, wenn es irgendwie geht, weil Jesus versprochen hat: Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, bin ich in ihrer Mitte!
4. Welches Glaubensthema beschäftigt Sie in letzter Zeit? Warum? 
Dass Gott selbst in Jesus das Gericht Gottes trägt, das ich wegen meiner Sünde verdient habe. Gott „hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir durch ihn Gerechtigkeit Gottes würden.“ (2. Korinther 5,21) Zu dieser Stellvertretung gibt es kein vergleichbares Geschehen unter Menschen.
Keiner kann dem anderen sein Leben und Sterben abnehmen, auch wenn er es aus Liebe sehnlich wünscht. Das kann nur Gott. Und er hat es in Jesus getan. Darum ist Jesus der Retter, von dem alles abhängt. Das ist der Kern des Evangeliums. Das war schon immer und ist auch heute heftig umstritten.
5. Wofür leben Sie? 
Mit Paulus sage ich: „…dass frei und offen, wie immer so auch jetzt Christus verherrlicht (im Griechischen wörtlich: großgemacht) werde an meinem Leibe, es sei durch Leben oder durch Tod. Denn Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn.“ (Brief an die Philipper 1,20-21)
Die Fragen stellte Pascal Alius.
https://www.jesus.de/glauben-leben/ulrich-parzany-er-ist-jederzeit-fuer-ueberraschungen-gut/?fbclid=IwAR0omN84J13XT3948d-TBcsqeChjyPjtJRzYaYHDAXDWSnkZdX4eykQA3NE

WAS IST DEIN EINZIGER TROST IM LEBEN UND IM STERBEN?

Dass ich mit Leib und Seele
im Leben und im Sterben nicht mir,
sondern meinem getreuen Heiland
Jesus Christus gehöre.
Er hat mit seinem teuren Blut
für alle meine Sünden vollkommen bezahlt
und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöst;
und er bewahrt mich so,
dass ohne den Willen meines Vaters im Himmel
kein Haar von meinem Haupt kann fallen,
ja, dass mir alles zu meiner Seligkeit dienen muss.
Darum macht er mich auch
durch seinen Heiligen Geist
des ewigen Lebens gewiss
und von Herzen willig und bereit
ihm forthin zu leben.
(Heidelberger Katechismus: Erste Frage + Antwort des Glaubens)

Bekenntnis in der Krise

Ich glaube,
dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten,
Gutes entstehen lassen kann und will.
Dafür braucht er Menschen,
die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.
Ich glaube,
dass Gott uns in jeder Notlage
soviel Widerstandskraft geben will,
wie wir brauchen.
Aber er gibt sie nicht im voraus,
damit wir uns nicht auf uns selbst,
sondern allein auf ihn verlassen.
In solchem Glauben müsste alle Angst
vor der Zukunft überwunden sein.
Ich glaube,
dass Gott kein zeitloses Fatum ist,
sondern dass er auf aufrichtige Gebete
und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Quelle: Widerstand und Ergebung, DBW Band 8, Seite 30 f

Umkehr im Neuen Testament

Umkehr lässt sich als „das Abwenden von der Sünde und dem Hinwenden zu Gott” definieren. Der Vers, der das wahrscheinlich am besten zusammenfasst, steht im ersten Thessalonicherbrief 1,9: „Denn sie selbst erzählen von uns, welchen Eingang wir bei euch hatten und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, dem lebendigen und wahren Gott zu dienen.“
Wir sehen hier die beiden Elemente der Bekehrung sehr deutlich – ein Abwenden von Götzen und ein Hinwenden zu Gott.
Umkehr im Neuen Testament: Von der Verheißung bis zur Erfüllung
Der im Alten Testament verheißene Triumph Gottes über die Schlange (1Mo 3,15) wird im Neuen Testament zur Realität. Das Alte Testament verhieß einen neuen Bund, eine neue Schöpfung, einen neuen Exodus und neue Herzen für Gottes Volk. Die Erfüllung all dieser Verheißungen wurde durch das Leben, Sterben und die Auferstehung von Jesu Christi, die im Neuen Testament verkündigt werden, eingeleitet.
Umkehr in den Synoptikern
In den synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus und Lukas), wird das Rettungswerk Gottes, das im Alten Testament verheißen wurde, mit dem Begriff „Reich Gottes“ zusammengefasst und spielt eine zentrale Rolle in den Synoptikern. Allerdings müssen wir auch verstehen, dass das Reich Gottes zur Umkehr aufruft. Die zwei Elemente der Umkehr können auch mit den Begriffen „Buße” und „Glaube” beschrieben werden.
Wir lesen in Mk 1,14–15: „Jesus kam nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe gekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!” (Mk 4,17) Die von Jesaja angekündigte gute Nachricht der Rückkehr aus dem Exil, die gute Nachricht der Erfüllung der Verheißung auf Rettung, wird nur denen zuteil, die sich von ihren Sünden abkehren und dem Evangelium glauben.
Das Evangelium in den Synoptikern konzentriert sich auf den Tod und die Auferstehung Jesu, was in allen drei Bibelbüchern einen großen Anteil ausmacht. Es ist der Höhepunkt der Geschichte! Denn ohne das Kreuz gäbe es kein Reich Gottes. Jesus kam „um sein Volk von seinen Sünden zu retten“ (Mt 1,21) und diese Rettung geschah allein durch seinen stellvertretenden Tod, als er „sich als Lösegeld für viele“ gab (Mt 20,28; Mk 10,45). Einige, die über das Reich Gottes sprechen, reden nur wenig über Umkehr, doch schon ein kurzer Blick in die synoptischen Evangelien zeigt wie grundlegend die Umkehr ist. Denn ohne Umkehr kann niemand in das Reich Gottes hineinkommen (Mk 10,17–31).
Umkehr im Johannesevangelium
Die Zentralität der Umkehr ist auch im Johannesevangelium klar zu erkennen. Schließlich schrieb Johannes sein Evangelium, damit Menschen „glauben, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes und dass sie durch den Glauben Leben haben in seinem Namen“ (Joh 20,31). Johannes verwendet das Verb „glauben“ ganze 98 Mal in seinem Evangelium und unterstreicht damit die Bedeutung dieses Themas. Der Glaube im vierten Evangelium ist nicht passiv. Johannes gebraucht eine Reihe von Begriffen, die vermitteln sollen, dass der Glaube etwas Aktives ist: glauben ist wie essen, trinken, hören, ausharren, kommen, eintreten, empfangen und gehorchen. Die Radikalität der Umkehr wird auch dadurch deutlich, dass Johannes verschiedene Verben gebraucht um zu zeigen, was es bedeutet, dass Jesus der Messias ist. Umkehr bildet den Kern der Botschaft des Johannesevangeliums. Ewiges Leben (Leben im kommenden Zeitalter) wird nur denjenigen zuteil, die an Jesus als das „Lamm Gottes [glauben], das hinwegnimmt die Sünde der Welt“ (Joh 1,29). Mit anderen Worten, nur diejenigen, die umgekehrt sind erleben auch das ewige Leben.

Umkehr und das Königreich in der Apostelgeschichte
Es scheint klar zu sein, dass Umkehr eine zentrale Rolle in den Evangelien spielt. Ebenso lassen sich klare Schlussfolgerungen aus der Apostelgeschichte ableiten. Hier finden wir eine ganze Reihe von Predigten, in denen das Evangelium den Zuhörern erklärt wird (z.B. Apg 2,14–41; 3,11–26; 13,16–41). Die Zuhörer werden häufig zur Buße aufgefordert (Apg 2,38; 3,19; 8,22; 17,30; 26,20), was auch als „sich zu Gott wenden“ definiert wird (3,19; 9,35.40; 11,21; 14,15; 15,19; 26,18.20; 28,27). Die Evangeliumsbotschaft beinhaltet einen dringlichen Aufruf sich von der Sünde und dem alten Leben abzuwenden. Zur selben Zeit werden all jene, die die gute Nachricht hören, aufgefordert ihr zu glauben und im Glauben zu leben (Apg 16,31; 26,18). Das Wort „glauben“ wird in der Apostelgeschichte fast 30 Mal verwendet um Christen zu charakterisieren. Das zeigt, dass der Glaube ein Merkmal derer ist, die zu Christus gehören.
Es ist keine Überraschung, dass Umkehr eine wesentliche Rolle in der Apostelgeschichte spielt. Denn schließlich berichtet sie davon, wie sich das Evangelium von Jerusalem bis nach Rom ausbreitet (Apg 1,8; vgl. auch 16; 14,22). Doch sollte man nicht übersehen, dass das Reich Gottes ein ebenso zentrales Thema in der Apostelgeschichte ist. Es zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch, von Anfang (Apg 1,3) und bis Ende (Apg 28,31). Paulus hat das Königreich in Rom verkündigt (Apg 20,35; 28,23.31) und Philippus „verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes und den Namen Jesu Christi“ (Apg 8,12), womit sie zeigen, dass das Evangelium im Zentrum des Königreichs steht. Wie wir gesehen haben rief das verkündigte Evangelium die Hörer dazu auf umzukehren und zu glauben. Dies zeigt wie grundlegend die Umkehr für jegliche Verkündigung des Reiches Gottes ist. Die Erneuerung der Welt unter Gottes Herrschaft ist die herrliche Hoffnung der Gläubigen. Doch nur diejenigen, die umkehren und glauben werden die neue, kommende Welt genießen. Diejenigen, die sich weigern zu glauben, wie es die Apostelgeschichte immer wieder betont, werden gerichtet werden.
Umkehr bei Paulus
Auch wenn Paulus den Begriff „Reich Gottes” nicht häufig verwendet, steht seine bekannte eschatologische Weltsicht im Einklang mit dem eschatologischen Charakter des Königreiches. Wie die Evangelien, so verkündigt auch Paulus eine „schon und noch nicht“ Eschatologie. Die meisten Exegeten sind sich darüber einig, dass Glaube und Buße wesentliche Themen in den Paulusbriefen sind. Paulus lehrt häufig, dass Rechtfertigung und Rettung Menschen allein durch Glauben zuteilwerden (vgl. Röm 3,21-4,25; 9,30-10,17; 1Kor 15,1–4; Gal 2,164,7; Eph 2,8–9; Phil 3,211). Zwar gebraucht er das Wort „Buße” nicht ganz so häufig, doch kommt es an einigen Stellen vor (z.B. Röm 2,4; 2Kor 3,16; 1Thess 1,9; 2Tim 2,25). Paulus gebraucht mehrere Begriffe für das Rettungswerk Gottes in Christus, z.B. Rettung, Rechtfertigung, Erlösung, Versöhnung, Adoption, Sühne, usw. Daher muss man nicht darüber diskutieren, ob das Rettungswerk Gottes in Christus in der paulinischen Theologie eine zentrale Rolle spielt. Allerdings zeigt auch das, dass Rettung nur denjenigen zuteil, die glauben und Buße getan haben.
Laut Paulus warten die Gläubigen sehnsüchtig auf die Wiederkunft Jesu Christi und auf die Erneuerung der Schöpfung (Röm 8,18–25; 1 Thess. 4,13-5,11; 2 Thess 1,10) und nur diejenige, die sich bekehrt haben, werden Teil der neuen Schöpfung sein. Deshalb arbeitet Paulus hart daran das Evangelium zu den Heiden zu bringen (Kol 1,24–2,5), die es noch nie gehört haben (Röm 15,22–29), damit auch sie zu den Erretteten gehören werden.
Umkehr in den allgemeinen Briefen
Auch die weiteren Briefe des Neuen Testamentes, die in ganz konkrete Situationen hineingeschrieben wurden, bringen die Bedeutsamkeit der Umkehr zum Ausdruck – oder implizieren diese zumindest. Ein Beispiel davon finden wir im Hebräerbrief. Hier erklärt der Schreiber, dass nur diejenigen in die endzeitliche Ruhe einkehren werden, die glauben und Gottgehorchen (Heb 3,18.19; 4,3; 11,1–40). Auch wenn Jakobus häufig falsch verstanden wird, so lehrt er, wenn richtig verstanden, dass Glaube maßgeblich durch Buße gekennzeichnet ist, was notwendig für die Rechtfertigung ist (Jak 2,14–26). Genauso lehrt Petrus, dass Rettung allein durch Glaube kommt (1Pet 1,5; 2Pet 1,1) und der erste Johannesbrief wurde geschrieben um den Gläubigen zu versichern, dass sie wirklich ewiges Leben haben (1Joh 5,13).
Umkehr in der Offenbarung
Das Buch der Offenbarung bringt die biblische Geschichte zu ihrer Vollendung. Es versichert den Gläubigen, dass Gottes Reich, das durch Jesus Christus angebrochen ist, vollendet werden wird. Diejenigen, die Böses tun und Kompromisse mit dem Tier eingehen, werden für immer bestraft werden. Doch diejenigen, die zum Ende ausharren, werden in die himmlische Stadt einziehen, dem neuen Jerusalem. Die Offenbarung betont, dass nur diejenigen, die Buße tun Leben finden werden (Offb 2,5. 16. 21. 22; 3,3. 19; 9,20. 21; 16, 9. 11).
Nicht das zentrale Thema, aber grundlegend für die ganze Geschichte
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Umkehr sicherlich nicht das zentrale Thema der Schrift ist. Denn Gläubige wurden geschaffen, um Gott zu verherrlichen und sich für immer an ihm zu erfreuen, sowohl in dieser als auch in der kommenden Welt.
Doch Umkehr ist grundlegend und wichtig für die ganze Geschichte. Denn nur diejenigen, die sich bekehrt haben, werden auch die neue Schöpfung genießen. Menschen müssen sich von ihrer Sünde abwenden und sich zu Gott wenden, um gerettet zu werden. Sie müssen von ihren Sünden umkehren und dem Evangelium Jesu Christi, seiner Kreuzigung und Auferstehung, glauben. Auch wenn jemand einen kleinen oder sogar einen bedeutenden Beitrag zur Verbesserung der Welt beigetragen hat (so hilfreich das auch sein mag), wird es am letzten Tag keinen Trost geben für diejenigen, die sich nicht zuvor von ihrer Sünde hin zu Gott bekehrt haben.
Thomas R. Schreiner ist der James Buchanan Harrison Professor für Neues Testament und stellvertretender Dekan für Schrift und Interpretation am Southern Baptist Theological Seminary in Louisville, Kentucky (USA).
https://www.evangelium21.net/media/1033/umkehr-im-neuen-testament

„Das Licht auf dem Leuchter“ – die reformierte Tradition über die Bibel

Menschen irren, machen Fehler, und selbst die Schlausten können nur sehr begrenzt in die Zukunft blicken. Wir sind fehlbar, müssen lernen und tasten öfter im Nebel herum als es uns lieb ist. Selbst die Spitzenforschung tut sich oft schwer damit, Antworten auf große Herausforderungen zu finden. So gibt es bis heute keinen Impfstoff gegen HIV, das AIDS-Virus. Und was die heiß ersehnten Impfstoffe gegen das neue Coronavirus wirklich leisten werden, bleibt abzuwarten.

Gott als der Schöpfer und Herr der Welt kann nicht irren. Er braucht nichts zu lernen, weiß die Zukunft und kennt sämtliche Antworten auf alle großen und kleinen Fragen. Gott ist Licht, sein Wesen ist frei von allem Dunklen und Bösen, von aller Falschheit und Lüge. Daher ist auch seine Rede vollkommen. Gottes Wort ist klar, führt keineswegs in die Irre und ist daher „Licht auf meinem Wege“ (Ps 119,105).

Das helle Licht der Bibel, des geschriebenen Wortes Gottes, öffnete um 1520 den Reformatoren die Augen. Sie erkannten in Bibeltexten den hellen Charakter Gottes und die strahlenden Wahrheit des Evangeliums. In Zürich trat Ulrich Zwingli 1519 seinen Dienst am Großmünster an. Er begann programmatisch mit einer Predigtreihe durch das ganze Matthäus-Evangelium. Über viele Monate hinweg legte der Pfarrer jeden Vers aus und ließ den Menschen das Licht der göttlichen Botschaft aufleuchten. Den Startschuss zur Reformation in der Schweiz gab also die konsequent biblische Predigt.

Im Jahr 1522 – auf der Wartburg hatte Luther gerade das Neue Testament übersetzt – erschein Zwinglis Die Klarheit und Gewissheit des Wortes Gottes. Der Reformator warnt davor, sich die Heilige Schrift „zurechtzubiegen“: „Das ist der Hauptfehler, wenn man seine Meinung nach der Schrift bekräftigen will und sein eigenes Vorurteil zur Schrift bringt.“ Das eigene „Verstandeslicht“ könne sicher nicht „die göttliche Klarheit überbieten“.

Heinrich Bullinger begann seine Dekaden, eine Reihe von insgesamt 50 Lehrpredigten, ebenfalls mit dem Wort Gottes. Der Nachfolger Zwinglis in Zürich betont: „Alles, was uns von Gott, von seinen Werken, von seinen Urteilen, von seinem Willen und seinen Geboten, von Christus und vom Glauben an Christus und vom Führen eines heiligen Lebens zu wissen Not tut, ist uns vollständig im Wort Gottes gegeben.“

Nicht zufällig beginnt auch das Zweite Helvetische Bekenntnis (1566) mit dieser Feststellung zum Wesen des geschriebenen Wortes: „Wir glauben und bekennen, dass die kanonischen Schriften der heiligen Propheten und Apostel beider Testamente das wahre Wort Gottes sind…“ Im 2. Kapitel hält der Autor Bullinger fest: „Darum anerkennen wir in Sachen des Glaubens keinen anderen Richter als Gott selbst, der durch die heiligen Schriften verkündigt, was wahr und falsch sei, was man befolgen und was man fliehen müsse…“ Auch er gebraucht die biblische Metapher des Lichts: „Gottes Wort ist gewiss und keinem Irrtum unterworfen. Es ist klar, lässt niemanden im Dunkeln tappen, es legt sich selbst aus und öffnet selbst das Verständnis. Es erhellt die menschliche Seele mit allem Heil und allen Gnaden, füllt sie mit Gottvertrauen, demütigt sie…“

Die Hochschätzung der Bibel zeigt sich auch im Hugenottenbekenntnis aus Frankreich von 1559, das weitgehend aus der Feder von Johannes Calvin stammt: „Wir glauben, dass das in diesen Büchern enthaltene Wort von Gott ausgegangen ist, von dem allein es seine Autorität empfängt, und nicht von Menschen.“ Die Bibel ist Menschenwort und Gotteswort, was einzig von dieser Schriftensammlung gesagt werden kann. Deshalb, so Calvin, müssen „Gewohnheiten“ oder Traditionen, „Menschenweisheit“, Beschlüsse der Kirche und sogar „Visionen“ und „Wunder“ unbedingt an ihrem Maßstab „geprüft, geordnet und verbessert werden“.

Die reformierten Bekenntnisse beginnen meist mit Artikeln über das Wesen Gottes und Gotteserkenntnis oder über seine Offenbarung, Wort Gottes und Heilige Schrift. Beide Lehrpunkte hängen ja zusammen. Da um 1600 die rationalistische Bibelkritik einsetzte, widmete das englische Westminster-Glaubensbekenntnis von 1647 den Kennzeichen der Bibel ein langes erstes Kapitel. Ihre Autorität beruht „völlig auf Gott, der die Wahrheit selbst ist, als ihrem Autor“. Die Heilige Schrift ist „der oberste Richter, vor dem alle Religionsstreitigkeiten zu entscheiden sind und alle… Lehren der Menschen… zu prüfen sind“. In dieser Tradition hält übrigens auch das Glaubensbekenntnis der deutschen Baptisten genau zweihundert Jahre später fest, dass die Bibel „alleinige Regel und Richtschnur des Glaubens und Lebenswandels“ sein muss.

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Schließlich ist noch das Belgische oder Niederländische Bekenntnis (1561) zu nennen, das dem genannten Bekenntnis Calvins in vielen Abschnitten ähnelt. Autor Guido de Brès stammte aus der Wallonie, dem französischsprachigen Teil des heutigen Belgiens. Nach intensivem Bibelstudium wandte er sich dem evangelischen Glauben zu, der in der damals von Spanien beherrschten Region aber massiv unterdrückt wurde. De Brès  musste ein unstetes Leben führen, kehrte 1559 in die belgische Heimat nach Tournai zurück, wo er heirate und als Pastor arbeitete. In dieser Zeit entstand auch seine Bekenntnisschrift. 1566 wirkte de Brès in Valenciennes (heute Nordfrankreich). Der Ort wurde von den spanischen Truppen erobert. Diese setzten den Pastor mit einem Kollegen gefangen. Am 31. Mai 1567 starb de Brès am Galgen den Märtyrertod.

Eingangs erläutert de Brès das Wesen und die Erkenntnis Gottes, es folgen gleich fünf Artikel zur Bibel. Mehrfach bezeichnet er sie als „heiliges und göttliches Wort“. Er skizziert die klassische Inspirationslehre, nennt die Bücher des protestantischen Kanons und betont, „dass auf ihnen unser Glaube beruhen und begründet und festgestellt werden kann“. Schließlich folgt mit Artikel 7 eine sehr gute zusammenfassende Darstellung der Genügsamkeit und Vollkommenheit der Bibel: „Wir glauben auch, dass diese Heilige Schrift vollkommen den ganzen Willen Gottes umfasst und dass in ihr all das in vollem Maße gelehrt wird, was von den Menschen geglaubt werden muss, damit sie die Seligkeit erlangen.“

Da die „heilige Lehre“ in der Heiligen Schrift „in allen ihren Beziehungen und Teilen vollendet und abgeschlossen ist“, muss sich jeder „sorgfältig hüten, dass er ihr nicht etwas hinzufügt oder wegnimmt, wodurch menschliche Weisheit mit göttlicher Weisheit vermischt werden könnte. Deshalb sind mit diesen göttlichen Schriften und dieser Wahrheit Gottes keine anderen Schriften der Menschen, von welcher Heiligkeit sie auch seien, keine Gewohnheit, nicht irgendeine Menge noch das Alter, noch Vorschrift der Zeiten oder die Nachfolge von Personen, noch irgendwelche Konzile, keine Beschlüsse und Satzungen der Menschen endlich zusammenzustellen oder zu vergleichen, da ja die Wahrheit Gottes vorzüglicher ist als alle Dinge.“

Licht nach der Dunkelheit  – lateinisch „post tenebras lux“ – wurde zu einem beliebten Motto der reformierten Christen. Die Reformatoren lutherischer und reformierter Prägung betonten einhellig, dass das Ziel ihrer Reformen war, den Leuchter wieder auf den Tisch zu stellen (s. ganz o. die Darstellung der Reformatoren aus dem 17. Jhdt. mit Luther und Calvin der Mitte). Damals wie heute muss der helle Schein Gottes, des Evangeliums und der Bibel vor dem Ausblasen bewahrt werden. Im 16. Jhdt. untersagte die römische Kirche Laien das Bibelstudium, heute leugnen viele evangelische Theologen, die Bibel habe irgendwelchen Anteil an Gottes Absolutheit und Vollkommenheit – „göttlich ist nur Gott“, so z.B. Siegfried Zimmer. Nein, auch das Reden Gottes, in welcher Form auch immer, ist göttlich. Gott ist Licht, und sein Wort ist eine Leuchte. Evangelische berauben sich ihres Wesenskerns, wenn sie daran nicht festhalten. Holger Lahayne
http://lahayne.lt/2020/12/02/das-licht-auf-dem-leuchter-die-reformierte-tradition-uber-die-bibel/

Ein außergewöhnliches Glaubenszeugnis an der Wand eines Konzentrationslagers

Nachdem der zweite Weltkrieg beendet war, fand man ein außergewöhnliches Glaubenszeugnis an der Wand eines Konzentrationslagers. Ein Gefangener hatte die folgenden Worte in die Wand geritzt: »Ich glaube an die Sonne, auch wenn sie nicht scheint, ich glaube an die Liebe, auch wenn sie sich nirgends zeigt, ich glaube an Gott, auch wenn er schweigt.« Ich versuche mir die Person vorzustellen, die diese Worte aufschrieb. Ich sehe ihre skelettartige Hand, wie sie die Glasscherbe oder den scharfen Stein aufnimmt. Ich sehe ihre Augen, die versuchen die Dunkelheit zu durchdringen, als sie Buchstaben für Buchstaben in die Wand ritzt. Was muss das für eine Hand sein, die solch tiefe Überzeugungen einkerbt? Was müssen das für Augen sein, die das Gute noch sehen angesichts des unaussprechlichen Schreckens? Es gibt darauf nur eine Antwort: Es waren Augen, die sich dafür entschieden hatten, das Unsichtbare zu sehen. Vater, du hast uns Glauben und Stärke versprochen, damit wir den Problemen des Lebens entgegentreten können. Vater, gib diese Stärke denen, deren Ängste ihre Träume begraben haben, deren Krankheiten ihre Hoffnungen schwinden ließen – deren Lasten größer sind, als ihre Schultern. Aus »Gods inspirational promise book« von Max Lucado.

Schritte zum Glauben

1

Beten Sie zu Jesus Christus. Sie können ganz einfach mit ihm reden. Er versteht und liebt Sie (Matthäus 11,28).

2

Bekennen Sie ihm, dass Sie bisher ohne Gott gelebt haben. Erkennen Sie an, dass Sie ein Sünder sind, und bekennen ihm dies als Ihre Schuld. Sie können ihm alle konkreten Sünden nennen, die Ihnen bewusst sind (1. Johannes 1,9).

3

Bitten Sie Jesus Christus, als Herr und Gott in Ihr Leben einzukehren. Vertrauen und glauben Sie ihm von ganzem Herzen. Wenn Sie sich so Jesus Christus als Herrscher anvertrauen, macht er Sie zu einem Kind Gottes (Johannes 1,12).

4

Danken Sie Jesus Christus, dem Sohn Gottes, dass er für Ihre Sünde am Kreuz gestorben ist. Danken Sie ihm, dass er Sie aus Ihrem sündigen Zustand erlöst hat und jede einzelne Sünde vergeben wird (Kolosser 1,14). Reden Sie jeden Tag mit ihm im Gebet und danken Sie ihm für Ihre Gotteskindschaft.

5

Bitten Sie Jesus Christus als Herrn, die Führung in Ihrem Leben zu übernehmen. Suchen Sie den täglichen Kontakt mit ihm durch Bibellesen und Gebet. Der Kontakt mit anderen Christen hilft, als Christ zu wachsen. Jesus Christus wird Ihnen Kraft und Mut zur Nachfolge geben.

Ohne Wenn und Aber

Pfarrgemeinde Liebfrauen Hennef-Warth

Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Weihnachtsgottesdienste,als die Bundesregierung gemeinsam mit der nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina die Einschränkungen für den härteren Lockdown erarbeitet hat, der vor genau einer Woche begonnen hat, wurden die Gottesdienste der katholischen und evangelischen Kirche ganz bewusst ausgespart. Noch vor zwei Wochen bekannte Lothar Wieler, der Leiter des Robert-Koch-Instituts, dass er regelmäßig Gottesdienste besucht und sich in den Gottesdiensten auch sicher fühlt.Das ist Ihnen allen zu verdanken. Sie haben, wenn Sie in den letzten Monaten die Gottesdienste besucht haben, immer alle Auflagen beachtet, haben Abstand gehalten, Maske getragen, zuletzt auch auf den Gemeindegesang verzichtet und sich schon lange vor Weihnachten vorangemeldet. Sie haben, wenn Sie sonntags um 11 Uhr in die Warth gekommen sind, Wind und Wetter getrotzt und oft bitterlich gefroren, nur um dabei zu sein, wenn Christus uns im Gottesdienst die Zusage gibt, dass er auch in diesen schweren Tagen bei uns ist. Sie haben gezeigt, wie rücksichtsvolles Handeln in Gemeinschaft auch unter Coronabedingungen möglich ist. Deshalb sind die Gottesdienste in Gemeinschaft nach wie vor erlaubt.Ihr und unser Verhalten ist nun in den letzten Tagen unter einen unerträglichen Druck geraten. Dem Shitstorm gegen die genehmigten und erlaubten Präsenzgottesdienste haben sich in der Zwischenzeit auch zahlreiche Reporter, Kommentatoren und Politiker angeschlossen. Sie wollen uns dazu bewegen, Sie alle wieder auszuladen, und sie zeigen damit, dass sie uns und Ihnen nicht vertrauen. Es ist zutiefst unchristlich, unmittelbar vor Weihnachten den geplanten und sicheren Gottesdienstbesuch als unverantwortliches Handeln gegen die Nächstenliebe an den Pranger zu stellen. Dieselben Menschen, die jetzt empört auf uns zeigen und unser unchristliches Verhalten beklagen, lamentieren seit Monaten öffentlich, dass die Kirche in dieser Krise untergetaucht sei und versagt habe.Für jeden Gottesdienst, ob präsent oder am Fernsehgerät oder Computer, für jeden Krippenbesuch und jeden Hausgottesdienst gilt ohne Unterschied: Es ist gut, dass wir da sind. Es ist gut, dass wir das Kommen Gottes in unsere Welt feiern, die Gott so sehr braucht – und heute mehr als sonst. Mit unseren gemeinsamen Gottesdiensten, in Präsenz und in Distanz, setzen wir ein Zeichen der Hoffnung. Und wann immer wir uns zum Gebet versammeln, schließen wir alle in unser Gebet mit ein, auch jene, die nicht oder nicht mehr verstehen, warum uns das so viel bedeutet.Bitte verzichten Sie nach der Messe darauf, noch zusammen zu bleiben, sondern gehen Sie direkt nach Hause und verzichten Sie nach den Gottesdiensten auf persönliche Festtagswünsche. Es dient der Sicherheit von uns allen. Und bitte bleiben Sie zuhause, wenn Sie sich krank fühlen, auch, wenn Sie angemeldet sind. Dennoch gilt: Alle unsere Seelsorger, Musiker, Lektoren, Küster, Kommunionausteiler und Ordnerdienste heißen Sie zu unseren Gottesdiensten in oder neben den Kirchen ganz herzlich willkommen. Lassen Sie sich das nicht so kurz vor dem Fest ausreden. Es ist gut, dass Sie da sind.Ihr Pastor Christoph Jansen
Pfarrgemeinde Liebfrauen Hennef-Warth

Muss man an die Jungfraugeburt glauben, um Christ zu sein?

′′ Muss man an die Jungfraugeburt glauben, um Christ zu sein? Das ist keine schwierige Frage zu beantworten. Es ist denkbar, dass jemand zu Christus kommt und Christus als Erlöser vertraut, ohne zu erfahren, dass die Bibel lehrt, dass Jesus aus einer Jungfrau geboren wurde. Ein neuer Gläubiger ist sich noch nicht der vollen Struktur der christlichen Wahrheit bewusst. Die eigentliche Frage ist: Kann ein Christ, der sich der Bibel bewusst ist, die Jungfraugeburt ablehnen? Die Antwort muss nein sein.“Albert Mohler (FB)